Auf nach Tabarca

 

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Ein lustiger Ausflug mit ein paar „Alegres biciclistas“. Fast am Anfang hat einer einen platten Reifen, aberr gemeinsam ist der Schaden bald behoben. DSC_1478 IV DSC_1479 IV

 

Es geht quer übers Land, auf kleinen (auf der Karte weiss eingezeichneten) Strässchen, die ich so liebe, weil sie meistens durch schöne Landschaften führen und kaum Verkehr haben.DSC_1483 IV

Bei Santa Pola auf einem Weg zu den Salinen, Berge von Salz!
DSC_1484 IVWir nehmen zusammen noch ein Bier mit Tapas, dann müssen sich schon einige verabschieden, da sie noch andere Pläne haben. Wir fahren zum Pier, wo die Fähre nach Tabarca liegt. Im Sommer ist diese Insel ein beliebtes Tages-Ausflugsziel, ein Teil ist ganz Natur mit schönen Plätzchen am Meer und vielen Felsen zum Schnorcheln, auf der anderen Seite ein kleines Dörfchen mit ein paar Restaurants und Bars, vielleicht noch einige Heladerías, die aber jetzt geschlossen sind. Im Winter fahren nur drei Schiffe raus, wir wollen auf dasjenige um 13.00 Uhr. IMG_0608 IV Und da stehen doch noch zwei, die auch das Fahrrad dabei haben! Wir kommen ins Gespräch mit Ihnen, sie sind spontan auf die Idee gekommen, rüber zu fahren, sie haben eine Wohnung in Santa Pola und leben aber in Albacete. Beim Einladen müssen alle ein bisschen mithelfen, der Eingang ist nicht wirklich für Fahrräder geeignet. Aber wir bringen alle ins Schiff und die Gruppe, die sich etwa 10 Minuten nach Abfahrtszeit noch an Bord bewegt, hat auch noch Platz!IMG_0621 IV
Durch den Hafen geht’s los, die Fahrt dauert nur 15 Minuten, aber es wird eifrig fotografiert!DSC_1491 IV
Die Stimmung ist ausgelassen, wir freuen uns auf die kurze Rundfahrt und das Mittagessen, der Hunger meldet sich jetzt langsam. Unsere Begleiter wissen natürlich, welches das beste Beizli auf der Insel ist, und das steuern wir nach dem Ausladen dann auch an. Hier treffen wir wieder auf die zwei mit den Fahrrädern und schnell ist klar, dass wir zusammen hier essen, Alfonso geht schon mal abklären wieviel das kosten wird wenn wir zu sechst hier essen, man kann also hier auch „händeln“! Wir setzen uns draussen auf die Terrasse, die Temperatur ist angenehm warm. Das Essen ist wieder mal ein wahnsinniger Schmaus, es gibt Fisch und Muscheln, eine Paella mit Aioli (eine Knoblauch-Mayonnaise) und getrunken werden Karaffen voll „Tinto de Verano“, einem Gemisch aus Wein, Citron und manchmal wird noch irgendein Cynar oder Ähnliches beigefügt! Ein ideales Getränk für den Sommer, und wenn es ohne Schnaps ist, sogar mit weniger Alkohol als Bier!
Die Schlemmerei geht mit Dessert und Kaffee langsam zu Ende und wir beschliessen, gemeinsam noch eine Runde um die Insel zu machen, die ist ja nur klein.
IMG_0620 IV DSC_1499 IV IMG_0609 IV DSC_1498 IV  DSC_1501 IVDSC_1507 IV Auf Tabarca                                                                                                                                                  Fran fährt voraus durchs Dorf, Foto, dann an die Wetspitze, Foto, über Felsen weiter, hinter den Häusern durch, Foto. Dann an der Schiffsländte vorbei auf die unbewohnte Seite der Insel, da hat es nur gerade einen Leuchtturm und einen Weg, der sich, diese Seite umrundend durch das Gestrüpp schlängelt. Fotos!
Pünktlich erreichen wir die Ländte, die andere Gruppe und der Kellner von unserem Beizli sind alle schon auf dem Boot, wir zwängen unsere Velos wieder unter Gelächter auf das Schiff. Zum Glück haben wir es geschafft, es ist nämlich das letzte Boot heute, und das einzige Hotel auf der Insel hat geschlossen. Es ist schliesslich Winter!
DSC_1516 IV DSC_1519 IV       Alfonso und seine Frau Consuelo begleiten uns noch ein wenig auf dem Heimweg, Richtung Alicante, diesmal fahren wir dem Meer entlang, und da wird es plötzlich schön: Kein Haus steht mehr da, hier ist Natur angesagt! Da hat eine Gemeinde früh genug mal Stopp gesagt, und wirklich niemanden mehr bauen lassen! Oben auf der Hügelkette sieht mal die Villen derjenigen, die sich oben ein Haus gebaut haben, aber hier unten ist wohltuend grün!DSC_1567 IV
Ich bin schon bescheiden geworden, ich bin schon froh, wenn ein paar Kilometer lang keine Verschandelung stattgefunden hat!
Ich fahre ein Weilchen mit Consuelo, sie ist schwer beeindruckt von unserer Reise und möchte selber gerne auch so etwas machen, aber ihr Mann habe hat noch Hypotheken zu bezahlen, das müsse zuerst sein, sicher hätten wir ihm auch einen Anstoss gegeben, vielleicht doch mal so eine Reise mit dem Fahrrad zu unternehmen, auch wenn sie nicht so lang ausfallen würde. (Er hatte uns beim Mittagessen erzählt, dass er jahrelang Touristenbus gefahren ist und zwar durch ganz Europa, uns immer sein Fahrrad dabei hatte. Wenn die Touristen irgendeine Besichtigung machten, nahm er sein Rad und unternahm eine Tour in der jeweiligen Umgebung. Also auch er ein richtiger Fahradfan.)
Weil es langsam dunkel wird, kehren die Beiden dann um, nachdem sie uns eindringlich zu sich eingeladen haben. Nun, Albacete kennen wir schon, aber wer weiss, vielleicht verschlägt es uns wieder einmal dorthin? Wir fahren weiter, der Küste entlang und sehen noch eine Ungeheuerlichkeit:
DSC_1521 IVWir sind sprachlos, diese Unverfrorenheit der Camper! Die campen hier nämlich, die machen nicht nur eine Tagesrast!
Der kürzeste Weg führt nun durch einen kleinen Touristenort, dann um die Dünen herum Richtung Alicante, bis wir an der doch sehr viel und schnell befahrenen Carretera ankommen. Diese Strassen sind unseren Freunden ein Horror und wenn es geht, wollen sie nicht drauf fahren. Da hat Jorge die Erinnerung, dass es einen Weg der Eisenbahnlinie entlang hat, irgendwo müsse man dann die Schienen überqueren, also los, es ist schon dunkel geworden, aber heute ist Vollmond und der geht voll und rund über dem Meer auf:
DSC_1523 IVDurch diese helle Finsternis fahren wir über einen holprigen Weg, der dann irgendwo abrupt endet, kein Weiterkommen mehr, neben den Schienen hat es keinen Platz für uns, Also zurück. Jorge meint, dass er den Übergang verpasst habe, wegen der Dunkelheit. Und da passiert es: Fran schaltet in einen kleineren Gang, und dabei klemmt es ihm die Kette zwischen den beiden Zahnkränzen ein. Dran ziehen und stossen nützt nichts, die Schrauben müssen gelöst werden, bis die beiden Zahnkränze so locker sind, dass sie die Kette wieder rausziehen können. Alles im Licht des Mondes und der  Taschenlampen. DSC_1525 IVNach dieser halben Stunde flicken sind nun alle bereit, auf die Strasse zu gehen, aber wir müssen wirklich unsere Räder zuerst über die Schienen tragen und dann ein Bord hinauf schleppen und dort über die Leitplanken auf die Strasse hieven, bis wir Gas geben können und mit dem Verkehr in Richtung Stadt brausen! Diese Carretera hat zwar viel Verkehr, aber auch zeitweilig einen breiten Pannenstreifen, deshalb ist alles nur halb so schlimm. (Nichts kann schlimmer sein als was wir am Flughafen in Barcelona erlebt hatten.) Der Streifen hat zwar auch ziemlich breite, längliche Abwasserlöcher, ohne Abdeckung! Das erste erschreckt mich schon, da würde ich glatt drin verschwinden, so breit sind die! Endlich erreichen wir den Carril Bici, und von da an ist es nicht mehr schwierig.
Das war wieder ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag!
Die Begegnung mit Alfonso und Consuelo hat uns gezeigt wie offen und neugierig Menschen sein können und wie schnell man einen schönen Tag gemeinsam verbringen kann, obschon man sich erst gerade kennengelernt hat!

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