bis nach Lyon…Avignon

dsc_4456-bis-nach-lyonBei wunderschönem Wetter verlassen wir unser Bungalow, der Weg führt uns durch sehr schönes Gebiet, alles der Saône oder einem der vielen Kanäle entlang.
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dsc_4460-bis-nach-lyonEs wird immer wärmer, und kurz nach dem Mittag passiert es: plötzlich will mein Vorderrad nach links ausscheren und ich spüre, da ist etwas nicht in Ordnung! Ich rufe Martin, ich müsse anhalten etwas stimmt nicht und da sehe ich, die Luft ist raus aus dem Vorderrad! Zum Glück hat Martin alles dabei, wie immer, und der Schlauch ist recht schnell ausgewechselt. Mein erster platter Reifen, seit über einem Jahr!
dsc_4465-bis-nach-lyonIm späteren Nachmittag kommen wir an einem Garten vorbei aus dem lautes reden und Lachen tönt-Hei, das ist doch Schweizerdeutsch! Wir halten an, gucken durchs Gebüsch und sehen junge Leute, die da Zelte aufstellen und anderes ausgebreitet haben. Kurzentschlossen gehen wir hinein und fragen ob wir ev. auch hier zelten könnten? Wir kommen ins Gespräch mit den Leuten, sie waren in Südfrankreich am Kite-Surfen, mussten aber am letzten Tag wegen dem schlechten Wetter vom Camping evakuiert werden. Jetzt sind sie da bei den Eltern von einem, um alles zu trocknen und richtig einzupacken. Der Vater erklärt uns, dass es in der Nähe ein ganz ruhiges Plätzchen gebe, wo wir ungestört zelten könnten, hier gebe es wahrscheinlich eine ziemlich laute Party.
Wir dürfen unsere Wasserflaschen füllen und er unsere Weinflasche, dann ziehen wir etwas weiter und finden wirklich ein wunderschönes Plätzchen, wo wir gemütlich den Sonnenuntergang geniessen, dann kochen und den Wein geniessen, und später den Mondaufgang bestaunen können. So gefällt uns das, deshalb sind wir immer noch unterwegs, weil wir so nahe an den schönen Momenten der Natur sind.
dsc_4468-bis-nach-lyon dsc_4469-bis-nach-lyonDie Nacht wird zwar wieder ziemlich kalt, das Zelt ist morgens tropfnass, innen und aussen, aber die Nebelschwaden die über der Wiese wallen und die Kühe ganz in einer mystische Stimmung erscheinen lassen, versöhnen uns mit der Kälte. Und der Kaffee und Porridge helfen uns, sie zu überwinden, bis die Sonne sich langsam durch den Nebel kämpft.
dsc_4475-bis-nach-lyon dsc_4476-bis-nach-lyon dsc_4482-bis-nach-lyon dsc_4481-bis-nach-lyonUnd wieder empfängt uns dann Vicki ganz herzlich, sie und ihr Mann Jacky haben spanische Wurzeln, ganz in der Nähe einer Via Verde die wir auch gefahren sind letztes Jahr. Wir können mit ihnen spanisch sprechen, was vor allem Martin Spass macht. (und ich beim Abendessen etwas mehr zum Essen komme, da auch er  erzählen kann.) Wir finden heraus, dass uns die spanische Geschichte alle sehr interessiert, vor allem der Bürgerkrieg. (das Buch, das Martin seit Holland dabei hat)
Wir dürfen eine Nacht länger dableiben, und besuchen Dole. Der Tag ist zwar etwas grau, aber der Abend mit Jacky ist wieder sehr spannend. Wir lernen eine Spezialität der Gegend kennen, den Käse Mont d’Or, der warm aus dem Ofen, mit Kartoffeln zusammen genossen wird. Wir hoffen sehr, dass wir uns vielleicht wieder einmal treffen, in Spanien, oder vielleicht einmal in der Schweiz?
dsc_4489-bis-nach-lyon dsc_4492-bis-nach-lyonDank Jacky geht die Weiterfahrt querfeldein, nicht den vielen Windungen der Saône entlang, dafür durch viele kleine Dörfer und die typischen Alleen, die sich schön herbstlich verfärben. Dann erreichen wir den Zusammenfluss von Doubs und Saône, jetzt wird der Fluss richtig breit. Im Feierabend-Verkehr müssen wir durch Chalon sur Saône fahren, zum Glück ist die Veloroute sehr gut ausgeschildert und das GPS hat sie auch drauf, dann noch einige Kilometer einer Voie verte entlang. Bei Benoît und Anne-Sophie finden wir diese Nacht Unterkunft, eine Familie, deren Kinder viel Energie und Freude an unserem Besuch haben. Das Paar hat mit einem Spezial Tandem (hinten normaler Velosattel, vorne bequemer Liegeradsessel) eine Veloreise in Südamerika gemacht. Wir haben uns viel zu erzählen und die Nacht wird kurz. Morgens müssen alle früh raus, Arbeit, KIndergarten und Krippe, wir dürfen noch etwas bleiben, in Ruhe unsere Sachen packen und verlassen dann das Haus durch die Veranda.
Den ganzen Tag fahren wir auf der Voie Verte, es wird eine lange Strecke, auf  dem ehemaligen Bahngleis durch hügeliges Hinterland, mit einer Umleitung über einen kleinen Pass, da der Tunnel geschlossen ist wegen der Fledermäuse, die drinnen überwintern. Wir begegnen zwei Velofahrern mit Hund, die nach Santiago de Compostela fahren, mit einfacher Ausrüstung, und sehr schweren Anhängern. Da ich an meiner Lenkertasche auch eine Muschel angehängt habe, meint der eine, ob wir auch nach Santiago unterwegs sind. Ich erkläre ihm, dass wir nur zum Teil den Camino fahren, da greift er unter seine Decke und schenkt mir eine grüne Muschel aus Glas und Messing, und wünscht uns viel Glück.
dsc_4497-bis-nach-lyonIn Mâcon übernachten wir in einem Fasthotel, das fast an der Veloroute liegt, aber auch an der Autobahn. Es ist ein Elementbau der billigen Art, die Duschen sind so Plastik-Einbaukabinen und Isolation ist nicht gerade seine Stärke. Aber für uns genug, hat es doch vier Wände und eine Heizung. Das Restaurant befindet sich noch im Bau, deshalb kochen wir unser Notmenu. Das Hotel ist wie ein Motel angelegt, jede Zimmertüre geht auf den Parkplatz, es hätte sogar Tische und Bänke. Die benützen wir aber nicht, es ist schon zu kalt. Und wir essen im Zimmer. Das ist am nächsten Morgen tropfnass an der Wand, so gross ist der Temperaturunterschied.
Wir fahren weiter bis nach Villefranche sur Saône, dort können wir erst um 18 Uhr erscheinen, da Annick und Yvon arbeiten. Unterwegs gönnen wir uns ab und zu ein paar Leckereien aus der Boulangerie.dsc_4491-bis-nach-lyon
dsc_4501-bis-nach-lyonWir sind pünktlich dort und die beiden erscheinen auch gerade. Sie öffnen uns die Türe und gehen dann in Englischkurs und Sport, aber wir dürfen uns schon gemütlich einrichten und duschen, bis sie dann um 20 Uhr wieder zurück sind und wir zusammen Abendessen. Sie haben ein gefülltes Arbeitsleben, aber unsere Erzählungen machen sie doch auch gluschtig auf eine längere Reise.
Morgens müssen sie schon um 6.30 aus dem Haus, aber auch hier dürfen wir bleiben, frühstücken um 8.30 Uhr (der Kaffee ist programmiert und bereit, als wir in die Küche kommen.) Es ist einfach unglaublich, wieviel Vertrauen uns entgegengebracht wird!
Durch die Garage können wir das Haus verlassen, heute haben wir nicht so eine lange Fahrt und nehmen sie gemütlich in Angriff. In einem kleinen Dorf spricht uns ein Mann an, und zeigt uns einen Weg weiter, wieder durch die Landschaft und kleine Dörfer, da die Strecke dem Fluss entlang etwas steinig sei. Wir befolgen seinen Rat und geniessen diese Fahrt über kleine Strässchen durchs Land. Bis wir in die Nähe von Lyon kommen und hier den Wegweisern für die Fahrradfahrer folgen. Wenn es schon welche hat. Es ist einfach, immer dem Fluss entlang, bei einigen Baustellen wird die Veloroute zwar umgeleitet, aber wir bleiben am Fluss. Die Saône ist nun sehr breit, sie wird sich in Lyon in die Rhone ergiessen.
dsc_4503-bis-nach-lyonIn einem Vorort von Lyon dürfen wir etwas nach 18 Uhr bei Sylvie und Yves erscheinen. Wir haben noch Zeit und fahren zur Kathedrale und gehen gemütlich in einem Bistro einen Tee trinken. Sylvie und Yves empfangen uns herzlich und wir verbringen mit Ihnen einen gemütlichen Abend.dsc_4504-bis-nach-lyonIn den Letzten Tagen haben wir uns überlegt, wie es weitergehen soll. Die vielen Übernachtungen bei Warmshower Gastgebern sind zwar sehr interessant und spannend, aber wir möchten auch wieder einmal im Zelt schlafen, selber kochen und  für uns sein. Und Martin hat sich erkältet, er hustet, und hat etwas Fieber, da mag er auch nicht so lange Gespräche führen. (Diesmal will er die Krankheit durchseuchen, nicht wie damals in England, wo er diese Medikamente genommen hat und dann alles in 2 Tagen weg war.) Wir hätten aber sicher noch eine ganze Woche zu  fahren bis wir in Avignon wären, und das Wetter will nicht so gut. Und das Rhonetal ist auch nicht gerade ein Highlight, da fährt man viel durch Industriegebiet. Und zudem, die Campingplätze sind fast alle geschlossen.
Deshalb entschliessen wir uns, für die nächste Nacht in der Stadt ein Hotel zu buchen, ein Ticket für einen Zug nach Avignon zu kaufen, die Züge und Gleise zu studieren und dann einen Tag Städtetrip zu spielen. Lyon zeigt sich von seiner besten Seite, die Sonne scheint und wir flanieren durch die Fussgängerzone, trinken Kaffee in einem der vielen Bistros. Abends gehen wir in einem Vietnamesischen Restaurant essen, ein Glückstreffer, das Essen ist sehr gut. Gegen 20 Uhr sind wir in unserem Zimmer und schauen uns einen Film an. Das ist etwas, das wir kaum machen, dabei warten auf der Harddisk doch einige gute Filme darauf, angeschaut zu werden.
dsc_4508-bis-nach-lyonUnd dann am Sonntag, dem 23. Oktober, um 11Uhr, steigen wir in den Zug und fahren in knapp 3 Stunden nach Avignon. Es regnet unterwegs, alles ist grau in grau, aber ich sehe die ersten Olivenbäume, und als wir aussteigen, ist es sicher etwa 10 Grad wärmer als es in Lyon war! Wir haben uns in 3 Stunden Zugfahrt eine ganze Woche Velofahren erspart. Wir fahren  zum Camping und installieren uns hier. Martin muss schlafen, er hat Fieber, aber heute sind wir bei niemandem angemeldet und er kann schlafen und sich auskurieren.
Am nächsten Morgen geht es ihm schon besser, wir waschen unsere Kleider in einer Maschine, und die Sonne und der Wind sind sie nun am Trocknen. Martin schläft wieder und ich schreibe, damit ihr wisst, dass es uns gut geht und wir bald voller Elan weiterfahren wollen.dsc_4512-bis-nach-lyon dsc_4509-bis-nach-lyon dsc_4510-bis-nach-lyon

an der Mosel und Saône

dsc_4446-mosel-und-saoneDer Mosel entlang zu fahren ist ein Genuss, kaum Steigungen und meistens gut ausgebaute Wege ohne Autoverkehr durch die Flusslandschaft. Wir sehen hier Schiffe, grosse lange Kähne, wie auf dem Rhein, die wir bei den Schleusen bestaunen können.
dsc_4406-mosel-und-saoneEs ist sehr schön zum Fahren und unsere Etappen werden immer länger! Jetzt haben wir schon mehrmals 70 oder mehr Kilometer in einem Tag geschafft. Einen Einfluss hat dabei sicher auch, dass wir kaum mehr zelten, da die Nächte immer noch knapp über dem Gefrierpunkt sind. Die Mittagspausen sind auch nur kurz, da tagsüber die Temperaturen nicht mehr immer angenehm sind zum Rumsitzen. Das gibt uns viel mehr Zeit zum Fahren.
Wir übernachten bei Warmshower Gastgebern, die uns immer sehr freundlich und unkompliziert aufnehmen, obschon wir meistens nur 1-2 Tage vorher anfragen. Bis jetzt haben uns alle, die wir anschreiben, innerhalb von kurzer Zeit Antwort gegeben, das klappt hier ausgezeichnet!
In Metz stehen wir in einer Strasse und wissen noch gerade nicht, wie wir in die Innenstadt kommen, da spricht uns eine Velofahrerin an und bringt uns zur Brücke, wo wir dann ganz einfach den Weg finden. Sie fragt uns, wo wir übernachten werden, sie macht auch mit bei Warmshower, und sie kennt unseren Gastgeber. Er holt uns etwas später bei der Kathedrale ab und macht mit uns eine kleine Stadtrundfahrt, erzählt uns einige interessante historische Details, alles auf Spanisch! Er hat schon viele Sprachen gelernt, ungarisch, englisch, spanisch und im Moment lernt er Deutsch!  Er ist ein eingefleischter Velofahrer, schon seit 4 Jahren hat er sein Auto verkauft und setzt sich für das Fahrradfahren in Metz ein. Abends sind wir eingeladen bei seiner Freundin zum Abendessen, sie wohnt mitten in der sehr schönen Altstadt. Es hat sich wirklich gelohnt, diese Menschen und die Stadt ein bisschen kennenzulernen!
dsc_4412-mosel-und-saonedsc_4415-mosel-und-saoneDa unser Gastgeber in der Arbeitswelt steht, heisst es für uns, früh aufstehen und um 8 Uhr das Haus fertig gepackt zu verlassen. Um diese Zeit ist es immer noch ziemlich kalt, wir sind aber mit unseren Regenkleidern gut geschützt. Und das Pedalen gibt warm.
dsc_4432-mosel-und-saonedsc_4416-mosel-und-saoneDie Thermosflasche ist nun täglich im Einsatz!  Zuerst haben wir noch versucht, in einem Dorf ein Lokal zu finden, um einen Kaffee zu trinken, aber in Frankreich sind die Dörfer meistens leer, selten hat es einen Laden oder ein Restaurant. Man sieht zwar angeschriebene Häuser, aber wann die das letzte Mal ihre Türen geöffnet hatten, wissen wir nicht. Und einen Beauty-Salon oder Coiffeur benötigen wir nicht.
Da müssen wir uns schon an die grösseren Städtchen halten, hier finden wir Cafés oder eine Brasserie, aber auch hier ist das Ladensterben in vollem Gange, an bester Lage sind Lokale geschlossen, zu vermieten oder zu verkaufen. Dafür gibt es an den Stadträndern die riesigen Einkaufszentren, wo Leclerc, Super-U, Intermarché, Carrefour und wie sie alle heissen, ihre Waren an die Leute bringen. Da hat es auch Cafés, aber uns gefällt das nicht so sehr, in diese grossen Läden zu gehen. Da wir nur wenige Sachen kaufen können, wird jeder Einkauf zum Marathon, bis wir alles gefunden haben.
dsc_4422-mosel-und-saoneIn Toul, einem kleinen Städtchen an einer Schleife der Mosel, steht die alte Kathedrale fast am Fluss und die Stadtmauer noch fast rundum. Diese Stadt gibt es schon seit der Römerzeit oder sogar noch früher, und war lange das Zentrum der Region. Im 17Jh. wurde Nancy gegründet und Toul verlor an Wichtigkeit. In den letzten Kriegen war sie eine wichtige Militärbasis und deshalb wurde viel zerstört.
Hier übernachten wir bei einer interessanten Familie: er lernt Deutsch, seine Frau Englisch, und wir erfahren von ihren vielen Veloreisen ins Ausland, die sie mit ihren beiden Kindern machen, seit diese ganz klein sind. Sie wollen ihnen zeigen, wie wichtig Fremdsprachen sind!
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An einem Morgen, es ist sehr kalt, alles ist gefroren, biegen wir ab auf den Weg entlang des Canal du Vosges, der sich Richtung Dijon schlängelt. Die Stimmung an diesem Morgen ist überwältigend, die Kälte aber auch. Zum Glück kommt bald die Sonne hervor und wir können uns an der Sonne aufwärmen. Das Gefühl in den Fingern ist wie an einem  eisigen Tag beim Skifahren, trotz der warmen Handschuhe! (Den einen musste ich ausziehen, damit ich mit dem Handy die Kamera auslösen konnte!)dsc_4420-mosel-und-saone
dsc_4447-mosel-und-saoneDer Tag wird wieder sonnig und relativ warm, 13-14Grad zeigt der Tacho von Martin an. (die Ganauigkeit ist zwar etwas zweifelhaft, aber wir haben keinen anderen.) Die Strecke sehr schön und wir erreichen das Departement Franche-Comte, auf den Wegweisern steht nun schon etwas Wichtiges für uns:
dsc_4450-mosel-und-saoneWir sind die ersten Gäste bei einem Paar, das erst seit zwei Monaten bei Warmshower ist, und erst seit zwei Jahren Tandem fahren! Sie sind beide pensioniert und haben schon ein paar Touren in Frankreich unternommen, wollen aber nächstes Jahr ins Ausland. Wir geniessen es, vor ihrem schönen Ofen ins Feuer zu gucken, die Wärme in uns fliessen zu lassen! Ja so ein Feuer, das ist doch etwas sehr Schönes! Unser Französisch erwacht so langsam aus der Versenkung, wir parlieren wieder recht flüssig. Naja, kein Wunder, wenn man jeden Abend viele interessante Gespräche führt.
dsc_4453-mosel-und-saoneEs wird wärmer, gleichzeitig kommt eine Regenfront, die wir in einem Bungalow auf dem ganzjährg offenen Camping in Vesoul vorbeiziehen lassen. Hier kochen wir wieder einmal selber, schlafen am nächsten Morgen aus, während der Regen aufs Dach trommelt. Und haben einen Tag Zeit zum Schreiben und Lesen, Bremsen auswechseln, Veloständer fixieren, Lenker richten,…all die kleinen Sachen, die zu kurz kommen, wenn man so viel am Fahren ist. Und weiter planen, wieder Leute anschreiben fürs Übernachten und Referenzen schreiben für die Leute, die uns so grosszügig aufgenommen haben. Noch offene Campingplätze auf unserer weiteren Strecke suchen. Wir fahren der Saône entlang bis nach Lyon. Frankreich ist sooo gross! Aber wir werden Spanien schon erreichen! Charles le Téméraire wird uns den Weg in den Süden zeigen.

„Flug“ in den Süden

dsc_4396-unser-flugMit kräftigem Gegenwind aber schönem warmem Wetter fahren wir los. Wir warteten auf ein Buch, welches wir im Internet bestellt hatten.
dsc_4340-unser-flugdsc_4329-unser-flugNun pedalen wir der Maas entlang, mal auf dieser, mal auf der anderen Seite, zwischen den Grenzen von Holland, Deutschland und Belgien. Es hat viele Gänse, die wie wir in den Süden ziehen. Sie formieren sich mit wildem Geschrei. Einmal lagern sie auf dem Feld neben dem Camping. Die ganze Nacht hören wir ein Geschnatter und Gerangel, bis sie im Morgengrauen wegziehen. Auf Wiedersehen im Süden!
dsc_4393-unser-flugdsc_4339-unser-flugWir haben uns gut vorbereitet, die Zeltplätze welche wir ansteuern, sind noch offen aber trotzdem leer, manchmal ist ein Wohnwagen bewohnt, die anderen sind verpackt für die Winterruhe. Oft ist die Rezeption nicht mehr bedient, wir müssen telefonieren und uns selber installieren.  Die warme Dusche ist aber meistens in Betrieb und manchmal sogar geheizt!
dsc_4321-unser-flug dsc_4343-unser-flug dsc_4331-unser-flug dsc_4336-unser-flugEines Morgens, Martin will gerade Kaffee machen, streikt der Kocher. Also muss er zuerst die Schläuche und Ventile putzen, aber da geschieht das Unglück: Der Kocher bricht entzwei! Vom vielen Aufheizen ist das Material spröde geworden und ist jetzt gebrochen. Ohje! Ohne Kaffee müssen wir losfahren. In der nächsten Stadt habe ich einen Outdoor- Laden entdeckt (Internet sei Dank!) und hier kaufen wir einen Gaskocher, bis wir in Aachen vielleicht einen neuen Benzinkocher kaufen können. Oder unseren vielleicht reparieren könnten.
dsc_4344-unser-flug dsc_4359-unser-flugdsc_4352-unser-flugDer Gaskocher ist ein Riesending, wir sind froh, haben wir ein bisschen Platz übrig. Wir brauchen zwei Tage bis Aachen und das Ding leistet gute Dienste. Es ist mittlerweile kühl geworden, das Wetter hat ganz auf Herbst umgestellt. Wir kochen uns Tee und auch mal einen Porridge am Mittag. Die Nächte werden kälter, unsere Daunenschlafsäcke sind noch genügend warm.
Wir erreichen Aachen am Samstagnachmittag um 15 Uhr, gerade noch früh genug, um vor Ladenschluss den Outdoor-Laden aufzusuchen. Wir haben viel Glück, es hat sogar einen Primus-Kocher! Da gibt es nicht viel zu überlegen und wir kaufen diesen Ofen! Einschicken, warten bis Primus vielleicht einen Ersatz schicken würde – Nein das wollen wir nicht. Wir packen vor dem Laden um, damit der neue Kocher ein Plätzchen findet. Martin kommt mit einem Paar ins Gespräch, sie laden uns ganz spontan ein und wir dürfen bei Ihnen übernachten. Das Haus gehörte einer vor kurzem verstorbenen Tante. Abends gehen wir im Quartier zusammen sehr gut vietnamesisch essen! Wir verbringen einen sehr spannenden Abend mit den Beiden! Vielen Dank für Eure spontane Gastfreundschaft!
dsc_4369-unser-flug dsc_4367-unser-flugDer nächste Abschnitt ist der Vennbahn-Radweg. Ein ehemaliges Eisenbahntrassee, das sich von Dorf zu Dorf über die Ardennen schlängelt und uns einige Höhenmeter in angenehmer Steigung überwinden lässt! In einem kleinen Dorf fahren wir in einen Umzug hinein, wo die schönen starken Pferde Wagen oder Kutschen ziehen .Wir verweilen als Zuschauer.
img_1213-unser-flugLeider beginnt es am Nachmittag zu regnen und es wird kalt! Trotz heissem Tee am Mittag bin ich etwas durchgefroren. Wir entschliessen uns in Monschau mal rumzutelefonieren, vielleicht gibt es eine Pension, die noch ein Zimmer frei hat für uns. Aber da sind wir am falschen Wochenende unterwegs, hier ist ein Fest im Gang und alles ausgebucht. Bei Booking finden wir trotzdem ein Wirtshaus welches uns ein Zimmer vermietet. Es ist zwar im höher gelegenen Nachbardorf, das uns noch einige Anstrengung abverlangt. Hat aber sehr schöne und warme Zimmer! Wir verlassen das Haus nicht mehr und verschlingen  ein deftiges, leckeres Abendessen an der Wärme, während es draussen weiterregnet. Das stört uns nicht mehr.
dsc_4355-unser-flugDas Regenwetter beruhigt sich und wir können wieder zelten. Die nächste Nacht bekommen wir Besuch. Als wir vom Zähne putzen zurückkommen, sehen wir den Schatten einer Katze, oh nein, da schlüpft eine zweite sogar aus dem Zelt! Wir hatten es nicht ganz geschlossen. Katzen sind einfach zu neugierig, aber das ist ja nicht weiter schlimm, das hatten wir schon öfters. Plötzlich in der Nacht weckt mich Martin! Hast du gehört eine Katze ist im Zelt! Nein, ich habe nichts gehört! Aber ich bin auch hellwach, es könnte ja sein! Und wir hören wieder Geräusche, rascheln an der Zeltwand, ist da doch eine weitere Katze? Ich bin gerade wieder am Einschlafen, spüre ich etwas unter dem Kopfkissen unter meiner Matratze. So ein Stupsen, was war das? Etwas später als Martin sich umdreht, piepst es plötzlich. Aha, eine Maus! Oder sogar zwei?! Vor lauter Schreck wird es ganz still und wir schlafen wieder ein. Am Morgen beim Kaffee, als ich unsere Taschen etwas herumrücke, rennen plötzlich zwei Spitzmäuschen herum, die eine verschwindet draussen, die andere versteckt sich hinter einer anderen Tasche. Während des ganzen Frühstücks bleibt sie bei uns, ob sie wohl noch weiss, wo ihr zuhause ist?
In einem kleinen Dorf erhalten wir bei einer Warmshower-Gastgeberin Unterkunft, wo wir die herrliche Wärme in ihrer Stube geniessen. Nun wird uns richtig bewusst wie abhängig wir vom Wetter sind, aber auch, wie gut wir ausgerüstet sind. Wir verbringen immer noch so viel Zeit draussen. Und natürlich auch wie schön es ist, in einer warmen Stube zu sitzen!
dsc_4371-unser-flugGerade die nächste Nacht im Zelt wird dann extrem kalt. Am Morgen haben wir gefrorenes Eis am Zelt!
dsc_4385-unser-flugWir haben trotzdem recht gut geschlafen. Martin hatte die Daunenjacke an den Füssen, über dem Icebreaker die blaue Velojacke angezogen und über dem Kopf das Faserpelzkäppi! Mein Schlafsack hat sich auch bewährt, ich habe die Faserpelzjacke um die Hüften geschlungen und die Schlafsack-Kapuze über dem Faserpelzkäppi noch etwas zugeschnürt. Zum Frühstück haben wir dann Porridge gemacht, etwas Heisses muss in den Magen zum Aufwärmen. Nun kommt endlich die Sonne hinter dem Hügel hervor und wärmt uns auf.
dsc_4383-unser-flug dsc_4374-unser-flug dsc_4376-unser-flugZum Glück ist das eine Ausnahme, die nächste Nacht wird wieder ganz normal, 10 Grad, wir empfinden sie als richtig angenehm! Jetzt erreichen wir die Mosel, nachdem wir der Our und der Sûre gefolgt sind. Dieser Fluss schlängelt sich durch Weinberge, der Süden ist nicht mehr weit! Sowieso, die Wälder sind noch nicht gelb oder bunt, da muss noch etwas warmer Herbst kommen. Der kalte Wind kommt aus Osten, bei uns würden wir sagen die „Bise“ bläst von Sibirien her und bringt dauernd Wolken über unsere Köpfe.
dsc_4387-unser-flugWir kommen in Schengen vorbei, einem Städtchen, das jeder in Europa kennt, weil hier das wichtige Schengen-Abkommen unterschrieben wurde. Aber wissen die Leute auch, wo das liegt? Mir war es auf jeden Fall nicht so bewusst.
Und nun ist Frankreich angesagt, die Sonne kommt hervor und es wird sofort freundlicher und wärmer. Bonjour la France!
Bei Thionville haben wir einen Warmshower-Gastgeber, Johnny, der uns seine Wohnung überlässt zum Ausruhen, er muss arbeiten und wir dürfen an der Wärme Kleider waschen, Blog schreiben und weiterplanen. Seit wir Elly und Dave verlassen haben sind wir jeden Tag gefahren, ohne Unterbruch zwei Wochen lang. Der Ruhetag tut gut. Wir entscheiden, dass wir mit den Velos weiterfahren und noch keinen Zug nehmen. Das Wetter soll gut bleiben. Die Kälte wird hoffentlich wieder etwas verschwinden Es kann nicht sein, dass es hier während der Nacht nur 4-6 Grad kalt ist!
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Unerwartete Begegnung am Strassenrand.

Ferien

dsc_4255-feriendsc_4251-ferienÜber Land geht’s dann Richtung Osten, das nächste Ziel sind unsere Freunde in der Nähe von Arnheim, die wir damals auf dem Montenaturista in Portugal kennengelernt hatten. Was für eine Fahrt! Entlang von Kanälen, durch Dörfer, über grosse Wiesen, Auf einem Damm dem grossen See entlang, dann durch ein Wald-Moorgebiet mit vielen schon fast verblühten Erika, die noch ein wenig violett leuchten, wenn die Sonne hineinscheint. Und überall begegnen wir anderen Fahrern, einer Gruppe von Frauen, vielen älteren Paaren, Schülern oder Businessmännern auf dem Heimweg. Hier ist das Fahrrad einfach integriert in den Alltag, ganz natürlich. Man kann jetzt sagen, ja die haben halt keine Hügel, ja, aber das Wetter ist sicher nicht so verschieden von dem in der Schweiz.
dsc_4246-ferien Wir übernachten auf einem Naturcamping, sind fast allein in diesem Wald und geniessen die Ruhe hier. Ein Rotkehlchen besucht uns ein paarmal, sitzt da auf einem Ast und schaut uns zu. In der Nacht plötzlich ein Donnergrollen und es beginnt zu regnen. Ich bin natürlich hellwach, und Martin verschläft das ganze Gewitter! Am Morgen ist der Wald in Nebel gehüllt und ich bekomme eine leise Ahnung, dass es jetzt wirklich langsam Herbst wird. Es ist ja auch schon September. Aber der Nebel lichtet sich langsam und als wir weiterfahren, lugt die Sonne schon zwischen den Wolken hervor.
In einem Dorf finden wir per Zufall einen grossen Fiets-Laden, der wirklich gute Sachen hat. Martin ersteht sich Armwärmer, die er zu einem T-shirt anziehen kann, endlich findet er auch eine Sonnenbrille mit auswechselbaren Gläsern, die ihm passt und nicht zu teuer ist. Ich finde eine Hose mit Rock drüber und ein paar Socken, alles 30-50% günstiger. Sie wollen jetzt die Ware loswerden, im Frühling kommt die neue Kollektion. Da haben wir ja einen richtigen Schnäppchen-Einkauf  gemacht.
Gemütlich radeln wir weiter, in einem Wald machen wir unsere Mittagspause und da hat es immer wieder Leute die vorbeifahren, ganze Schulklassen, wieder Gruppen von älteren Frauen, (ob die wohl ins Nachbardorf fahren um einen Kaffee zu trinken?), und eine Menge von älteren Paaren. Bei der Nächsten Nummer merken wir dass wir doch noch ein rechtes Stück fahren müssen, sogar noch durch eine grössere Ortschaft, und es ist nun schon 17Uhr geworden. Der Weg entpuppt sich sogar als ziemlich hügelig, abnormal für Holland. Aber wir kommen dann doch an, etwas nach 18 Uhr stehen wir auf vor der Türe von Elly und Dave und werden herzlich begrüsst. Es ist für uns fast wie ein Nachhause kommen. Sie sagen, es sei für sie, wie wenn Cousins zu Besuch gekommen wären. Das erwärmt unsere Herzen! Gemütlich sitzen wir zusammen, später holen sie vom Chinesen wunderbar feines Essen und wir haben alle viel zu viel gegessen als wir zu Bett gehen. Hier dürfen wir eine  grosse Pause machen, Elly lädt uns richtiggehend ein, solange wie wir nötig haben eine Rast zu machen. Sie wissen, wie es ist, unterwegs zu sein, sie waren schon mehrere Male längere Zeit unterwegs, in Amerika und in Asien.
img_0482-ferienAm Samstag ist eine grosse Feier angesagt, eine Erinnerung an 1944, als Tausende von allierten Fallschirmspringer hier landeten, um eine Brücke zu befreien, für die Truppen, die von Frankreich und Belgien herkamen. Aber das Ganze scheiterte, es gab Kämpfe und grosse Verluste auf allen Seiten. Der folgende Winter war dann sehr kalt und schwierig für die Menschen die hier lebten. Daran soll dieser Tag erinnern. Wir fahren zu den Feldern, wo damals die Fallschirmspringer landeten. Und sind nicht allein!
dsc_4263-ferienWir haben unsere Stühle mitgenommen, viele Leute kommen, die Fahrt hierher kommt mir fast vor wie ein Slow-up in der Schweiz, wenn wirklich viele Leute auf den gesperrten Strassen unterwegs sind. Aber hier ist das normal, vor allem an Wochenenden mit schönem Wetter gehen viele Leute auf ein Fährtchen mit dem Velo!dsc_4261-feriendsc_4299-ferien

dsc_4288-ferienEs ist sehr eindrücklich, als die alten Flieger über uns hinwegdonnern und die Fallschirmspringer ausspuckt,
dsc_4294-ferien dsc_4287-ferien dsc_4290-ferien6 Flugzeuge, die in drei grossen Runden immer wieder kommen und jedesmal springen wieder Fallschirme raus. Wie muss das sein für Menschen die damals hier lebten, wenn schon mir die Hühnerhaut über den Rücken kriecht?
Wir besuchen am nächsten Tag auch noch das Airborne-Museum in Osterbeck, das eine sehr interessante Ausstellung hat und uns viele Informationen liefern kann.
Die Woche ist gefüllt mit vielen Dingen, die schon lange anstanden: Waschen von allen Kleidern, inklusive die Regenkleider.img_1190-ferien Das Zelt mal richtig trocknen. Die Schlafsäcke und Daunenjacken haben es auch dringend nötig, wir bringen diese in eine Reinigung. Blog schreiben. Wieder einmal ein Buch lesen. img_1191-ferienViele interessante Informationen über Amerika sammeln. Im Internet surfen, bis der Akku leer ist, einfach so, weil es ein Internet hat. Blog schreiben. Andere Weltenbummler auf dem Rad, die irgendwo in der Welt unterwegs sind, wieder einmal verfolgen und schauen was mit ihnen alles geschehen ist. Blog schreiben. So langsam habe ich ihn aktualisiert, England ist fertig geschrieben. Planen, wie es weiter geht! Karten studieren. Routen studieren. Viele Gespräche mit Elly und Dave führen. Wein trinken, gut essen, kochen mit Backofen! 10 Kilo Äpfel verarbeiten zu Apple Crumble und anderen Desserts.
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Im Garten auf der Terrasse sitzen, die Sonne geniessen, nichts tun. Die Tage vergehen, wir kommen zur Ruhe, und die Pläne werden langsam konkret. Holland zeigt sich von der besten Seite, das Wetter ist stabil warm und sonnig! Wenn dieses Land etwas südlicher liegen würde, wäre es perfekt für uns!
img_1189-ferienAuf einer Fahrt in die Nachbarsstadt ist der Hebst sehr präsent, der Duft nach trockenen Blättern, die abgeernteten Felder, der Wagen voll mit bunten  Kürbissen, die zum Verkauf hier liegen, alles zeigt mir, es ist Herbst!
Zeit, um in den Süden zu „fliegen“! Wir werden zu Vögel, die sich versammeln, um in die Wärme zu ziehen, aber wir werden auf unseren Rädern fliegen!dsc_4014-ferien

Welcome in Holland

dsc_4243-welcome-in-hollandDie ersten Tage in einem neuen Land sind immer aufregend. Alles ist neu, anders und wir vergleichen mit dem Land in dem wir vorher waren. Hier ist einfach das Paradies! Wir haben gar nichts auszusetzen an Holland, alles gefällt uns sehr gut!img_1201-welcome-in-holland
dsc_4216-welcome-in-hollandimg_1177-welcome-in-hollandZuerst natürlich das super warme und sonnige Wetter, ohne Regenvorhersage! Und heisse 22-25 Grad, das ist wirklich Hochsommer, nach den durchschnittlich 15-18 Grad, die wir in den letzten 2 Monaten hatten. Es ist Mitte September!
Dann wieder das links Fahren, nachdem Martin die Spiegel gewechselt hat, geht das einige Stunden und ich habe mich wieder umgewöhnt, das ist einfach mehr im Blut als das rechts Fahren!
Das Fahren überhaupt: Die Wege sind super ausgeschildert, wenn man begriffen hat wie es geht! Begegnungen mit Autos gibt es selten, im Kreisverkehr haben die Fahrräder Vortritt, und das wird eingehalten. Die Autofahrer sind halt alle auch Fahrradfahrer!
Die Zeltplätze sind noch für Zeltler gemacht, und es hat auch noch Leute, die das Wochenende im Zelt verbringen. Wir lassen uns gleich in der Nähe von Ijmuiden auf einem Naturcamping im Wald nieder, und kommen einfach mal an. Machen am Nachmittag einen Ausflug ans Meer, durch die Dünen und liegen eine Weile in der Sonne. Das tut gut! Es hat hier aber auch einen scharfen Wind, der die Sandkörnchen in alle Ritzen bläst, deshalb verlassen wir nach 2 Stunden den Strand wieder. Wir wollen uns keinen Sonnenbrand holen!
dsc_4218-welcome-in-hollandimg_1178-welcome-in-hollandSo bleiben wir 3 Tage hier, bevor wir nach Amsterdam fahren, ohne vorher genau die Route studiert zu haben, sondern einfach den Wegweisern und Nummern nach, wir begreifen das System so langsam!
dsc_4220-welcome-in-holland dsc_4221-welcome-in-holland dsc_4222-welcome-in-holland dsc_4223-welcome-in-hollandIn der Stadt sind wir wieder beeindruckt von der Anzahl, und der Infrastruktur für Fahrräder. Die Parkhäuser sind einfach riesig!
img_1181-welcome-in-holland Das ist ein Bild für Jorge, einer unserer Freunde in Alicante!
Ich fühle mich schon etwas eingeschüchtert, erinnere mich an die ersten Tage in Kopenhagen, als ich mich kaum auf die Strasse wagte wegen der vielen, selbsbewussten und schnellen Fahrradfahrern.
Auf dem Campingin Amsterdam hat es einige Zelte mit jungen Leuten, gegen Abend kommen noch  ein paar dazu, unter anderem  2 Fahrradfahrer, die ihre Zelte in unserer Nähe aufstellen. Martin kommt mit ihnen ins Gespräch und wir verbringen viel Zeit zusammen, zeigen uns die verschiedenen wichtigen Sachen die wir dabeihaben. Und wir lernen auch noch Neues kennen! Rami hat eine Solarlampe dabei die aussieht wie eine CD. Super leicht und super Licht! Hamdi hat wie wir Stuhl, Tisch und eine umfangreiche Küche dabei. Er liebt es zu kochen, heute macht er Bulgur, und davon eine Extraportion, damit wir auch kosten können! Nach dem Essen sitzen wir noch etwas zusammen und plaudern bei einem Tee.
dsc_4229-welcome-in-hollandIn der Nacht muss ich dann dringend auf die Toilette, weil ich am Abend zuviel Tee getrunken habe. Als ich aus dem Zelt schlüpfe, liegt ein schwerer Duft über dem Feld.  Fast auf jedem Bänkli wird Marihuana geraucht, in der offenen Küche wird auch noch geschwatzt, mir wird fast schwindlig nur von dem kurzen Spaziergang. Zum Glück ist in unserem Zelt noch relativ neutraler Geruch und ich schliesse die Reissverschlüsse ganz gut, damit wir nicht eingeräuchert werden.
Am nächsten Morgen sind die Duschen auf unserem Feld geöffnet, gestern Abend waren sie noch geschlossen, und ich hatte reklamiert! Ha, es hat genützt denke ich ganz stolz. Aber weit gefehlt: Ein Stimmengewirr nähert sich und entpuppt sich als 4-5 Schulklassen, die in den hellbraunen Haus-Zelten Quartier beziehen! Es ist ein Lärm und Lachen- naja so geht es manchmal ruckzuck, und die Ruhe ist vorbei!
Das Frühstück machen wir gemeinsam mit unseren Nachbarn, wir helfen, ihre Resten zu essen, denn sie sind am Ende ihrer Reise. Sie werden am Nachmittag einen Bus Richtung Köln besteigen. Von den beiden erfahren wir, dass diese Fernbusse manchmal bei Voranmeldung Fahrräder mitnehmen. Gut zu wissen!
Als sie gepackt haben und losfahren wollen, bemerkt Hamdi, dass sein Fahrrad hinten einen platten Reifen hat! Also wieder abladen und einen neuen Schlauch montieren. Wir tauschen Adressen und Handynummern aus, wir werden uns sicher einmal wiedersehen!
dsc_4226-welcome-in-hollandWir besuchen die Stadt, fahren einfach der Nase nach, durch die Gassen, den Kanälen entlang. Irgendwo halten wir an, schauen in ein paar Läden rein, essen eine Kleinigkeit und machen dann eine grosse Rundfahrt, über zwei Brücken, durch verschiedene kleine, alte Quartiere mit hübschen Häuschen. Die Holländer brauchen definitiv wenig Platz zum Wohnen, so kommt es uns auf jeden Fall vor. Die Häuschen sind so klein, viele sind von Familien bewohnt.
dsc_4238-welcome-in-hollandDie verschiedenen Typen von Fahrrädern schauen wir uns genau an, da hat es Lastvelos, solche mit grossen Kisten vorne dran, oder Tandems, wo vorne ein Kind sitzt, oder viele mit zwei Kindersitzen, vorne und hinten, und nicht zu reden von all den verschiedenen Elektrobikes, es ist eine riesige Diversität. Und Martin findet in den Veloshops bis auf den Ersatzreifen alles, was er braucht für unsere Velos.dsc_4241-welcome-in-holland

 

letzte Tage in England

dsc_4117-letzte-tage-englandEinen Tag lang fahren wir wirklich fast immer der Küste entlang, an Schloss Bamburgh vorbei, und an anderern kleinen Dörfern und Städtchen. Die Sonne scheint und ein recht starker Gegenwind hält uns fit, denn es hat wirklich kaum Steigungen. Dafür geht es durch richtige Feldwege, durch Dünen und Wiesen mit Kühen, aber da es die letzten Tage trocken war kein Problem, wegen Pfützen oder Matsch.
dsc_4204-letzte-tage-england dsc_4113-letzte-tage-englandNach circa 40 Km hat es ein paar Campingplätze, die verteilt sind in der Gegend, auf so einem versuchen wir unser Glück, obwohl er dem Caravan und Campingclub angehört. Die Frau findet uns sogar im Computer, da wir irgendwo auch schon auf einem Clubmitglied gezeltet hatten, und so unsere Daten jetzt bei Ihnen gespeichert sind. Wir bekommen ein hübsches Plätzchen und geniessen die Wärme der Sonne, die uns noch ein bisschen verwöhnt. Nachts ziehen Wolken auf und bei grauem Himmel ziehen wir am nächsten Tag weiter. Es hat abgekühlt, und wirklich nach etwa einer Stunde beginnt es zu regnen. Unter einem Baum schlüpfen wir in unsere Regenkleider. Nach 20 Minuten warten beschliessen wir weiterzufahren. Aber es wird nicht besser und noch einmal halten wir an, damit wir auch die Gamaschen über die Schuhe anziehen können, bevor die Socken und Füsse auch nass sind. Plötzlich taucht aus dem Nichts ein Wanderer auf, auch er ist tropfnass. Er stellt sich zu uns unter den Baum und wir beginnen ein Gespräch, über das Wetter und dann über unsere und seine Reise. Er hat einen Wohnwagen, von da aus läuft er Tagesetappen und fährt mit dem Bus zurück. Nach einigen Tagen fährt er mit dem Wohnwagen weiter und macht dann wieder ein paar Tagesetappen zu Fuss. So läuft er seit Jahren alle Küsten von England ab. Auch das ist eine interessante Art zu Reisen.
dsc_4197-letzte-tage-englandDen Kühen macht der Regen überhaupt nichts aus, sie kennen nichts anderes!
Wir erreichen dann Warkworth, ein hübsches Städtchen, gerade hört es auf zu regnen, und wir verspüren grosse Lust, uns ein wenig aufzuwärmen bei einem Tee.dsc_4203-letzte-tage-england
Da werden wir aufmerksam auf ein Plakat vor einer Türe und ich gehe mal hinein, um zu sehen, wie wir das mit den Fahrrädern machen können. Das Lokal ist voll! Es hat sogar Leute die da stehen und auf Sitzplätze warten. Aber die Dame kommt schnell heran und zeigt uns das Innenhöfli, wo wir die Fahrräder hinstellen dürfen. Um dies zu bewerkstelligen, müssen wir durch zwei Türen und das halbe Restaurant. Aber das ist kein Problem, die Frau hält uns die Türen auf und komplimentiert die Wartenden zur Seite, damit wir durchkommen. Der Innenhof, wunderschön dekoriert mit Blumen, ist auch die Terrasse, wenn die Sonne scheint, auf alle Seiten geschützt vor dem ewigen Wind. Wir ziehen hier unsere nassen Kleider aus und hängen sie an unseren Rädern auf. In der kurzen Zeit verschwinden die Wolken langsam und eine wunderbar warme Sonne strahlt vom blauen Himmel und erwärmt uns. Es riecht aussergewöhnlich gut im Lokal und unsere Bäuche beschliessen, sich hier etwas einzuverleiben. Eine sehr gute Entscheidung! Wir essen herrlich und gar nicht so teuer ein wunderbares Mittagessen. Manchmal muss man sich etwas gönnen, oder?!
dsc_4200-letzte-tage-england dsc_4201-letzte-tage-englandAls wir aus dem Café herauskommen, haben sich die Wolken vollends verzogen und wir packen unsere Regensachen trocken ein. Aber der Wind hat aufgedreht, er bläst uns seitlich ins Gesicht. Aber wir sind gestärkt und fahren frohen Mutes südwärts.
Die Strecke wird heute etwas länger, Alle Plätze die wir abklappern, sind keine Zeltplätze mehr, sondern haben nur noch diese Plastikhäuser, und nennen sich Holiday-Park.
In Newbiggin by the sea hat es gleich drei solche und keiner hat ein Plätzchen für uns, es ist schon halb sechs und wir sind langsam müde und etwas zermürbt. Eine junge Frau an einer Reception hilft uns noch und telefoniert in der Gegend herum, aber auch sie wird nicht fündig. Also, jetzt gönnen wir uns halt ein B&B, und sie sucht uns einige Telefonnummern heraus, wo wir versuchen können. Wir sind zuversichtlich, es ist Donnerstag, Nebensaison, da wird es doch in diesem kleinen Küstenstädtchen ein Zimmer haben für uns.
Im “Old Ship” wollen wir es versuchen. Ich gehe rein, es ist ein Pub und ein paar Leute sitzen da. Ich frage die Frau ob sie auch B&B habe, und sie sagt zögernd: “I’m full I‘m afraid.” “Oh, No!” Ich muss ganz enttäuscht ausgesehen haben, denn sie erklärt mir lang und breit, dass in der Nähe eine grosse Baustelle sei und viele der Arbeiter in den B&B in der Umgebung untergebracht seien. Etwas ratlos stehe ich nun da, aber die Frau und ihre Tochter beginnen schon, herumzutelefonieren, ob irgendwo ein Zimmer frei ist. Aber heute ist nicht mehr Glück angesagt, alle sind ausgebucht, oder gerade noch in den Ferien….
Sie setzt sich an den Computer und sucht nach einem Hotel in der Nähe, aber das würde 75Pfund kosten, und steht etwa 6 Meilen ausserhalb der Stadt an einer  A-Strasse, nicht wirklich ein Deal, findet sie! Alle im Pub verfolgen interessiert die Geschichte, jemand meint wir könnten ja wild zelten in der Nähe im Wald. Ja, daran haben wir auch schon gedacht, aber es hat hier viel Industrie und Strassen und der ruhige Wald ist nicht gerade in der Nähe, wir sind an der windigen Küste.
Plötzlich meint sie, wir hätten ja unsere Matratzen dabei und Schlafsäcke, wir könnten sonst da im Restaurant hinten schlafen am Boden? Is this an option for you? Da wird es ganz ruhig im Pub, alle sind gespannt, was ich jetzt darauf sage. Ich bin ganz glücklich: oh yes, this is an option!!!!
Es gibt zwar keine Dusche, aber eine Toilette, und vor allem vier Wände und keinen Wind! Schnell informiere ich Martin über die glückliche Wendung in unserer misslichen Lage, er ist auch einverstanden mit dieser Lösung. Die Fahrräder kommen in das ehemalige Restaurant, das als Lagerraum genutzt wird für allerlei Möbel, und wir ziehen uns da um. Jetzt trinken wir mal einen Cider, dann gehen wir ins Städtchen und kaufen 2 Riesenportionen fish and chips, die wir auf einer Bank auf der Promenade verdrücken.
Nach einem langen Verdauungsspaziergang gehen wir zurück in den Pub, wo wir warten, dass die letzten Gäste das Lokal verlassen. Aber gerade heute sind ein paar Frauen da, die fast nicht aufhören können, einander alle ihre Geschichte zu erzählen. Um 23.20 endlich sind alle gegangen und wir können unser Nachtlager aufstellen, auf dem Boden in einer Ecke des Restaurants.
dsc_4207-letzte-tage-englandWir können recht gut schlafen trotz der Notbeleuchtung, die da immer brennt und der ungewohnten Situation.
Am nächsten Morgen erhalten wir noch ein Frühstück, wie wenn wir in einem der Zimmer übernachtet hätten und dafür will die Frau auch kein Geld! Wir könnten sogar duschen in einem der Zimmer, da die Arbeiter schon weg seien. Aber wir werden jetzt dann sowieso wieder schwitzen, wir duschen dann heute Abend. Irgendwo.
Schon seit Tagen sind wir nämlich dran, einen Host von Warmshower in Newcastle zu suchen, aber hier haben wir auch kein Glück, der erste antwortet nicht, der zweite kann leider nicht an diesem Wochenende und der dritte antwortet auch nicht, naja vielleicht heute Mittag? Wir werden dann noch einmal die Mails checken, ob er sich gemeldet hat. Denn, es gibt 40km rund um Newcastle keinen Zeltplatz mehr, der Zelte nimmt. Und wo sollen wir dann übernachten? Das Ticket für die Fähre wollen wir auf dem Weg in die Stadt am Hafen kaufen, der ist nämlich etwa 15 km vor der Stadt, und direkt an der Fahrradroute.
Die Karten von Christopher aus Bristol wollen wir noch zurückschicken, aber die Post von Newbiggin by the sea gibt es seit zwei Jahren nicht mehr! Es sieht aber aus als sei sie noch offen, nur ein kleiner Zettel an der Türe, den man kaum lesen kann, gibt Auskunft darüber, dass das Office geschlossen sei. Und im Dorf gibt es keinen Laden, der das Office integriert hat. Dann werden wir die Karten halt später schicken.
img_1170-letzte-tage-englandWir haben etwa 50 km Fahrt vor uns, die Küste ist jetzt dicht besiedelt, es hat Dörfer und kleine Städte, mal ist es felsig, mal hat es schöne sandige Buchten, mal Dünen, die mit Gras bewachsen sind, an denen wir vorbeiradeln. Der Fahrradweg ist hier mit den Fussgänger zusammen, wir sind froh, dass es so viel Wind hat, kaum jemand ist unterwegs, nur ein paar Hundefreunde sind draussen, die anderen haben sich verkrochen und warten auf windstillere Zeiten! Ob es die hier gibt?
dsc_4214-letzte-tage-england dsc_4213-letzte-tage-england dsc_4215-letzte-tage-englandDann erreichen wir die Flussmündung des Tweed, wo wir demnächst mit dem Schiff rausfahren werden. Als wir den Hafen erreichen, sehen wir, dass die Autos in die Fähre hineinfahren und mein Wunsch grad jetzt auch auf die Fähre zu fahren, wird riesig. Martin möchte lieber noch ein paar Tage hier bleiben, die Stadt anschauen, es etwas ruhig nehmen. Deshalb unsere Abmachung: wenn wir keine Antwort von dem Warmshower erhalten, ruft er bei einem Camping an, der etwa 15km südlich des Tweed liegt, der ev. Zelte nimmt. Dieser Moment ist jetzt gekommen. Er ruft vor dem Ticketoffice der Fähre an: Die wollen zuerst 27.50Pfund pro Nacht und eine Vorauszahlung mit Kreditkarte! Nachdem Martin etwas mit ihr argumentiert hat, ist der Preis auf 21Pfund gefallen und die Vorauszahlung erübrigt sich auch, wenn wir heute kommen.
Aber ich habe keine Lust mehr, ein so teurer Camping, der überhaupt nicht in der Stadt liegt, und hier die Fähre vor der Nase, in knapp 2 Stunden legt sie ab- ich möchte mit diesem Schiff wegfahren, das spüre ich ganz genau.
Martin kennt mich sehr gut und nach kurzem Zögern willigt er ein, jetzt ein Ticket für heute zu kaufen, wenn es noch welche hat! Wir wissen etwa, wieviel die Überfahrt kostet, wir haben im Internet geschaut. Der Preis liegt jetzt bei 205 Pfund, für uns beide und die Fahrräder, am Montag wäre es etwas günstiger, 175. Aber was soll‘s?
Schon nach kurzer Zeit stehen wir bei der Ticketkontrolle an und rollen dann Richtung Schiff, dessen offener Bauch uns einlädt, mitzufahren.
img_1171-letzte-tage-englandNach der heissen Dusche machen wir es uns in unserer Kabine gemütlich.
img_1173-letzte-tage-england Nach einem Spaziergang durch das Schiff wissen wir, dass hier alles viel teurer ist, als auf der anderen Fähre von Spanien nach England, und wir durchforsten unsere Taschen nach allem was zu essen ist, und bringen ein feines Abendessen zustande, auch ohne zu kochen.
img_0468-letzte-tage-englandWir haben auch noch ein Joghurt für das Müesli am Morgen, nur den Kaffee kaufen wir uns an der Bar und trinken in draussen, bei der Einfahrt in den Hafen von Ijmuiden.img_0471-letzte-tage-england

Das ist ein etwas abruptes Ende unserer England-Tour. Wir haben Schottland nicht wirklich erreicht. Wir haben gemerkt, dass wir, oder jedenfalls ich, nicht so Regen- und Windfest sind, um monatelang so herumzufahren und zu zelten.
Die Zeltplatzsuche wurde am Schluss fast zum Albtraum. Der Wind ging uns auf die Nerven! Die Manschen aber waren durchgehend nett und wir haben viele interessante Leute kennengelernt. Es ist eine Erfahrung, die wir nicht missen möchten. Und: Schottland bleibt auf unserer Wunsch- Liste. Irgendwann einmal werden wir diesen Teil der Insel auch noch besuchen.

 

Holy Island

dsc_4122-holy-islandHier haben wir abgemacht, per E-Mail und Sms. Unsere Freunde waren fast 5 Wochen in Schottland unterwegs und jetzt, auf der Rückfahrt nach Newcastle, zur Fähre, wollen wir uns wiedersehen! Das letzte Mal haben wir uns im Mai in Lissabon gesehen!
Die Tage mit Susanne und Rolf werden sehr gemütlich! Das Wetter macht auch recht gut mit, die Sonne scheint, es ist warm, nur der Wind,….
dsc_4129-holy-islandDer Camping auf der Farm „Barn at Beal“ liegt schön mit Aussicht auf Holy Island und das Meer. Die Stimmungen sind dementsprechend schön und der eine Sonnenuntergang unvergesslich.
dsc_4140-holy-island dsc_4147-holy-island dsc_4150-holy-islanddsc_4159-holy-islandWir wandern an einem Tag hinüber zur Insel, bei Ebbe ist das möglich, wandern in den Dünen und dem Meer entlang. Wir sehen eine junge Robbe, die gestrandet ist, und lesen später, dass Mütter ihre Jungen manchmal hierher bringen um Futter zu suchen. Bei der Rückkehr liegt sie dann auf der anderen Seite des Kanals und abends, als die Flut da ist, ist sie weg. Leider wurde hier nicht so sehr an die Wanderer gedacht und der Verkehr zieht stellenweise in Kolonnen an uns vorbei, auf dem schmalen, nassen und mit grossen Pfützen versehenen Strässchen. (Klar, auch die Autofahrer wollen nicht bis zur nächsten Ebbe warten)
dsc_4130-holy-island dsc_4138-holy-island dsc_4133-holy-island dsc_4139-holy-islandEin anderer Ausflug geht zum Burg Bamburgh, die imposant am Meer liegt, das Dorf ist ziemlich touristisch orientiert, ein Restaurant nach dem anderen, aber wir finden dann doch einen Metzger und einen kleinen Laden, wo wir unsere Einkäufe fürs Abendessen machen können.
dsc_4180-holy-island dsc_4167-holy-island dsc_4183-holy-island dsc_4184-holy-islandDas Kochen wird dann zu einer ziemlichen Herausforderung, da der Wind auffrischt und mit seinen Böen genau auf die Flammen des Kochers zielt, die dementsprechend geschützt werden müssen. Zum Glück können wir hinter der Hecke, geschützt vom Wind, unser Essen und die Aussicht geniessen!
dsc_4128-holy-island dsc_4162-holy-islandDie beiden fahren nun weiter, zurück in die Schweiz, wir fahren auch weiter, wollen auch die fähre nehmen, aber einige Tage später. Die Route „Coast and Castles“, die wir seit Berwick fahren, ist sehr schön und wir wollen diese gemütlich zu Ende bringen.

Wieder an die Ostküste

dsc_4061-scottish-borderIn Jedburgh kaufen wir ein und Martin besorgt sich in einer Apotheke ein Mittel gegen den Husten, der ihn immer mehr plagt. Er erhält ein Kombi Mittel, das „Day and Night Nurse“ heisst. Mal schauen, ob das etwas nützt.
Abends schlüpft er früh in den Schlafsack, es fröstelt ihn, sicher hat er Fieber! Aber er nimmt noch die erste Tablette, und schon nach etwa einer halben Stunde hustet er nicht mehr, kann die ganze Nacht gut schlafen –und ich auch! Am Morgen sind wir beide erstaunt wie das Zeug gewirkt hat! Etwas unheimlich diese Medizin, aber er nimmt sie weiter und es geht ihm sehr gut.
dsc_4055-scottish-border img_1141-scottish-border  img_0455-scottish-borderimg_0457-scottish-borderWir haben die Strecke schon etwas kürzer geplant, Wetter und Gesunheitsbedingt, in Melrose ist unsere nächste Station. Das ist auch ein hübsches Städtchen, unser Platz ist gerade neben der Schule, wo wir am Morgen die Ankunft der Kinder miterleben können. Ich bin also gar nicht eifersüchtig auf die Lehrerinnen, eher das Gegenteil. dsc_4065-scottish-border
dsc_4067-scottish-border img_1145-scottish-borderMartins Gesundheit ist wieder hergestellt, obschon er nicht die ganze Ration genommen hat, ist er wieder voll auf dem Damm.
dsc_4112-scottish-borderDie Fahrt an die Küste wird zur RÜCKENWINDFAHRT! Den ganzen Tag fahren wir in schnellem Tempo ostwärts bis Berwick-upon-Tweed.
Hier dürfen wir zum Glück auf einem Plastik-Häuschen-Camping unser Zelt unter einem grossen Baum aufstellen. Einen Abend haben wir sogar Gesellschaft von einem Radfahrer, der von Newcastle her gekommen ist.dsc_4081-scottish-border
dsc_4087-scottish-border dsc_4090-scottish-border dsc_4102-scottish-border
Beim Spaziergang durch die Stadt, geraten wir in ein Beer und Foodfestival, wo aber auch gesungen und getanzt wird. Diese Frauen beeindrucken uns sehr!
dsc_4105-scottish-borderDer Küste entlang fahren wir nun südwärts, Richtung Newcastle. Der kleine Abstecher nach Schottland hat uns sehr gefallen, hat uns aber auch gezeigt, dass wir vielleicht auf eine andere Art und Weise in diesem Land reisen müssen. Die Schwankungen des Wetters haben das Ihre dazu beigetragen. Wir haben langsam genug von diesem Wetter, haben das Gefühl, dass wir gar keinen Sommer hatten. Deshalb jetzt Südwärts. Aber mit Unterbrüchen, ein besonderes Treffen steht uns nämlich bevor!dsc_4108-scottish-borderdsc_4116-scottish-border

Scottish Border

dsc_4036-ivDer letzte Ort vor der Grenze ist Kielder, sehr bekannt bei allen Engländern, weil es an einem grossen Stausee liegt, der grösste Wald von England hier steht, ein Observatorium für Sterne befindet sich in den Hügeln, das Besichtigungen und nächtliche Führungen anbietet und ein beliebtes Ferien- und Ausflugsziel ist. Es hat aber nur noch etwa 100 Bewohner, da die Lebensgrundlage der Bewohner, die Holzfäller-Industrie, heute maschinell betrieben wird. Wo es früher noch hunderte von Männern benötigte, ist heute eine einzige Maschine, die von einem Mann bedient wird, viel effizienter.
In Kielder selber hat es ein paar bewohnte und viele Ferien-Häuser, einen einfachen Camping, einen Pub (bei dem die Campierer und Ausflügler essen) , ein ehemaliges Jagdschloss von einem Lord, das man besichtigen könnte, und einen kleinen Laden, der aber am Dienstagnachmittag geschlossen hat , als wir ankommen. Kein Telefonnetz auf dem Camping, dafür aber ein bisschen Wifi, über das wir kurz Kontakt mit unseren Kindern haben.
img_1134-ivDer Campingwart erklärt uns das mit den Midges, den Mücken von Schottland,  so genau, dass wir uns ein Headnet kaufen. Man weiss nie, wann der Wind zusammenbricht! und die Midges uns attackieren! (der Wind bricht ja nie zusammen, seit wir in England sind windet es immer, wir wissen schon bald nicht mehr wie es ist ohne Wind!)
Hier lernen wir einen Schotten kennen, der schon als Kind hierhergekommen ist, und immer wieder kommt, zum Velofahren und Mountainbiken, da es ihm hier so gut gefällt. Beim Abendessen sitzen wir zusammen, Martin hilft ihm mit seinem Kocher, der heute gerade nicht so richtig brennen will, und er offeriert uns ein Bier, das wir gerne annehmen zu unserem Reserve-Menu, das wir heute kochen müssen, weil der Laden geschlossen war. In der Nacht beginnt es zu regnen, wiri frühstücken wieder einmal im Zelt, und packen unser Zeug alles im Zelt ein, bis der Regen  aufhört und wir auch die nasse Haut einpacken können.
Martin hüstelt seit zwei Tagen, die kalte Nacht hat ihm nicht so gut getan. Auch mich kratzt der Hals, aber der nächste Tag ist sehr anstrengend, ich kille mit meiner Hitze alle Käfer, die mich krank machen wollen. Es ist eine fast ganztägige Fahrt ohne durch ein Dorf zu kommen, wir sind in Schottland angekommen! „Scottish Borders“ heisst es hier, es hat viele Hügel, Wald und natürlich viele Schafe!  Sicher mehr als Menschen! Einfach wunderschön, trotz Wind, ab und zu Regen und Hügel aufwärts.
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Jetzt geht es Richtung schottische Grenze

dsc_3959-ivWir verlassen Stockton-on-Tee Richtung Durham, ein Städtchen, das  wir besuchen wollen. Die Fahrt geht flott, es ist wieder ein ungenutztes Eisenbahntrassee, es ist sogar eine Internationale Route von Eurovelo, Nr.12, aber es hat kaum andere Velofahrer.
Durham ist ein schönes Städtchen, mit einer riesigen Kathedrale und einem Schloss daneben, mitten auf dem Hügel! In die Stadt zu kommen gestaltet sich etwas schwierig, da eine Umleitung besteht, der Weg entlang dem Ufer des Flusses ist geschlossen. Später erfahren wir, dass der Fluss den Weg weggespült hat und schon seit zwei Jahren nicht mehr genutzt werden kann. Und man noch keine Lösung gefunden hat!
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Wir müssen deshalb einer Hauptstrasse entlang, dann über eine Fussgängerbrücke und ziemlich steil den Hügel runter, um ins Zentrum zu kommen. Hier machen wir eine Pause, suchen die Tourist-Information auf, um Infos über die Campings in der Umgebung zu erhalten. (wir wollen nicht vor geschlossenen Türen stehen!). Wir erhalten  drei Adressen mit Telefonnummer, und Martin ruft an. Der am Fluss unten, beim Ruderclub, nur ein Kilometer entfernt, nimmt keine Zelte! Der Zweite, etwa 3Kilometer ausserhalb der Stadt ist ein Caravan-Club, der will 27,5 Pfund! Sie seien halt ein Club, deshalb! Keine Reduktionen für ein kleines Zelt! Der Dritte ist 7Kilometer auf einer A-Strasse, Strawberry-Hill-Campsite, wirklich ein stotziger Hill, und hier bezahlen wir dann auch 22 Pfund! Der mann dort kann mir eine Erklärung geben, warum viele Zeltplätze keine Zelte nehmen: Da seien Gruppen von jungen Männern gekommen, Freitagabend, mit viel Bier im Gepäck, die hätten dann die anderen Gäste gestört und vielleicht auch noch Toiletten verunreinigt oder sogar zerstört. Das mag ja eine Erklärung sein,  aber deshalb gerade alle Zeltler abzuweisen? Nun, hier sind zwei Familien auf dem Feld und wir stören einander gar nicht!
dsc_3970-ivdsc_3979-ivAm nächsten Tag ist wunderbares Sommerwetter. Noch einmal müssen wir durch das Städtchen, vom Zentrum aus ist die Route auch geschlossen, aber ein Mann von der Stadtverwaltung hilft uns. Er zeigt mir den Weg auf meiner Offline-Karte. Etwas später, wir sind gerade an einer Kreuzung, steht er wieder da, mit dem Auto, zeigt uns, wie es weiter geht! dsc_3960-ivWir sind voll erfreut über solche Hilfe, und er begleitet uns, bis er mit dem Auto nicht mehr weiter kann, da es auf dem Eisenbahntrassee weitergeht! Hier ist die Fahrt  ist schön und gemütlich, langsam geht’s hinauf, und dann, wie überall, auf der anderen Seite wieder in ein anderes Tal hinunter.
Unterwegs haben wir viele Gespräche: mit einem jungem Velofahrer aus Durham, mit einem Polizist, der in voller Montur zu Fuss auf dem Weg unterwegs ist und mit einem älterem Velofahrer, der ein „Gap-Year“ macht, welches schon 4,5 Jahre dauert!!!
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Auf dem nächsten Zeltplatz stehen wir neben einer rauschenden Kläranlage, die ein Düftchen hat, das man lieber ignoriert! Hier hatten wir eigentlich reserviert für die Bank-Holidays, aber da wir nun schon am Mittwoch da sind, „cancele“ ich diese Reservation, das die Dame nicht so gerne hat, da ich ja keine Vorauszahlung gemacht habe und sie jetzt Geld verliert. Dass sie andere Leute abweisen musste, glaube ich kaum, unser Platz ist ja wirklich nicht gerade das Gelbe vom Ei, wo man drei Ferientage verbringen möchte!!!
dsc_4001-ivDann geht es wieder im Regen weiter, in der Nacht hat es angefangen. Wir fahren jetzt auf der „Hadrians Cycle-route“, da könnten wir gerade wieder an die Westküste radeln. Aber wir wollen nicht so weit, am Nachmittag wird es noch viel mehr regnen und wieder Wind haben.
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Diese Bilder zeigen wieder einmal, wie wir unsere Fotos machen. Seit einiger Zeit haben wir das Problem, dass unser Stativ nicht mehr funktioniert. Wir müssen nun immer einen Pfosten oder etwas suchen, wo wir die Kamera draufstellen können.
Wir campieren in einem alten Park, auch der hier ist eigentlich nur für Caravan-Club Mitglieder, mit all diesen Plastik-Häuschen, es hat aber eine Wiese wo man Zelte aufstellen kann, einem schönem Unterstand mit Bänken und Tischen, die ganz praktisch sind wenn es regnet. Das Huhn besucht uns ab und zu, erhofft sich wohl ein Körnchen von uns.
dsc_3996-iv dsc_3994-ivWir erreichen  am Freitag Bellingham wo wir die Bank Holidays verbringen wollen, ruhig und friedlich, mit einigen  Läden und ohne Strassenkampf.
img_1124-iv dsc_4007-ivimg_1131-ivAm Samstag findet hier ein Country Show Festival statt, deshalb ist der Camping voller Zelte und Leute. Aber wir haben auch reserviert und dürfen uns niederlassen. Ich freue mich auf die paar Tage mit Schreiben, Lesen, Schlafen und  Leuten reden. Leider hat es wieder mal kein Wifi, und kaum Telefonnetz, also keine Möglichkeiten, Mails oder einige Whatsapps mit Fotos zu versenden.
Es ist nämlich so: Hier in England gibt es ausser dem 3G, das Datentransporte übers Telefonnetz erlaubt und  wunderbar funktioniert, so etwas, das sich GPRS nennt, furchtbar langsam ist und kaum ein Whatsapp verschicken geschweige denn die Wetter-App oder eine Webseite öffnen kann!
dsc_4008-ivWir richten uns gemütlich ein und bald haben wir zwei Nachbarn, Wanderer, die unterwegs sind auf dem Pennine-Walk. Der Abend wird lang und immer kälter, der Himmel ist ganz klar und wir sehen alle Sterne! Sogar die Milchstrasse! In der Nacht muss ich mir zuerst den Faserpelz um den Bauch wickeln und dann auch noch in die Daunenjacke schlüpfen, es ist sooo kalt! Auch Martin muss die Daunenjacke in den Schlafsack packen, da er kalte Füsse hat.
dsc_4017-ivDer nächste Tag ist schön, wir spazieren durch das Dorf und dann zur Wiese auf welcher das Country-Festival stattfindet. Da sind Stände wo man essen kaufen kann und als wir ankommen ist gerade grosse Pause. Da wir kein Programm erhalten was denn noch geboten wird, verzichten wir, die 14 Pfund Eintritt zu bezahlen, und spazieren wieder zurück.
In der Nacht beginnt es stark zu regnen, und wir beeilen uns nicht, aufzustehen. Aber wir staunen nicht schlecht als wir dann endlich den Reissverschluss öffnen: mindestens die Hälfte der Zelte sind weg! Und vorne bei den Abfallkübeln stapeln sich Berge von Zeltstoffen. Da haben es sich einige ganz einfach gemacht und ihr nasses Zelt einfach entsorgt! Anstatt es nach Hause zu nehmen und zu trocknen. Man kann ja nächstes Jahr wieder ein neues Zelt kaufen im Supermarkt, das ist einfacher! Diese Mentalität gefällt uns gar nicht. Martin spricht noch mit dem Bauern und der bestätigt, dass es jedes Jahr am Festival solche Leute gibt, die alle ihre Sachen da lassen. Er könne da nichts machen. Auf einem anderen Camping habe ich gelesen: Please don’t leave your tent and camping material at the campsite, und ich dachte das sei ein Witz!
dsc_4013-ivAm Nachmittag wird es wärmer, aber der Himmel wird nicht mehr so klar und kalt wie in der ersten Nacht. Da sind wir aber froh, es ist schliesslich noch August!
dsc_4030-ivAm Montag verlassen die Letzten Zelte den Platz, und wir sind mit einem Wanderer die einzigen, die noch eine Nacht hier bleiben.

Von York nach Stockton-on-Tee

dsc_3922-nach-stocktonEs ist zwar schlechtes Wetter angesagt: Regen und viel Wind, mit Böen bis 80km/h, wir werden trotzdem weiterfahren, es kommt erst am Mittag, sagen die Wettervorhersagen! Naja, so gegen 11Uhr hat es uns dann erreicht und giesst und nieselt. Wir versuchen, in Thirsk, einem kleinen Städtchen, ein B&B zu ergattern. Tropfnass stehen wir in der Tourist-Information und erhalten grosse Hilfe: Die Dame telefoniert herum, bis sie für uns ein Haus gefunden hat! Wir sind sehr froh für ihre Hilfe, da hier ein Meeting einer Kirche stattfindet und über 1000 Besucher erwartet werden, die natürlich alle irgendwo unterkommen müssen, entsprechend ist die Stadt ausgebucht.
Wir fahren also zum Longacre B&B, wo wir freundlich empfangen werden. Die Velos dürfen in die Schreinerei hinter dem Haus ins Trockene und wir haben ein hübsches Zimmer mit Blick auf den Garten. Eine Früchteschale, ein Wasserkocher, Tee, Kaffee und sogar zwei Stück Kuchen warten da auf uns! Wir machen uns einen Tee und wärmen uns auf! Abends lädt uns die Frau ein, sie zu begleiten, da sie ihre Vögel füttern wird. Sie hat ein Waisenhaus für Uhus und Eulen, erzählt uns die Geschichten der Tiere und warum sie bei ihr sind. Daneben hat sie auch noch eine Menge Hühner allerlei Arten, grosse und kleine und in allen Farben. Die etwa 300 Eier  pro Tag verkauft sie vor der Haustüre, und hat nie welche übrig! Es gibt auch welche zum Frühstück, für die Gäste, die das möchten. (Martin verzichtet!)
Abends gehen wir essen, da wir ja nicht so gut im Zimmer kochen können, und ich suche uns ein indisches Restaurant aus, was sich als eine sehr gute Wahl entpuppt! Wir speisen gediegen, und, um nicht in Trübsal zu verfallen wegen der Kosten, erklären wir das Essen zu meinem etwas verspäteten Geburtstagsessen! (wir überschreiten natürlich unser Budget massiv, wenn wir in einem B&B logieren und gediegen essen gehen!)
Das Unwetter am nächsten Tag lassen wir im Zimmer vorüberziehen, wir haben ja Tee und Früchte, und ich kann fast den ganzen Tag am Blog arbeiten, und einen Beitrag aufschalten.
Wenn es regnet haben wir beide wenig Lust Fotos zu machen, deshalb haben wir hier kaum Bildmaterial, ausser den Uhus und Eulen.
dsc_3907-ach-dieser-regen dsc_3913-ach-dieser-regendsc_3910-ach-dieser-regen Und am Tag der Weiterfahrt ist es wieder viel schöner!
dsc_3921-ach-dieser-regenVon Ian, unserem Nachbarn haben wir erfahren, dass seine Schwester ganz in der Nähe wohnt und per Whatsapp können wir zusammen Kontakt aufnehmen. Wir machen ab, uns bei einem Camping zu treffen, aber am Abend vorher finde ich mit Internet und Google-Maps heraus, dass es den gar nicht mehr gibt! Aber es hat einen anderen, und den steuern wir an. Als wir ankommen, sagt die Frau, dass sie eigentlich keine Zelte nehmen, aber da wir mit den Fahrrädern da sind und kein anderer Zeltplatz weit und breit ist, dürften wir da bleiben, sie werde uns etwas verstecken, damit wir nicht gesehen werden. Ob 10Pfund recht seien? Wir verstehen nicht, warum diese Plätze keine Zelte mehr nehmen! Ist es wegen Lizenzen? Oder zu wenig lukrativ? Oder????
Wir stellen unser Zelt hinter dem Springbrunnen und den hohen Gräsern auf, und freuen uns auf das Treffen mit Judith und Eric.
Wir gehen zusammen essen in Yarms, einem Städtchen, das ein wenig aussieht wie Aarberg, und richtig viele Beizlis hat. Es ist schön, die beiden kennen zu lernen, als sie vor ein paar Jahren in der Schweiz waren hatten wir uns nur kurz gesehen.
Sie laden uns ein, den nächsten Tag mit Ihnen zu verbringen, gemeinsam an die Küste zu fahren, „fish and chips“ zu essen, und dann bei Ihnen zu übernachten. Gerne nehmen wir ihre Einladung an. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir dieses typisch englische „Gericht“ noch nie gegessen haben, seit wir in England sind!
Am nächsten Morgen regnet es wieder in Strömen, aber gegen 10 Uhr soll es aufhören. Wir packen alles im Zelt zusammen, und wirklich, kurz vor 10 hört es auf. Wir packen das Zelt zusammen und fahren los, es sind nur 14km bis zu ihrem Haus. Aber dann beginnt es wieder, wir werden nass, die ausgewählte Strecke ist nicht schlecht, aber auch nicht so gut, eine kleine Strasse auf der Karte ist unterdessen zu einem Autobahn-Zubringer geworden, mit entsprechend viel Verkehr. Aber dann geht es durch den Wald, wo wir uns wieder durch nette Hindernisse zwängen müssen. Eine Frau, die mit ihren zwei kleinen Töchtern unterwegs ist, meint nur, ja das verstehe niemand, und dann werde erwartet, dass mehr Leute Fahrrad fahren!
dsc_3925-ach-dieser-regenTropfnass kommen wir  bei Judith und Eric an, breiten die nassen Sachen  in der Garage aus, beim Kaffee führen wir unsere Gespräche weiter. Als es aufhört zu regnen, fahren wir  an die Küste nach Saltburn, als wir ankommen ist es schon sommerlich warm, der Himmel wird immer blauer und die Sonne scheint sommerlich warm!
Die „fish and chips“ schmecken wundervoll!  Wir fahren mit einem uralten Bähnli nach oben, das mit Wassertanks funktioniert. (dem oberen Bähnli wird das Wasser in den Tank gegossen bis es schwerer ist als das untere, und so wieder runter fährt.)
dsc_3935-nach-stockton dsc_3938-blog dsc_3941-nach-stockton dsc_3943-nach-stocktonJudith will uns dann noch die Transporter-Bridge zeigen, eigentlich eine Gondel, die auch schon sehr lange hier steht. Ein Wahrzeichen für die Stahlindustrie, die mal hier war.dsc_3948-besuch-in-stockton
Der Garten von Judith und Eric  gefällt mir sehr gut , er ist ein bisschen wild, hat lauschige Plätzchen und Pergolas, einfach sehr schön! Wir sitzen lange beim Ofen im Garten in dem Eric ein Feuer angezündet hat. Später brätelt er Lammchops, die wir mit Salat und einem Glas Wein geniessen!
dsc_3954-nach-stockton dsc_3958-nach-stocktonHerzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft! Wir freuen uns, wenn wir uns irgendwo wieder einmal treffen! Ich nehme viele Inspirationen mit für ein windstilles Plätzchen im Garten, wo man abends am Feuer sitzen kann, auch wenn  ein kalter Wind bläst!img_1139-nach-stockton

 

Way of Roses

DSC_3807 Way of RosesNun fahren wir in die Yorkshire Dales, da hat es Schafe, viele, viele Schafe! Und es hat wieder Hügel! Wir fahren auf der Cycleroute „Way of Roses“, Richtung Osten. Und die nächsten Tage mit Rückenwind, das Wetter, das heisst der Wind,  kommt fast immer von Westen!DSC_3793 Way of Roses DSC_3804 Way of RosesJa das Wetter, das ist einfach nicht zu übersehen, das nimmt uns immer wieder in seine Zangen. Da nützt es nichts, dass die Wettervorhersage 50% ansagt und wir haben dann 100% den ganzen Tag!
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Nach 50km sind wir tropfnass bis auf die Haut, kommen an bei einer Jugendherberge, wo ich mir eigentlich ein Zimmer erhoffe. Aber da laufen die Vorbereitungen für ein internationales Amateur Höhlenforscher-Meeting, das am nächsten Tag beginnt, es werden 1000Besucher, Übernachter erwartet. Wir dürfen gerade noch zelten, aber bitte morgen um 10Uhr weg sein! Nein, sie sind nicht unfreundlich, aber ich wäre gern ein wenig in einem Zimmer drin gewesen! Wir können uns in einem Trockenraum umziehen und alle nassen Sachen aufhängen, es hat sogar ein warmes Gebläse. Fast eine Stunde bleiben wir in diesem Raum, wärmen uns auf und dann hat der Regen sogar aufgehört und wir können unsere Routine starten. Ich schlafe in dieser Nacht sehr gut! So gut dass wir zum ersten Mal verschlafen! Erst um 8.40Uhr erwacht Martin. Aber wir haben unser Zelt weggeräumt, als der Traktor mit Zaun -Elementen kommt.
DSC_3803 Way of RosesDer Way of Roses stellt sich als sehr anspruchsvoll heraus, schon jetzt bin ich dran, andere, weniger steile Wege und Strassen zu suchen. Es ist eher ein Weg für Fahrer ohne Gepäck, sicher nicht für uns. Ich mag einfach nicht auf der Hälfte des Weges das Velo schieben, weil es einfach zu steil ist. Wir fahren nach Settle, hier ist der Camping auch ausgebucht, weil ja eben das Meeting ist. Wir versuchen es mit einer kurzfristigen telefonischen Anfrage bei einem Warmshower Gastgeber und haben sehr viel Glück, er ist zuhause,  und wir dürfen eine Nacht in seinem Haus verbringen. (Es regnet ja noch immer!) Da wir so kurzfristig kommen, dürfen wir einfach seine Küche benützen und kochen, seine Partnerin macht eine Pizza. So sitzen wir zusammen und tauschen unsere Erfahrungen aus. Die beiden sind Tandem-Tourenfahrer, solche haben wir ja auch schon kennengelernt.
Ich habe eine schöne Route gefunden, die weniger steile Abschnitte hat, aber doch auch anstrengend ist, aber wenigstens muss ich das Velo nicht stossen. Ab und zu regnet es nicht und in einem kleinen Städtchen gönnen wir uns ein zweites, englisches Frühstück.
DSC_3800 Way of Roses  IMG_1087 IVDie Stimmungen sind wunderbar, sicher ist da auch das feuchte Wetter schuld dran.
IMG_0443 IV  DSC_3825 1Jeder Tag wird wieder etwas besser, blauer Himmel zeigt sich, die Fahrt ist einfach wunderschön! Bis dann aber bei einer Steigung plötzlich der Pneu von Martins Hinterrad einen komischen Laut von sich gibt: pfffff. Das heisst, Schlauch wechseln, oder vielleicht sogar den Pneu? DSC_3819 Way of RosesDSC_3829 Way of RosesDer ist nämlich schon ziemlich abgefahren, und wirklich, da ist ein grosser Riss im Pneu, der Gummi ist am zerbröseln. Also muss der Ersatz-Pneu ans Rad. (Martin hat ihn nun die ganze Zeit mitgeschleppt, damit wir dann in dem Moment einen haben, wenn wir ihn brauchen!) Wir haben ein gutes Plätzchen zum Arbeiten, und der Reifen ist recht schnell gewechselt und aufgepumpt. Weiter geht’s dann durch diese prächtige Landschaft. Bei der nächsten Tankstelle werden wir noch auf die 4,5Bar, die er braucht, nachpumpen, und unsere Benzin-Flasche zum Kochen nachfüllen.
IMG_1102 IVIn Pateley Bridge sind wir ganz nahe der Stadt, haben gutes Wifi, das wir ausgiebig nützen, und geniessen einen wunderschönen, warmen 15. August! IMG_1103 IV
Die Weiterfahrt zu den Brimham Rocks geht dann auch wieder recht steil hoch, aber, auch mit 56Jahren auf dem Buckel kann ich noch den Stutz hochfahren, wenn er nicht zu steil wird!
Die Aussicht ist wundervoll, die Felsen eindrücklich.IMG_1112 Way of RosesDSC_3851 Way of Roses
DSC_3820 Way of RosesBeim Campen haben wir das Gefühl in einem Zoo für Rinder gelandet zu sein! Wir werden ausgiebig besichtigt. Im Pub im Dorf essen wir Fisch, ein gutes Essen. Und spazieren in der Kühle des Abends,  aber bei schön blauem Himmel, zurück. Am Morgen sind die Zaungäste wieder da, es ist lustig wie neugierig diese Tiere sind.DSC_3874 Way of Roses
Etwas ausserhalb von York erwarten uns Rob und seine Frau Ann, Warmshower Gastgeber. Wir finden sogar das Haus im Dorf, obschon es keine Nummer hat!
Wieder werden wir verwöhnt, ein schönes Zimmer mit eigenem Bad! Ich schlafe gerne im Zelt auf meinem Mätteli, aber so ein komfortables, gutes Bett ist halt doch nicht zu verachten! Ihr Garten ist sehr gross, sie haben viel Gemüse, von dem wir abends, frisch geerntet, essen! Der Sommer ist da, wir können abends draussen im Garten sitzen.
DSC_3884 Way of Roses1 Auf dem Weg nach York fahren wir über die Pferderennbahn, am Nachmittag können wir nicht mehr hier durch, da ein Rennen stattfindet! Die Besucher sind schon am Eintrudeln, und wir staunen: Die Damen sind sehr festlich gekleidet, haben sogar ein Federhütchen im Haar, die Herren im Anzug! Es sei Ladys Day, erfahren wir später in der Stadt. In einem Veloshop möchte Martin einen neuen Ersatz-Pneu kaufen. Aber sie haben die gesuchte Marke nicht.
DSC_3896 Way of RosesDSC_3842 Way of Roses
Auch seine Sonnenbrille wird bald einmal zerbröseln, ein Bügel ist schon abgebrochen, aber es gefällt ihm keine. So fahren wir in die Stadt, schlendern durch die Fussgängerzone zum Minster, dann über ein Stück der City Wall, trinken Kaffee in einer  umfunktionierten Kirche. Wir versuchen beide, irgendetwas in der Stadt wieder zu erkennen, da wir doch mit den Kindern auch mal da waren, vor vielleicht 12 Jahren. Es ist vergebene Liebesmühe, das Programm damals waren die Wikinger, und die besuchen wir heute nicht.
DSC_3887 Way of RosesIn “Bettys” esse man sehr gut, hat uns jemand erklärt, aber als wir die Schlange sehen, vergeht uns der Hunger grad! Da wollen ja alle gut essen gehen! Bettys ist ein Traditionshaus, gegründet vor über 100 Jahren von einem Schweizer! Deshalb könnte man auch Älpler-Magronen und Rösti bestellen. Naja, das essen wir dann wieder in der Schweiz! DSC_3901 Way of RosesDie Rückkehr aus der Stadt dem Fluss entlang, dann über kleine Strässchen bis zur A 59, die wir über 2 Kilometer fahren müssen. Diese A-Strassen sind extrem stressig für uns zum Fahren, es hat so viel und so schnellen Verkehr, da kann man sich gar nicht sicher fühlen! Aber wir haben wieder Glück, Es hat einen Mähdrescher auf der Gegenfahrbahn und auf unserer einen Traktor, die Autos müssen langsam fahren und wir verschwinden so schnell wie möglich wieder auf dem nächsten Nebensträsschen! Geschafft!
DSC_3883 Way of RosesAb York verlassen wir den Way of Roses und richten uns wieder gegen Norden, nicht der Küste entlang, sondern durch das Tal des Flusses York, westlich des Yorkshire-Moor Naturparks.

Wie weiter? – Nordwärts!

DSC_3701 wie weiterLustige Namen, wie Kington, Knighton, Bishopscatle, Foxholes, …Die fantasievollen Namen gefallen mir, es entstehen ganze Geschichten in meinem Kopf, wie diese Orte entstanden sind.
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In Foxholes habe ich endlich wieder einmal gutes Wifi, der beste Empfang ist in der Toilette!
Hier erleben wir eine ganz ausserordentlich schöne Abendstimmung, ein Lichtblick nach zwei Tagen grauschwarzer, schnell dahinziehender Wolken, die sich immer mal wieder entleerten. Der Spaziergang durch das Haferfeld endet zwar mit einem Regenguss, wir sind aber schon entsprechend angezogen. Meine Stimmung hat schon ein wenig gekippt, Sommer, wo bleibst du? Aber dieser Abend rettet mich!IMG_1067 wie weiter DSC_3719 wie weiterEine Wortspielerei: Wie würdet ihr Shrewsbury aussprechen? Jaja, lacht nur, ich habe genau gehört, dass es auch die Engländer manchmal nicht genau wissen!DSC_3729 wie weiter
Wir fahren wieder bei besserem Wetter nordwärts, erleben einen Super-Luxus Camping, schon beim hineinfahren denke ich, hier fahren wir gleich wieder raus! Der Rasen ist fein säuberlich dem Zaun und der Hecke entlang gemäht, sicher kein einziges Kleeblatt dazwischen! Fast erwarte ich ein Schloss oder einen Golfpark nach der Kurve, aber es ist ein Camping! Die Dame an der Reception ist sehr freundlich: Der Camping sei zwar ein wenig teuer, 27£, leider sei zwar ausgebucht, aber wenn wir keinen richtigen Pitch brauchen würden, ohne Elektrizität auskommen? Und in cash bezahlen, 10£, ja, dann hätten sie schon ein Plätzchen für uns. Etwas versteckt hinter dem Haus, aber auf demselben schönen Rasen. Ja, was wollen wir noch mehr? Die Duschräume sind de luxe, wir verwöhnen uns mit einer  warmen, (nicht feurig heissen), funktionierenden  und sauberen Dusche! Und 10 Pfund sind  fast geschenkt! (Normalerweise bezahlen wir 14-17 £ pro Nacht.) Hier haben wir keinen Kontakt zu den anderen Gästen, wir sind nur zwei „arme“ Velofahrer, aber der Gärtner ist sehr interessiert an uns.
DSC_3726 wie weiterDie Gegend verändert sich, es ist flacher geworden und die saftigen grünen Weiden mit Rindern und Schafen, die immer ganz neugierig herschauen, wechseln zu weiten Weizenfeldern, die schon goldgelb leuchten. Der Sommer ist wieder ein wenig zu uns gekommen. DSC_3683 wie weiter
DSC_3734 wie weiter  Der letzte Hügel, bevor wir Richtung Liverpool schauen können, hat eine Überraschung für uns: Martin hat Lust auf einen Kaffee und ich sehe die Tafel, die auf ein Café hinweist, versteckt hinter einer Kochschule. Das muss ja gut sein, denke ich, aber es stellt sich heraus, dass es hier eine Anlage für „Mountain-Boarders“ hat, die in etwa so aussieht wie bei uns im Winter ein Snowpark!   Geführt wird sie von ein paar Jungs, die ganz gemütlich und lässig gerade den Tag beginnen. Wir werden sehr freundlich begrüsst, erhalten einen Kaffee und bekommen alles genau erklärt. Da trainiert der englische Meister der Mountain-Skateboarder und sein Sohn, der ist auch schon auf dem Weg zum Meister. Da haben wir wieder etwas Neues kennengelernt!
Bei unserem nächsten Warmshower Gastgeber erhalten wir ein luxuriöses Zimmer: wie im Hotel mit eigenem Bad! Auch mit dem Essen werden wir verwöhnt, Martin und Liz kochen einen sehr feinen Risotto. Die Zeit vergeht wie im Flug, Neben den Gesprächen über unsere Reisen mit dem Velo läuft gerade das Velorennen der Olympiade in Brasilien, das wir gespannt verfolgen! Die guten Tipps für die Fahrt nach Liverpool und vor allem durch die Stadt, nehmen wir gerne mit!
DSC_3751 wie weiterNach kurzer Fahrt setzen wir mit der Fähre über in diese grosse Stadt. Wir schaffen es in die Fussgängerzone, wo es viel Foodstalls hat. Es ist zwar noch relativ früh für ein Mittagessen, aber die Düfte gluschten mich und wir geniessen einen heissen  Kartoffel- Wurst-Speck- Auflauf! Die Menge einer Portion reicht gut für uns beide. Das fällt uns auf: die Menschen hungern hier nicht, eher umgekehrt, viele sind übergewichtig, auch junge Leute!
Auf einem stillgelegten Eisenbahntrassee, begegnen wir einem Paar auf Fahrrädern, er mit einem Dreirad-Liegevelo! Wir kommen ins Gespräch und plaudern etwa eine halbe Stunde mit Ihnen! Spontan erhalten wir von ihnen die Email -Adresse, falls wir wieder mal in Spanien sind und in ihrem Haus wohnen möchten!
Etwas ausserhalb von Liverpool haben sich die Veloweg-Macher einen üblen Streich erlaubt: Auf der Route, die von der West- zur Ostküste führt, die nur in mehreren Tagen gefahren werden kann, wo also auch bepackte Fahrräder durchkommen, vielleicht solche wie wir, steht dieses Tor:IMG_1081 IVOmskirk ist ein kleines Städchen, das uns gefällt, und hat erst noch einen Camping der Zelte nimmt. Wir müssen wieder mal einen Tag Pause machen. Am Abend beginnt es zu regnen und der Wind frischt ziemlich auf. Da es keinen geschützten Raum hat, wo wir wind- und regengeschützt kochen könnten, essen wir kalt. Zum Glück haben wir gerade unsere Vorräte aufgestockt und geniessen Thon, Mais, Oliven mit Brot, und sogar eine Flasche Wein hat Martin gekauft. Das ist nämlich hier in England nicht mehr immer der Fall, da der Wein doch das Budget deutlich mehr belastet als in Spanien.
Am nächsten Tag, es windet noch ist aber sonnig, fahren wir in das Städtchen, nachdem ich einen Beitrag für den Blog erstellt habe. Wir haben wieder Glück, in Ormskirk hat es einen „Wetherspoon- Pub“, (eine Kette von Pubs im ganzen Land verteilt) die haben ein gutes Menu und gutes Gratis-Wifi! Die Velos dürfen sogar mit in die Beiz und nach dem Essen schreibe und übertrage ich alles was sein muss!DSC_3767 wie weiter DSC_3768 wie weiterDie nächste Kanalfahrt wird zur Tortur, der Weg ist zwar als Veloweg bezeichnet, wurde aber sicher schon seit Monaten nicht mehr gemäht, Nesseln und Brombeeren streifen uns auf dem schmalen Streifen zwischen Hecke und Wasser, Tempo ist fast gleich null! Er gefällt uns trotzdem!
Nach dem Einkauf in einem der besten Läden, die Martin bis jetzt angetroffen hat (Booths), gehts noch ein paar Kilometer weiter zu einem Camping, der sich als Caravan-Park herausstellt, gar keine Toiletten und Duschen hat, sondern nur diese Plastik-Häuschen, die ganze Saisons vermietet, oder verkauft sind. Es hat aber einen anderen, der auch Zelte nimmt, ganz in der Nähe, sagt uns der Mann. Also weiter, ein Stück auf einer stark befahrenen A-Strasse, aber dann weg, über einen Hügel, wo wir doch noch unser Zelt aufschlagen können.DSC_3702 wie weiter DSC_3741 wie weiterDa geschieht abends Folgendes:
Die Wasserhahnen in England sind meistens getrennt, keine Mischbatterien, wie wir sie in der Schweiz fast überall haben. Eine Seite also ganz heiss, die andere kalt. Dazu sind es meistens so Druckknöpfe, auf die man drücken muss, dann fliesst eine bestimmte Menge Wasser heraus, egal ob man es braucht oder nicht. Auf den Campings hat es viele, die nicht mehr so gut funktionieren, da kommt das Wasser dann oben oder auf der Seite raus, oder wenn man am Knopf zieht,, stellt das Wasser wieder ab. Abgesehen davon, wieviel Wasser vergeudet wird, ist das Händewaschen mit lauwarmem Wasser unmöglich, man kann zwar beide Hahnen zusammen drücken, dann die Hände hin und herschwenken, aufpassen nicht zu lange unter dem Heissen bleiben, einseifen und das ganze Prozedere noch einmal! Auch die Duschen haben ihre Tücken, und bei den meisten kann man gar nichts einstellen, einfach einen Knopf zum Drücken und wenn man Glück hat kommt Wasser! Und nach einer gewissen Zeit kommt‘s so heiss, dass man weg muss.
Zurück zur Geschichte: Es ist schon dunkel, wir gehen Abwaschen, und da  will Martin Wasser sparen, zieht am Knopf des heissen Wasserhahns als das Becken voll ist, und da kommt dieser plötzlich in hohem Bogen geflogen, zusammen mit einem heissen Wasserstrahl, der sich über uns und den ganzen Boden des Abwaschraumes ergiesst. Nach dem ersten Schreck bekomme ich einen Lachanfall, von dem ich mich fast nicht mehr erholen kann! Zum Glück stellt nach einer gewissen Menge Wasser der Hahn von selber ab und wir müssen nicht notfallmässsig den Camping Guard holen. Der See am Boden kann bis morgen alleine trocknen.
DSC_3777 wie weiterWir sehen ein sehr spannendes Strassenschild, das uns nach genauerem Studium erlaubt, auch ohne Call über die Schienen zu fahren.
Nach den paar sonnigen Tagen stehen uns wieder einige Regengüsse bevor, aber in Lancaster wollen wir noch Kaffee trinken und eventuell unsere Nachrichten per Wifi verschicken. Ein Velofahrer schickt uns  zum Schloss, dort habe es ein schönes Kaffee, er bedenkt aber nicht, dass der Fussweg für uns etwas zu steil ist und am Schluss noch 4 Treppenstufen sind! Wir schaffen es trotzdem, (wieder mit Abladen von Taschen und der Hilfe von einem Spaziergänger)!  Martin ärgert sich, aber der Kaffee im Schloss ist wirklich gut und die Szenerie auch. (und das Wifi auch)! Es beginnt zu nieseln und wir machen, dass wir zum Camping kommen. Da stellen wir das Zelt auf, das Innenzelt nur im hinteren Teil, so dass wir noch etwas mehr Platz haben für die Stühle und den Tisch. So sitzen wir im Trockenen, lesen, Martin macht ein Nachmittagsschläfchen und draussen giesst es aus Kübeln.
Aber gegen Abend wird es wieder zum Nieselregen und wir können mit Hilfe von zwei Steinplatten als Windschutz, doch noch unser Abendessen kochen! Und es dann mit einer Flasche Wein geniessen.DSC_3789 wie weiter DSC_3792 wie weiter
An einem Wochenende treffen wir auf einige Camper, die uns ein Bild wert sind:DSC_3737 wie weiter DSC_3736 wie weiter

Wales

DSC_3698 WalesDem Fluss Avon entlang, der übrigens eindrucksvoll Ebbe und Flut anzeigt, sogar noch mehrere Kilometer im Landesinnern, fahren wir Richtung Wales. DSC_3610 Auf nach Wales DSC_3613 Auf naach Wales
Zwei grosse Brücken gilt es zu überqueren, beide haben einen Fahrradweg neben der vielbefahrenen Strasse! Da kommen uns andere Brücken in anderen Ländern den Sinn,…DSC_3628 Auf nach Wales
Die Zweite über den Severn, eigentlich eher ein Meeresarm, ist etwa 1,5 Kilometer lang, der Wind kommt hart von der Seite, zum Glück regnet es nicht!
DSC_3633 Auf nach WalesDer Regen begleitet uns nun öfters, es ist aber nur so ein Nieselregen, man sieht ihn kommen, und wir müssen uns immer wieder entscheiden: Regenjacke anziehen, und nass werden vom Schweiss, oder nass werden von Regen? Irgendwo unter einen Baum stehen, da der Schauer in 10 Minuten schon wieder vorbei ist?DSC_3629 Auf nach Wales

Wir haben geplant, endlich wieder einmal wild zu zelten, das Wye-Valley sieht auf meiner Karte nicht sehr bewohnt aus, hat viel Wald. An einem verfallenen Kloster machen wir einen kurzen Halt, jetzt sind wir in Wales angekommen: Alles ist in beiden Sprachen angeschrieben, wir nehmen an, dass walisisch richtig schwierig ist, zum Sprechen!
DSC_3635 Auf nach Wales DSC_3636 IV DSC_3634 Auf nach WalesWie überall an solchen Orten hat es hier Tourismus, einige Restaurant und leider sogar zwei Hotels. Zu viele Leute, die hier noch abends spazieren gehen könnten und uns entdecken würden, wir fahren weiter.
Das Valley ist wie eine weite Schlucht, auf der einen Seite der Strasse geht’s bergauf und auf der anderen runter, kein Weg weit und breit, der uns von der Strasse wegführen würde. Wenn es eine flache Stelle hat, steht da schon ein oder mehrere Häuser, oder die Wiese ist abgezäunt, am verriegelten Tor hängt ein Plakat: Privat Property, no entry! Einmal geht ein Weg steil hinauf, Martin steigt hoch, im Wald hätte es ein Plätzchen, aber da steht in Sichtweite ein Haus, zwar ist niemand da, aber ich fühle mich nicht wohl, deshalb fahren wir weiter, zuletzt bis nach Monmouth, wo mitten im Städtchen ein kleiner Camping ist. Eigentlich ist er schon voll, aber es ist schon 19 Uhr und wir dürfen unser Zelt zwischen die Bungalows stellen! (Radfahrer-Bonus!)
DSC_3677 WalesDann lernen wir Wales kennen, es hat Hügel, einen nach dem anderen, kaum mehr eine kurze Strecke zum sich ausruhen! Wenn ich keuchend oben ankomme, sehe ich schon nach der nächsten Abfahrt die nächste Steigung!
IMG_0433 WalesDSC_3688 Wales DSC_3714 Wales Und die sind meistens steil hoch, ohne sanfte Kurven, so wie wir das doch aus der Schweiz kennen. Deshalb kann ich die Abfahrten auch nicht geniessen, denn die sind auch steil und die Bremsen werden extrem gebraucht. Wenn dann die Hände und der Lenker nass sind vom Regen, wird das etwas unangenehm. Die Tages-Kilometer werden so natürlich kürzer, wir haben ja auf dem Camping immer noch viel zu tun mit Zelt aufstellen, Duschen, Kochen, und Gespräche mit den neuen Nachbarn führen.DSC_3673 WalesDSC_3709 Wales IMG_1064 IV DSC_3711 Wales
Einmal können wir bei einem Warmshower-Paar kurzfristig unterkommen, (am Morgen die Anfrage gemacht, am Mittag schon die Einladung erhalten!) Es will die ganze Nacht regnen. Die Zeit bei Ihnen vergeht im Fluge, sie sind erfahrene Tourenfahrer, und wir tauschen viele Erlebnisse und Know-how über Material und Fahrräder aus. Gute Tipps für unsere Weiterreise: zu meiner Freude hat es auch hier einen Kanal, dem man entlang fahren kann, bis nach Brecon, unserem nächsten Ziel. Diese Kanal-Fahrt wird zu einem Highllight, die Inspirationen, die ich bei Phil erhalten habe, wirken in mir und ich muss immer wieder Fotos machen!DSC_3665 Wales DSC_3655 Wales DSC_3648 Wales DSC_3669 Wales DSC_3660 Wales
In Brecon sind die „Brecon Beacons“ zu sehen, eine markante Bergkette in einem  grossem Nationalpark. Es hat viele Wanderer unterwegs, die Wege sind aber nicht geeignet für uns.
Das Aussprechen dieses Namens wird zu einer Herausforderung: „breiken beiken“, „briken beiken“ oder wie genau??? Ah, the „Brekn Biikens“  wäre ungefähr richtig, irgendwie kommt mir die Übersetzung von „Speck“  bei der Aussprache immer in die Quere.
DSC_3671 WalesWir haben Glück und sehen die Spitzen am nächsten Tag vor unserer Weiterfahrt doch noch.
Liebe Schweizerfreunde, es sind natürlich nicht so hohe Berge wie bei uns, aber gerade weil es sonst kaum Berge hat hier, sind sie bemerkenswert hoch. Wir haben uns entschieden, doch nicht zu tief in Wales einzudringen, wir wollen nordwärts – Martin möchte gerne nach Schottland, und der Weg ist noch weit. So fahren wir der östlichen Grenze von Wales entlang, bis wir irgendwann, unbemerkt, wieder in England sind. Diese Grenzen sind fliessend, es sieht überall  ähnlich schön aus!DSC_3651 Wales DSC_3692 Wales DSC_3699 Wales IMG_0440 Wales DSC_3706 WalesDSC_3715 Wales

Bristol

DSC_3618 BristolUm nach Bristol zu gelangen, machen wir eine Kanalfahrt, das heisst: ein Tag lang einem Kanal entlang fahren! Er wurde mal gebaut, um Waren zu transportieren. Bristol war lange eine der grössten Hafenstädte an der Westküste von England, mit dementsprechend vielen Waren, die im ganzen Land verteilt werden mussten. Was zu jener Zeit übers Wasser einfacher ging als über Land. Heute, nach der Wiederherstellung, wird er zu touristischen Zwecken genutzt, es hat viele lange schmale Boote, der Kanal ist auch sehr schmal. Einige sehen sehr hübsch aus, die werden vermutlich den ganzen Sommer über bewohnt, mit Blumen- und Gemüsebeeten auf dem Dach.IMG_1050 Bistol DSC_3606 Bristol DSC_3601 Bristol
IMG_1051 BristolAndere sind Mietboote, auf denen man ein Wochenende oder Ferien verbringen kann.
Dieser Kanal geht übrigens von Bristol bis in die Nähe von London! Es hat im Norden noch mehr solche Kanäle, vielleicht hat es noch mehr, an denen man mit dem Fahrrad entlangfahren kann.
In der Stadt kommen wir bei Warmshower unter, zwei verschiedene, da wir einiges zu erledigen haben, und die ersten Gastgeber uns nur zwei Nächte beherbergen können, da sie an einem Festival als Freiwillige arbeiten gehen.
Die Stadt ist uns sehr sympathisch, vor allem rund um den Hafen ist es sehr gemütlich, und wir sind froh, dass wir etwas länger hier bleiben können. DSC_3626 Bristol IMG_1058 Bristol
IMG_1060 BristolWir brauchen Spezial-Öl für unsere Rohloff Getriebe, das der Veloshop „Roll for the Soul“ bestellen muss.
Ich brauche ein neues Mätteli, das alte hat angefangen Buckel zu bekommen und wir wissen nicht, wann ihm die Luft nicht mehr bleibt. (das möchte ich nicht testen, eine Nacht ohne Luft im Mätteli!
Wir besuchen verschiedene Outdoorläden, bis wir uns für ein Thermarest-Mätteli entscheiden, ultraklein und leicht, aber doch bequem!
In Bristol ist auch der Hauptsitz von „Sustrans“, die Organisation, die alle Fahrrad-Routen in England gesucht,  zusammengestellt, Karten aus Papier gemacht, und sie auch ins Internet gestellt hat! Wir erhoffen uns viele Infos, leider haben sie gerade umgebaut und der Kartenshop ist nicht geöffnet. Wir werden in einen Buchladen geschickt, der aber nicht die ganze Auswahl und Info hat, die wir wollten. Dann IMG_1043 Bristolmachen wir halt selber weiter! Unsere Gastgeber haben Infos und können uns gute Routen zeigen, uns sogar zwei Karten mitgeben. Ich habe auf meiner Offline Karte die nötigen Höhenkurven, um abzuschätzen, ob ich diese Strecken und Steigungen auch machen möchte!

Sommer! – Sommer?

DSC_3663 Sommer, SommerNach den paar Hitzetagen fahren wir bei etwas kühlerem Wetter weiter, über kleine Nebensträsschen, die leider alle von 2-3 Meter hohen Hecken gesäumt sind, so dass wir keine Chance haben, die Gegend anzuschauen. Es kommt uns manchmal vor, wie in einem Tunnel zu fahren, ab und zu hat es ein Gatter, wo wir einen Blick erhaschen auf das umliegende Land.
DSC_3638 Sommer, Sommer IMG_0427 Sommer, SommerHügelig, voller Hecken mitten durch die Felder, grün und noch grüner, ab und zu ein gelber Fleck in der Landschaft, ein abgeerntetes Weizenfeld. Die Dörfer kommen mir oft mittelalterlich vor, mit Stroh oder Schiefer gedeckt, die Gärtchen vor den Häusern schön mit Blumen geschmückt  und die englischen Rasen wecken in Martin Erinnerungen an unseren Garten in Burgdorf, wo der Rasen eher eine (schöne) Unkrautwiese war.
Die Markierungen der Routen lassen uns oft viel Interpretations-Spielraum zu!DSC_3536 Sommer, Sommer DSC_3642 Sommer, Sommer
Ab und zu begegnen wir wieder einem Schloss, von denen hat es wie Sand am Meer!
DSC_3598 Sommer, Sommer IMG_1047 Sommer, SommerDie Sommersaison hat endgültig begonnen, schon zum zweiten Mal müssen wir weiter, weil ein Camping ausgebucht ist ab Freitagabend. Den Bonus, als Radfahrer anzukommen und sicher ein Plätzchen zu bekommen, wollen wir nicht zu sehr in Anspruch nehmen, wir sind sicher nicht die einzigen. Bis jetzt haben wir zwar noch keine anderen Tourenfahrer  getroffen.
Apropos Farmcampings: Der Standard ist sehr verschieden, meistens ein gemähtes Feld, mal hat es nur kaltes Wasser am Feldrand und eine Chemie-Toilette (eine Plasticbox, die an Festivals zum Einsatz kommen), die, nett ausgedrückt, schon bessere Tage gesehen hat. Andere haben hübsche Häuschen, mit allem was man zum campieren braucht, manchmal muss man für heisses Wasser in der Dusche bezahlen, manchmal nicht. Meistens sind sie ruhig und abgelegen, kein Laden weit und breit.DSC_3567 Sommer, Sommer
Wir kaufen deshalb immer vorher in einem Dorf ein und haben immer sehr gutes Essen und Trinken  dabei, oder wir verpflegen uns unterwegs mit den einschlägigen Sandwiches!DSC_3600 Sommer, SommerIMG_1064 IV IMG_1056 IV IMG_1049 Sommer, Sommer
Trotzdem gefällt es uns, es hat viele Zelte, viele Familien, abends glühen Feuer in Schalen vor den Zelten und es wird gegrillt, gequalmt und viel gelacht.
Die Begegnungen mit den Menschen beginnen meistens mit: „Ihr habt aber viel Gepäck!“ Neugierig und freundlich, meistens aber kurz, beschränkt auf das woher und wohin, wie lange und wieviel Kilometer, dann „Enjoy“ und „Take Care“!DSC_3545 Sommer, Sommer

ein Wiedersehen!

DSC_3541 WiedersehenWir freuen uns sehr, Debbie und Steve wieder zu sehen! Wir haben uns kennengelernt in Oliva, letztes Jahr auf dem Camping, da waren sie unsere Nachbarn, mit ihrem Wohnwagen, der seit mehr als 2 Jahre ihr zuhause ist. Dank Debbie habe ich angefangen, Whatsapp zu benutzen und schätze dies sehr!
DSC_3570 WiedersehenDSC_3573 DebbieDebbie lässt uns ihre „Waschmaschine“ benutzen, wir verbringen schöne und für England ausserordentlich heisse Tage zusammen.
DSC_3576 WiedersehenIMG_1038 Wiedersehen DSC_3547 Wiedersehen DSC_3550 Debbie DSC_3557 Debbie DSC_3560 WiedersehenAusflug zu einem Flugfeld in der Nähe von Shaftesbury, hier ist reges Treiben im Gange, da hat es neue und alte Modelle, die in die Luft gehen. Steve und Debbie waren beide Piloten, bauten sogar selber ein Flugzeug zusammen. Sie haben viel zu erzählen über diese Zeit. Wir geniessen das Wetter und das Zusammensein sehr!
DSC_3537 1 Wiedersehen IMG_1039 WiedersehenDSC_3538 WiedersehenWir besuchen Salisbury, Old sarum, eine ehemalige Festung der Kelten und später der  Römer, und die schönste Kathedrale Englands steht hier!DSC_3590 Wiedersehen
DSC_3592 Wiedersehen  DSC_3589 Wiedersehen DSC_3588 Wiedersehen
Die Kathedrale ist ein sehr schöner heller Bau, leuchtet wunderbar im Licht der Abendsonne.
Mit Steve können wir unsere Weiterreise in England planen, er kennt die schönen Plätzchen in England, weiss, was wir nicht unbedingt sehen müssen! (Die Region rund um Manchester, Liverpool und Leeds sollten wir besser weitläufig umfahren.)
So gut beraten verabschieden wir uns von unseren Freunden! Auf Wiedersehen! Irgendwo auf dieser Welt werden wir uns sicher wieder begegnen!
IMG_1040 Wiedersehen  DSC_3594 Wiedersehen
Wir ziehen wieder los, Richtung Norden, Bristol und Wales.DSC_3545 Wiedersehen

Erste Tage im United Kingdom

DSC_3525 Erste Tage in UKAn den Linksverkehr müssen wir uns gewöhnen, und daran, dass unsere Rückspiegel jetzt rechts sind. Das ist anstrengend, die Autofahrer sind zwar sehr anständig, aber doch nicht ganz so respektvoll, wie die Spanier waren. Es gibt welche, die noch schnell überholen und dann ganz zackig an den Rand ausweichen müssen, wo Martin sogar mal anhalten muss, um nicht rausgedrückt zu werden.
Der Nationalpark „New Forest“ ist unser erstes Ziel, in den 2 Tagen haben wir schon einige sehr schöne Begegnungen mit den Menschen hier! Das hätten wir nicht erwartet, dass wir auch hier Aufsehen erregen mit unserem Gepäck auf den Rädern.
IMG_1024 Erste TageIMG_1025 Erste Tage in UK DSC_3498 Erste Tage in UKIm New Forest, staunen wir nicht schlecht: da stehen „wilde“ Ponies auf und neben der Fahrbahn, grasen oder spazieren über die Strasse. (Sie gehören schon jemandem, dürfen sich aber frei im Gelände bewegen).
DSC_3486 Erste Tage in UK DSC_3499 Erste Tage in UK DSC_3510 Erste Tage in UKIMG_1035 Erste Tage in UKAuf die Strasse ist immer wieder gross 40 gemalt, aber die Autos fahren viel schneller und wir denken uns, dass es sicher viele Unfälle gibt mit diesen Tieren. Es dünkt uns auch, dass es ziemlich viel Verkehr hat für einen Nationalpark, erst später merken wir, das sind 40 Meilen und nicht km/h (also etwa 60 km/h!).
Wir finden zweimal einen Zeltplatz, wo man seine eigene Toilette mitbringen muss! Naja, wir schleppen ja schon viele Sachen mit, aber eine Toilette? (würde eine Schaufel wohl auch als Toilette gelten???)
DSC_3504 Erste Tage in UKAuf einem Bauernhof, der Farmcamping anbietet, finden wir dann eine Wiese und eine Toilette die wir benützen können. Absolut basic, keine Dusche, dafür Natur und Ponies rund um die Wiese.
Internet können wir hier vergessen, sowieso finden wir kaum mehr Wifi, wir sind wohl die einzigen ohne Abo, ja überhaupt, wir sind die einzigen ausländischen Touristen. Geht denn eigentlich niemand nach England in die Ferien?
Dafür gibt es Free Wifi in Bibliotheken oder Pubs, die müssen aber offen sein, und sind selten in der Nähe des Campings.
DSC_3516 Erste Tage in UK   Wie der Name sagt, ist der „New Forest“ ein Wald, dessen Bäume nicht neu, sondern schon ziemlich alt sind. In einem Wald-Camping, der 600 Plätze hat, und  kein Zelt sollte näher als 6 Meter zum Nächsten stehen! suchen wir uns ein schönes Plätzchen, ruhig und allein zwischen den Bäumen. Wir werden noch gewarnt von einer Frau, dass die Ponies und Eichhörnchen recht zutraulich seien, und wir das Essen gut versorgen sollten. Schon während dem Aufbauen sehen wir einige Eichhörnchen durch die Gegend streifen, unter ein einsames Zelt verschwinden und auf der anderen Seite wieder hervorkommen. Die Ponies kommen gegen Abend, in kleinen Gruppen, auch hier hat es ganz Freche, die sogar versuchen, einen Plastiksack aufzureissen, da muss etwas ganz Verführerisches drin sein?!
DSC_3528 Erste Tage in UKDSC_3521 Erste Tage in UKKaum haben wir unser Zelt fertig aufgestellt, bekommen wir Nachbarn. Es ist eine Familie mit zwei kleinen Buben, ihre Freunde sind auch dabei, alle kommen aus Südafrika, wohnen aber schon längere Zeit in England.  Wir kommen ins Gespräch, und am zweiten Abend sitzen wir lange mit Ihnen zusammen, so lange, bis die Park-Guards kommen, und uns ermahnen, nun doch Stille einkehren zu lassen!  Die Nacht wird kurz, die Buben sind noch nicht im Ferienmodus und haben um 5 Uhr morgens Tagwache! Zeltwände sind leider nicht so schall-isoliert.
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Auf unseren Ausflügen durch den Wald besuchen wir Lyndhurst, Ein Dorf, das man besuchen muss, weil es so lovely ist. Aber wir verlassen nach dem Besuch der Hauptstrasse den Ort wieder, mitten durch die schönste Strasse wälzt sich der Verkehr, es hat viel zu wenig Parkplätze, die Autos fahren mehrmals hin und her, was alles noch schlimmer macht. (5 Hauptstrassen treffen sich in der Mitte des Dorfes) Es hat nicht einmal einen Zebrastreifen und viele Fussgänger stehen am Rand und versuchen vergeblich, die Strasse zu überqueren. Kennen die Engländer die Fussgängerzonen nicht? Oder eine Umfahrungsstrasse, die das Zentrum entlasten würde? (Wir erfahren einige Tage später, dass viele geplante Umfahrungen von Dörfern in den letzten Jahren aus Geldmangel nicht realisiert wurden.)
DSC_3527 1 Erste Tage in UKUns gefällt die Rundfahrt durch den uralten Wald viel besser, da stehen riesige alte Bäume, da staunen wir!
Den Camping müssen wir am Samstag verlassen, er ist ausgebucht! 600 Plätze voll! Da staunen wir wieder. Wer nur ein bisschen kann, verlässt am Wochenende die Stadt und sein Heim, um zu zelten!
Während wir übers Land weiterfahren, kommen wir an Schlössern vorbei, alte, imposante Gebäude, viele könnten besichtigt werden.
DSC_3513 Erste Tage in UK
IMG_1045 erste TageWir nehmen an, dass  diese Häuser viel Geld verschlingen und die Besitzer deshalb ihre Häuser zum Teil öffnen, um den Unterhalt zu finanzieren. Einige sind Hotels oder B&B’s, andere haben einen schönen Garten zum Besichtigen, andere vermieten Nebengebäude an Künstler, oder sie werden zum Yoga- und Meditationscenter, eines hat sogar einen Safari-Park auf dem Gelände. Sicher werden wir im Laufe unserer Reise noch andere Nutzungsarten dieser alten ehrwürdigen Gebäude kennenlernen.DSC_3511 Erste Tage in UKDer erste “english cup of Tea”!

Überfahrt

IMG_0406 ÜberfahrtNoch ein letztes spanisches Mittagessen, dann geht’s an den Hafen, mit ein paar Motorrädern, vielen Campern und Wohnwagen warten wir am Check-in, der falsch geschriebene Namen war überhaupt kein Problem. Sowieso ist hier ausser ein paar Fahrzeugen der Guardia Civil nichts zu spüren von Grenze, keine Kontrollen der Fahrzeuge oder des Gepäcks. Heile Welt!
IMG_0408 Überfahrt IMG_0409 Überfahrt IMG_0999 Überfahrt IMG_1002 Überfahrt
Mit den Motorradfahrern  dürfen wir als erste an Bord, sie fahren auf der Rampe hoch, wir müssen zu Fuss gehen und die vollbepackten Velos stossen! Aus Sicherheitsgründen!
IMG_1005 ÜberfahrtEin Security-Mann werde unsere Velos sichern, und wirklich, da kommt einer und bindet die Velos mit einem Strick an einem Geländer fest, knapp hinter einer Wand, aber draussen. Martin sichert seine Taschen noch zusätzlich (wir nehmen ja nur zwei Taschen in die Kabine) und schliesst sie mit unseren Schlössern ab. Während der Überfahrt darf niemand zu den Fahrzeugen, deshalb lassen wir alles da, was wir nicht brauchen.
Gebucht hat Martin 2 Plätze in einer 4er-Kabine, ich hoffe, dass unsere Mitfahrer nicht schnarchen werden. Dann die Überraschung: wir sind zwar in einer 4er-Kabine, allein!! Mit Bullauge und Blick aufs Meer, hei, richtig luxuriös! Wir richten uns in diesem Kämmerchen ein, das bis am nächsten Tag 20.00 Uhr unser Zuhause ist!
DSC_3485 Überfahrt IMG_1009 Überfahrt
Dann orientieren uns auf dem Schiff, gehen zuschauen, wie die letzten Autos und Vans auf dem Schiff parkiert werden, finden zuoberst bei den Luxuskabinen (die alle leer sind, weil zu teuer, wir fahren auf einer Economy-Linie) eine Leselounge (für später!) und aus dem Self-Service Restaurant duftet es schon ganz verführerisch nach Abendessen. Die Abfahrt verzögert sich „aus medizinischen Gründen“, wir beobachten vom Sun-Deck aus, wie das grosse Tor hinten noch einmal geöffnet wird und ein Auto hereinfährt, und dann endlich bewegt sich das Schiff. Während wir unseren letzten spanischen Käse mit Brot essen, stampft das Schiff aus der Bucht von Santander hinaus aufs Meer, wo der Wellengang richtig spürbar wird.
IMG_1011 ÜberfahrtDer Wein in unseren Gläsern schwappt leicht hin und her, in der Leselounge ist es ruhig, einzelne Gäste sitzen da mit Laptop oder Buch, und wir richten uns gemütlich ein, hier verbringen wir den Abend mit Lesen! Martin hat ein spannendes Buch vom Gründer der Globetrotter-Läden in Deutschland, der war in früheren Zeiten mit Rüdiger Nehberg auf Abenteuer-Reisen. Und ich habe einen Roman gefunden der in Dorset spielt, das ist doch eine gute Einstimmung auf England.
Wie Betrunkene gehen wir spät in unsere Kabine, zum Glück ist niemand mehr auf den Gängen. Unser Picknick bleibt schön in unseren Bäuchen, besonders bei Martin ist das ein Glück, er wird sonst fast immer seekrank!
Am Morgen schaue ich aus dem Bullauge und sehe kleine felsige Inseln, wo sind wir? Aha, gerade fahren wir nahe der französischen Küste bei Brest entlang. Auf der Karte ist die Linie der Fähre weit draussen übers Meer, aber das Schiff zieht entlang der Küste Richtung Norden. Gut für uns, das Schaukeln ist viel sanfter geworden.
IMG_0410 ÜberfahrtWir gönnen uns ein feines Frühstück mit Croissants und Brötchen,(das Schiff ist ein französisches Unternehmen) auf Deck gehen wir die frische Luft spüren, dann aber wieder in die Lounge, wo wir die Englandkarte auf  unser GPS laden, lesen und schreiben.
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Abends bei der Einfahrt in die Bucht von Portsmouth erklärt uns eine Engländerin die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, und wir sind freudig überrascht: die Häuser von Portsmouth sind nicht höher als 3stöckig, es hat Grünflächen der Bucht entlang und alles ist in wunderschöner Stimmung von der Abendsonne beleuchtet.
IMG_1021 Überfahrt IMG_1019 Überfahrt  IMG_1022 ÜberfahrtDas Verlassen des Schiffs ist etwas stressig, (wir fahren, obwohl wir fast angeschrien werden, dass wir das Velo stossen sollen, aber ich erkläre dem Mann, dass ich nicht bremsen kann, wenn ich das Velo mit Vollpackung abwärts schieben muss!)
IMG_1018 ÜberfahrtWir haben Glück, ein Velofahrer führt uns bis ins Zentrum der Stadt, und von da ist es nur noch ein Katzensprung zum Haus wo unsere Warmshower-Gastgeber wohnen. (Hier in der linken Hälfte des Bildes, im ersten Stock vom alten, weissen Haus)
Trotz später Ankunft  haben wir mit ihnen einen langen Schwatz,- übers Tourenfahren in der Welt! – und bekommen einige Tipps für England und die Ausfahrt mit dem Velo aus der Stadt. (Die Überfahrt mit einer Fähre wird uns einige Meilen auf stark befahrenen Strassen ersparen)

Am Atlantik

IMG_0988 am AntlantikFür die Fahrt von 1000m über Meer hinunter an die Küste brauchen wir 2 Tage, die Landschaft verändert sich und wir fahren aus der schon etwas braunen Hochebene in grünes, feuchtes Klima. Am ersten Tag noch etwas warm, am zweiten wird es immer kühler, Nebelschwaden hängen in der Luft und gegen Nachmittag beginnt es zu nieseln. Das ist eine Begrüssung! Aber auch eine Vorbereitung auf englisches Klima, so denke ich, als wir die Regenkleider anziehen.
IMG_0972 am Antlantik IMG_0976 Am Antlantik
Jetzt wollen wir uns noch etwas von der spanischen Küche verwöhnen lassen, bald ist Ende mit gut essen gehen! Und wir machen noch einen Glückstreffer, wir speisen sehr schön und gut, der Chef präsentiert seinen Gästen das rohe Stück Fleisch am Tisch und berät mit Ihnen, wie er es grillen soll. Noch nie haben wir das erlebt! Da die Stücke recht gross sind, zögern wir etwas, die Kellnerin schlägt uns vor, nur eines zu bestellen. Dafür gibt es dann ein feines Dessert. Wir essen fürstlich und geniessen das Ambiente.IMG_0967 am Antlantik
Hier liegt auch das Museum von Altamira in unserer Reichweite. Die Höhle mit den uralten Zeichnungen (18‘000 Jahre alt, neuere Studien sprechen von 42‘000Jahren!) wurde für die Besucher haargenau nachgebaut, nachdem die Original-Höhle Schaden genommen hatte und geschlossen wurde. (Hunderttausende von Besuchern strömten in den 60er und 70er Jahren in die Höhle, und die Zeichnungen wurden von der Atemluft und der Wärme der Menschen schwer beeinträchtigt.)
DSC_3458 Am Antlantik Das Wetter meint es nicht so toll mit uns, das Meer ist wild und der Wind kalt: (Vorbereitung auf England!) Ein paar Tage lang nieselt es aus dem Nebel, mal mehr mal weniger, und wir sitzen wieder im Zelt zum Essen!DSC_3455 Am Atlantik
Eindruck macht uns Ebbe und Flut. Das habe ich noch nie so gesehen: Vom gleichen Standort mit nur einigen Stunden Unterschied sind diese beiden Fotos gemacht:
DSC_3467 Am Antlantik DSC_3472 Am AntlantikPer Zufall finden wir heraus, dass eine Freundin ganz nahe in den Ferien weilt und wir machen ein Treffen mit ihr ab. Wir verbringen einen halben Tag zusammen, leider gelingt uns die Restaurantwahl diesmal nicht, das Essen liegt schwer auf, und am späteren Abend müssen wir uns ein Schnäpsli genehmigen, um die Verdauung in Gang zu bringen.DSC_3474 Am Antlantik
Endlich wird auch ein Tag noch so schön, dass ein Besuch an der Beach gewagt werden kann! Dazu ist noch Sonntag, der Strand ist voll! Und wir haben Waschtag.DSC_3452 Am Atlantik
DSC_3454 Am AtlantikDie Stadt hat Radwege, aber wie so oft in Spanien sind diese irgendwo zu Ende,…
DSC_3480 Am Antlantik DSC_3479 Am Antlantik
Wir gehen den Hafen von Santander inspizieren, damit wir dann wissen wo wir durch müssen, sind wir Fussgänger? oder gehören wir zu den motorisierten Fahrgästen? Schon die Reservation der Überfahrt konnte Martin im Internet nicht machen, Fahrradfahrer sind im Bestellvorgang nicht vorgesehen! Also hat er telefoniert und die ganze Bestellung gemacht. Das Bestätigung- Mail liess aber auf sich warten, und am nächsten Tag rief er noch einmal an, aha sie hatte die Endung der Mail- Adresse falsch verstanden, kh, statt ch. Und Martin hatte auch die Reservationsnummer falsch verstanden, aber das war kein Problem, wir sind wohl die einzigen, die nur mit einem Fahrrad aufs Schiff wollen. Die Bestätigung kam dann sofort, dafür doppelt!
Dear Mister Abekklen, your reservation… hoffentlich wird das dann kein Problem, manchmal muss ja der Namen genau mit dem im Pass übereinstimmen?
Den letzten Abend in der Nähe von Santander verbringen wir mit unseren Nachbarn, Engländern, die gerade von der Fähre kommen, um ihre Ferien in Spanien zu verbringen. Verstehen tun sie nicht ganz, dass wir nach England wollen, aber sie können uns ein paar wertvolle Tipps geben für unsere Überfahrt und den Aufenthalt in Great-Britain.
Richtig packen ist angesagt, da wir nur zwei Taschen in die Kabine mitnehmen wollen:DSC_3481 Am Antlantik

Cordillera Cantabrica

DSC_3401 Cordillera CantabricaWir entscheiden uns, eine Höhle zu besuchen, die in den Bergen 60km nördlich von Leon liegt. Wir wollen weg vom Camino und den Pilgern. Es gibt noch ein anderes Spanien.
Gerade als wir auf einem Radweg Leon verlassen, bekommen wir Begleitung von zwei älteren Fahrradfahrern, sie machen diesen Weg 2-3 mal pro Woche und spontan begleiten sie uns bis zur grossen Strasse, die wir etwa 25km ausserhalb der Stadt nehmen werden. Die Fahrt vergeht im Flug, und wir freuen uns, dass wir so nette Begleitung haben.
In Valporquera befindet sich der Eingang der Tropfstein-Höhle auf über 1300 Metern, im Dorf vorher lassen wir unser Gepäck auf dem Camping zurück, die 400 Meter Höhenunterschied fährt sich auf 10km doch einfacher als mit Gepäck. DSC_3244 Cordillera Cantabrica DSC_3275 Cordillera Cantabrica DSC_3287 Cordillera Cantabrica DSC_3279 Cordillera CantabricaWir bekommen fast etwas heimatliche Gefühle, es hat steil aufragende Felswände und eine eindrückliche Schlucht, die wir zu durchqueren haben. Da gefällt uns diese Gegend doch sehr. Die Höhle ist gut besucht, wir schliessen uns einer spanischen Gruppe an, die mit dem Bus hochgefahren wurde. Schulklassen kommen reihenweise, Dann hat es Adventure-Gruppen, die mit Helm und Neopren-Anzug  in den unteren Teil der Höhle gehen und dort mit einem Unterwasserfluss durch die Gänge zu einem anderen Ausgang gehen. Wir begnügen uns mit einier ganz normalen Tour, die 1 gute Stunde geht. Die Formen, die die Natur da zustande gebracht hat, sind beeindruckend.DSC_3250 Cordillera Cantabrica DSC_3257 Cordillera Cantabrica
Die Gegend gefällt uns so gut, dass wir Lust bekommen auf mehr Berge und Felsen. Wir entscheiden uns, in der Region weiter  herum zu fahren. Da hat es auch verschiedene Zeltplätze und die Nebenstrassen sind gerade noch fahrbar, und haben nur wenig Verkehr. DSC_3318 Cordillera Cantabrica DSC_3322 Cordillera CantabricaDen höchsten machen wir an einem nebligen, feuchtwarmen Morgen, der Schweiss trieft nur so, obwohl wir keine Sonne haben. Wir entscheiden uns, den Helm auf den Gepäckträger zu schnallen, das erste Mal auf unserer Reise, dass wir ohne Helm auf dem Kopf fahren! Aber mein Gehirn hätte sonst angefangen zu kochen!!!DSC_3343 Cordillera CantabricaDSC_3336 Cordillera Cantabrica DSC_3337 Cordillera Cantabrica DSC_3347 Cordillera Cantabrica
Seht ihr, iwir sind halt schon stolz, dass wir einen Pass geschafft haben! (Auch wenn es nur 1625m sind)
Wir lassen eine ganze Herde Kühe an uns vorbei, sie haben solche Angst vor uns, dass einige lieber im steilen Bord laufen, als mit 10Meter Distanz an uns vorbei. Auf dem Weg runter müssen wir dann fast alle Kleider anziehen, es ist so kühl, wenn‘s abwärts geht. Und das fast für 28 Kilometer.
DSC_3353 Cordillera Cantabrica IMG_0945 Cordillera CantabricaDSC_3381 Cordillera CantabricaEine ganze Weile pedalen wir an einem Stau-See entlang, er ist riesig, mit vielen Armen in die Täler rein, irgendwo ist eine Staumauer. Die Bergkulisse ist gewaltig und erinnert mich irgendwie an zuhause, Matterhorn und Justistal nebeneinander…DSC_3403 Cordillera Cantabrica
Der Camping von Riano ist auf dem Hügel über der kleinen Stadt, die, wie wir erfahren, erst seit 1987 existiert! Alt-Riano und noch 6 andere Dörfer sind nämlich im See versunken, nachdem die Mauer gebaut wurde. Und nicht nur versunken, nein, die Dörfer wurden, bevor gestaut wurde, mit Bulldozern und Dynamit  dem Erdboden gleichgemacht (so hat es uns die Frau in der Tourist Information erzählt und auf einem Foto des alten Dorfes zeigt sie uns ihr Haus). Viele ältere Menschen seien nie mehr zurückgekommen, meint sie. Ja, und der See bringe überhaupt nicht das, was damals versprochen und erhofft wurde. (Elektrizität?, Tourismus?)DSC_3409 Cordillera Cantabrica
DSC_3405 Cordillera CantabricaWir verbringen hier einige Tage, trotz empfindlicher Frische in der Nacht, wir sind auf 1000müM, das spürt man. In der Sonne wird es einem schnell warm, aber wenn der Wind weht, müssen wir im Zelt sitzen und essen, sonst muss ich noch die Winterunterwäsche hervorkramen!
DSC_3331 Cordillera CantabricaDSC_3329 Cordillera Cantabrica DSC_3429 Cordillera Cantabrica DSC_3412 Cordillera Cantabrica DSC_3422 Cordillera CantabricaWir suchen uns einen Weg durch die Berge, ohne zu hohe Pässe, einigen Stauseen entlang, durch mehr oder weniger bewohnte Dörfer, es ist eine wunderschöne Tour, die uns schlussendlich nach Cervera de Pisuerga bringt, ein Städtchen, das wie Bern „Lauben“ hat, und auf uns sehr gemütlich wirkt.
Es wird in keinem Reiseführer erwähnt, hat nur ein wenig lokalen Tourismus, und der Chef des Restaurants auf dem Camping kocht für die (Camping)Gäste ein Menu, auch wenn es eigentlich geschlossen ist. Für die Lokalbevölkerung ist die Bar offen und die ist gut besucht. Wir essen hier zweimal wunderbar!
Und wir haben endlich entschieden:
Tickets für die Fähre nach England gekauft!
Es hat mich etwas Überwindung gekostet, diese Entscheidung zu machen: Wenn ich nämlich auf die Wetterkarten schaue, regnet es nur auf der Insel!
vlcsnap728 Cordillera Cantabrica IMG_0953 Cordillera CantabricaDen hättet ihr hören sollen! Der war etwas von wütend! wir wollten schon umdrehen, weil er sich gegen uns wandte, aber dann rannte er das Bord hinauf, und von unten her kam ein anderer “Muni” daher!
DSC_3432 Cordillera CantabricaDie Fahrt von 1000müM bis runter auf etwa 50 bewältigen wir in 2 Tagen, Reinosa ist ein Besuch wert. Auch dieses Städtchen hat wenig Tourismus, nur die Quelle des Ebros ist hier in der Nähe. (Der Ebro ist der Fluss, der zwischen Barcelona und Valencia ein riesiges Delta aufgeschwemmt hat, es ist jetzt ein Naturreservat.)DSC_3440 Cordillera Cantabrica DSC_3436 Cordillera Cantabrica
Kaum sind wir auf Meereshöhe,überzieht der Himmel und es beginnt sogar zu nieseln. Es wird sehr feucht hier!DSC_3443 Cordillera Cantabrica

Via de la Plata

Dieser Blog ist lang, er umfasst den Zeitraum von fast einen Monat. Ich möchte Zeit aufholen, damit Ihr nicht mehr so lange hintendrein lesen müsst. Wir waren auf der Via de la Plata Anfangs Juni!DSC_3063 Via de la PlataWir erreichen die Carretera National 630, eine kaum mehr benutzte, neue Strasse, vor ein paar Jahren wurde daneben eine Autobahn eröffnet! Und wir begegnen den ersten Schildern, die auf den Pilgerweg hinweisen: Camino Via de la Plata! Die ersten Pilger überholen wir auf eben dieser N 630, sie wandern am Strassenrand.
Schon von weit haben wir diese neuen Brücken gesehen, die für eine neue Strecke des Hochgeschwindigkeitszugs gebaut werden.DSC_3053 Via de la Plata
Wir erleben das erste Mal eine grosse Hitze, dazu geht es aufwärts! In einem Dorf sehe ich ein angeschriebenes Haus: „Hostal Peregrinos“, wir halten an, und wie ich eintrete, will ich nur noch da drin bleiben, es ist so schön kühl hier. Das Haus füllt sich am Nachmittag, alles Pilger, zu Fuss unterwegs nach Santiago.
Eine neue Erfahrung für uns: Wir schlafen in einem 10er Schlafraum in Kajütenbetten. Um 22.00Uhr herrscht schon Ruhe, alle schlafen! Wir sind eher den spanischen Tagesrhythmus gewohnt, da wird um diese Zeit erst gegessen. Ich schlafe leider nicht so gut wie ich gehofft habe, einer der Männer schnarcht! Und um 5.45 stehen die Ersten auf, zwar leise, aber ich werde trotzdem wach. Morgens um 7.00 Uhr sind wir allein im Schlafraum!!! Alle sind schon losgelaufen, um der Hitze ein Schnippchen zu schlagen.
Wir fahren gemütlich eine Stunde später los, die Strecke ist nicht so lang, Ziel Monfragüe Zeltplatz. Das GPS zeigt uns den Weg, es geht fast bis ins Zentrum von Plasencia, und dann müssen wir wieder hoch über einen Hügel, es ist schon Mittag und heiss! In der Mittagspause beschliessen wir, den näheren und vor allem auch besser gelegenen Zeltplatz in Plasencia anzusteuern, da können wir ein paar Tage bleiben und einkaufen gehen.
Gute Entscheidung! Der Platz liegt sehr schön an einem Fluss, etwa 2 km entfernt vom Zentrum der Stadt, erreichbar über einen Fahrradweg dem Wasser entlang!
Wir können uns mit anderen Campern austauschen, (mit einem Paar aus Frankreich, die mit Liegevelos kommen, haben wir lange Gespräche) meine Haare schneiden, am Blog schreiben, einkaufen, in der Stadt flanieren, auf der Plaza Mayor ein Caña (Bierchen) nehmen und dem Treiben zuschauen, und, und …ein Büchlein gekauft, „Via de la Plata con Bicicleta!“ Der Camino ist für Wanderer und wir wissen nie, ob wir auch mit unseren Velos voller Gepäck über diese Wege fahren können. Das Büchlein ist im März 2016 herausgekommen, also richtig up to date!
Wir durchforsten alle unsere Taschen und machen ein Päckli mit all den Sachen die wir nie oder kaum gebraucht haben. Das Päckli wird über 6 Kilo schwer! Na, da wird Martin fliegen, wenn wir weiterfahren!DSC_3062 Via de la Plata
Nichts von meinen Anhängseln an meiner Lenkertasche will ich heimsenden, alles sind Erinnerungen an spezielle Momente! (Die Flamencotänzerin hat mich unterdessen verlassen, vielleicht war es ihr zu windig da vorne dran???)
DSC_3086 Via de la PlataNach einigen Tagen Relaxen geht’s nordwärts Richtung Bejar, da sehen wir aus nächster Nähe Berge, Sierras, mit Schnee! Und wir fahren hier unten und haben über 30 Grad!DSC_3085 Via de la Plata
Das Büchlein ist genial, wir wissen jetzt, welche Wege für uns möglich sind. Auf einer endlosen Steigung treffen wir auf eine französische Familie, die unterwegs ist mit zwei Kindern, eines mit dem eigenen Velo und das andere ist angehängt an Vaters Fahrrad! Das ist ein Gewicht, und wir bewundern den Vater. Da sie immer wieder halt machen, sehen wir uns noch ein paarmal an diesem Tag und plaudern immer wieder zusammen, während die beiden Buben sich am Wasser oder mit einem Fohlen am Zaun vergnügen. Sie haben 4 Monate Zeit, um bis nach Santiago zu kommen. Schön, dass wir Leute antreffen, die eine solche Reise mit den Kindern wagen!DSC_3071 Via de la Plata
DSC_3074 Via de la Plata DSC_3065 Via de la PlataDie Nacht verbringen wir in einer Pilger Albergue, die ziemlich verlottert und ungepflegt ist. Wir schlafen  mit Blick auf die Kirche, wo sich Störche auf dem Turm ein Nest gebaut haben, bei unserer Ankunft ist gerade Flugstunde! Ja, jetzt werden sie schon bald ausfliegen, diese Vögel!
Hier verschwinden auf mysteriöse Weise meine neuen Velo-Handschuhe, die Rolf extra nach Lissabon gebracht hatte! Wir suchen, ich gehe nochmals zurück und schaue überall nach, sie kommen nicht mehr zum Vorschein! Das ist ja wirklich mysteriös! Zum Glück habe ich die alten noch nicht weggeschmissen und fahre halt mit diesen weiter. Ohne ginge es nicht so gut, ich schwitze doch sehr stark an den Händen und wenn‘s regnet wird der Handgriff so nass, dass man kaum mehr schalten kann mit nassen Händen.
DSC_3097 Via de la PlataDer Camino (der gleichzeitig auch an der alten Römerstrasse entlang geht) führt durch faszinierende Gegenden, mal müssen wir um Kühe herum laufen, die uns im Weg stehen, dann Gatter öffnen und wieder schliessen, und kaum befahrene Feldwege, und ab und zu begegnet uns ein riesiger Traktor mit einem winkenden Bauern. Die Landschaft ist sehr schön!IMG_0920 Via de la PlataDSC_3100 Via de la Plata DSC_3090 Via de la Plata
DSC_3081 Via de la PlataManchmal kommen wir über einen Hügel und begegnen dem Raubbau der Menschen, es dünkt uns wahnsinnig, zu was der Homo sapiens sapiens fähig ist! (und dies nicht im positiven Sinn!)
In Salamanca ist es ähnlich wie in Plasencia, der Camping ist ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt, am Fluss entlang ein Fahrradweg, wir haben ein schönes Plätzchen am Schatten unter den Bäumen und können unser Wissen über das Leben der Elstern und ihre Aufzuchtmethoden erweitern!
Die Velos werden wieder einmal ganz sauber geputzt und bekommen neue Ketten, sie haben schon über 6000 Kilometer hinter sich und Martin hat sie 2x nachgezogen, jetzt ist es an der Zeit für Neue. Im Veloladen, wo wir diesen Service machen lassen, finde ich einen guten Ersatz für meine Handschuhe, die Alten schmeisse ich aber trotzdem noch nicht weg, man weiss ja nie!
Wir besuchen die Stadt, finden schöne Plätzchen, diesmal gehen wir sogar in die Kathedralen, (ja Mehrzahl, die hatten neben der alten eine neue gebaut) wo wir fast über zwei Stunden mit dem Audio-Guide verbringen und mehr und weniger Interessantes erfahren. DSC_3125 Via de la Plata DSC_3117 Via de la Plata
DSC_3237 Via de la PlataDie Via de la Plata ist wie ein Band, das sich nordwärts windet, immer wieder kommen wir an Städtchen vorbei, die seit Römerzeiten hier sind, und eine ähnliche Bauweise haben: Der Fluss, eine Burg oder ein Schloss auf dem Hügel, mindestens 5 Kirchen, davon eine Kathedrale, die Römer-Brücke, mit mehr oder weniger vielen Bögen. Meistens ist diese Brücke zur Fussgängerbrücke aufgewertet worden und auf beiden Seiten des Flusses ist Naherholungsgebiet, das mehr oder weniger gepflegt  ist, je nach den Finanzen der jeweiligen Stadt.DSC_3115 Via de la Plata
DSC_3147 Via de la Plata DSC_3110 Via de la Plata DSC_3144 Via de la Plata Wo sind denn die Fahrräder geblieben?
DSC_3141 Via de la PlataHier gehts direkt in den Himmel….
Dann Zamora, ein kleines Städtchen am Fluss Duero, ist auch nach unserem Geschmack, ohne grossen Tourismus, deshalb ist ja wohl auch der Camping geschlossen, wir übernachten in einem Hostal im 2. Stock, die Velos müssen die Treppe hoch!
Wir schlendern durch die Strassen, es ist Sonntagabend, 21.00 Uhr und die Stadt ist voller Menschen am Flanieren oder in einer der vielen Bars am Trinken und mit Freunden diskutieren! Wir setzen uns auch in eine Bar, zu einem Glas Bier bestellen wir Pinchos (Spiess), später noch ein Tellerchen gebratene Champignons. Uns geht es einfach zu gut! Die drei jungen Leute an der Bar arbeiten im Rekordtempo, es ist gestossen voll, auch draussen stehen Leute, alle bestellen und haben es lustig. Es ist beeindruckend, was diese Leute hier leisten, sich aber für jeden Zeit nehmen und uns mit einem Lächeln erklären, was hier die Spezialitäten sind!
DSC_3157 Via de la Plata DSC_3163 Via de la PlataWir verlängern unseren Aufenthalt, spazieren am Fluss entlang, besuchen die Mauern des alten Castillos. Ich schreibe am Blog und wir skypen mit unseren Kindern, und mit einem Freund, der auf dem Heimweg von seiner langen Veloreise irgendwo in Frankreich in den Alpen an der Kälte sitzt.
Abends besuchen wir unsere Bekannten in der Bar, sie freuen sich uns wieder zu sehen und wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen. Wir kosten eine Spezialität der Region, den „Licor de Lujo“. (Später erfahren wir, dass er Licor de Orujo heisst, für uns bleibt er Lujo, Luxus!)
Leider frischt der Wind in den nächsten Tagen auf, mit Windböen von West bis zu 60 km/h, das ist nicht sehr praktisch, da wir Richtung Norden fahren, und solche Böen von der Seite uns aus dem Gleichgewicht bringen können. Dazu kommt wieder einmal Pech, lange sind wir nebeneinander auf der N630 gefahren, Martin auf dem Pannensteifen, gerade bei einer Autobahn-Ausfahrt, wo alles abgespert ist mit Leitplanken, verliert er plötzlich Luft am Hinterreifen, so schnell, dass er ein paar Hundert Meter das Fahrrad schieben muss, bis wir weg von der Strasse können, um den Schlauch zu wechseln.DSC_3168 Via de la Plata
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Hier hat der Parkplatz ziemlich hohes Gras zwischen den Fugen, und das Tor einen soliden Zaun vorne dran! Ein Plakat hängt da: Se vende (zu verkaufen)  Soso und jetzt? Schon über 60km gefahren und keine Lust mehr, noch 20 km anzuhängen. Die Frau an der Tankstelle nebenan erklärt uns, dass der Camping schon seit 5! Jahren geschlossen ist, aber im Internet steht nichts davon! Wir schauen, ob wir wild campen könnten, aber es ist nicht so einfach in der Nähe von bewohntem Gebiet. Wir finden eine Fluss-Playa mit Bar, trinken da ein alkoholfreies Bier. Für den Strand wurde extra Sand hergebracht und am Ufer verteilt, es sieht hübsch aus. Am Wochenende und wenn‘s heiss ist, sei hier viel los, sagt uns die Frau an der Bar, und ich erzähle ihr, dass wir eigentlich auf den Camping wollten, der nächste jetzt so weit weg sei,…Ihr Mann erklärt uns, naja, hier darf man eigentlich nicht campieren, aber wenn wir das Zelt erst aufstellen wenn es dunkel wird, und so, dass man es von der Bar aus nicht sieht, sei das für ihn schon ok. Solange niemand die Guardia Civil benachrichtige,….
Super, das gibt ein halbwildes Campieren!
Wir verziehen uns an den Strand, kochen unser Abendessen, der Wind wird kühler, die Wolken ziehen schnell und dann beginnt es sogar noch zu regnen, nur kurz, die Sonne kommt wieder und wir erleben den schönsten Regenbogen unseres Lebens!DSC_3185 Via de la Plata
Die Bar hat regen Besuch, auch wir trinken noch ein Glas Wein und als es langsam dunkel wird, stellen wir unser Zelt hinter der Bar auf und kriechen hinein. Beim Geplauder der Gäste schlafen wir ein!
Am Morgen werden wir geweckt vom Gezwitscher der Vögel, es ist ziemlich kühl! Auf der Terrasse der Bar kochen wir unseren Kaffee, lassen das Zelt etwas trocknen und fahren gegen 8 Uhr los. Wir wollen morgens fahren, für den Nachmittag ist wieder Regen gemeldet.DSC_3189 Via de la Plata
Die dunkle Wand sehen wir von weit her auf uns zukommen, aber diesmal erreichen wir die Bar eines Dorfes noch, bevor es zu giessen beginnt! Leider kommt es nicht so gewaltig und als wir weiterfahren sind die Wolken immer noch da und es erwischt uns doch noch.
Um dem Wind ein bisschen auszuweichen, suche ich mit Hilfe des GPS (jaja, es darf auch wieder einmal etwas machen), kleine Wege, durch den Wald dem Fluss entlang. Wir erreichen Hospital de Orbigo, einen  Pilger-Durchgangsort , hier treffen wir das erste Mal auf „den“ Jakobsweg. (hier in Spanien heisst er Camino Francés)
Gerade vor uns ist ein holländisches Paar angekommen, sie sind unterwegs  nach Santiago und fahren viele Kilometer täglich, um in der knapp bemessenen Zeit die ganze Strecke fahren zu können. Am nächsten Morgen sind sie schon weg, als wir aufstehen! Da das Wifi gut ist, bleiben wir hier einen Tag, auch Wäsche steht wieder einmal an, die Kleider sind einfach sehr schnell verschwitzt. Dafür gönnen wir uns ein feines Abendessen!DSC_3196 Via de la Plata DSC_3197 Via de la Plata DSC_3203 Via de la Plata
Auch das gehhört zum Alltag: der tägliche Abwasch wird nur zur Tortur, wenn es nur kaltes Wasser hat!
Bevor wir Leon erreichen, fahren wir den Pilgern entgegen, soviele haben wir noch nie gesehen, Junge und Alte, die einen fröhlich die anderen eher angestrengt, mit Stecken,  manche mit mühsamen Schritten, (Schmerzen?), manche mit riesigen Rucksäcken, andere mit Tagesgepäck. Sogar als wir Nebensträsschen nehmen, begegnen wir ein paar Wanderern, die abseits der langweiligen Strasse laufen.DSC_3208 Via de la Plata
DSC_3191 Via de la PlataMeistens gibt uns der Automat, was wir von ihm möchten!DSC_3242 Via de la Plata
Der Camping von Leon ist auch ausserhalb, sehr ruhig in einem Pinienwäldchen, es hat nur wenig Gäste. Aber doch einige Tourenradfahrer, die hierherkommen, um zu zelten. Wir lernen ein Paar in unserem Alter aus Holland kennen, die auch schon einige Monate unterwegs sind und verbringen viel Zeit in angeregtem Gespräch.
Am nächsten Abend kommt ein älterer Holländer, mit einem super Elektrobike, er ist auf dem Camino von Holland her unterwegs will den CAmino del Norte wieder zurück und hat viel Zeit. Es sind sehr interessante Leute, die wir da treffen!
Den Stadt-Besuch machen wir ganz nobel: Für 2 Euro werden wir von der Camping-Besitzerin in die Stadt chauffiert, sie holt uns abends wieder ab. So können wir ohne Velos durch die Stadt flanieren, schon wieder Sonntag, ich glaube, viele Spanier kommen in die Stadt, einfach um zu flanieren!
In einem Palast sind die Türen geöffnet und da steht: Mercado Medieval! DSC_3214 Via de la Plata Im Innenhof stehen ein paar Marktstände und ein paar mittelalterlich verkleidete Leute. Der Markt wird durchgeführt von Institutionen, die Behinderte begleitet und betagte Menschen betreut. Es werden handgefertigte Sachen und Bastelarbeiten verkauft , Spiele werden angeboten, es „heimelet“ mir! Einer Frau kaufe ich ein farbiges Perlenkettchen ab, strahlend schenkt sie mir ein zweites dazu! Die werden ein Plätzchen an meiner Lenkertasche bekommen!
Als wir aus dem Hof treten, sitzt da einer auf der Bank, ah, der ist ja aus Metall, hei, den kenne ich doch, das ist der „Gaudi“!
DSC_3217 Via de la PlataEr sitzt da vor einem Haus, das er entworfen und „gebaut“ hat. Ich will ein Foto mit ihm, aber das wird schwierig, die Sonne steht so schlecht, dass man sein Gesicht nicht sieht, dann rede ich wieder, wenn Martin abdrückt, … dann hat es noch viele andere Leute, die auch Fotos machen und sich rücksichtslos neben ihn setzen und ewig da sitzenbleiben.IMG_0373 Via de la Plata
Wir schlendern durch die Gassen bis zum Parador San Marcos, einer ehemaligen Pilgerherberge. Das ist ein Gebäude! Einfach unglaublich, was diese Leute früher für Fassaden gemacht haben!
Gebaut als Pilgerherberge und Kloster, nahmen die Mönche hier alle Pilger auf, pflegten und verköstigten sie, es gab verschiedene Bereiche, für die ganz einfachen, armen Pilger, und für die vornehmen und Reichen und  deren Entourage. Irgendwann wurde er umfunktioniert in ein Gefängnis, später in ein Spital, und während des Bürgerkrieges ein Konzentrationslager für politische Gegner des Regimes. Aber jetzt wird hier wieder nobel getan! Der Parador ist heute den Reichen vorbehalten, jedenfalls fürs logieren. („Paradores“ sind staatliche Hotels in alten, erhaltenswerten Gebäuden und deshalb ziemlich teuer)DSC_3230 Via de la Plata

Wild Zelten

DSC_3019 Wild ZeltenAbfahrt nach Spanien! Über Castelo de Vide, Ein Anstieg, der richtig warm macht, Das Wetter macht auch mit, die Wolken hangen zwar tief und der Wind geht auch noch ein wenig, aber ganz günstig für uns, dass die Sonne nicht vom Himmel brennt. Wir fahren wieder durch eine wunderschöne Gegend, hügelig und felsig. Schon bald fahren wir über die Grenze, da war früher mal ziemlich viel los, heute stehen nur noch die verlassenen Gebäude und Häuser der Angestellten da, kein Mensch weit und breit. Wir machen noch ein Abschiedsfoto! Wir sind froh wieder in Spanien zu sein. Eigentlich hat uns Portugal schon gefallen, vor allem die wilden unberührten Landschaften.DSC_3018 Wild zelten

Bei einem verlassenen Picknickplatz mit Tischen und Bänken machen wir Mittagspause, fahren auf einer superschönen, arschglatten breiten und fast leeren Strasse weiter. In einem kleinen Dorf machen wir eine Bierpause, ein alter Doktor lädt uns zu einem zweiten ein, (alkoholfrei) ,ist glücklich über unsere Gesellschaft, wir brechen wieder auf, weiter, und bei einer alten Brücke, wo ein Wanderweg dem Bachbett entlang weitergeht, hat es einen perfekten Platz um zu übernachten! Als ich schnell das Wetter konsultieren will, merke ich dass wir in einem Funkloch sind, kein Empfang mit gar nichts! Auch gut!
DSC_3026 Wild Zelten DSC_3030 Wild Zelten Wir kochen zuerst, geniessen es, dass wir abends viel Zeit haben, und stellen dann wie gewohnt das Zelt erst beim Einnachten auf, zwischen den beiden festmontierten Tischen hat es gerade knapp Platz! Die Nacht ist ruhig, wir hören nur den Bach rauschen und am Morgen die Schwalben, die zu Hunderten unter der Brücke ihre Nester gebaut haben. Sie haben viel zu tun, denn der Nachwuchs will Futter! Es ist faszinierend, diesen Vögeln zuzuschauen, wie sie durch die Luft kurven, manchmal haarscharf an uns vorbei, aber nie irgendwo anstossen!
DSC_3031 Wild ZeltenGemütlich packen wir zusammen, machen unser Frühstück und geniessen diesen herrlichen Morgen.
Im Laden, als ich Käse und Brot einkaufe und mit dem Ladenbesitzer plaudere, erfahre ich, dass der Camping den wir ansteuern wollten schon seit 2 Jahren geschlossen ist. Er schlägt uns vor, zu einem Art Baggersee ganz in der Nähe des ehemaligen Campings zu gehen, dort könne man gut campen. Wir überlegen noch, ob wir ins Hotel wollen, aber es zieht uns weiter. Wir finden dann schon ein Plätzchen, und wenn es sein muss, campen wir halt noch einmal wild. Der Wassservorrat ist gefüllt!
DSC_3043 Wild ZeltenAuf kleinen Feldwegen, an einer imposanten Ermita vorbei, wieder mal durch etwas Pfludi,(ach ja, es hatte ja geregnet vor zwei Tagen).
DSC_3044 Wild Zelten DSC_3014 Rio Tejo DSC_3048 Wild Zelten
Die Strassen könnte ich überall fotografieren, so schön sind sie! Wir sind fast allein unterwegs, nur ein paar Autofahrer, zweimal begegnen wir der Guardia civil, Traffico. (was die hier in dieser abgelegenen Gegend machen, ist uns zwar ein Rätsel, kontrollieren sie vielleicht uns? Sehen sie uns an, dass wir schon etwas müde sind und Ausschau halten nach einer guten Übernachtungsmöglichkeit? Was offiziell in Spanien nicht erlaubt ist!) Nach etlichen schlechten Plätzchen macht Martin ein Tor auf, und wir schlüpfen rein in die Wiese, die voll grosser Steine, Ginsterbüsche und Bäume ist. (Die Strasse hat seit Kilometern auf beiden Seiten Zaun, soweit das Auge reicht, alles ist abgezäunt, ab und zu sehen wir Schafe oder Kühe dahinter.) Wir installieren uns also da hinter einigen Büschen, wir sehen schon, dass hier das Gras etwas abgefressen ist, aber nirgendwo ein Lebewesen. Ich bin ziemlich verschwitzt, deshalb wasche ich mich zuerst mal, und ziehe mich um. Lange Hosen, wegen den Mücken, und jetzt Apéro! Wie wir da so sitzen bei einem Glas Wasser und ein paar Chips, hören wir plötzlich Schritte und ungewöhnliche Geräusche, Abreissen und Kauen von Gras. Langsam drehen wir uns um und sehen einige Meter entfernt eine Kuh, die uns auch gerade entdeckt hat und schaut! Ich lasse meinen Blick schweifen, hat es etwa auch noch Kälber? Aber wir haben Glück, da sind nur junge Kühe, keine Stiere und keine Kälber dabei! So schnell es geht, ziehen wir uns wieder die Velokleider an, packen zusammen, hier können wir nicht bleiben! Plötzlich stolpert noch eine Kuh über unsere am Boden liegenden Velos oder über die Zeltschnüre! Langsam schieben wir unsere Fahrräder zum Tor, zwei Kühe dort in der Nähe erschrecken dann doch noch und rennen davon, sie haben Angst vor uns und sind gar nicht angriffig!
DSC_3039 Wild Zelten DSC_3042 Wild Zelten
Also, Weiterfahren und Weitersuchen, nach etwa 2 Minuten überholt uns die Guardia civil! „Schon wieder die, die kontrollieren uns!“ Ist Martin überzeugt. Also muss der Schlafplatz gut ausgewählt sein, wir wollen nicht gefunden werden. Aber heute brauchen wir Geduld und Füdli, es dauert noch einmal 20km bis wir an einem verlassenen Picknick-Platz vorbeikommen. Hier kochen wir jetzt mal unser Abendessen, es ist schon nach 20.00 Uhr und wir sind am Verhungern! Und wenn dann bis um viertel nach zehn keiner kommt, stellen wir unser Zelt hier auf! (dann wird es dunkel)
Der Platz ist perfekt, ein Bach ist gerade nebenan, es hat Tische und Bänke aus Stein. Wir sind nahe der Strasse, aber niemand kommt am Montagabend, um zu grillieren.  Auch hier haben wir wieder keinen Empfang ins Telefonnetz, vielleicht schlafe ich deshalb so gut? Die Nacht beginnt mit einem Froschkonzert, aber bald kehrt Ruhe ein, nur die Nachtigall singt und ab und zu hören wir einen Kauz.
Am Morgen wecken uns die Vögel mit ihrem Gezwitscher, es ist sehr friedlich, wir trödeln herum und frühstücken ganz gemütlich. Die Fahrt ins nahe Dorf ist kurz, wir stocken unsere Vorräte auf, die Entfernung der Dörfer wird hier immer grösser! Wir sind in der Extremadura, die ist im Frühling extrem schön!DSC_3050 Wild Zelten

Westwärts dem Rio Tejo entlang

Der Tag des Abschieds, Susanne und Rolf fliegen wieder in die Schweiz, wir fahren weiter,  westwärts!DSC_2929 Ferien DSC_2930 Rio TejoDSC_2933 Rio Tejo
Dem Rio Tejo entlang habe ich einige Campingplätze gefunden, die wir benützen, um wieder in die Nähe der spanischen Grenze zu kommen. Wir vermeiden die grossen Strassen, um einigermassen stressfrei vorwärts zu kommen.
DSC_2938 Rio TejoTrotzdem müssen wir ab und zu ein paar Kilometer der vielbefahrenen nehmen, zum Beispiel als wir eine Brücke überqueren, die so stark befahren ist, dass wir unsere Fahrräder über die Leitplanke hieven, und so im Zwischenraum von Leitplanke und Geländer fahren oder das Velo stossen, wenn‘s zu eng wird.
DSC_2937 Rio TejoHier begegnen wir einem kleinen Hund, der da ganz am Rand im Schatten am Abgrund liegt, nur kurz aufblickt und die Augen wieder schliesst. Ich sehe ihn erst im letzten Moment, bin schon an ihm vorbei, da auf der anderen Seite gerade ein 40-Tönner an mir vorbeidonnert und meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, ich habe gar keine Zeit zu reagieren, Martin ist dicht hinter mir, wir wollen diese Brücke so schnell wie möglich verlassen. Am anderen Ende machen wir noch ein Foto, und erst als wir weiterfahren, (hier hat es wieder einen breiten Pannenstreifen, der das Fahren etwas einfacher macht), beginnen wir über diesen Hund zu reden: ganz sicher wurde er ausgesetzt, (das passiert oft, wir haben schon mehrere solche Hunde gesehen), ist in seiner Angst auf diese Brücke gekommen und liegt jetzt dort und wird sterben! Er war noch ganz jung, sah aus wie einer dieser blonden Familien-Hunde, die auf den Hundefutter-Packungen abgebildet sind! (das fällt uns im nächsten Supermarkt auf) Wir denken oft an diesen kleinen Hund, und fragen uns immer wieder: Hätten wir umkehren sollen? Zum Arzt mit ihm? Ihn dann mitnehmen????
DSC_2952 Rio Tejo DSC_2947 Rio Tejo DSC_2949 Rio TejoDie Landschaft ist weit und nur zum Teil bewirtschaftet, mit Getreide oder wie hier Tomaten.
Wir sehen immer wieder Störche, dei an den unmöglichsten Orten Ihre Nester gebaut haben!DSC_2977 Rio TejoDSC_2980 Rio Tejo  DSC_2976 Rio Tejo
Selfies machen ist gar nicht so einfach! Ein Zaun und im Hintergrund ein AKW! Wir haben gemeint, Portugal habe keins.
DSC_2973 Rio TejoEinmal ein total leeres Dorf, am Zerfallen, kein Mensch wohnt mehr hier, alles ist verlassen und geht kaputt, inklusive das Schlösschen des ehemaligen Besitzers.
DSC_2957 Rio Tejo DSC_2956 Rio TejoWir treffen auf kleine, meistens ziemlich leere Plätze, ausländische Touristen wollen nicht im Landesinnern campen, einige sind aber voller portugiesischer Wochenend-und Ferien Wohnwagen. Am Wochenende sind einige Familien da, die ihren Wohnwagen auf Sommer einstellen, es wird geputzt und gegrillt, das Restaurant hat auch offen, an solchen Orten bleiben wir zwei Nächte, und erholen uns vom Fahren, essen im Restaurant, machen Wäsche oder schreiben ein wenig.
DSC_2940 Rio Tejo DSC_2942 Rio TejoEs ist die Zeit der „Watte“, die wie Schneeflocken von den Bäumen fällt, wie im Eichholz im Frühling. Leider ist gerade dieser Camping ganz leer, die Dame der Rezeption aber übereifrig und korrigiert uns, als wir eine Wäscheleine ziehen, und später kommt sie, als wir am Kochen sind und will uns das verbieten, da die Watte brennen könnte. Hier hat es eine riesige Fabrik auf der anderen Seite des Flusses, die einen Dauerlärm verursacht, die ganze Nacht höre ich das Brummen der Maschinen. Sicher ist diese Fabrik ein Arbeitgeber der Stadt, aber auch ein Nervtöter. Ich könnte hier nicht leben!
DSC_2967 Rio TejoIn Barragem de Ortiga hat es wieder einen hübschen Platz, der sogar einen Strand hat am See des gestauten Tejo! Auch hier ist noch sehr ruhig, aber die Wochenenden seien schon belebt, meint die Frau an der Rezeption. Leider sind wir hier auch wieder sehr abgelegen, kein Laden oder Dorf weit und breit. Wir bleiben zwei Nächte, ich muss an meinem Blog arbeiten!
DSC_2985 Rio TejoWir kommen in eine wunderschöne Gegend mit grossen Steinen mitten in den weiten, sanft geschwungenen Feldern, wo Kühe weiden oder das Getreide rundherum angebaut wird. Wir besuchen einen Menhir und geniessen den Wind, die Sonne und die Landschaft.
DSC_2996 Rio TejoIm Camping Pomarinho, (Holländisch geführt), stellen wir unser Zelt unter ein paar Bäumen auf, das ist wieder ein Plätzchen zum Träumen. Hier hat es sogar wieder ausländische Touristen mit ihren Campern oder Wohnwagen, der Platz ist sicher in den einschlägigen Sites aufgeführt. Hier bleiben wir, müssen einen Regentag überbrücken, das Dorf ist nur 6km entfernt und hat einen guten Supermarkt!
DSC_3002 Rio TejoGegen Mittag plötzlich ein lauter Knall, eine Bombe??? Nein, ein Pneu eines Lastwagens hat es zerfetzt, ich höre wie er langsamer wird und dann die Felge auf den Boden aufschlägt. Und später, als wir zum Einkaufen fahren ins Dorf, sehen wir ihn stehen am Strassenrand, der hinterste Reifen von den drei Hinterrädern ist völlig zerfetzt und hängt schräg am Felgen. Der ist sicher noch 2-3 Kilometer mit dem kaputten Pneu gefahren, erst an der Steigung konnte er nicht mehr weiter! Die riesige Ladung Stroh hängt schief hinten raus und der Chauffeur sitzt noch immer in der Kabine.

Bei der Rückkehr kämpfen wir gegen den Wind, die grossen Regenwolken jagen über den Himmel… die ersten Tropfen erwischen uns gerade noch, bevor wir ins Zelt schlüpfen können. Aber wir haben jetzt einen grossen Vorrat an Esssen, und können die nächsten Tage überleben. Wir dürfen unter das Dach von einem Unterstand, den der Besitzer nützt für sein Gerümpel, es hat hier einen grossen Tisch, wir sind im Windschatten und vor allem am „Schärme“! Den ganzen Tag im Zelt zu verbringen wäre nicht so gemütlich, wie hier zu sitzen und zu lesen und zu schreiben.

 

Adios Portugal, wir verlassen dich! Wir haben uns nur schwer auf dich einlassen können.

 

 

 

 

Ferien!

DSC_2695 FerienHier fahren wir mit der Metro zum Flughafen hinaus, um unsere Freunde Susanne und Rolf aus der Schweiz zu treffen!
Am Flughafen haben wir uns getroffen, haben das reservierte Auto abgeholt und sind nach zuerst nach Sintra, wo es ein Schloss „Neu-Schwanstein“ zu besichtigen gibt.DSC_2704 Ferien DSC_2709 Ferien DSC_2729 Ferien

Danach fahren wir in ein Städtchen wo wir einen Ausflug aufs Wasser machen möchten, um Flussdelphine zu entdecken. Leider haben wir kein Glück mit den Anbietern, alle haben noch  geschlossen und am Handy nimmt niemand ab. Na, denn halt, Susanne hat sowieso nicht so grosse Lust auf Wasser und Wellen, wir können es auch ohne machen. Beim Abendessen in einem Restaurant läuft wie immer der Fernseher, und wir sitzen wieder einmal genau unterhalb der Kiste. Beim Bezahlen kramt Susanne in ihrer Tasche und findet die Fernbedienung des Hotelfernsehers, die sie beim Einchecken an der Rezeption in die Tasche gesteckt hatte: Zum Spass drückt sie auf den Stop-Knopf – und es funktioniert, der Fernseher im Restaurant wird schwarz! Wir kugeln uns fast vor Lachen, das haben wir überhaupt nicht erwartet! Die anderen Gäste des Lokals bemerken gar nichts, es hat auch so genug Lärm von all den Gesprächen rundum. Als wir das Lokal verlassen, geht das Gerät plötzlich wieder an, ob der Kellner wohl bemerkt hat, dass wir ausgeschaltet haben?

Wir besuchen die schönen Sandformationen, die ich vor einigen Tagen entdeckt hatte, spazieren durch die leere Feriensiedlung zum Meer, wo diese Sandberge sind. Wir bewundern dieses fragile Wunder der Natur, es scheint zwar die Sonne, aber der Wind bläst uns gehörig um die Ohren.DSC_2747 Ferien

In einem kleinen Städtchen mieten wir uns ein Bungalow und geniessen das Zusammensein, das Meer, die Wärme und das Essen in verschiedenen Lokalen.DSC_2777 Ferien DSC_2766 Ferien
Ein paar Tage verbringen wir dann noch gemeinsam in Lissabon, wo wir in einer sehr schönen Wohnung logieren, die Susanne im Internet gefunden und gemietet hatte. Auch hier vergeht die Zeit rasend schnell, und bald ist die Woche schon wieder vorbei!
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Noch am Tag vor der Abreise holen wir unsere Fahrräder aus dem Keller von Joao, und bringen sie in die Wohnung. Von hier aus wollen wir am nächsten Tag weiter Richtung Nordwesten, den Fluss Tejo hoch.DSC_2927 Ferien

Ankunft in Lissabon

DSC_2680 Ankunft in LissabonDie Fahrt nach Lissabon gestaltet sich etwas aufwändig, Immer wieder kommt ein toller Regenguss und wir suchen Deckung in einem der Bushäuschen am Strassenrand, bis es wieder aufhört.DSC_2679 Ankunft in Lissabon

Mit der Fähre setzen wir über in die Stadt, auch hier haben wir Glück, gerade als wir bei der Anlegestelle ankommen, beginnt es wieder zu schütten!
DSC_2684 Ankunft in LissabonDer Verkehr auf der Strasse hat uns viele Nerven gekostet und wir sind froh, wenn wir dann bei unserem Warmshower Gastgeber ankommen. Aber erst gilt es, durch die Stadt zu kommen, diese Leute wohnen nicht in der Nähe von der Fähre! Um nicht an jeder Ecke Halt zu machen und das Tablet mit der Offline-Karte zu konsultieren, beauftragen wir das GPS den Weg zu suchen!
Das ist ein grober Fehler!
Das Gerät findet den Weg über den steilsten Hügel von der Stadt, genau die Strasse hoch, wo auch das Tram fährt, und zwischen Tramschiene und Trottoirrand hat es gerademal 50cm Platz, und ab und zu hat es ein Loch mit dem Gitter für den Abfluss des Regenwassers. Ich bin ziemlich gestresst, wir fahren ja los, als kein Tram kommt, aber jeden Moment könnte eines kommen und wir müssten schnellstens aus dem Weg, oder?! (mit dem Gepäck auf den Rädern)
Auf halber Strecke bin ich so geschafft, dass ich das Velo fast hinschmeisse und es stehenlassen will, ich will nicht mehr!!!        Naja, ich fahre dann doch weiter, aber der Gipfel kommt noch: Oben angekommen, will das GPS wieder neben einem Tram steil die Treppen runter! (einem Marzilibähnli ähnlich, wer Bern kennt, weiss, wovon ich schreibe!)
IMG_1079 Ankunft in LissabonJetzt schalte ich das GPS aus, heute gibt es wieder mal kein Lob für dieses Gerät!
Auf meiner Karte sehe ich, wie wir weiter können und auch, dass ein paar Strassen weiter eine breite Avenida ganz sanft in die Höhe geht, mit einem Park und einen Veloweg in der Mitte, den wir hätten benützen können. Und den wir dann ein paar Tage später auch benützen und es geht ganz locker hoch!
Vertraue nie deinem GPS! Wie oft habe ich das schon gedacht?
Endlich erreichen wir die Strasse und das Haus, wo Joao mit seiner Familie wohnt, und auch sein Büro hat. Es wurde um die Jahrhundertwende gebaut und die Wohnung hat schöne, grosse, hohe Räume mit Stuckaturen an den Decken. Die Küche ist altmodisch eingerichtet, aber man sieht, dass hier gelebt und gekocht wird. Am zweiten Abend kochen wir einen Wok mit Tofu, da wir von Ihnen erfahren haben, dass es auch hier Bio-Läden gibt, sogar einen Bio-Supermarkt! Den besuchen wir dann auch und staunen, was es da alles zu kaufen gibt. Sogar Waren aus Deutschland sind erhältlich! Joao hat im Hinterhof einen Garten in Kisten, wo er viel Gemüse biologisch anpflanzt und irgendwo ausserhalb der Stadt haben sie auch noch ein Haus (eine Parcela), wo sie Gemüse in Permakultur anbauen.DSC_2693 Ankunft in Lissabon

Unsere Velos dürfen sich nun im Keller bei Joao ausruhen, wir bekommen nämlich Besuch aus der Schweiz!DSC_2701 Ankunft in Lissabon

DSC_2924 Ankunft in LissabonÜbrigens, auch  Andreas und Jörg haben wir wieder gesehen, sie haben auch neue Erfahrungen gesammelt, nicht nur mit dem Verkehr sondern auch mit den Hostels! Da steht im Internet (auf der Webseite, wo man Hotels buchen kann): frisch renoviert: bei ihrer Ankunft stank es furchtbar nach Farbe und überall stand noch Maler Gerät herum. Das Zimmer konnte man nicht richtig abschliessen und als sie nach dem Essen ins Hostel wollten, funktionierte die Haus-Eingangstüre nicht und sie mussten zwei Stunden warten bis endlich jemand die Türe wieder aufbekam!!! Wegen dem Gestank wollen die beiden das Hostel wechseln, hatten aber schon für drei Nächte bezahlt, das Geld bekommen sie aber nicht zurück! Aber scheinbar herrscht in Lissabon solcher Andrang für günstige Hostelzimmer, dass so etwas einfach passiert, ohne dass etwas dagegen unternommen wird Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen und hoffen sehr,  dass sie den Flug mit den Fahrrädern zurück nach Deutschland ohne Probleme hinter sich gebracht haben!DSC_2692 Ankunft in Lissabon

Sand und Regen

DSC_2613 Sand und RegenWegen der schlechten Wetterprognose entschliessen wir uns, das kleine Paradies zu verlassen, am liebsten würden wir ja gerne noch ein paar Tage hierbleiben.
DSC_2650 Montenaturista DSC_2651 Montenaturista
Wir packen das Zelt nass zusammen, es ist regnerisch, wir kommen aber gut voran, in Bus-Warte-Häuschen an der Strasse warten wir immer wieder den Regenguss ab, fahren erst weiter, als es aufgehört hat, in einem Restaurant am Weg gönnen wir uns ein Mittagessen, und treffen dort zufällig noch einmal  Elly und Dave!!!
IMG_0841 MontenaturistaDIese Schweinchen haben grosses Glück gehabt, sie lieben den Regen und dürfen ihn auch erleben!
DSC_2611 Sand und RegenEs geht durch Pinienwald nordwärts, bis knapp nach Melides, wo wir auf dem Zeltplatz ein Abrigo mieten, ein munzig kleines Häuschen mit Terrasse, wo wir das Zelt trocknen können.
DSC_2655 Sand und Regen DSC_2656 Sand und RegenIm Restaurant bei Cola und kleinem Kuchen nützen wir das Wifi , um in Sétubal ein Hotel zu reservieren, die Wetterprognosen sind ganz schlecht für Samstag und Sonntag, nur Regen und viel Wind mit Böen bis zu 70km/h, da wollen wir auf keiner Strasse unterwegs sein, hier in Portugal.
In der Nacht regnet es schon ganz zünftig, man hört das Meer rauschen und am Morgen mache ich einen Besuch am Strand, ganz eindrücklich diese Sandgebilde, die vom Wind und Regen entstehen und wieder zerfallen, aber auch gefährlich, da viele noch nicht begriffen haben, dass der Pinienwald der natürliche Schutz dieser Dünen sind. Und wenn abgeholzt wird, tragen der Wind und das Wasser den Sand ungehindert davon,….DSC_2658 Sand und Regen DSC_2663 Sand und Regen

Am Strand entlang spaziere ich, finde eine Treppe über die ich wieder auf den Camping hoch kommen will, aber da muss ich einen Umweg machen, ich komme mitten in eine „tote“ Feriensiedlung, wo zum Glück gearbeitet wird, Sträucher und Bäume geschnitten werden, da kann ich nach dem Weg fragen und erreiche dann den Eingang, wo ich mich dank  dem Schlüssel wieder aufs Gelände begeben darf. Dieser Morgenspaziergang hat warm gemacht! Nach einem guten Frühstück, packen wir unsere Sachen und fahren los. Wir begegnen jetzt fast jeden Tag auf andere Tourenfahrer, die Saison hat wirklich begonnen.
DSC_2609 Sand und RegenDSC_2607 Sand und RegenDas Wetter bleibt noch ganz freundlich, man glaubt gar nicht, dass es so grauslich kommen will. Auf der Strasse haben wir  wieder einen Schreckmoment gehabt, drei Lastwagen mit Anhänger und mit viiiieeeel Holz geladen, fahren an uns vorbei, der Erste nimmt schön Abstand und Martin bedankt sich mit Handzeichen, der zweite hupt und wir können noch etwas auf das Rändli Teer neben dem Gras ausweichen, bevor er ohne abzubremsen an uns vorbeibraust, und der dritte kommt auf einer Gerade, kein Gegenverkehr, aber er geht nicht einen Zentimeter in die Mitte, rast mit seiner Ladung neben uns mit 80km/h vorbei, vom Wind, den er produziert, schwankt Martin bedenklich und weicht in den Dreck am Strassenrand aus, ich wackle einfach hinterher, der Schreck sitzt in den Knochen! Solche Erlebnisse will ich doch nicht jeden Tag haben!
Wir treffen auf zwei Radfahrer, die dasselbe Ziel haben, wir fahren zusammen zur Anlegestelle der Fähre in Tróia. DSC_2664 Sand und RegenNachdem wir fast eine Stunde gewartet haben, erfahren wir, dass diese aber keine Velos mitnimmt! Das erfahren wir vom Barkeeper der Bar. Keiner der herumstehenden Männer hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir die Autofähre nehmen müssen und deren Anlegestelle liegt etwa 5km zurück! Na denn, nach erfolglosem Versuch doch noch aufs Schiff zu kommen, aber sogar der Kapitän ist aus seinem Kabäuschen gekommen und hat mit dem Zeigefinger gewackelt, Keine Fahrräder! Schade, davon hätte ich gerne ein Foto gemacht! IMG_0844 Sand und Regen

Ein wenig Wut im Bauch und hopp geht’s wieder zurück, zur Autofähre. Das Wetter ist uns gnädig, es regnet noch nicht, bis wir in Sétubal ankommen, wo ich ja zum Glück ein Hotel gebucht habe! Für drei Nächte, da das Wetter wirklich schlecht werden will.DSC_2665 Sand und Regen DSC_2668 Sand und Regen
Andreas und Jörg schliessen uns an und bekommen ein Zimmer im gleichen Hotel. Die Fahrräder müssen wir einen Stock höher tragen und hier sind sie in einem Innenhof in Sicherheit, aber dem Regen ausgesetzt. Wir verpacken sie gut mit dem Zeltboden.
Zusammen wollen wir essen gehen, die Frau an der Rezeption erklärt uns, dass es ganz viele Restaurants habe gerade um die Ecke und an der Avenue, leider finden wir die Ecke nicht und an der Avenue nur geschlosssene Restaurants. Da der Hunger gross ist und wir in Anbetracht des herannahenden Regens nicht zu weit weglaufen wollen, stechen wir in das erste Restaurant  hinein, das geöffnet hat, alle unsere Grundsätze fallenlassend, (gehe nicht in eine Beiz, wenn niemand drin sitzt, alles schön gedeckt ist und die Kellner sehr gelangweilt herumstehen…)
Und schon kommt einer mit einem Plättli, wo 4 Scheiben Jamón, ein kleiner Käse, 3 Portiönchen Butter und ein Schälchen Oliven draufstehen, dazu ein Körbchen Brot. Was wir trinken wollen will er zuerst gar nicht wissen, wir müssen ihn rufen und Bier für die beiden und eine Flasche Wein für uns bestellen. (da schwant dem Martin schon, dass wir in ein eher teures Lokal gesteuert sind, der Wein kostet 12 Euro pro Flasche! (ist vielleicht günstig wenn man direkt von der Schweiz nach Portugal kommt, aber wenn sonst die Flasche Wein 3-4 Euro kostet im Restaurant,…) Vorsichtig bestellen wir, nicht gerade das teuerste Menu, und geniessen dann mal zuerst das Essen  und die Gespräche zusammen. Der Schock kommt erst am Schluss, als wir die Rechnung bekommen: fast 100 Euro kostet das ganze Essen und das kleine Plättli am Anfang allein nur gerade 17! Dass man diese Sachen am Anfang bezahlt (und nicht gratis bekommt wie in Spanien) haben wir ja gewusst, aber 4 Röllchen Rohschinken für 5, ein Käslein 5.50, die 3 kleinen Bütterchen 1.50, das ist dann doch sehr viel!
Aber es ist halt schon so, wir sind selber schuld. Wieder mal eine Erfahrung reicher. Und haben doch erst gerade im Blog von Patrick gelesen, wie er und sein Vater in Lissabon in ein teures Lokal gesteuert sind und dann die ganze Woche versucht haben den Durchschnitt wieder auf ein erträgliches Mass herunter zu bringen….;-)
Todmüde falle ich ins Bett und kann herrlich schlafen, kein Stress mehr wegen Regen, den höre ich, mal sanft mal etwas strenger ans Fenster klopfen, der Wind frischt auch auf- wir sind an der Wärme tralalala!
Frühstück im Hotel, dann wieder ins Zimmer, bei Regen kann ich endlich mal schreiben, aber ich bin schnell müde und muss nochmals ein Nickerchen machen, bevor wir dann raus müssen, Martin hat Hunger!
Aber es regnet in Strömen!
Auf meiner Karte hat es gerade um die Ecke ein Kaffee, das wäre gerade richtig- aber wir finden diese Ecke nicht!
Oder das Kaffee gibt es nicht mehr! Und weit und breit kein Beizli offen, kein Schwanz ist heute auf der Strasse, es pisst! Nur wir zwei lassen uns die Hosen innert Kürze pflotschnass machen! Komm, dort ist der Pizza-Hut, lets go!
Wir sind auch hier die Einzigen, aber wir bekommen einen schönen Salat und eine recht gute Pizza, und bis wir alles gegessen haben, sind wir schon fast wieder trocken. Aus dem Fenster habe ich quer über den Platz doch noch eine Pasteleria entdeckt, dort gönnen wir uns Kaffee und ein süsses Stückchen!
Danach müssen wir zurück ins Hotel, die Strassen sind schon fast zu Flüssen geworden, die Abläufe können das viele Wasser gar nicht mehr aufnehmen. Vor dem Eingang des Hotels ist eine riesige Pfütze, egal wir sind eh schon nass. Schnell trockene Sachen anziehen und  ich muss mich wieder etwas hinlegen, ich bin so müde heute, hoffentlich werde ich nicht noch krank. Mit Andreas versuchen wir per Sms Kontakt aufzunehmen, aber er nimmt nicht ab. So gehen wir Abends in die Hotelbar und bekommen zum Bier eine Schüssel mit Nüssen, das reicht uns völlig, wir gehen nicht mehr raus!
Wieder kann ich gut schlafen, der Regen trommelt immer noch die ganze Nacht auf  die gut verpackten Velos.IMG_0845 Sand und Regen

Beim Frühstück erzählen uns Andreas und Jörg wie sie verregnet wurden als sie die Stadt besichtigen wollten, sie wurden noch nässer als wir! Nach dem Frühstück reisst der Himmel etwas auf, es windet zwar ziemlich, aber wir wagen es doch, einen Bummel in die Stadt zu machen,  an den Hafen und durch die Gassen, die aber ziemlich menschenleer sind, es ist Sonntag. Andreas zeigt uns all die verfallenen Häuser, die er schon am Vortag gesehen hat, mitten in der Altstadt stehen die Ruinen, zum Teil gestützt von Eisen-Pfosten, die Fenster und Türen vermauert. IMG_0846 Sand und Regen IMG_0848 Sand und Regen DSC_2671 Sand und Regen DSC_2674 Sand und Regen
Etwas weiter weg vom Zentrum finden wir dann unser Beizli, wo wir ein einfaches Mittagessen erhalten, der Fisch wird uns im Plastikbecken gezeigt, frisch gefangen, dazu Broccoli und Salzkartoffeln, wunderbar. Dann erhalten wir ein Erdbeerendessert und dazu  offeriert der Herr des Hauses einen feinen, süssen Wein aus der Region. Er hat ein bisschen Freude an uns bekommen obschon die Verständigung nur Bruchstückweise geht. Am Schluss ist der Preis für all das gute Essen 28 Euro, mit der Vorspeise und all dem Bier und Wein, den wir dazu getrunken haben, für alle zusammen!! Da haben wir unseren Durchschnitt ein bisschen senken können.IMG_0853 Sand und Regen
Ja, das  ist Portugal!

Monte Naturista

DSC_2625 MontenaturistaHeute ist unser Ziel ist ein Naturista Camping, der mitten in einem Wald steht. Auch hier fahren wir über die kleinen fast verkehrslosen Nebenstrassen, die aber trotzdem nicht ohne sind, da sie, grosse Löcher, Risse, oder Buckel von den Wurzeln der Bäume am Strassenrand im Belag haben. Wir rufen im Camping an, dass wir gegen 18 Uhr kommen, erstens verzögert der Gegenwind unsere Ankunft, und zweitens wollen wir sicher sein, dass jemand da ist. Die letzten 1,5km hats in sich,  ein bisschen Naturstrasse mit vielen Löchern, aber dann haben wir es doch geschafft, auch heute wieder über 60km, das ist doch weit über unserem Schnitt!
Bei der Ankunft  begrüsst uns Toni, braungebrannt und nackt, klar, etwas ungewohnt, aber wir sind jetzt in einem Naturista Camping (FKK). Wir erhalten alle Infos und beim Aufstellen des Zeltes kommen Elly und Dave daher und begrüssen uns wie alte Freunde! Sie waren ein Jahr mit dem Fahrrad in Südostasien unterwegs, und vorher in Amerika, ja, das gibt viel zu reden. Toni kommt uns fragen, ob wir gegessen haben, es hätte Resten vom Mittagessen, die könnte er uns aufstellen – Das ist ein Geschenk des Himmels, wir hätten uns noch ein Couscous mit Tomatensauce machen können, da tönt doch ein Stück Quiche viel verlockender!
Als wir uns auf der Terrasse einfinden, weht ein kühler Wind und wir sind entsprechend angezogen, eigentlich alle, die da sitzen, ausser Toni, der noch immer nackig rumläuft. Martin fragt ihn, ob er denn nie kalt bekäme? Nene, lächelt er, das braucht schon etwas mehr, als nur so ein Lüftchen…
Toni hat vom italienischen Buffet vom Vorabend auch noch Spaghetti carbonara gefunden, und das ist ja noch besser! Wir schlemmen und fühlen uns sofort sehr wohl hier! Was doch so ein Empfang und das Gespür für Bedürfnisse für einen Einfluss haben auf das Wohlbefinden!DSC_2624 Montenaturista
Wir bleiben vier Tage da, es ist schönes Wetter und wir haben Freunde gefunden! Sie laden uns ein, in ihrem Auto zusammen einen (Naturista) Strand zu suchen und zu geniessen, und danach einkaufen zu gehen, zusammen Mittagessen irgendwo ganz portugiesisch,…DSC_2628 Elly DSC_2621 Elly DSC_2626 Elly DSC_2644 Elly

es sind intensive, wunderschöne  Tage gemeinsam mit diesen beiden so feinen Menschen!DSC_2634 Elly DSC_2648 Elly DSC_2639 IV

Welcome to Portugal – Bye bye España

DSC_2522 Welcome to Portugal Mit einem lachenden und einem weinenden Auge setzen wir am 24. April mit der Fähre über den Fluss nach Portugal. Adios España! Spanien ist uns doch sehr ans Herz gewachsen!
Zum Glück werden wir nett begrüsst von der Frau an der Reception des ersten Campings, ach, wie wichtig für uns, nette Menschen zu treffen, jetzt wo wir nicht mehr in Ihrer Sprache sprechen können! Englisch ist angesagt!
Wir staunen: Der Preis für eine Nacht ist nur 9.65€! (in Spanien haben wir zwischen 15 bis 20E bezahlt) Und auf dem Platz gibt’s keine Parcelas, Man darf sein Zelt aufstellen wo man will, mitten in einem Pinienwald. Schön! Kaum ist das Zelt aufgestellt, kommt Hans (Von Sevilla) vorbei! Ihm gefällt der Camping auch sehr gut. Wir bleiben eine Nacht , es gibt ja nicht so viel zum sich umgewöhnen, wir fahren so weiter wie bisher,  denken wir!!
DSC_2524 Welcome to Portugal
Es gibt hier eine EcoVia, wir stellen uns vor, dass wir ab jetzt auf einer schönen Via Verde fahren können, vor allem nach dieser schönen Tafel! Aber weit gefehlt:
Die Ecovia geht fast nur über die N125, das ist die meistbefahrene Strasse von ganz Portugal, ohne Seitenstreifen, und schon nach einigen Minuten lernen wir den Fahrstil der Portugiesen hautnah kennen und fürchten! Ganz anders als die Spanier fahren sie mit 80km/h an einem vorbei und wenn dann noch einer entgegenkommt, wird die Distanz zu uns einfach kleiner, das Tempo aber nicht reduziert! So erleben wir an diesem ersten Tag schon ein paar ziemlich gefährliche Situationen und das Fahren ist sehr anstrengend!
Hier müsste eigentlich das Foto stehen von der N125, wo sie sich verengt unter einer Brücke durch in eine zweispurige Autobahn ohne Pannenstreifen, die Autos fahren hier mit 100, es hat Verkehr wie auf der Autobahn in Bern bei Feierabend. Aber wir waren so gestresst, dass wir kein Foto gemacht haben! Erst als wir weg, auf eine kleine Landstrasse ausgewichen sind, habe ich von ferne eine Stadt der Algarve fotografiert!DSC_2527 Welcome to Portugal DSC_2528 Welcome to PortugalDSC_2525 Welcome to PortugalUnd schon nach 2 Tagen fassen wir den Entschluss: wir stechen nordwärts ins Landesinnere hinein, Die Strassenverhältnisse der Algarve kosten uns zu viele Nerven!DSC_2531 Welcome to Portugal
Hier begegnen wir dem Portugal, das uns gefällt: Die Strässchen sucht uns das GPS, heute macht es das ganz gut! Und wir finden einen superschönen Zeltplatz!DSC_2533 Welcome to Portugal DSC_2537 Welcome to Portugal DSC_2541 Welcome to Portugal

DSC_2546 Welcome to PortugalAuf diesem Naturcamping erleben wir ein richtig tolles Gewitter, es kommt, während ich am Schreiben bin, und da ich den Himmel nicht beobachtet habe, fallen die riesigen Tropfen auf die Tastatur… schnell klappe ich den Laptop zu, zum Glück habe ich gerade noch gespeichert!!! DSC_2549 Welcome to Portugal DSC_2551 Welcome to Portugal
Die Abendstimmung danach ist einfach traumhaft!DSC_2556 Welcome to Portugal DSC_2561 Welcome to PortugalDSC_2564 Welcome to PortugalFür Martin ist das der “BEST MOMENT OF THE DAY!”

Am 1. Mai, Sonntag, geht die Fahrt gemütlich auf unbefahrenen Wegen und Nebenstrassen und durch wenige, verschlafene Ortschaften weiter. Bei einem Stausee ist ein grosses Fest, Liberation-Day, und wir decken uns mit ein mit grossen Churros,  Trockenfrüchten und Nüssen. Hier hat es mehr Verkehr und wir machen, dass wir wegkommen, viele Portugiesen trinken an einem Fest Alkohol und hier ist keiner zu Fuss gekommen!
DSC_2597 Welcome to Portugal DSC_2599 Welcome to Portugal Das meistverwendete Strassenschild ist dieses, zusammen mit dem im Hintergrund, wo das Überholen dann wieder gestattet ist, bis zur nächsten Kurve,…
DSC_2593 Welcome to PortugalWir erreichen nach 50 km Fahrt um etwa 17.00 Uhr ein kleines Dorf, hier will aber niemand den kleinen Naturcamping kennen, den wir im Internet entdeckt haben. Erst die Leute in einem  Auto mit Schweizer(!) Nummern, das in den Weg einbiegt, bestätigen uns, dass es einen Camping hat, sehr wahrscheinlich ziemlich privat, aber wir können da sicher unser Zelt aufstellen, sie sind auch schon ein paar Tage da. Noch 2,5 km, dann sind wir da. Ja, wild, fast alles schräg, verwunschener Garten, alles ein bisschen verwahrlost, über den Kopf gewachsen? Erst am nächsten Morgen sehen und sprechen wir die Besitzerin, eine Holländerin,  mein Gefühl bewahrheitet sich, drei Kinder, allein, der Ex-Mann, der früher mal mitgeholfen hat, ist nicht mehr dabei…

Im wilden Westen? Nein, El Rocio!

DSC_2506 WesternstadtVeloputzen ist angesagt! Martin sieht, dass der Gebrauch des Schlauchs fürs Auto putzen 1€ kostet. Er fragt in der Rezeption, ob er fürs Putzen der Fahrräder bezahlen muss. Ja sicher! ist die Antwort. Etwas ungläubig fragt er dann, ob er für jedes Fahrrad bezahlen muss, da reagiert die Dame doch gnädig und findet, ein Euro für zwei Fahrräder sei dann schon ok. Nach getaner Arbeit sehen die beiden dann wieder ganz schön aus. Jetzt werden wir uns hüten, „unbefestigte“ Strässchen zu nehmen!
DSC_2508 WesternstadtAls wir dann einkaufen gehen im Dorf, sind wir ganz erstaunt, hier gibt es nur „unbefestigte“, sandige Strassen, vor den Häusern sind Balken, zum Pferde anbinden, fast wie im wilden Westen!
Später erfahren von den Schweizern, das sei wegen den vielen Pferden hier. Es laufen Vorbereitungen für das grosse Fest Anfang Mai, la Romería, Es wird am Pfingstmontag zelebriert mit einem Umzug der Virgen Maria de Rocio.
Es ist ein religiöses Fest, das seine Anfänge im 16.Jh hatte. Es wird viele hundert-tausend Menschen und Pferde hier haben, da das ganze Wochenende mit Pferden und Stieren Spiele und Wettkämpfe stattfinden. (der Camping vermietet dann seine Parcelas für 80€ pro Nacht!)
DSC_2504 WesternstadtFür uns aber wird El Rocio eine etwas verschlafene Westernstadt bleiben!

 

Territorio Activo

Wir fahren auf einer neuen, geraden, breiten und fast leeren Strasse. Laut GPS ist der erste Camping nur 23 km entfernt, der nächste soll nur 16 km weiter sein, aber vertraue nie dem GPS! Die 16 km mehr erweisen sich nämlich als falsch, und wir fahren lange und viel zickzack durch ein Quartier mit grossen Gärten und dementsprechend vielen bellenden Hunden hinter den Zäunen, dann ein paar Kilometer Sandweg durch einen hügeligen Wald, bis wir wieder auf eine neue, schwarze Carretera kommen.
„Territorio activo“, ein wunderschön mit Kiefern bewaldetes Gelände, ist kein Camping, hat aber eine günstige Pension, und nach genau 85 km ist uns das egal, Hauptsache vom Velosattel runter! (das GPS bekommt heute kein Lob!) Wir haben ein ganzes Haus zur alleinigen Benutzung, mit Küche, Wohnzimmer und zwei Duschräumen, diese Möglichkeiten nützen wir ausgiebig!
IMG_0823 Territorio Activo IMG_0824 Territorio Activo
Beim Frühstück am nächsten Morgen, erzählt uns die Vermieterin die Geschichte des Territorio, es wurde früher als Flüchtlingslager genutzt, seit ein paar Jahren aber ist es ein Ort, wo Freizeit und Wochenende verbracht werden können, es gibt verschiedene Aktivitäten, wie Kanu fahren, der Badestrand ist in einer halben Stunde zu Fuss durch den Wald erreichbar, und was besonders junge Leute anzieht: man kann hier Paintball spielen in der freien Natur! Die Anzüge werden zur Verfügung gestellt und das riesige Territorium ist abgegrenzt mit Zäunen! Viel Spass beim Kampf! Für uns ein ruhiges, stilles Fleckchen Erde, ich konnte sogar einen ganz besonderen Vogel aus nächster Nähe beobachten: DSC_2511 Teritorio Activo DSC_2510 Teritorio Activo

Abkürzungen

DSC_2475 AbkürzungAnstatt den weiten Umweg über eine Brücke zu machen, glauben wir den Herren aus der Tourist-Information, und sie hatten Recht: Die Fähre ist in Betrieb! Hach, da haben wir der Stadt ein Schnippchen geschlagen!DSC_2471 Abkürzung
Später, weil das mit dieser Abkürzung so gut geklappt hat, versuchen wir es gerade noch einmal, und nehmen eine „Abkürzung“ durch Feldweg! Da haben wir aber nicht mit dem vielen Regen gerechnet, der in den letzten Tagen heruntergefallen ist und die Erde aufgeweicht und in eine lehmig, schlammige Pfütze verwandelt hat. Der Dreck bleibt an den Pneus und Schuhen kleben, verstopft sofort die Räder mit den Schutzblechen, es gibt nichts ausser den Dreck alle 20-50 Meter mit einem Stecken weg zu putzen! Und dann schieben, versuchen die Stellen zu erwischen, wo der Schlamm etwas weniger tief ist, und nach 20-50 Metern wieder von vorne, wegkratzen mit dem Stecken und weiter schieben,…Der Weg zieht sich in die Länge, selten kamen mir 3km soooo lange vor! Dafür haben wir eine Erfahrung mehr und ein paar Fotos….DSC_2480 Abkürzung DSC_2483 Abkürzung
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Durch wunderschöne Wiesen und Wälder, sogar wieder auf ungeteerten Wegen, fahren wir weiter und die verdiente Pause machen wir ganz gediegen mit Stühlen und Tischchen an einem wunderschönen Plätzchen.DSC_2478 Abkürzung DSC_2488 Abkürzung DSC_2485 Abkürzung
DSC_2484 Abkürzung DSC_2502 AbkürzungDa konnte Martin schon mal die Pneus reinigen… es hatte zum Glück kein tiefes Loch im Teer! IMG_0813 Abkürzung DSC_2493 Abkürzung

 

Sevilla

DSC_2435 SevillaEinen Tag machen wir hier Ruhetag, es ist regnerisch und Martin hat zu tun, der Kocher muss wieder einmal auseinandergenommen und total sauber gemacht, gefettet und wieder zusammengebaut werden. Hat er doch in der letzten Zeit manchmal gefaucht und gerusst und die Flamme wollte gar nicht mehr richtig blau werden. Und wenn Martin schon am Fetten ist, bekommen unsere Sättel auch eine Schicht verpasst, damit sie schön weich werden!  (jaja ich warte immer noch darauf, dass er ein bisschen weicher wird,…) Mir wurde versichert, dass nach 3000 Km der Sattel dann schön angepasst ist, und man nie mehr tauschen wolle! Wir haben nun schon 5500Km und sooo weich ist er doch nicht geworden :-)DSC_2424 Sevilla DSC_2425 Sevilla

Abends nach dem Essen spazieren wir bei einem Paar vorbei, die ein kleines REI-Zelt aufgestellt haben, das wollen wir doch näher anschauen. Unsere gelben Iglu-Zelte, die wir über 20 Jahre im Gebrauch hatten, waren auch von REI. (ein amerikanischer Outdoor-Laden)

Die beiden sind Amerikaner und beginnen sofort ein Gespräch mit uns, sie sind zu Fuss unterwegs, haben auch die gleichen Stühle wie wir, und schlussendlich stehen wir sicher 2 Stunden mit ihnen da und plaudern übers Reisen.

DSC_2429 SevillaIm Bus nach Sevilla lernen wir Hans kennen,(er versucht, sein Busbillet mit einer 50Euro Note zu bezahlen, was für den Chauffeur eine ziemliche Herausforderung wird, wegen dem Rückgeld, das Billet kostet etwa 2.60!) Hans ist momentan allein mit seinem Camper auf Spanien-Tour. Seine Frau wollte diesmal lieber zuhause bleiben, sie geht dann im Sommer wieder mit.   DSC_2467 SevillaDSC_2438 SevillaDSC_2446 Sevilla
Sevilla ist eine grosse Stadt mit vielen Touristen, wir gucken ein bisschen herum, schlendern durch die Gässchen, meine Erinnerungen (sind halt schon über 30 Jahre her!) haben mich getäuscht, ich dachte, Sevilla ist eine ganz weisse Stadt, mit vielen Innenhöfen, so wie in Arcos de la Frontera, aber ich finde hier kaum weisse Häuser und nur wenige Innenhöfe.DSC_2458 Sevilla DSC_2455 Sevilla DSC_2465 Sevilla DSC_2432 Sevilla
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Es regnet auch heute einmal ganz heftig, wir warten den Guss in einer Passage ab. Wir haben noch einen wichtigen Einkauf vor: Hier in Sevilla gibt es nämlich den Laden, in dem wir Duschmittel und Shampoo in Seifenform kaufen können, das ist sehr praktisch und Platz sparend. IMG_0807 SevillaDSC_2442 Sevilla

In einer Tourist-Information erhalte ich die wertvolle Info, dass die Fähre über den Fluss in Coria del Rio wirklich in Betrieb ist. Der junge Mann weiss es zwar nicht sicher, aber er erkundigt sich bei seinem älteren Kollegen, ein anderer Mann, der daneben steht und zuhört, versichert mir, dass er auch schon mit dem Fahrrad dort durchgefahren ist und die Fähre benutzt hat. Und der ältere Kollege ist sich auch sicher.

Rio Guadalquivir

DSC_2396 Rio GuadalquivirWir brechen auf mit genug Essen, Der Fluss Guadalquivir hat bis kurz vor Sevilla keine einzige Brücke oder Fähre, um auf die andere Seite zu kommen, mehr als 120 Km, einmal wild übernachten ist eingeplant. Auf der anderen Seite hat es nämlich ein riesiges Naturschutzgebiet, den Donana-National Park! (da darf niemand rein ohne Bewilligung. Ein paar Reisebüros mit den richtigen Verbindungen haben aber eine ganz spezielle, und dürfen die Touristen mit 4-Wheeldrive-Jeeps durch den Park karren. Das ersparen wir uns, Nein Danke!DSC_2367 Rio GuadalquivirDSC_2375 Rio Guadalquivir DSC_2391 Rio GuadalquivirDer Weg lässt manchmal etwas Wünsche offen…..DSC_2397 Rio Guadalquivir

DSC_2370 Rio GuadalquivirDie Strecke ist trotzdem superschön, auch wenn wir auf der anderen Seite des Naturreservat sind, am Flussufer zuerst viel Sümpfe, wo wir wieder Flamingos sehen, später kommen richtige Auen mit grossen alten Bäumen, Wiesen, viel Wasser und Tümpel für all die Tiere, die da leben. Links der Fluss, rechts grosse Felder, alles ist abgezäunt, auf beiden Seiten etwa 2m Gras, dann Zaun. Wie sollen wir da ein Plätzchen zum Übernachten finden?
Erst spät kommen wir an einen sehr schönen Picknick-Platz am Fluss, da kochen wir unser Abendessen, und hoffen, dass die Familie, die da am Grillieren ist, dann schon nach Hause gehen! Während dem Essen hören wir plötzlich einen Riesenlärm, und da fährt ein riesiger Kahn um die Flussbiegung! Das wussten wir nicht, dass hier noch so grosse Schiffe auf dem Fluss verkehren. Etwas später, wir geniessen die Abendstimmung, kommt ein Schafhirte mit seinen hundert Schafen daher, die Hunde halten sie auf Abstand zu uns, sie legen sich etwas weiter unterhalb zur Ruhe. IMG_0802 IV DSC_2404 Rio Guadalquivir DSC_2401 Rio Guadalquivir
Als es dunkel wird, macht Martin eine Runde, um zu Schauen, wo wir unser Zelt aufstellen könnten. Er wird fündig und nach etwas stressigem Zelt aufstellen, (es ist schon ziemlich dunkel) erleben wir eine fast ruhige Nacht, nur gerade als wir einschlafen, kommt auf dem Fluss nochmals ein Riesenkahn daher, schon der zweite heute Abend.DSC_2406 Rio Guadalquivir Mitten in der Nacht kommt dann noch einer, aber sonst ist es wirklich still, ausser den normalen Nachtgeräuschen, wie die Rufe des Käuzchens oder andere Vogelgeräusche, die ich nicht zuordnen konnte. Morgens weckt uns das Gezwitscher der Vögel, das „hu-hu-huu“, der Tauben geht jedem mal auf die Nerven!
DSC_2408 Rio GuadalquivirSchnell bauen wir das nasse Zelt wieder ab und beim Kaffee weiter vorne wo die Sonne schon scheint, hören wir das Klappern der Störche. Später sehen wir die Storchennester auf der alten eingefallenen Kirche. Diese Vögel sind einfach faszinierend! Besonders gerne nesten sie auch auf den Stümpen der abgestorbenen Palmen, die man immer wieder sieht.DSC_2419 Rio Guadalquivir DSC_2368 Rio Guadalquivir

Cadiz

DSC_2345 CadizVom Camping von El Puerto de Santa mit der Fähre in die Stadt gefahren,DSC_2344 Cadiz herumgebummelt und wieder viele Touristen und neben den schönen Dingen die man sehen sollte auch viele kaputte Häuser und Ruinen gesehen. DSC_2351 Cadiz DSC_2353 CadizDSC_2360 Cadiz DSC_2358 Cadiz  DSC_2362 Cadiz DSC_2354 Cadiz
Auf dem Markt haben wir uns mit feinen Sachen eingedeckt und geschlemmt: Käse, Jamón, frisches Brot und zum Dessert Erdbeeren! Und dann in einem noblen Kaffee einen Wiener Kaffee getrunken!DSC_2352 Cadiz
Eigentlich wollten wir mit einem Bus über die neue Brücke fahren, aber das ist nicht möglich und mit dem Fahrrad sowieso nicht, es ist nämlich eine Autobahn!!!
Und eigentlich haben wir langsam genug Stadt gesehen….Es wird Zeit wieder einmal etwas in die Natur zu gehen.

Umweg

DSC_2219 IVAuf einer Via Verde haben wir Daniel und Chelo getroffen, er mit Anhänger und Kind drin, was zu erstauntem Ausrufen bei uns führt, bei ihnen unsere Ladung Gepäck, die wir mitführen. Wir halten an, sprechen ein wenig miteinander spanisch, dann fragt Dani: seid ihr Schweizer? Er hat unseren Homepage-Kleber auf den Rädern gesehen!
Schnell sind er und Martin in ein Gespräch über Fahrräder vertieft, er erklärt seinem Sohn Manuel einige wichtige Details, und ich erfahre von Chelo, dass nächste Woche in Sevilla die grösste Flamenco-Feria in Andalusien ist! Das heisst: viele Leute, die Stadt wird überflutet von Menschen, die an diesem Fest teilnehmen wollen.
Chelo ist Lehrerin an der Grundschule in Arcos de la Frontera, wir haben sofort viel Gesprächsstoff! Die beiden Kinder wollen schlussendlich weiter, Chelo lädt uns zu sich nach Hause ein und wir tauschen Telefonnummern aus. Arcos ist zwar nicht gerade auf unserer Linie nach Sevilla, aber die Feria gibt uns zu denken. (viele Leute bedeutet auch weniger Platz auf den Campings oder in den Pensionen überteuerte Preise,…mal schauen. Wir könnten ja auch zuerst nach Arcos, dann nach Cadiz und dann nach Sevilla…? Wir müssen nichts, können uns jederzeit umentscheiden!DSC_2212 IVDSC_2218 IVDSC_2221 IV   Das Wetter ist wunderschön, die Via Verde auch, ganz tolle Strecke, und weil Samstag ist, sind wir auch nichtganz  allein, was uns gar nicht stört. Die vielen Ausflügler beweisen uns, dass Velofahren etwas ist, das in Spanien so langsam ins Bewusstsein kommt und Spass macht, und von da ist es dann nur ein kleiner Schritt, das Velo auch im Alltag zu benutzen.DSC_2225 IVGegen Abend suchen wir ein Plätzchen zum Campen, was uns einige Zeit kostet, zuerst schauen wir etwa vier Plätze an, der erste wäre zwar ideal, aber es hat einfach zu viele Leute da, es ist ein Picknickplatz und es stehen sogar zwei Camper da, die vielleicht hierbleiben, der nächste ist zu nahe am Weg, beim andern nicht genug flacher Platz vorhanden und zuletzt einer, da kam vor kurzem eine Ziegenherde vorbei, die vielleicht diesen Abend zurückkommt? Und wir dann mitten drin stehen,…DSC_2239 IVDSC_2224 IVAber dann endlich haben wir Erfolg, zwischen Büschen hat es abgefressenes Gras und flach ist es auch einigermassen. Zuerst kochen wir unser Abendessen, falls jemand vorbeikommen sollte, und erst beim Eindunkeln stellen wir das Zelt auf. Es ist doch nicht ganz so eben wie wir gedacht haben, Martin hat am nächsten Morgen einen steifen Nacken vom schräg liegen!DSC_2228 IV
Der nächste Tag ist bedeckt, dicke Wolken ziehen über den Himmel, aber der Regenguss kommt erst, nachdem wir unser Zelt abgebrochen haben und an der Endstation der ViaVerde einen Kaffee trinken, den Regen lassen wir vorbeiziehen.DSC_2243 IVDSC_2244 IV Bei kühlem Wind und etwas Nieselregen fahren wir durch schöne Landschaft Richtung Arcos de la Frontera. Unterwegs sehen wir das erste Mal eine richtige Schweineherde auf der Weide, Die haben aber wirklich Schwein gehabt! DSC_2245 IV

Angekommen in Arcos, werden wir herzlich von Dani und Chelo empfangen. Alle unsere nassen Sachen dürfen wir aufhängen, sogar für das Zelt hat es Platz, und dann unter die Dusche. Chelo ist am Nähen, sie macht viele Kleider für die Kinder.
Dani zeigt Martin alle seinen technischen Sachen, er fährt neben dem Velo auch Einrad, hat einen Solargrill selber zusammengebaut und einen Solar–Backofen „erfunden“!

DSC_2258 IVAm nächsten Morgen nimmt uns Chelo mit in ihre Schule, die zuoberst im Städtchen neben der Kirche liegt, im Gebäude eines ehemaligen Klosters. (was für ein Schulweg! das ist Fitness pur, und wenn ich an die Temperaturen im Sommer denke,puh!)  DSC_2247 IVIn ihrer Klasse lösen wir bei den Schülern Staunen und Ungläubigkeit aus, als wir von unserer Reise mit dem Velo erzählen.
DSC_2259 IV
Danach spazieren wir durch das Städtchen, das hoch auf einem Felsen in einer Flussschlaufe thront. (fast wie Bern, aber trotzdem nicht wie Bern,…) Weisse Häuser, eng aneinander gebaut, die Strässchen so steil und eng, dass eigentlich niemand mehr hier wohnen will, ausser einigen Fremden, die sich ein Haus gekauft haben und jetzt für die Touristen Zimmer anbieten, und die Alten, die schon immer da gewohnt haben. So sehen wir verfallende Häuser, geschlossene Läden neben schön renovierten Pensionen oder Hostals.
Was mir besonders gefällt, sind die Innenhöfe, die man manchmal bei geöffneten Eingangstüren sehen kann. Oft sind Pflanzen, schöne Gitter oder gemütliche Nischen zu sehen.DSC_2248 IVDSC_2249 IV DSC_2250 IV

DSC_2254 IVIn diesem Quartier, auf der anderen Seite des Flusses wohnen Chelo und Dani mit ihren Kindern.
Wir erfahren später am Nachmittag von Dani und seiner Frau viel über Familienverhältnisse und die versteckte Armut in Spanien, darüber, dass zwar viel Auto gefahren wird, aber die Autos nicht mehr gewartet werden, Versicherungen nicht bezahlt und nur für 10 oder 20 Euro getankt wird, weil gerade nicht genug Geld da ist. Wie die Leute wohnen, sehen wir auch nicht, oft leben ganze Familien in einer kleinen Wohnung bei den Grosseltern, deren Wohnung die einzige bezahlte ist, und leben vom Verdienst eines einzigen Familienmitglieds, das für 400-500 Euro pro Monat arbeiten geht. Solange Kinder da sind, gibt der Staat etwas Geld, trotzdem sind diese Menschen froh, wenn die Kinder in der Schule gratis essen können. Ja es ist nicht einfach hinter die „Kulissen“ zu sehen, auch hier versuchen die Menschen, so wenig wie möglich von ihrer Armut zu zeigen.
Da kommt mir gerade dieses Plakat in den Sinn, das wir schon öfters in den Städten gesehen haben:DSC_2361 IV

Jerez de la Frontera

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Ein „toller“ Regenguss trifft uns auf dem Weg nach Jerez! Das Foto machen wir natürlich erst, als alles schon vorbei ist, und der Ärger über das in die Schuhe gelaufene Wasser schon wieder verklungen ist!
Das Wetter und ein fehlender Camping in der Nähe der Stadt,hat uns veranlasst, ein Hotel zu reservieren. Wir haben eine gute Wahl getroffen, es ist ein gemütliches, sauberes und ruhiges Haus, mitten in der Altstadt von Jerez, mit einem so schönen Innenhof.DSC_2283 IV
Trotz einigen Regengüssen flanieren wir herum, das ist eine gemütliche Stadt, hier könnten wir uns auch wohlfühlen, man sieht zwar, dass überall das Geld fehlt, auch von der Gemeinde. (vielleicht sehen wir es jetzt einfach besser?)
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DSC_2276 IV Und ich muss meinen linken, grossen Zehen zeigen gehen, der tut mir seit einiger Zeit weh, bei der Podologin stellt sich heraus, dass eine feine Spitze des Nagels ins Fleisch gewachsen ist. Sie schneidet diese Spitze weg, was nicht gerade angenehm ist. Humpelnd verlassen wir ihre Praxis. Sicher kann ich die nächsten Tage nicht so gut laufen! Deshalb ist etwas Tourismus angesagt:
Wir machen eine Tour in eine Bodega, wo Sherry produziert wird, und buchen auch die Dagustation!
DSC_2269 IV IMG_0783 IV IMG_0786 IVDanach müssen wir dringend etwas esssen gehen und dann eine Siesta machen!
Am nächsten Tag kann ich schon etwas besser gehen, wir besuchen die königliche Schule der Reitkunst, die hohe Schule der Pferdedressur. das ganze stellt sich als volle Show heraus und ist: ober- super- touristisch! DSC_2288 IV
DSC_2318 IV DSC_2322 IVMan darf nur draussen Fotos machen, aber das ist auch gut so, sonst hätten die Leute die Show nur durch die Kamera angeschaut! Die Reithalle ist fast voll, wir schätzen an die 500 Zuschauer, oder sogar mehr? Wo sind diese Touristen nur alle hergekommen? In Jerez selber hat es nur wenige?
Jetzt haben wir aber genug von diesem Touristenrummel!
Zum Glück “müssen” wir nicht noch ein Flamenco-Lokal besuchen!
Am Abend kommen wir auf dem Heimweg zufällig an einer Bar vorbei, hören Musik, gehen rein und erleben einen Sänger und seine Cousine, die Flamencotänzerin, ganz authentisch, es hat nur Platz für ein Dutzend Leute, und alle sitzen da und geniessen die Darbietung!IMG_0795 IV

Schönes, Grünes, Duftendes, Wildes Andalusien!

DSC_2130 IVDie Weiterfahrt weg vom Meer, einem Fluss entlang, in die Hügel und Berge des Hinterlandes. Dort wurde dieser Fluss gestaut, es hat mehrere Stauseen und Schluchten und einige Felswände, die für die Kletterer sicher ein Genuss sind.
Wir fahren zuerst aber Stunden durch ein Meer von Frühling, viele verschiedene Blumen blühen am Strassenrand und auf den Feldern. Vor allem der Duft der Orangen- und Zitronenblüten schwebt über der ganzen Landschaft, es ist fast wie in einem Parfümladen. Die Landschaft ist grün und unsere Augen geniessen diese Farbe.DSC_2173 IV
DSC_2157 IV  IMG_0773 IV IMG_0798 IVIch hatte bei der Planung das Gefühl, dass wir ziemlich viele Höhenmeter machen müssen und bin sehr erstaunt wie wenig Steigungen wir haben. Erst die letzten Kilometer werden so richtig anstrengend, da geht es hoch, aber die Gegend belohnt uns mit unwahrscheinlich schönen Kiefernwälder, Felsen und wechselnden Farben der Erde, von grau bis fast rot, es ist ein Augenschmaus. Bei der Schlucht, durch die wir fahren, fällt das Stichwort Aareschlucht. Ah, da werden heimische Gefühle wach!DSC_2180 IVDSC_2188 IV DSC_2184 IV
Dann der Camping, er erinnert mich an meine Reise mit Janine, im Sommer 1986, das sah doch fast genau gleich aus?! Wir finden heraus, dass dieser Camping damals noch viel grösser war und viel weniger Infrastruktur hatte, ja damals musste man fast 10 Minuten laufen um zum WC zu kommen und Duschen gab es, glaub ich, auch keine,…DSC_2197 IV
Aber, die ganze Infrastruktur hat seine besten Jahre schon wieder hinter sich gelassen, die Plätze sind zum Teil mit viel Gras bewachsen und so schräg, dass man beim Schlafen runterpurzeln würde.
DSC_2194 IVWir stellen unser Zelt ganz einsam auf einer kleinen Halbinsel auf, wir sind die Einzigen weit und breit. Auch diesmal ist die Toilette nicht gerade nebenan, aber wir sind ja wild campieren gewöhnt und können auch mal ohne WC…
Es habe zwei Füchse, die sich rumtreiben, werden wir gewarnt. Ja, das kennen wir doch schon von irgendwoher?! Nach dem Kochen, es ist schon ziemlich dunkel, räumen wir unseren Abfall in einen Container, wir wollen keinen nächtlichen Besuch.
Und beim Spaziergang hoch zu den Containern, sehen wir zwei mit Stirnlampen an einem der Steintische sitzen, da sind wirklich noch welche gekommen, was und sogar mit dem Fahrrad! Aha, das sind ja Fran und Christine! Sie sind genau die gleiche Strecke gefahren wie wir, einfach einige Stunden später! Sie wollten uns besuchen beim Zelt, aber da wir nicht draussen sassen, dachten sie, wir sind schon am Schlafen! Wir setzen uns zu Ihnen, sie kochen uns einen Tee und wir tratschen in die Nacht hinein, bis ich plötzlich ein Augenpaar in Bodennähe glitzern sehe, der Fuchs! Wir klären die Beiden auf über die „Gefahr“, die der hungrige Fuchs mit sich bringt, und sie nehmen dann ihre Taschen mit dem Essen drin mit in ihr Zelt.DSC_2192 IV

Morgenstimmung am Stausee!
Am zweiten Abend dann, wir haben zusammen gekocht, vergessen wir doch unseren Abfallsack in knapp 1,7 Metern Höhe an der Wäscheleine – und der Fuchs springt den Sack natürlich an, genau in dem Augenblick, als ich gerade am Einschlafen bin und am meisten erschrecke! Wir haben nur ein paar Rüeblischalen und 2 Joghurtbecher, einige Käserinden und Papier-Taschentücher im Sack, aber das reicht, um ihn anzulocken. Wir kriechen wieder aus dem Zelt, um die Sache in Ordnung zu bringen, aber der Fuchs will gar nicht weg von seiner Beute, sogar als Martin einen Stein nach ihm wirft, rennt er nur ein paar Meter weg und kommt gleich wieder zurück.
Später in der Nacht hören wir einen Vogel? kläglich jammern, schreien – ob der Fuchs seine Eier gestohlen oder sogar die Jungen gefunden hat????

Wir treffen auf andere Tourenfahrer

Regen ist gemeldet und ziemlich Gegenwind, eine tolle Kombination!
Noch trocken können wir das Zelt zusammen packen, das ist doch schon etwas!
Frühstück gibt es diesmal unterwegs, Wir haben doch einige Kilometer vor uns die wir gerne trocken hinter uns bringen würden. Den ersten Regenguss können wir in einem Bus-Warte-Häuschen recht trocken hinter uns bringen!
In der nächsten Stadt sind wir gerade am überlegen ob wir etwas trinken wollen, oder weiterfahren, da reisst Martin einen Stopp: 2 Tourenfahrer gesichtet !!!
Wir tauschen uns aus, es ist ein Paar, spanisch/kanadisch (sie wollten auch zu unseren Warmshower Gastgebern, wir waren aber noch da!) Wir fahren zusammen los, und hier haben die Strassenplaner wieder mal die Fahrradfahrer ganz vergessen, die einzige Strasse wird zur Autobahn, na das kennen wir ja schon, aber für Fran und Christine ist es das erste Mal! Zum Glück sind es nur ein paar hundert Meter, dann können wir wieder weg und auf die alte Strasse, die da noch ist.
Der Wind wird so richtig übel, die Strecke führt ganz am Meer entlang und es wird so richtig feucht und salzig….
Eien Weile fahren wir auf dem Paseo Maritim, da spaziert heute niemand! Aber bald wechseln wir auf die Strasse zwischen den Häusern, die zwar viel befahren, aber windgeschützter ist.
Wir trennen uns dann, wir fahren in die Jugi und die zwei zu ihren Warmshower Gastgebern. Tauschen noch die Telefonnummern, vielleicht können wir etwas trinken gehen zusammen?
Eigentlich ist es ganz gut gegangen, der Regen hat auf sich warten lassen, nur der Wind hat uns etwas geplagt.
Erst gegen Abend beginnt es so richtig, aber das tut uns heute nicht weh, wir sind am Trockenen!!!
Nach einigen Whatsapp mit Fran ist klar, dass wir zusammen die Burg in Malaga besuchen werden. Was wir auch tun und viel zu reden und zu lachen haben.
DSC_2144 Fran

DSC_2201 FranEinige Tage später, gerade mache ich einige Fotos von der Landschaft, wir sind wieder in einem sooo grünen Tal unterwegs, wer kommt da daher? Die zwei haben uns wieder eingeholt, wir sind nämlich am Morgen viel früher los als sie! Ich habe aber einen etwas schlechten Tag, der Wind geht mir extrem auf die Nerven und jede zusätzliche Steigung wird zur Tortur. Ich brauche ein paar Pausen mehr, und klar, die zwei sind schliesslich auch 20 Jahre jünger und fitter als wir!
DSC_2204 Fran
Wir teilen uns auf dem nächsten Camping eine Parcela! Zum Glück, denn dieser Camping ist wieder einmal sehr teuer! Neu und total eingerichtet für die Lastwagen – Wohnmobile, für Zeltler gibt’s den gleichen Preis, keinen Discount. Aber zu zweit kommen wir in eine Preisklasse, die uns behagt. Es reicht sogar, dass wir uns entscheiden nicht mehr zu kochen, sondern Essen zu gehen, im Restaurant das dem Camping angegliedert ist.
Und wir essen viel und gut!DSC_2208 IV

Am nächsten Tag fahren wir die letzten Kilometer zusammen nach Olvera, hier beginnt wieder eine Via Verde, die wir unbedingt machen wollen, sie führt nämlich genau Richtung Sevilla.
Wir verabschieden uns hier, vielleicht treffen wir uns ein anderes Mal an einem anderen Ort wieder! Gute Reise, ihr zwei, geniesst Euer Timeout!IMG_0794 IVDSC_2160 Fran

Ein Zuhause!

DSC_2111 IVEs gibt Orte wo man sich vom ersten Moment an zuhause fühlt!
Es gibt Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, machen, was Ihnen gefäll,t auch wenn es nicht die Norm der Gesellschaft ist. das fasziniert uns!
Das ganze Haus haben sie selber gebaut, dabei viele eigene Ideen umgesetzt, den Garten mit all den Bäumen und Sträuchern die ihnen gefallen oder deren Früchte sie mögen bepflanzt. DSC_2101 IV DSC_2103 IV DSC_2108 IV DSC_2100 IV
Wir hatten viele interessante Gespräche, wurden verwöhnt mit frischem Gemüse aus dem Garten und als Martin krank wurde, war es kein Problem, dass wir bis zu seiner Genesung dableiben konnten. Ich habe versucht, mich ein bisschen nützlich zu machen, und durfte einige kleine Wellen des grossen Mosaiks im Terrassenboden einpflastern. Etwas, das ich zuhause auch gerne hätte machen wollen, aber nie angefangen habe!
Es ist ein Zuhause in dem man sich wohlfühlt vom ersten Moment an! Und wir möchten uns auch hier bei Euch ganz herzlich bedanken für Eure Gastfreundschaft!