Wir treffen auf andere Tourenfahrer

Regen ist gemeldet und ziemlich Gegenwind, eine tolle Kombination!
Noch trocken können wir das Zelt zusammen packen, das ist doch schon etwas!
Frühstück gibt es diesmal unterwegs, Wir haben doch einige Kilometer vor uns die wir gerne trocken hinter uns bringen würden. Den ersten Regenguss können wir in einem Bus-Warte-Häuschen recht trocken hinter uns bringen!
In der nächsten Stadt sind wir gerade am überlegen ob wir etwas trinken wollen, oder weiterfahren, da reisst Martin einen Stopp: 2 Tourenfahrer gesichtet !!!
Wir tauschen uns aus, es ist ein Paar, spanisch/kanadisch (sie wollten auch zu unseren Warmshower Gastgebern, wir waren aber noch da!) Wir fahren zusammen los, und hier haben die Strassenplaner wieder mal die Fahrradfahrer ganz vergessen, die einzige Strasse wird zur Autobahn, na das kennen wir ja schon, aber für Fran und Christine ist es das erste Mal! Zum Glück sind es nur ein paar hundert Meter, dann können wir wieder weg und auf die alte Strasse, die da noch ist.
Der Wind wird so richtig übel, die Strecke führt ganz am Meer entlang und es wird so richtig feucht und salzig….
Eien Weile fahren wir auf dem Paseo Maritim, da spaziert heute niemand! Aber bald wechseln wir auf die Strasse zwischen den Häusern, die zwar viel befahren, aber windgeschützter ist.
Wir trennen uns dann, wir fahren in die Jugi und die zwei zu ihren Warmshower Gastgebern. Tauschen noch die Telefonnummern, vielleicht können wir etwas trinken gehen zusammen?
Eigentlich ist es ganz gut gegangen, der Regen hat auf sich warten lassen, nur der Wind hat uns etwas geplagt.
Erst gegen Abend beginnt es so richtig, aber das tut uns heute nicht weh, wir sind am Trockenen!!!
Nach einigen Whatsapp mit Fran ist klar, dass wir zusammen die Burg in Malaga besuchen werden. Was wir auch tun und viel zu reden und zu lachen haben.
DSC_2144 Fran

DSC_2201 FranEinige Tage später, gerade mache ich einige Fotos von der Landschaft, wir sind wieder in einem sooo grünen Tal unterwegs, wer kommt da daher? Die zwei haben uns wieder eingeholt, wir sind nämlich am Morgen viel früher los als sie! Ich habe aber einen etwas schlechten Tag, der Wind geht mir extrem auf die Nerven und jede zusätzliche Steigung wird zur Tortur. Ich brauche ein paar Pausen mehr, und klar, die zwei sind schliesslich auch 20 Jahre jünger und fitter als wir!
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Wir teilen uns auf dem nächsten Camping eine Parcela! Zum Glück, denn dieser Camping ist wieder einmal sehr teuer! Neu und total eingerichtet für die Lastwagen – Wohnmobile, für Zeltler gibt’s den gleichen Preis, keinen Discount. Aber zu zweit kommen wir in eine Preisklasse, die uns behagt. Es reicht sogar, dass wir uns entscheiden nicht mehr zu kochen, sondern Essen zu gehen, im Restaurant das dem Camping angegliedert ist.
Und wir essen viel und gut!DSC_2208 IV

Am nächsten Tag fahren wir die letzten Kilometer zusammen nach Olvera, hier beginnt wieder eine Via Verde, die wir unbedingt machen wollen, sie führt nämlich genau Richtung Sevilla.
Wir verabschieden uns hier, vielleicht treffen wir uns ein anderes Mal an einem anderen Ort wieder! Gute Reise, ihr zwei, geniesst Euer Timeout!IMG_0794 IVDSC_2160 Fran

Ein Zuhause!

DSC_2111 IVEs gibt Orte wo man sich vom ersten Moment an zuhause fühlt!
Es gibt Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, machen, was Ihnen gefäll,t auch wenn es nicht die Norm der Gesellschaft ist. das fasziniert uns!
Das ganze Haus haben sie selber gebaut, dabei viele eigene Ideen umgesetzt, den Garten mit all den Bäumen und Sträuchern die ihnen gefallen oder deren Früchte sie mögen bepflanzt. DSC_2101 IV DSC_2103 IV DSC_2108 IV DSC_2100 IV
Wir hatten viele interessante Gespräche, wurden verwöhnt mit frischem Gemüse aus dem Garten und als Martin krank wurde, war es kein Problem, dass wir bis zu seiner Genesung dableiben konnten. Ich habe versucht, mich ein bisschen nützlich zu machen, und durfte einige kleine Wellen des grossen Mosaiks im Terrassenboden einpflastern. Etwas, das ich zuhause auch gerne hätte machen wollen, aber nie angefangen habe!
Es ist ein Zuhause in dem man sich wohlfühlt vom ersten Moment an! Und wir möchten uns auch hier bei Euch ganz herzlich bedanken für Eure Gastfreundschaft!

Huerta Romero

Ein Zeltplatz wie es ihn nur noch selten gibt! Etwas in die Jahre gekommen, genau so wie die sehr charmante, ältere Dame, die uns begrüsst und uns einweiht in die verschiedenen Genüsse, die die Umgebung bietet.
Die Rezeption ist ein mit Büchern und Papier überstelltes Büro, ein riesiges Durcheinander, so auch der Salon, wo die Dame uns empfängt. Aber alles zeugt von der Liebe zu diesem Grundstück: die Blumen, Bäume und Kakteen, riesig gross. Fast ein bisschen ein verwunschener Garten. Der Platz wo die Zelte aufgestellt werden können, ist gedeckt mit Reben und Glyzinien, die sich über uraltes Gestänge winden und sich um Laternenpfähle schlingen,…. DSC_2081 IV DSC_2087 IV
DSC_2089 IVHier können nur kleine Zelte stehen! Aber auch die Parzellen sind klein, so wie früher, genügend für einen Wohnwagen oder ein Hauszelt. Die heutigen grossen Wohnmobile kommen wahrscheinlich kaum unter den Bäumen durch und wenn, dann haben sie keinen Platz mehr zum Aussteigen. Deshalb hat es hier also nur die etwas älteren und kleineren Fahrzeuge stehen.
Was geschieht wohl, wenn die alte Dame nicht mehr kann? Wird der Camping dann geschlossen? Oder hat jemand das Händchen, dieses Bijoux zu renovieren, ohne dass es seinen Charme verliert?

Mar de Plastico

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DSC_2047 ManoloManolo begleitet uns am nächsten Tag, wir fahren südlich vom Mar de Plastico entlang. Auf der einen Seite das Naturschutzgebiet, Schilf, Meerwassertümpel mit verschiedenen Vögel und Mücken, die uns attackieren, wenn wir anhalten um ein Foto zu machen. Auf der anderen Seite die Plastik-Gewächshäuser, riesig, eins neben dem anderen, Kilometer an Kilometer – absolut deprimierend für mich! Aber: Die Leute hier sind stolz, oder froh, dass sie hier ein Geschäft betreiben können, das rentiert, und sie sprechen davon, sie seien der Huerto de Europa. (Garten/Pflanzblätz, ich weiss nicht recht, wie ich das übersetzen soll) DSC_2049 IV DSC_2065 IV DSC_2068 IV DSC_2060 IV DSC_2069 IV
Daneben bleibt kaum mehr Platz für einen Baum oder einen Busch, und wenn, dann ist er voll Gerümpel und Plastikfetzen von den kaputten, zerrissenen Gewächshäusern, die hier dazwischen stehen, und zeugen von falschen Kalkulationen oder schlechten Einnahmen, die zum Konkurs geführt haben.
Denn auch hier wird kräftig fremd-finanziert, solange es rentiert.
Die Arbeiter sind fast nur noch Afrikaner, wie viele davon illegal und ohne jeglichen Schutz können wir nicht abschätzen. Gerade vor kurzem hat die Zeitung „El Pais“ einen Bericht veröffentlicht, der die Situation dieser Afrikaner schildert: Sie wohnen zum Teil in diesem Plastik drin, ohne fliessend Wasser, ohne Toiletten, ohne Elektrizität, unter den widrigsten Bedingungen, einige seit ein paar Monaten, andere schon seit Jahren. Es gibt kaum Hilfe für diese Menschen, viele gehen jeden Morgen an die Strasse in der Hoffnung, dass ein Bauer sie anstellt, für einen Tag oder vielleicht mal für eine Woche. Krank werden geht nicht, ein Unfall schon gar nicht!
Und das in einem Europäischen Land, in der ersten Welt!
Und dieses Gemüse wollen wir so günstig wie möglich und zu jeder Jahreszeit kaufen!
(alle Sorten Tomaten, Gurken, Peperonis, Bohnen, Zucchettis,…die haben wir schon gesehen)

Zum Glück gibt es aber immer auch schöne und berührende Erlebnisse!

IMG_0758 IV IMG_0760 IV  DSC_2050 Manolo DSC_2057 In der Heide, durch die wir gefahren sind, ist Natur pur, schon kurz nachdem wir die Gewächshäuser-Strasse verlassen haben. Eine verlassene Ziege kreuzt unseren Weg, sie meckert jämmerlich, ich rede ihr gut zu, denn ich sehe die Spuren der Herde, die sicher vor kurzem hier durchgekommen sein muss. Sie eilt meckernd davon, sicher findet sie ihre Familie bald. Wir müssen den Weg ein wenig suchen, es hat sandige Abschnitte die wir nicht so gut durchfahren können, und da treffen wir auf die Ziegen und Schafherde, die gemütlich am Grasen ist, ein Hirt steht auch da mit seinen Hunden. Und wir mitten drin! Der Hirt meint, dass die verlorene Ziege den Weg schon noch finden wird, und sonst gehe sie dann nach Hause, sie wisse schon wo das sei!

Nach diesem Moment der vollkommenen Schönheit fahren wir dann wieder durch bebautes Gebiet, Feriensiedlungen soweit das Auge reicht, diesmal recht nobel, ein, nein, zwei Golfplätze müssen wir umfahren, bis wir zum Yacht-Hafen kommen, wo einige Bars offen sind und viele Leute flanieren, das Zentrum von all diesen Siedlungen. Wir nehmen einige Tapas zu unserem (alkoholfreien) Bier, und fahren dann gestärkt bis zum Camping, der erst ein paar Jahre hier ist, früher war er da, wo jetzt der Golfplatz und seine Nobel-Siedlung sind. (Der Besitzer ist sehr wahrscheinlich ziemlich reich geworden, als er im Bauboom sein Land verkauft hat.) Wir verabschieden uns von Manolo, er fährt jetzt quer durch das Plastikmeer zurück, da ist er natürlich viel schneller wieder zuhause.

Eine “Carretera National” für uns allein

Wir fahren auf einer gefürchteten N – einer vielbefahrenen Nationalstrasse, denken wir!
Etwas weiter oben in den Bergen hat es eine Autobahn, auf der Karte sieht es aus wie wenn die zwei Strassen nebeneinander gebaut wurden, deshalb wollte ich zuerst gar nicht hier fahren.DSC_2076 IV
Aber halt: hier hat es ja kaum Verkehr!
Wir haben einige Ideen, warum das so ist:
– Es ist Ostern und alle Leute sitzen mit ihren Familien irgendwo am Mittagessen, das sich in die Länge zieht.
– Die Autobahn kostet in dieser Provinz nichts, deshalb fahren alle, die fahren müssen, dort oben, das geht schneller.
– Es hat fast keine Dörfer hier, Wochenende, kein Bedarf zum rumfahren (kaum der richtige Grund)
DSC_2074 IV  DSC_2092 IVGemütlich können wir hier nebeneinander fahren, wirklich nur alle halbe Stunde ein Auto oder ein Motorrad, und die Strasse ist in einem exzellenten Zustand, zum Teil erst vor kurzem neu geteert! Alles extra für uns!
Wir geniessen diesen Tag, trotz den paar bissigen Steigungen die es hier hat.
Die Aussicht entschädigt uns für alles, es ist atemberaubend schön!DSC_2091 IV

mal eine andere Art zu Übernachten!

Besuch bei Manolo (dem Velofahrer mit dem kaputten Pneu), er freut sich, dass wir ihn besuchen, er hat eine grosse Garage und drin steht ein Camper, den er uns zur Verfügung stellt zum Übernachten! Seine Frau will uns zuerst noch in der Wohnung ein Zimmer freimachen, aber wir möchten gerne in diesem Camper schlafen! Auch wenn er in einer Garage steht! Das ist doch einfach mal ein Gefühl, drin und nicht daneben im Zelt zu sein!DSC_2041 IV DSC_2042 IV

Wir beschäftigen uns ja sehr viel mit diesen Gefährten, die wir auf den Zeltplätzen zu Gesicht bekommen: welcher würde uns gefallen, welche sind einfach übertrieben zu gross, was möchten wir drin haben und was bestimmt nicht: Eine Dusche sicher nicht, die nimmt einfach zuviel Platz weg, und auf den Campings hat es ja Duschen, und wenn man wild steht, kann man sich ja auch mal „nur“ waschen!
Als WC würde ja ein kleiner Kübel auch reichen. Und spätestens morgens, wenn wir jeweils die Männer sehen, wie sie die Kanister der Toiletten leeren gehen (für jene die nicht wissen wie das aussieht: man stelle sich einen mittleren Rollkoffer vor mit diversen runden Verschlüssen dran) – müssen wir jeweils schmunzeln…. (Irgendjemand hat mal gesagt: das sei der morgendliche Shit-walk!)
Wir entdecken einen Veloladen! Und müssen natürlich schnell rein. Der Laden heisst: Cargus-Bike (ist auf Facebook), der Mann holt einmal im Monat mit einem Lieferwagen in Holland alte und gebrauchte Fahrräder und verkauft diese günstig in Roquetas del Mar. Hinten hat er auch noch eine Reparatur-Werkstatt, auch hier stehen Velos rum. Das Geschäft läuft gut, es hat viel Kundschaft im Laden.IMG_0754 IV

So gegen halb neun abends schliesst Manolo sein Büro, und wir fahren nach Hause, wo Larissa noch Abendessen vorbereitet, nur ganz etwas Leichtes, eine dicke Gemüsesuppe und eine riesige Schüssel Salat…Martin spielt unterdessen mit der kleinen Tochter, die ganz den Narren gefressen hat an ihm! DSC_2043 Manolo
Bei interessanten Gesprächen vergeht die Zeit immer sehr schnell, schon ist es fast 1 Uhr früh.
Wir schlafen herrlich in dem Camper und beschliessen, noch einen Tag hier zu bleiben, fahren spazieren auf dem Paseo Maritim, trinken Kaffee und geniessen die Ferienstimmung. Es hat ziemlich viele Spanier, die Ferien haben in der Semana Santa und diese Dörfer am Meer bevölkern. Und morgens, wenn der Wind noch sanft ist, sich am Meer vergnügen.

La Garrofa

DSC_2030 IVDSC_2029 IVDSC_2037 IV So heisst der älteste Zeltplatz von Spanien, wird uns gesagt. Einige Kilometer nach Almería steht dieser Camping an einer kleinen Bucht, die Brücke der ersten Strasse steht mitten über dem Gelände. Die Carretera führt heute hinten durch, sollte auch nicht zu sehr befahren sein, da ein Felssturz die Strasse teilweise verschüttet hat. „Leider“ sind die Arbeiten schon so fortgeschritten, dass die Durchfahrt immer halbtags von der einen Seite her gestattet ist, und in der anderen Tageshälfte von der anderen Seite. So hat es halt doch Verkehr und die Felswände geben den Lärm wieder. Es ist also nicht so ruhig wie erwartet.
Trotzdem bleiben wir hier drei Nächte, ein Tag ist total verregnet, da macht Velofahren keinen Spass.
Unsere Fahrräder haben die Pause in der Garage von Manuel gut überstanden, wir packen alles wieder um, waschen Wäsche, die im Nu trocknet, Martin befestigt die Ersatzteile, die uns Mayra gebracht hat, und ich schreibe. So vergehen diese Tage im Nu.
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Ferien in Granada

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Wir geniessen das Zusammensein und die Schönheiten der Stadt.

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Spaziergänge durch die Gässchen des Albaycin,

IMG_0743Ausblickvon unserer Terrasse!

Und die weltberühmte Alhambra: hier komme ich in ein Fieber wie eigentlich selten, es gibt so viele schöne Kleinigkeiten, die mir so gefallen und die ich unbedingt festhalten muss, dass es einfach zu viel geworden ist. Viele kennen ja dieses Gefühl, jetzt bin ich da und muss in kurzer Zeit all diese Schönheiten aufnehmen. Man kommt ja nicht so schnell wieder hierher! Deshalb werde ich dann einmal nur eine kleine Auswahl von all den bildern hochladen!DSC_1953 IV

DSC_1933 IV  DSC_1934 IV DSC_1900 IVDSC_1999 IV
Und viel zu schnell ist diese Woche vorbei! Vielen Dank, Mayra, für Deinen Besuch! Wir haben es sehr genossen, mit dir in den Ferien zu sein!!!!!

in eigener Sache:

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Leider habt Ihr schon lange nichts mehr von uns lesen können!
Verschiedene Dinge haben Schuld daran. Mal hatte ich Schreibstau, dann wieder viel zu wenig Zeit, wenn wir unterwegs sind und fahren, zelten kochen, schlafen,… oder neue Leute kennenlernen, mit denen ich gerne zusammen bin, und dann nicht noch Lust habe zum Schreiben. Und wenn ich endllich mal etwas bereit hätte, kommen wir dauernd auf Campingplätze mit einem so traurig langsamen Wifi, da geht Fotos hochladen gar nicht.

ES GEHT UNS SEHR GUT!!!!!

Wir sind schon nahe an der portugiesischen Grenze, in ein paar Tagen werden wir zu Portugal-Reisenden! Ein neues Land, eine andere Sprache, andere Verhaltensweisen auf der Strasse, mal sehen, wie es uns gefallen wird.

Also nicht verzweifeln, immer wieder mal reinschauen, ob ich endlich die Möglichkeit hatte, etwas hochzuladen.

Hilfe beim Pneu flicken

Heute werden wir uns mit Manuel treffen, ein Warmshower-Mitglied, der uns angeboten hat, unsere Fahrräder in seiner Garage unterzubringen, während wir in Granada sind. Treffpunkt bei der Jugendherberge, wo wir auch übernachten möchten, dann können wir gut umpacken und dann gleich die Velos in die Garage stellen.
Guten Mutes fahren wir los, die Strecke auch heute nur etwa 30km, etwas am Strand entlang, wo wir noch nicht wissen, wieviel Sand wir da antreffen werden. Das erste Stück geht’s noch auf einer Strasse, ziemlich Verkehr, viele Velofahrer, Ah ja, es ist wieder einmal Samstag, dann sind die Spanier auch mit Ihren Fahrrädern unterwegs!
Wir werden überholt von einer Gruppe solcher „Gümmeler“, die immer einen guten Zuspruch an uns richten, und ihre Freude an unserem Tun zeigen. Und etwa 5 Minuten später sehen wir 2 von Ihnen am Strassenrand stehen mit einem Rad-Schlauch in den Händen. Martin hält an und fragt, ob sie Hilfe brauchen könnten, (er hat ja alles zum flicken dabei) etwas verlegen sagen die zwei, dass sie zwar Ersatzschläuche dabei haben, aber beide ein Loch haben!!! Bei einem wissen sie sogar, wo das Loch ist, und so können ihn die drei gemeinsam flicken. Dabei entsteht ein Gespräch, über das wohin und woher, warum und weshalb. Das wiederum führt dazu, dass die zwei uns nun unbedingt zur Jugendherberge begleiten wollen. Tja, gut, ich habe aber nicht Euer Tempo, wage ich noch einzuwenden, jaja, wir passen uns schon an und schon geht’s los. Pedro übernimmt die Führung, Martin hintennach, dann ich und Manuel zuhinterst. Das Tempo ist schon ziemlich rassig, aber ich habe einen Motor bekommen, Manuel schiebt jedes Mal, wenn‘s ein bisschen hinaufgeht, und so kann ich doch ziemlich mithalten. Und natürlich auf der Strssse, nichts da von camino am Strand entlang! In Rekordtempo erreichen wir Almería und nach einer Zusatzschleife auch die Jugendherberge. Manuel begleitet uns sogar hinein, um sich zu vergewissern, dass wir auch ein Zimmer erhalten, erst dann verabschieden sie sich und fahren weiter. Wir haben eine Telefonnummer und eine Einladung in sein Haus erhalten, für später, wenn wir wieder weiterfahren werden.

Wir gehen essen, Bustickets für Granada kaufen, packen unser Gepäck um, damit wir das Notwendige in der grossen Tasche mitnehmen können, gegen 18 Uhr treffen wir Manuel,(den anderen), um die Velos zu parkieren. Er hat dieses Wochenende Gäste und kann uns nicht bei sich aufnehmen, aber die Fahrräder hütet er gerne, er lädt uns noch zu einem Kaffee ein, da er mehr von uns wissen möchte. Er hat zwar auch schon einige Touren gemacht, aber das Thema ist immer faszinierend, man lernt immer wieder Neues kennen.
Beruhigt, dass die Velos gut versorgt sind, machen wir uns am Sonntag auf den Weg nach Granada, die Busfahrt ist wahnsinnig schön und ich geniesse das Fahren, ohne Anstrengung. Ich halte zwar schon Ausschau nach den kleinen Strässchen, die wir fahren könnten, aber die Steigungen der Autobahn zeigen mir doch an, wie hoch wir jetzt schon sind. Die Sierra Nevada taucht auf, Schnee! Verrückt eigentlich, wie nah Meer und Schnee hier sind!DSC_1826 IVDSC_1831 IVDSC_1830 IV

Tolle Strände und Natur

DSC_1785 IVHier kann ich euch nun einen der schönsten Strände der Küste von Spanien zeigen, wir haben hier aber nicht wild gezeltet, sondern „nur“ eine Pause gemacht, um ein paar schöne Fotos zu machen. Denn: schöne Strände sind zwar schön, aber was tun da, wenn es noch zu kühl ist zum Dasitzen oder gar Baden? Eben, Fotos machen, ein paar Muscheln suchen und dann Weiterfahren, auf einem schönen Weg, der im Sommer gesperrt ist, weil sonst ein absolutes Verkehrschaos entsteht, wenn so viele Leute zu den Stränden fahren wollen mit ihren eigenen Fahrzeugen! Dafür fährt dann alle halbe Stunde ein Bus hin und zurück!DSC_1789 IV DSC_1795 IV DSC_1784 IVWir machen hier wieder einmal Gebrauch von einem Detail unserer Super – Kamera, die mit einer App auf dem Handy kommunizieren kann!!! Die Kamera baut ein WIFI auf, das Handy findet diese Verbindung, und mit der App kann man abdrücken. Aber sobald die Verbindung besteht, sieht man nur noch auf dem Handy, was fotografiert wird und das Abdrücken ist  bei der Kamera etwas verzögert. So weiss man nie, ob es schon ein Bild gegeben hat. Dazu kommt, dass wir keine Halterung für das Handy am Velo haben und so eines von uns ziemlich beschäftigt ist mit dem Handy in der Hand und dem Abdrücken, zum Aufsteigen, Anfahren und in die Kamera lächeln hinzu!
Hier ein paar der Fotos, die wir so gemacht haben, die Beschreibung ist ja ganz einfach, aber in der Handhabung ein bisschen trickreich! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass uns das ganze Prozedere etwa eine halbe Stunde und ziemlich Nerven gekostet haben!
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DSC_1773 IV DSC_1772 IV DSC_1771 IV DSC_1770 IV DSC_1769 IV DSC_1775 IV DSC_1776 IV DSC_1777 IV DSC_1778 IV DSC_1780 IV DSC_1781 IV DSC_1783 IV DSC_1782 IV
So entstehen unsere Bilder, wenn wir am Velofahren zu sehen sind! Deshalb entstehen diese eingentlich nur bei wenig Verkehr und wenn wir unsere Ruhe haben.
Der Weg wird dann noch etwas steil, ich muss stossen, fast am Schluss holt uns ein Wanderer ein, den wir schon am Strand getroffen haben. Er macht für uns ein paar Fotos am Endspurt:DSC_1799 IV DSC_1805 IV DSC_1801 IV

Ganz oben macht dann Martin auch den Fotograf, man hilft sich aus, wenn‘s geht!
DSC_1807 IVAb jetzt geht’s geteert weiter, steil runter, die Bremsen rauchnen fast, und der nächste Hügel mit 7% Steigung wartet schon auf uns. Diese Strecke hat es in sich, und als wir dann wieder runter fahren, die Ebene von Almería liegt vor uns, beschliessen wir, den Camping Cabo de Gata aufzusuchen, der liegt nämlich mitten zwischen den Plastic-Gewächshäusern und dem Meer.
DSC_1811 IV DSC_1818 IV DSC_1819 IVEs ist aber gar nicht so schlimm, es hat einen Sumpf mit Flamingos und der Weg ist ganz anständig, bis auf ein paar sandige Stellen!
DSC_1809 IVWir sind froh, etwas früher ein Plätzchen zu haben, es ist erstaunlich warm, ich kann sogar noch die Flipflops anziehen bis zum Sonnenuntergang! Wir waschen und der Wind trocknet die Wäsche im Nu. Sogar beim Abendessen können wir draussen sitzen! So gefällt mir das Zelten wirklich super gut!

die Welt ist klein!

Punkt 11Uhr haben wir abgemacht, bei der Tourist-Information (die hat zwar noch geschlossen) auf dem Paseo Maritim, und pünktlich sind wir alle da! Freudige Begrüssung und dann ab in ein Kaffee, der Wind ist auch heute wieder kühl. Marianne, eine langjährige Freundin von Martin hat ihrerseits eine Freundin in Almuñecar besucht und wir haben gestern zusammen telefoniert von irgendwo in der Pampa draussen!
DSC_1767 IVWir fahren ein Stück mit dem Auto, die zwei Frauen möchten auch die tolle Aussicht hier geniessen und wir erzählen Ihnen, wie wir die Strecke mit den 10% Steigung gemeistert hatten! (nämlich zu Fuss, stossend!)
DSC_1762 IV DSC_1764 IVIn einem kleinen Dorf am Meer essen wir ein superfeines Menu del Dia, vielen Dank Marianne!
Am Nachmittag fahren wir nach Almería und flanieren zusammen ein wenig durch die Stadt. Mit dem letzten Bus fahren wir bei Sonnenuntergang zurück nach San José. Es war schön, Euch zu treffen, und den Tag gemeinsam zu verbringen!DSC_1765 IV

Cabo de Gata

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Die Weiterfahrt wird hügelig, es geht immer wieder ziemlich bergauf und wieder runter, unsere Tages-Etappen sind nicht mehr so lang, es gibt viel zu sehen und zu entdecken.
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Gerade sind wir in einem Städtchen unterwegs, wollen noch einkaufen fürs Abendessen, da überholt uns ein Radfahrer, hebt den Daumen in die Höhe, „richtig macht ihr das!“ ein Deutscher, und hintennach seine Frau, wir wechseln ein paar Worte, woher kommt ihr etc. und dann fragt sie: Seid Ihr die berühmten Schweizer, die mit dem Fahrrad unterwegs sind? Was? berühmt? Sicher nicht! Aber wir finden schnell heraus, dass unsere englischen Bekannten, Debbie und Steve, von uns gesprochen haben. Die waren nämlich lange Nachbarn auf dem Camping-Platz. Wolfgang und Gertrud fahren auch Fahrrad-Touren, sind aber diesen Winter mit einem selber ausgebauten Bus unterwegs. Spontan laden sie uns auf „ihren“ Camping ein, wir kaufen noch ein und haben das Glück, auf ihrer Parcela unser Zelt aufstellen zu dürfen, als Gäste. Und weil sie schon so lange auf dem Platz sind, kostet das nichts!!!! Die beiden helfen uns wo sie können, kochen Kaffee und dann sind wir am Palavern, wie das so geht, wenn sich Gleichgesinnte treffen, die Zeit vergeht wie im Nu! Nach dem Abendessen setzen wir uns zusammen in Ihren Bus, gemütlich trinken wir eine Flasche Wein zusammen, es wird spät!
DSC_1693 IVNach dem gemeinsamen (eher späten) Frühstück, packen wir zusammen und sie begleiten uns, oder besser gesagt, sie führen uns an die Küste und begleiten uns bis zum Dörfchen Puntas de Calnegre, ein sehr schöner Weg, eigentlich eine Piste durch die wilde Landschaft, ohne Häuser und Zivilisation. Wer einen Camper hat, der solche Pisten zu fahren vermag, hat sich ein Plätzchen irgendwo mit Meersicht ergattert, die Polizei kommt nicht so oft vorbei, nein, es kommen Verkäufer mit Gasflaschen, Brot und Früchten vorbei, hier wird schon geschäftet! Einsam ist es nicht, es hat sehr viele Camper, und wir kommen auch an der „Ziegenwiese“ vorbei, das ist wie ein Zeltplatz, da stehen mindestens 30 Wohnmobile in allen Grössen, und Wolfgang sagt uns, das letzte Mal hätte es sicher 50 gehabt! Wir können uns hier nicht hinstellen, es hat keine Infrastruktur, keine Toiletten, kein Wasser, das muss man selber dabeihaben, das ist die Voraussetzung hier. Wild zelten kann man nur an einem einsamen Ort! Vielleicht später!
DSC_1697 IV DSC_1694 IV IMG_0300 IV DSC_1703 IV DSC_1707 IV DSC_1706 IV DSC_1701 IVNach einem kleinen Imbiss in der Bar am Meer, verabschieden wir uns von den Beiden, sie fahren zurück, wir weiter. Viel Glück bei Euren weiteren Plänen!
Am Ende des Dorfes steht eine Albergue, ich habe im Internet noch geschaut, ob sie offen ist, aber ljetzt ist da alles geschlossen. Eine Telefonnummer ist auf dem Schild angeklebt für Reservas. Da rufe ich an und spreche mit einer Frau, die mir zuerst sagt, dass man zum Voraus reservieren müsste, aber sie schaue mal, ich solle in 15 Minuten noch einmal anrufen. Ok, wir warten in der Sonne, nicht gerade vor dem Tor, aber schon nach knapp 10 Minuten höre ich einen Mann sprechen, wir gehen schnell um die Ecke und dürfen schon rein! Wieder mal Glück gehabt! Der Mann zeigt uns das Zimmer, seine Frau komme bald und mit ihr könnten wir dann das Geschäftliche erledigen, er wisse nicht wieviel das koste. Na gut, mehr als 40€ dürfen es nicht sein, im Internet steht dieser Preis. Wir haben ein gutes Zimmer im ersten Stock mit Balkon, Meerblick! Herz, was begehrst Du mehr?! Wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen im Windschatten. Danach schreibe ich noch ein bisschen, wir haben hier auch Wifi.
DSC_1715 IVAm nächsten Morgen kann ich den Sonnenaufgang über dem Meer vom Balkon aus beobachten, einfach traumhaft schön.
Einkauf im kleinen Laden im Dorf, wir werden wieder durch ziemlich unbewohntes Gebiet fahren, auch ein kleiner Pass ist zu bewältigen. Da muss der Vorrat schon gefüllt sein! Wir sind jetzt im Parque Natural del Cabo de Gata!
DSC_1718 IVDSC_1748 IVDie Strasse und der Pass sind wirklich gut zu befahren, keine steilen Abschnitte, wir werden nur von ein paar Autos und Töff -Gruppen überholt. Fast oben angekommen, fallen uns fast die Augen aus dem Kopf: Da kommt ein voll beladenes Tandem von oben! Die ersten Tourenfahrer, die wir antreffen!!! Es ist ein australisches Paar, schon seit 5 Jahren unterwegs auf dem blauen Tandem, er ist 70 Jahre alt, und wir sind schwer beeindruckt. Sie haben einen Blog auf einer Homepage, die heisst: crazy-guys-on-a-bike, und dort muss man Tandem eingeben und dann noch die Strecke, wo sie gerade fahren, und da findet man sie. (wir haben natürlich am Abend dann geschaut ob wir sie finden, und da war schon ein Foto mit uns drin! Die sind viel mehr up-to-date, als ich! Ihr werdet das ja erst ein paar Wochen später lesen.)
Ganz oben dann noch eine Überraschung, da kommt gerade noch einmal ein Tourenfahrer daher, diesmal ein Deutscher der zwei Wochen Ferien hat und der Küste entlang fährt. Mit ihm tauschen wir Infos aus, die für uns oder ihn wichtig sein könnten.DSC_0418 IV

Nächster Camping in Aguilas ist erfreulich einfach und unkompliziert, zwar sind Laden und Restaurant noch geschlossen, aber wir bekommen trotzdem eine Flasche Wein, bevor die Leute hier Feierabend machen. Der Platz ist bevölkert mit Franzosen-Wohnmobilen, das erste Mal, dass wir auch diese Landsleute sehen.

DSC_1725 IVDSC_1732 IVDie nächste Tagesetappe führt ziemlich an der Küste entlang, hügelig und windig, ziemlich anstrengend. Irgendwo begegnen uns eine Gruppe Mountainbiker, die mit vollem Tempo an uns vorbeirasen, und der eine schreit: Foto, Foto! Gerne!
In Mojacar finden wir wieder einen ganz unkomplizierten Camping, auch dieser etwas in die Jahre gekommen, aber gerade deshalb sehr passend für uns, da wir uns einen Platz aussuchen können. Es hat eine Wiese, wo wir dann unser Zelt aufstellen. Der Wind ist nicht so stark, aber wir ziehen die Zeltschnüre trotzdem an, man weiss ja nie. Und wie recht wir hatten, merken wir schon am Abend, da beginnt der Wind zu blasen, Böen ziehen durch die Bäume und wir sind froh, dass wir unsere Mahlzeit im Zelt vorbereiten und nach dem Kochen auch drinnen essen können!
IMG_0722 IVWir haben beschlossen, einen Tag hier Pause zu machen, schon 6 Tage ohne Unterbruch sind wir unterwegs, denn am 13. März müssen wir in Granada sein, unsere Tochter besucht uns! Die Fahrräder lassen wir in Almería, da suchen wir auch noch ein sicheres Plätzchen, aber bei Warmshower werden wir sicher fündig.
Die ganze Nacht windet es stark, und am Morgen, als ich das Zelt aufmache, sehen wir graue Wolken vorbeiziehen. Im Laufe des Morgens beginnt es dann tatsächlich zu regnen. Wir verziehen uns ins Zelt, und ich schreibe ein wenig für meinen Blog. Die Temperatur sinkt, und wir sind froh, als gegen Abend der Regen aufhört und wir eine Einkaufstour ins Dorf machen und uns etwas bewegen können.DSC_1738 IV

Der nächste Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel, die ganze Nacht hat es wieder gewindet, dass ich beinahe Angst bekommen habe, dass plötzlich ein Baum umfällt.
Frohen Mutes packen wir zusammen, es geht weiter, wieder durchs Naturschutzgebiet, wir halten an verschiedenen schönen Plätzen, die Strände müssen hier im Sommer voller Leute sein, grosse, momentan leere Parkplätze zeugen davon. Heute haben wir einen guten Tag, der Wind kommt von Osten, heisst: wir haben mal Rückenwind, und das ist wirklich erwähnenswert!!!!
DSC_1751 IVIn Agua Amarga, einem hübschen kleinen weissen Dorf, wollen wir uns einquartieren, der nächste Camping ist noch fast 30km weiter, aber die B&B und Hotels hier haben keine günstigen Preise für uns, auch wenn das Haus sonst leer bleibt, und es bleibt leer, wir fahren nämlich weiter, mit dem Wissen, dass wir vielleicht wieder mal wild campen müssen/dürfen! Aber wir brauchen ja einen gewissen Druck, um uns an dieses Abenteuer zu wagen! Aber wir fahren toll weiter, durch eine wunderbare, karge, fast steppenartige Gegend, kaum Verkehr, nur wir und die Natur.
DSC_1752 IVSo kommen wir in Las Negras an, wo es einen Camping hat, der sogar offen ist! Und auch hier dürfen wir uns einen Platz suchen, wir bekommen sogar einen Rabatt, obschon unsere Campingcard 2016 noch nicht in unseren Händen ist, bestellt und bezahlt ist sie, und wird nach Granada geschickt. Auch dieser Camping gefällt uns sehr, viel schöner als die „Parkplätze“, wo die Campers mit ihren Wohnmobilen übernachten können. Sogar der Laden hat eine Stunde offen, so dass wir unser Picknick ergänzen und den Wasservorrat auffüllen können.
DSC_1755 IVAm Morgen gehe ich früh an den Strand, die Stimmung ist einfach superschön, hier ist ein Plätzchen, das müssen wir uns merken! Heute geht’s aber weiter, San Jose ist das Ziel, wir haben heute keine lange Strecke vor uns, absichtlich, wir wollen die Gegend anschauen und die Natur geniessen.
DSC_1740 IVAuf einem kleinen Pass füllen wir unsere Wasservorräte auf mit feinem, nicht gechlorten Wasser! DSC_1742 IVDie Häuser werden jetzt immer mehr andalusisch, weiss gekalkt und der Frühling macht sich sehr bemerkbar, es blüht in den windstillen Ecken!
DSC_1761 IVDer Wind macht den Genuss aber wieder einmal zum Verdruss, er weht nämlich von vorne und ziemlich unregelmässig, böig und wir kommen kaum voran. Hinter einer Mauer müssen wir mal Schutz suchen, es geht ja auch noch hinauf! Zwischen zwei Mauern essen wir unser Picknick, die Sonne ist hinter grauen Wolken verschwunden und die Temperatur wieder runter, und als wir dann in San Jose ankommen noch ein Frust: der Camping hier, mitten im Touristenkuchen, ist noch geschlossen!
Was machen wir? Es ist kühl, die Albergue, die wir anpeilen, ist leer und auf die angeschriebene Telefonnummer antwortet niemand. Ah ja, Booking! Hier schaue ich schnell, was denn hier offen hat und günstig wäre. Zwei Nächte sollen es sein, wir haben nämlich noch ein Treffen abgemacht für morgen Mittag! Ich buche ein Zimmer für zwei Nächte, bekomme so 40% Rabatt, und nach einem Kaffee und angemessener Wartefrist, checken wir da ein. Die Velos dürfen in den Keller, da ist im Sommer wahrscheinlich ein Restaurant. (das kennen wir ja schon aus Teruel) und wir unter die heisse Dusche!DSC_1734 IVDas treffen wir immer wieder an: die Standplätze der “Wild-Camper”, heisst, wo sie nichts bezahlen müssen. In 2-3 Reihen hintereinander stehen diese Riesen auf Plätzen wie hier, die im Sommer sicher als Parkplatz für die Bar und den Strand genützt werden.

Campings sind Zelt-Plätze?

DSC_1678 IVJetzt sind wir wieder unterwegs, die Temperaturen zum Fahren ideal, abends recht kühl, aber die Tage sind schon viel länger als Ende November! Fran, unser Freund, begleitet uns noch ein Stückchen auf unserem Weg aus der Stadt, und nach einem Kaffee nehmen wir von Ihm Abschied.

IMG_0704 IVAuf Wiedersehen!
IMG_0703 IVDie Campings sind eine Erwähnung wert: Viele haben sich völlig auf die grossen Reisemobile eingestellt, die Parzellen sind riesig, und für uns hat es keine kleinen Plätze mehr, und wir bezahlen viel, oft mehr als die Leute in Ihren grossen Wohnmobilen, die 2-3 Monate da stehen.
Und da passiert es uns am ersten Tag: der erste Camping ist noch geschlossen, öffnet erst im Mai! (im Internet habe ich andere Öffnungszeiten gefunden!), also wieder zurück, knapp 4 Kilometer, und endlich müde angekommen, da heisst es: wir sind completo, kein Platz mehr. Waaaas? Anfang März und der Camping voll? Wie ist das dann im Sommer?
Ich nehme all meine Überredungskünste zu Hilfe, erkläre der jungen Frau, die uns zum nächsten schicken will (der ist „nur“ eine Ausfahrt weiter), dass wir mit dem Fahrrad keine Autobahn fahren, ob es keine Schweizer auf dem Camping habe? (die würden wir fragen, ob sie ein Plätzchen haben für uns auf ihrer Parcela). Sie will nichts davon wissen und schlägt uns vor ein Bungalow zu nehmen, das koste „nur“ 50€. Dann muss sie ein Telefongespräch annehmen und wir haben Zeit zu überlegen, was wollen wir? Nach dem Telefon fragt Martin, ob es denn einen Rabatt gäbe für uns, und sie willigt sofort ein, hat es wie erwartet, dass wir fragen würden! Für 40€ bekommen wir das günstigste Häuschen, im Preis inbegriffen ist auch der Fitnessraum, der gedeckte Pool und ein kleiner Spa, AHA! Gut, wenn wir schon bezahlen für all diese Dienstleistungen, werden wir sie auch nutzen. Nachdem wir unsere Sachen alle ins Haus verräumt haben, suchen wir unser Badezeug hervor, und besuchen den Spa. Ein schön warmes Wasserbecken, mit Knöpfen, die ein Sprudeln in Gang setzen, von unten und der Seite, es ist ein Spass, da drin zu sitzen! Wer hätte das gedacht, dass wir uns noch so verwöhnen können!
Auf dem Spaziergang durch den Camping treffen wir auf ein Berner – Wohnmobil, und während wir da stehen und schauen, kommt die Frau und wir plaudern kurz mit ihr. Sie findet diesen Camping ideal, weil man hier eben noch ein Programm geboten bekommt, Fitness, Fahrradtouren und sogar einmal die Woche Yoga! Und klar hätten wir neben Ihnen noch Platz gehabt. So, wir haben wieder etwas gelernt, das nächste Mal wird Martin über den Camping gehen und schauen, ob er ins Gespräch kommt mit jemandem, der uns auf ihrem Platz aufstellen lässt!
Abends sitzen wir dann im Häuschen, kochen unser Abendessen auf dem Kochherd und geniessen die Heizung und die 4 Wände, die Temperatur sinkt diese Nacht auf nur noch 6 Grad. Da haben wir ja Glück gehabt!
Beim nächsten Camping steht eine junge Frau an der Reception, die in Basel aufgewachsen ist, nun aber wieder in ihrer Heimat lebt. Wir bekommen einen Platz, alles freundlich erklärt, auch hier hat es Spa und Programm und sogar einen Raum, den man abends benützen darf, und das Restaurant ist auch offen.
Tags darauf übernachten wir auf einem Naturista-Camping, (FKK) Schon als wir ankommen, sehen wir einen Mann nur mit T-Shirt bekleidet auf sein Motorrad sitzen und durch das Gelände fahren. Wir dürfen uns einen Platz selber aussuchen, es hat viele freie Plätze.
IMG_0708 IVDer Wind begleitet uns jetzt immer, abends wird er oft stärker und kühlt uns unangenehm ab, wenn´s dann dunkel wird, hört er auf. Während wir in Daunenjacken und langen Unterhosen unter den Hosen dasitzen und die letzten Sonnenstrahlen geniessen, spazieren die Leute nackt über den Platz, gehen mit ihren Hunden spazieren oder den Müll entsorgen. Aber die können den ganzen Tag hinter Ihren aufgespannten Windschutzplachen sitzen, während wir unsere Haare wehen lassen.
DSC_1728 IVAber auch wir haben nun endlich eine Lösung gefunden, wir setzen uns beide auf unseren Stühlen in das Zelt, über die Taschen stellen wir den Tisch und können so im Zelt sein, windgeschützt! Da bereiten wir unser Essen vor, schneiden das Gemüse, und wenn alles bereit ist, wirft Martin draussen den Benzin-Kocher an. Der Wind hat dann schon recht nachgelassen, und meistens haben wir Licht von einer Laterne des Campings. So kochen wir draussen, das ist auszuhalten, und essen dann wieder gemütlich drinnen. Das neue Lämpchen, das wir in Decathlon gefunden haben, ist wunderbar, man kann es mit einem USB-Stecker aufladen, und für den Notfall hat es eine Kurbel, mit der man es auch laden kann! Das Licht ist angenehm und blendet nicht! (Decathlon ist der Sportladen in Spanien, am ehesten vergleichbar mit Ochsner-Sport in der Schweiz, nur viel grösser und viel günstiger!)

DSC_1682 IVUnser Weg geht der Küste entlang, überbaut, Strassen und Häuser, mal ein kleines Stück richtige Stadt, mit Hafen und Paseo Maritim, wo Menschen flanieren und in den Cafés sitzen, dann wieder Feriensiedlungen, die meist ziemlich leer sind. Lange führt die Strasse innerhalb einer Ansammlung von Dünen, wo die Kiefern stehen, verbogen von Wind und Wetter, hier haben die Leute früh genug angefangen, die Natur zu schützen.
Dann kommt das Mar Menor, fast ein Binnenmeer mit einem kleinen Streifen Land, wo der Hafen und einige Salinen stehen, aber es hat auch ein grosses Naturschutzgebiet,wo es Flamingos hat. Der Weg führt mitten durch das Naturschutzgebiet, Schilf und Wasser, Möwen und andere schöne Vögel, und eben auch die Flamingos, die aber noch nicht ganz so rosa sind wie wir vom Tierpark Dählhölzli in Bern gewöhnt sind.DSC_1687 IV

Bald geht es weiter!

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DSC_1536 IVDie Velos werden wieder auf Vordermann gebracht, Oelwechsel im Rohloff-Getriebe gemacht, und Ketten nachziehen, und,….
Genau am 29. Februar fahren wir wieder los, Richtung Almería!
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noch einige erwähnenswerte Ausflüge in Kürze

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Spazierfahrt in Playa San Juan zu zweit.

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Ausflug mit Fran: Zuerst eine ViaVerde runter nach Alcoy, die durch etliche Tunnels führt, in Alcoy (600m ü. M) einen wärmenden Kaffee getrunken, dann hinauf zum Santuario Font Roja, das auf ca. 1050m liegt, pedalt. Das einzige Mal an dem Tag wo ich warm hatte!
IMG_0681 IV IV Fran
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rechts unsere Kamera, bereit zum selbst auslösen, dann kam gerade jemand vorbei,….
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Es war unerfreulich kalt, etwas früher am Morgen sicher unter null Grad, was wir einen Tag später in den Zeitungen lesen konnten:

 

 

 

 

DSC_1635 IV AlteaDSC_1634 IV Altea

DSC_1657 IVNach Benidorm (im Tram), zuerst zum Kreuz hoch, dann wieder runter und weiter zum Faro de l’Albir, wo wir einige Fotos machen, danach eine supergute Paella in Altea! DSC_1665 IV Altea    DSC_1644 IV Altea

DSC_1670 IV AlteaDSC_1673 IVIMG_0693 IVDSC_1666 IV Altea
Keine Zeit für Fotos!

Vía Verde del Noroeste = Vía “Viento” del Noroeste!

Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr! Nicht wahr? Doch, doch! Nach dem Frühstück die
Velos den Lift runter und los, Richtung Bahnhof, der Zug fährt um 8.55 Uhr.
Im Bahnhof anstehen, um Gepäck und die Jacken durch das Röntgengerät laufen zu lassen, hier werden alle Passagiere von allen Zügen kontrolliert!!!!!
Und sie nehmen es genau: in meiner Velotasche liegt das Stativ, zum Glück neben der Kamera (wird erkannt) in Martins Tasche ist das Flick- und Werkzeug, (wird nicht erkannt und führt zu Fragen, ich bin hilfsbereit und erkläre, was in der Tasche ist, wir müssen nicht auspacken) Jorge, unser Begleiter, muss seine Velo-Taschen leeren, weil diese etwas komplizierter zum Abhängen sind als unsere, und muss sie danach wieder einräumen! So geht wertvolle Zeit verloren, und wir sprinten los, es blinkt schon rot, zum Abfahren…Wir steigen einfach irgendwo ein, da wir am Zug keine Zeichen für Fahrräder finden, und stehen dann ausser Atem eingepfercht in einem Eingang, wo kaum 2 Personen kreuzen können, aber wir sind drin! Der Zug ist ein „Bummler“ hier heisst er Cercanías. In diesen Zügen hat es Plätze für Velos, aber die sind so kurz, dass nur mein Fahrrad grad knapp schräg reinpasst. Und dieser Platz ist am Ende des Zuges. Also „fahre“ ich mein Fahrrad durch die Gänge bis zum Abstellplatz, damit Martin und Jorge sich im engen Zug-Eingang besser organisieren können. Der Kontrolleur ist mit dem Arrangement einverstanden, zum Glück! Und wenn Leute auf dieser Seite einsteigen wollen, müssen sie die Velos zur anderen Türseite stellen. Etwas kompliziert zum Schreiben aber für alle, die schon mal mit Fahrrädern in alten Zügen mit Einstieg und drei Stufen hoch, gefahren sind, wissen, wovon ich hier erzähle.
In Murcia müssen wir noch den „Einstieg“ in die Via-Verde finden, ca. 6km durch die Stadt und ihre Vororte, mit Google Maps Track (vorsorglicherweise von Jorge aufs Handy geladen) und meinem Bauch-Gps geht das eigentlich recht locker. Aber da gibt der Bauch von Jorge ein grollendes Knurren von sich, (wir hören immer auf den Bauch!) und er gibt zu, dass er noch nichts! gegessen hat! In einem Lokal bestellt er sich ein Riesen-Sandwich, und wir trinken etwas.
IMG_0668 IVEs ist schon nach zwölf Uhr, als wir endlich richtig losfahren können, recht spät, wenn man bedenkt, dass wir noch etwa 75 km vor uns haben. Nun, die Via Verdes sind ja eigentlich gut, da gibt es keine steilen Steigungen, da es ja alte Zug-Trassés sind. Und diese hier, so wird auf der Website erwähnt, ist gut instand.
Wir wissen noch nicht, was uns erwartet, aber die ersten Kilometer fährt es sich locker, asphaltiert und sogar etwas abwärts, der Wind ist nur ein laues Lüftchen.
Bald einmal aber wird der Weg zu einem Schotterweg, gerade noch mit 10Km/Std zu befahren, und macht noch eine riesige „Umweg“-Kurve. Auf der wenig befahrenen Strasse wären wir viel schneller gewesen. Das ist sonst nicht unser oberstes Ziel, aber wir können rechnen und sehen uns schon mitten in der Nacht fahren…
Nun es kann ja wieder besser werden, es ist ja vielleicht nur dieser Abschnitt, alles so Ideen, die mir durch den Kopf gehen. Aber langsam kriege ich Hunger, und es kommt so langsam meine Grummel – Grummel-Laune hervor: doofe, holprige Strasse, Sch…Wind, Ich muss, ich will jetzt etwas essen! Zum Glück kommen wir gerade richtig an einem kleinen Rastplatz mit Tisch vorbei und ich befehle einen Halt! Der Wind pustet uns ziemlich die Haare aus dem Gesicht, er kommt genau aus Noroeste, da wo wir hinwollen! Aber da es ziemlich warm ist, ist er immer noch willkommen. Ich fahre in kurzen Hosen und T-Shirt.
IVDSC_1595 IVDie eindrucksvolle Landschaft können wir nur knapp besichtigen, müssen dafür umso mehr die Bodenbeschaffenheit studieren.
Nach etwa 20km, mit einigen kurzen Stopps, kommen wir zum Schluss, vielleicht doch die Strasse zu nehmen, um vielleicht etwas schneller vorwärts zu kommen… Aber da endlich kommt ein Abschnitt mit Asphalt, zwar schon etwas in die Jahre gekommen, mit einigen Löchern, also Boden weiterhin gut im Auge behalten, aber wir können doch die Geschwindigkeit etwas erhöhen, und ab und zu einen Blick schweifen lassen, es kommt mir fast wie eine Mondlandschaft vor, ausgewaschen, trocken und staubig.
DSC_1591 IVUm etwa halb sechs (wir haben gerade beschlossen, nun wirklich die Strasse zu nehmen, da die Vía Verde wieder kilometerlange Zusatzkurven macht) haben wir noch immer 30Km vor uns!
Jorge meldet dem den Vermieter der Albergue mal schon telefonisch unsere verspätete Ankunft, wir rechnen, dass wir etwa um 21 Uhr ankommen werden.
Er ist schon ziemlich müde, seine Velohosen dämpfen dieses Holpern sicher viel weniger als meine, und ich spüre die Knochen von meinem Allerwertesten doch auch schon empfindlich deutlich.
Wir arbeiten uns im Schneckentempo auf der Carretera in die Höhe, auf der Vía Verde wäre es schon etwas weniger steil…
Diese trifft nach den 2 grossen Kurven wieder auf die Strasse, und wir versuchen es hier wieder, zum Glück! Der Weg ist viel besser als alles vorher, jetzt können wir sogar etwas Gas geben.DSC_1605 IV - Kopie
DSC_1606 IV - KopieDie Sonne rückt dem Horizont entgegen, die Wärme nimmt ab und wir müssen Jacken und lange Hosen montieren. Gerade als wir eine kleine Imbiss-Rast machen, färbt sich der Himmel langsam rosa, die Gegend hat sich verändert, fast lieblich, mit vielen Oliven- und Mandelbaum Plantagen, ab und zu ein kleines Pinienwäldchen, das Ambiente ist einmalig ruhig, es duftet nach Abend und Pinien, Erde und Mandelblüten,… und da hören wir in diese Abendstille hinein ein Bellen, dann blöken und meckern, und um die Wegbiegung erscheint ein Mann mit seiner Schaf- und Ziegen-Herde, bewacht und getrieben von einigen Hunden. Es ist wie auf einer Weihnachtskarte.
DSC_1607 IV - KopieIch mache ein wunderschönes Foto, das mir diese Stimmung immer in Erinnerung erhalten wird.
Gestärkt von diesen Eindrücken (und dem Imbiss) radeln wir weiter, Die Lichter am Rad sind nun eingeschaltet und die Dunkelheit wird immer dichter, bis wir ausser dem Lichtkegel vor uns nichts mehr sehen. Die Strecke geht immer etwas aufwärts, mit Gegenwind, wir nehmen Jorge in unsere Mitte, Martin voraus in einem langsamen aber stetigen Tempo, der Rhythmus ist wichtig, und das Fahren ist jetzt Beinarbeit, der Kopf muss sich einfach ausschalten, sonst kommen so Gedanken wie: das schaffen wir nicht, ich bin müde, Das Füdli tut mir weh, ach, jetzt fängt mein Knie auch noch an zu stechen, und, und, und,,…..Jorge ist sehr müde, er ist sich solche Strecken nicht gewöhnt, er kämpft sich aber durch, gibt an wenn er eine Verschnaufpause braucht und so erreichen wir das vorletzte Städtchen. Auch hier nehmen wir die Abkürzung mitten durch das Zentrum, es liegt auf einen Hügel und ab hier geht es nur noch 12 Kilometer abwärts! Wir können es fahren lassen, nur der Wind hält etwas entgegen. Ich habe die Führung übernommen, unser Gps hat fast keinen Akku mehr, mit Dauerlicht fahren braucht das Gerät ganz schön, und als wir wieder in die Dunkelheit eintauchen, stelle ich es nur noch alle paar Minuten an, da kommt nämlich noch eine Abzweigung in die Via Verde, die wir nicht verpassen dürfen, und just in dem Moment, wo ich dran vorbeifahre, meldet sich mein Bauch GPS, ich sehe die VV-Tafeln kurz im Licht auftauchen und gerade wieder verschwinden-haaaalt, hier links abbiegen! Hah, das wäre der Gipfel gewesen, jetzt noch einen Umweg zu machen!!!
Ich freue mich auf das Absteigen vom Velo, auf das Essen und das Schlafen, und diese Freude beflügelt mich, und da, endlich, nach vielen Kurven sehen wir die Lichter in der Ferne von „unserem“ Dorf, da, wo die Albergue steht und auf uns wartet. Glücklich erreichen wir um 21.15 Uhr die umgebaute Bahnhofstation, die unten auch eine Bar hat, eher ein Cafe, oder doch ein Restaurant? Ja, wir können essen da, juhui, keinen Kilometer will ich mich jetzt noch auf den Sattel setzen! Es geht zum Glück allen so, Jorge ist sehr glücklich, dass wir endlich da sind. Schnell wechseln wir die Hosen, Duschen können wir später auch noch und als wir hinunterkommen, ist das Beizli schon fast voll, wir ergattern den letzten Tisch. Wir bestellen mit Bärenhunger und was da alles kommt, ist alles wunderbar lecker! Wir sind ja solche Glückspilze! Mit vollem Bauch schleppen wir uns in unsere Kajütenbetten, das Duschen verschieben wir auf morgen früh! Gute Nacht, Buenas Noches!DSC_1610 IV - Kopie

In der Nacht werde ich geweckt vom Heulen des Windes, der an den Fenstern rüttelt und durch die Pinien fährt und sie schüttelt dass es knirscht in den Ästen. Es sind ziemlich starke Böen und ich freue mich schon auf unsere Rückreise morgen.
Der Himmel ist klarblau, der Wind säuselt um 9 Uhr nur ein wenig und nach dem Frühstück laden wir unsere Velos und lassen uns vom Wind durch die Gegend treiben, durch die wir gestern Nacht hergekommen sind.
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IMG_0212 IV IMG_0214 IV IMG_0231 IV DSC_1622 IVEs ist eine schöne eindrückliche Landschaft, viel Pinienwald mit kleinen Gruppen von Mandel- und Olivenbäumen, die Mandelbäume zum Teil schon in voller Blüte, von hellrosa bis fast pink.
DSC_1611 IV - Kopie DSC_1615 IVDer Wind wird über die Stunden immer stärker und treibt einige dunkle Wolken vor sich her, die immer dichter werden, dabei sinkt spürbar und schnell die Temperatur. Eigentlich wollte Jorge noch einen Capellan- Salat machen, wie auch schon bei einem Picknick, aber wir finden kein windgeschütztes Plätzchen, wo wir gefahrenlos den Kocher anwerfen können. So fahren wir bis zu einem Dorf und suchen eine Bar um da etwas zu essen. Gerade als wir ins Dorf hineinfahren, knallt es in Jorges Rad und dann scheppert etwas auf die Strasse. Da wir abwärts fahren sind wir schnell weiter unten, bis er merkt, dass etwas nicht mehr gut ist. Martin und er untersuchen das Rad und finden schnell die Ursache: eine Speiche ist gebrochen, das macht das Rad unstabil und es eiert ein wenig. Martin meint aber, dass er schon bis Murcia fahren kann. Zuerst müssen wir aber den Bauch etwas beruhigen, die einzige offene Bar hier hat zwar kein Menu aber warme Suppe mit Pelota und Salat, das ist perfekt für uns. Ein junger Mann deutet uns, dass er auf die Velos draussen aufpassen würde, und er macht das mit viel Aufmerksamkeit. Als wir schon fast fertig sind, kommt der Barbesitzer und schlägt uns vor, dass die Köchin uns noch Schweinsohren bräteln könnte? Martin lehnt dankend ab und ich bin auch gar nicht mehr hungrig! Jorge lacht, wir nehmen lieber noch ein Dessert!
Als wir rauskommen, ist der junge Mann fast durchgefroren, weil er so lange aufpassen musste, aber er lacht nur und gestikuliert etwas- erst jetzt merke ich, dass er gar nicht sprechen kann!
Der Himmel ist dunkelgrau, es wird sicher regnen, also nichts wie los, der wieder sehr starke Wind treibt uns und den Regen in die gleiche Richtung, vielleicht können wir ihm ja davonfahren? Aber diese Hoffnung zerschlägt sich, die Böen erfassen uns mit voller Wucht, der Regen peitscht von hinten und der Seite, und einmal legt er sogar Martin an den Strassenrand, so stark ist die Böe! Wir kommen kaum voran, der Regen dafür umso mehr und schon bald tröpfelt es nur noch, nur der Wind macht sich nicht aus dem Staub, bläst weiter von hinten auf uns ein. So fahren wir, nehmen dann vor Murcia einen anderen Weg, nicht kürzer, aber schöner dem Fluss entlang der sich in grossen Kurven der Stadt zu schlängelt, mit einem schön geteerten Veloweg an seiner Seite. Hier erwischt uns der nächste Regenguss, aber schon sind wir unter einer Brücke und warten ein paar Minuten bis das Gröbste vorbei ist. Mit dem Zug fahren wir wieder zurück, der ist diesmal proppenvoll und der Kontrolleur will auch noch Zoff machen, weil im Zug nur 2 Fahrräder transportiert werden dürfen! Jorge erklärt ihm, dass seines ein Faltbares ist, er könne es aber schon falten,…
IMG_0678 IVRundum stehen Leute und wollen aussteigen, dann steigen wieder welche ein, sogar einer mit Fahrrad. Der Kontrolleur könnte jetzt den nicht reinlassen, aber der schaut einfach nicht mehr hin, da wo wir sind.
Müde, zufrieden und glücklich dass alles so gut gelaufen ist fahren wir durch die Stadt nach Hause.

Am nächsten Tag lesen wir in der Zeitung, dass eine Windböe einen Kite-Surfer in die Luft gehoben hat und auf dem Dach eines 5-stöckigen Gebäudes abgesetzt hat, dieser blieb zum Glück unverletzt!

Carneval

Mit dem Velo an die Fasnacht! Genau, so machen wir es, denn die Massa Critica findet genau am Carneval-Samstag, statt. Es heisst, dass man verkleidet kommen soll, und wir nehmen uns das zu Herzen. Aber wie verkleiden wir uns? Ohne viel auszugeben und Ware zu kaufen, die wir dann nicht mitnehmen können? Wir gehen mal zum Chinesen, der hat alles! Und von denen gibt es in jedem Quartier einige! Das ist der Gemischtwarenladen dieser Zeit, es gibt von den Haarklammern über Bettwäsche, Putzmittel, Kochgeschirr, Spielzeug, Lampenbirnen, Steckdosen, Schrauben, Werkzeug, und, und und,….ALLES! und zu so billigen Preisen, dass wir uns fragen, wer verdient da noch etwas? Wie geht das überhaupt?
Aber die Versuchung ist gross, hier einzukaufen, z.B. eine Hülle fürs Handy, für vielleicht 2-5 Euro, oder um zum Thema zurück zu kommen, eine Verkleidung für Fasnacht? Wir schauen ein paar Mal in so einen Laden rein, und langsam entsteht in unseren Köpfen das Kostüm:
Martin: er zieht seine Pyjamahosen (aus Thailand) an, sein Bike T-Shirt und auf dem Kopf das Beste, eine pinkige Lockenperücke, die er mit seinem Buff-Tüechli wie ein Indiander befestigt.DSC_1575 IV
Barbara: Auch die Pyjamahosen (grüne Gymnastikhosen), das leuchtgelbe Velo-T-Shirt, ein grünes Ballettröckli aus Tüll, eine gelbgüne Federboa und auf dem Kopf eine giftgrüne Lockenperücke. Eine rosa Schminkfarbe macht das Bild komplett.DSC_1578 IV
Was für ein Spass, schon die Hinfahrt voll verkleidet zur Plaza de Toros ist lustig, die Leute haben Freude, lachen, es ist schliesslich Fasnacht. Einige andere Fahrer kommen auch verkleidet, und es wird fotografiert und gefilmt.
DSC_1582 IVWie das letzte Mal beginnt die Runde etwas später, aber es sind doch etwas mehr Leute die mitfahren. Auch diesmal sind die Leute auf der Strasse begeistert, winken auch die Autofahrer haben viel Verständnis und geben dies hupend, oder zum Fenster hinaus johlend kund.
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DSC_1585 IVNach der Runde gibt es im Hafen noch einige Gruppenfotos, danach fahren viele wieder zum Mercado, um etwas zu trinken und zu essen. So gegen 16 Uhr fahren wir nach Hause, um uns auszuruhen. Der Abend wird nämlich noch lang. Unterwegs werden wir noch bei einer Tisch-Runde rufend zum Mit-Trinken eingeladen, wir lehnen dankend lachend und winkend ab, momentan haben wir schon genug getrunken.
Abends, dann, wenn wir sonst schlafen gehen, ziehen wir nochmals los. Wir begegnen vielen Familien mit müden Piraten und Prinzessinnen auf dem Heimweg.
Diesmal sind wir zu Fuss unterwegs, in die Rambla, wo zwei grosse Bühnen aufgestellt sind und das Volk fröhlich feiert, verkleidet und mit viel alkoholischen Getränken.
Auf den Bühnen, von denen eine oben und eine unten in der Rambla stehen, wird laute Musik gespielt, fast alles Lieder, die die Leute mitsingen können. Es ist ein Riesen-Gstungg, wir lassen uns auch durchs Gewühl treibenund versuchen zu verstehen, was der Carneval hier eigentlich ist. Es wird flaniert, was das Zeug hält aber neben den beiden Bühnen finden wir keine weiteren speziellen Attraktionen. In Gruppen ziehen die jungen Leute umher, es wird gelacht und getrunken und wieder weitergezogen, eigentlich nicht viel anders als sonst an den Wochenenden, einfach heute mit Verkleidung. Uns kommt es so vor, dass diese Menschen gar nicht viel Unterhaltung benötigen, sie sind sich selber genug!
Wir flanieren also auch herum bis wir einfach zu müde sind und machen uns dann auf den Heimweg mit dem Tram, das diese Nacht ausnahmsweise bis drei Uhr in alle Richtungen fährt.
Ach, das war wieder ein Tag, der uns über alle Massen gut gefallen hat.
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Sonntag in den Dünen

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Ein paar Tage später entschliessen wir uns, den grünen Streifen am Meer bei Santa Pola noch einmal zu besuchen, nur wir zwei, genau den gleichen Weg über die Carretera, den Dünen entlang durch das Touristendorf und dann in den Pinien-Wald hinein, über kleine Wege, bis wir ein Plätzchen finden wo wir unsere Stühle aufstellen und einen gemütlichen Tag mit den Vögeln, den Wanderern und Spaziergängern hier in diesem Naturschutzgebiet verbringen. Ja, auf das freue ich mich, wenn wir dann wieder unterwegs sind: in der Natur sein, die Vögel und das Meer rauschen hören, den Tag und die Nacht wieder hautnah erleben. Das hat zwar auch unangenehme Seiten an sich, Wind und Kälte sind wieder etwas mehr spürbar, aber eben auch die Wärme und die Stimmungen, die man in der Wohnung einfach nicht erlebt.
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DSC_1563 IV1 DSC_1563 IV3…was unsere Kamera so alles kann, oder das Programm auf dem Pc… Rechts ist  ein Ausschnitt des Fotos links, und ist immer noch so gut!

…….und da stehen die Camper immer noch da…..DSC_1568 IV

Benidorm, das Nueva York de España!

Freitagabend: mit Fran und seiner Frau Marie-Carmen nach Benidorm, dem „Ghetto-Paradies“ der klimaflüchtigen Engländer und anderen Nordländern. Wir sind etwas skeptisch, aber schon vor einiger Zeit hat uns jemand erzählt, im Winter sei das total verschieden von dem, was im Sommer da passiert: Benidorm, das Ziel der Billigst-Touristen, die am liebsten nur in den Bars rumhängen und trinken bis sie umfallen. Vielleicht auch noch ein paarmal am Strand zu liegen, damit man etwas Bräune (oder Röte) mit nach Hause nehmen kann. Aber da muss man früh dran sein, sonst hat es keinen Platz mehr im Sand. Da liegt Strandtuch an Strandtuch, Sonnenschirm an Sonnenschirm, und das Meer fast nicht erreichbar…und eine Hitze…
Im Winter sind die Rentner und Frührentner da und froh, dass es etwas wärmer ist als zuhause in England, Norwegen, Schweden oder irgendwo aus dem kalten Norden. Sie geniessen das Leben, die Wärme, sei dies mit einsamen kilometerlangen Strandläufen, (einfach nur Richtung Meer schauen, auf der anderen Seite ist es nicht sooo einsam…) und eben auch dem Nachtleben, dem guten günstigen Essen,…
Was wir da alles sehen, ist wirklich eine Welt für sich:
Wir hören hier fast nur Englisch!
Das Durchschnittsalter auf der Strasse: 70+. Unsere Anwesenheit zieht es weit hinunter, obschon Fran schon über 60 ist.
IMG_0635 IVVor den Bars stehen neben den Motorrädern Elektro–Roll-Fahr-Ftühle, für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuss sind, sich aber trotzdem einen Drink gönnen möchten. Es gibt Ein- und sogar Zweiplätzer, man kann sie mieten, von einem Tag bis zu einem Monat oder länger…
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Benidorm ist das New York von Spanien, jede Menge Wolkenkratzer bis zu 40 Stöcke hoch, auf einer riesigen Fläche. Als Fran 1970 das erste Mal da war, stand noch kein einziges dieser Hochhäuser, nur ein kleines Fischerdorf auf einem Felsen zwischen zwei kilometerlangen, unberührten Stränden,….ob es wohl Fotos gibt aus dieser Zeit? Hier in Alicante hatte es eine Ausstellung mit Fotos aus alten Zeiten, eines von Playa San Juan, da war gerade mal eine Fischerhütte und weiter hinten ein Bauernhaus zu sehen, sonst nur Strand und Dünen.

Wir haben viel vor: zuerst flanieren wir zwischen den Häusern durch zum Strand, diesem entlang bis zum ehemaligen Fischerdorf, das heute Fussgängerzone mit Läden und vielen Bars und Restaurants ist. Hier genehmigen wir uns ein paar Tapas in ein paar verschiedenen Bars, mit Bier und Wein, damit der Bauch schön gefüllt und nicht mehr reklamieren muss.
IMG_0634 IVMit dem Taxi geht’s dann zurück zu einer Musik-Bar, wo Elton John singt. (sein Double). Als wir da eintreten, ist das Konzert schon voll im Gang in einer Lautstärke, dass ich mir mal Stückchen von meinem Papiertaschentuch in die Ohren stopfen muss. Schreiend bestellen wir beim Kellner etwas zu trinken und nehmen Platz, um die letzten Songs zu „geniessen“. In der Pause muss ich mal, und beim Aufstehen bemerke ich, dass mein Sessel ziemlich nass gewesen ist, ich bin bis auf die Haut nass, wääääh. (im ersten Augenblick denke ich, hoffentlich war das nicht so ein/e alte/r Betrunkene/r, der/die sich in die Hosen gemacht hat) Aber zum Glück ist es warm, sehr warm für die Jahreszeit, und meine Hosen aus raschtrocknendem Material, sind schnell wieder angenehm und riechen eher ein bisschen nach Bier… Tia, wofür diese Reisebekleidung nicht alles gut ist! Die nächste Darbietung verlassen wir einvernehmlich nach etwa 15 Minuten, viel zu laut singen 2 Frauen Songs von ABBA, aber die Stimmen zur Musik sind meist ein Viertelton zu tief – es ist grausam! Sogar mit Papier in den Ohren!
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Wir wechseln ins „Rock and Roll House“ und kommen da in den wirklichen Genuss von zwei sehr guten Musikern und Showmen. Da werden berühmte Musiker und Songs des alten Rock´n roll imitiert und gesungen, dazu darf getanzt werden, was die Gäste rege nutzen. Uns fällt ein Paar auf, das ganz im Stil der 50er? Jahre, dazu im Partnerlook gekleidet ist und bei flotten Rhythmen tanzt wie Profis! Die Frau hat einige Kilos zu viel auf den Hüften, und ist nicht mehr so gut zu Fuss, aber das merkt man nicht, wenn sie am Tanzen sind, erst wenn sie sich nach dem Tanz zu ihrem Platz zurück geht und sich regelrecht auf ihren Stuhl wirft. Ich habe Respekt vor diesem Paar, beide viel älter als wir. Auch an einigen anderen Tischen amüsieren sich Leute, lachen und tanzen, alle sind fröhlich, und viel, viel älter als wir, es ist schon längst Mitternacht vorbei.

vlcsnap-495 IVDiese alten Leute, die hier machen was sie wollen, das Leben geniessen, passend oder nicht, das hat bei mir einige Gedanken ins Rollen gebracht, die versuche ich hier aufzuschreiben.
Zuerst hatte ich das Gefühl, das geht doch nicht, in dem Alter noch über die Stränge zu schlagen, gehört sich doch nicht! Fast ein wenig abschätzig dachte ich über diese Menschen. Dann aber doch, klar, alle haben das Recht, sich zu vergnügen, das zu machen, wozu sie Lust haben, auch wenn es andere vielleicht stört, oder sie denken, dass es sich nicht mehr gehört, nicht zum Alter passt.
Ich habe, glaube ich, vorher noch nie ältere Menschen kennengelernt, die so einfach machen was sie wollen, ohne sich drum zu kümmern, was die anderen sagen!

Auf nach Tabarca

 

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Ein lustiger Ausflug mit ein paar „Alegres biciclistas“. Fast am Anfang hat einer einen platten Reifen, aberr gemeinsam ist der Schaden bald behoben. DSC_1478 IV DSC_1479 IV

 

Es geht quer übers Land, auf kleinen (auf der Karte weiss eingezeichneten) Strässchen, die ich so liebe, weil sie meistens durch schöne Landschaften führen und kaum Verkehr haben.DSC_1483 IV

Bei Santa Pola auf einem Weg zu den Salinen, Berge von Salz!
DSC_1484 IVWir nehmen zusammen noch ein Bier mit Tapas, dann müssen sich schon einige verabschieden, da sie noch andere Pläne haben. Wir fahren zum Pier, wo die Fähre nach Tabarca liegt. Im Sommer ist diese Insel ein beliebtes Tages-Ausflugsziel, ein Teil ist ganz Natur mit schönen Plätzchen am Meer und vielen Felsen zum Schnorcheln, auf der anderen Seite ein kleines Dörfchen mit ein paar Restaurants und Bars, vielleicht noch einige Heladerías, die aber jetzt geschlossen sind. Im Winter fahren nur drei Schiffe raus, wir wollen auf dasjenige um 13.00 Uhr. IMG_0608 IV Und da stehen doch noch zwei, die auch das Fahrrad dabei haben! Wir kommen ins Gespräch mit Ihnen, sie sind spontan auf die Idee gekommen, rüber zu fahren, sie haben eine Wohnung in Santa Pola und leben aber in Albacete. Beim Einladen müssen alle ein bisschen mithelfen, der Eingang ist nicht wirklich für Fahrräder geeignet. Aber wir bringen alle ins Schiff und die Gruppe, die sich etwa 10 Minuten nach Abfahrtszeit noch an Bord bewegt, hat auch noch Platz!IMG_0621 IV
Durch den Hafen geht’s los, die Fahrt dauert nur 15 Minuten, aber es wird eifrig fotografiert!DSC_1491 IV
Die Stimmung ist ausgelassen, wir freuen uns auf die kurze Rundfahrt und das Mittagessen, der Hunger meldet sich jetzt langsam. Unsere Begleiter wissen natürlich, welches das beste Beizli auf der Insel ist, und das steuern wir nach dem Ausladen dann auch an. Hier treffen wir wieder auf die zwei mit den Fahrrädern und schnell ist klar, dass wir zusammen hier essen, Alfonso geht schon mal abklären wieviel das kosten wird wenn wir zu sechst hier essen, man kann also hier auch „händeln“! Wir setzen uns draussen auf die Terrasse, die Temperatur ist angenehm warm. Das Essen ist wieder mal ein wahnsinniger Schmaus, es gibt Fisch und Muscheln, eine Paella mit Aioli (eine Knoblauch-Mayonnaise) und getrunken werden Karaffen voll „Tinto de Verano“, einem Gemisch aus Wein, Citron und manchmal wird noch irgendein Cynar oder Ähnliches beigefügt! Ein ideales Getränk für den Sommer, und wenn es ohne Schnaps ist, sogar mit weniger Alkohol als Bier!
Die Schlemmerei geht mit Dessert und Kaffee langsam zu Ende und wir beschliessen, gemeinsam noch eine Runde um die Insel zu machen, die ist ja nur klein.
IMG_0620 IV DSC_1499 IV IMG_0609 IV DSC_1498 IV  DSC_1501 IVDSC_1507 IV Auf Tabarca                                                                                                                                                  Fran fährt voraus durchs Dorf, Foto, dann an die Wetspitze, Foto, über Felsen weiter, hinter den Häusern durch, Foto. Dann an der Schiffsländte vorbei auf die unbewohnte Seite der Insel, da hat es nur gerade einen Leuchtturm und einen Weg, der sich, diese Seite umrundend durch das Gestrüpp schlängelt. Fotos!
Pünktlich erreichen wir die Ländte, die andere Gruppe und der Kellner von unserem Beizli sind alle schon auf dem Boot, wir zwängen unsere Velos wieder unter Gelächter auf das Schiff. Zum Glück haben wir es geschafft, es ist nämlich das letzte Boot heute, und das einzige Hotel auf der Insel hat geschlossen. Es ist schliesslich Winter!
DSC_1516 IV DSC_1519 IV       Alfonso und seine Frau Consuelo begleiten uns noch ein wenig auf dem Heimweg, Richtung Alicante, diesmal fahren wir dem Meer entlang, und da wird es plötzlich schön: Kein Haus steht mehr da, hier ist Natur angesagt! Da hat eine Gemeinde früh genug mal Stopp gesagt, und wirklich niemanden mehr bauen lassen! Oben auf der Hügelkette sieht mal die Villen derjenigen, die sich oben ein Haus gebaut haben, aber hier unten ist wohltuend grün!DSC_1567 IV
Ich bin schon bescheiden geworden, ich bin schon froh, wenn ein paar Kilometer lang keine Verschandelung stattgefunden hat!
Ich fahre ein Weilchen mit Consuelo, sie ist schwer beeindruckt von unserer Reise und möchte selber gerne auch so etwas machen, aber ihr Mann habe hat noch Hypotheken zu bezahlen, das müsse zuerst sein, sicher hätten wir ihm auch einen Anstoss gegeben, vielleicht doch mal so eine Reise mit dem Fahrrad zu unternehmen, auch wenn sie nicht so lang ausfallen würde. (Er hatte uns beim Mittagessen erzählt, dass er jahrelang Touristenbus gefahren ist und zwar durch ganz Europa, uns immer sein Fahrrad dabei hatte. Wenn die Touristen irgendeine Besichtigung machten, nahm er sein Rad und unternahm eine Tour in der jeweiligen Umgebung. Also auch er ein richtiger Fahradfan.)
Weil es langsam dunkel wird, kehren die Beiden dann um, nachdem sie uns eindringlich zu sich eingeladen haben. Nun, Albacete kennen wir schon, aber wer weiss, vielleicht verschlägt es uns wieder einmal dorthin? Wir fahren weiter, der Küste entlang und sehen noch eine Ungeheuerlichkeit:
DSC_1521 IVWir sind sprachlos, diese Unverfrorenheit der Camper! Die campen hier nämlich, die machen nicht nur eine Tagesrast!
Der kürzeste Weg führt nun durch einen kleinen Touristenort, dann um die Dünen herum Richtung Alicante, bis wir an der doch sehr viel und schnell befahrenen Carretera ankommen. Diese Strassen sind unseren Freunden ein Horror und wenn es geht, wollen sie nicht drauf fahren. Da hat Jorge die Erinnerung, dass es einen Weg der Eisenbahnlinie entlang hat, irgendwo müsse man dann die Schienen überqueren, also los, es ist schon dunkel geworden, aber heute ist Vollmond und der geht voll und rund über dem Meer auf:
DSC_1523 IVDurch diese helle Finsternis fahren wir über einen holprigen Weg, der dann irgendwo abrupt endet, kein Weiterkommen mehr, neben den Schienen hat es keinen Platz für uns, Also zurück. Jorge meint, dass er den Übergang verpasst habe, wegen der Dunkelheit. Und da passiert es: Fran schaltet in einen kleineren Gang, und dabei klemmt es ihm die Kette zwischen den beiden Zahnkränzen ein. Dran ziehen und stossen nützt nichts, die Schrauben müssen gelöst werden, bis die beiden Zahnkränze so locker sind, dass sie die Kette wieder rausziehen können. Alles im Licht des Mondes und der  Taschenlampen. DSC_1525 IVNach dieser halben Stunde flicken sind nun alle bereit, auf die Strasse zu gehen, aber wir müssen wirklich unsere Räder zuerst über die Schienen tragen und dann ein Bord hinauf schleppen und dort über die Leitplanken auf die Strasse hieven, bis wir Gas geben können und mit dem Verkehr in Richtung Stadt brausen! Diese Carretera hat zwar viel Verkehr, aber auch zeitweilig einen breiten Pannenstreifen, deshalb ist alles nur halb so schlimm. (Nichts kann schlimmer sein als was wir am Flughafen in Barcelona erlebt hatten.) Der Streifen hat zwar auch ziemlich breite, längliche Abwasserlöcher, ohne Abdeckung! Das erste erschreckt mich schon, da würde ich glatt drin verschwinden, so breit sind die! Endlich erreichen wir den Carril Bici, und von da an ist es nicht mehr schwierig.
Das war wieder ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag!
Die Begegnung mit Alfonso und Consuelo hat uns gezeigt wie offen und neugierig Menschen sein können und wie schnell man einen schönen Tag gemeinsam verbringen kann, obschon man sich erst gerade kennengelernt hat!

Besuch auf einem Weingut

 

DSC_1470 IVAn einem gewöhnlichen Dienstag fahren wir mit dem Zug und den Velos nach Almansa, um Pablo, unseren Warmshower-Gastgeber dort zu besuchen.
Da wir schon um 11Uhr ankommen hat er eine Sightseeing-Tour durch das Städtchen geplant und erzählt uns über die wichtigsten Ereignisse, die für die Stadt wichtig sind. Da Pablo Redaktor und Herausgeber der Gratis-Monatszeitung „A30“ ist, weiss er sehr viel über alles, was die Stadt, ihre Geschichte, ihre wirtschaftliche und künstlerische Entwicklung betrifft. Almansa war bekannt für die Schuhproduktion, ein altes Arbeiterquartier zeugt noch von den Verhältnissen damals. Diverse grosse Marken produzieren noch immer Schuhe und Stiefel aus Leder. (Exportiert nach Deutschland und die USA). Das Castillo (die Burg oder das Schloss) von Almansa steht auf einem kleinen Hügel ganz allein mitten in der Ebene, sicher ein Grund, warum hier überhaupt eine Stadt angesiedelt wurde. Die Mauern wurden lange nicht geschützt, erst in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg begannen sich die Menschen für den Erhalt der restlichen Mauern zu interessieren. Wir machen einen Rungang und lernen die Details der Burg kennen.DSC_1468 IV
DSC_1467 IV DSC_1471 IV DSC_1472 IVAuf dem Weg nach Hause, fragt uns Pablo beiläufig, ob wir Vegetarier seien er habe es vergessen, er habe eine typisch spanische Mahlzeit vorbereitet, wie sie seine Mutter gemacht habe.
Um 14.30 Uhr kommt dann sein 16jähriger Sohn von der Schule, und Pablo tischt auf: Eine dicke, cremige Suppe mit Gemüse und weissen Bohnen, mit Schweinsfüsschen und -öhrchen drin! Martin isst zwar die Suppe, aber keine Füsse oder Ohr, ich habe ein wenig von beidem probiert, es ist mehr Fett und Knochen dran, deshalb wird der Inhalt dieser Suppe nicht zu meiner Leibspeise!
Pablo übrigens amüsiert sich sehr über unsere Reaktion, er und sein Sohn putzen die Teller leer, der Sohn fischt sogar die letzten Schweinsteilchen aus der Pfanne, lecker!
Kürzlich an seinem Geburtstag, hat er auf Facebook geschrieben, dass sein Vater gerade an einem Fussballmatch war, als er zur Welt kam, und der Grossvater half der Mutter, zuhause zu gebären. Da war nichts Mystisches an dieser Geburt, er war ja auch schon das neunte Kind! (und nach ihm kamen noch fünf dazu!)
In einer solchen Grossfamilie wurde alles gegessen, was auf den Tisch kam, und wahrscheinlich als Nummer neun musste er schauen, dass er überhaupt etwas zu essen bekam.
Nun, unser Plan: nach dem Esssen zur „Bodega Los Ampelos“ zu fahren, etwa 7km von Almansa entfernt. Dort lebt eine Schweizer Familie und bewirtschaftet das Weingut auf biologische Art. Das interessiert uns, denn Pablo hat uns schon im November von ihnen erzählt.
Menschen, die so viel Mut haben, eine Existenz in einem anderen Land aufzubauen, mit allen Konsequenzen, die so eine Entscheidung mit sich bringt, bewundern wir sehr!
Wir nehmen den Weg unter die Räder, wir fahren über eine holprige Piste einen kleinen Umweg durch ein Naturschutzgebiet mit kleinem See.
DSC_1476 IVAls wir ankommen werden wir herzlich von Max und Martina empfangen, und in die warme Küche gebeten. Es ist nämlich ziemlich kühl hier, Almansa liegt auf 770m ü M. und ein kalter Wind hält uns entgegen. Auf Spanisch und Schweizerdeutsch sprechen wir zusammen und machen dann einen kleinen Rundgang durch die Bodega.
Und da trifft mich fast der Schlag: Der Raum ist gross, sauber, aufgeräumt, die vier oder fünf grossen Tanks stehen glänzend da – mit offenen Türen – leer!
Und das im Januar, wo doch schon längst geerntet wurde?????? Max sieht mir die Fragezeichen wohl ins Gesicht geschrieben und erklärt mit Galgenhumor: ja, dieses Jahr konnten wir nichts ernten, es gab ein Unwetter, es hagelte, im Oktober, etwa eine Woche vor der Ernte…. Die Hagelkörner waren so gross wie Tennisbälle…. Und da kommt mir „unser“ Gewitter in den Sinn…. Das war genau zu jener Zeit, genau das Gewitter, das einige 100 km bevor es uns traf, diese Ernte und noch viel mehr kaputt gemacht hatte (z.B. die 250 Flamingos erschlagen in den Lagunas bei Pétrola)!
Kommt, hier gibt es nicht mehr viel zu sehen, Max verlässt den Raum und wir hinterher, in die Küche. Hier offeriert uns Martina einen selbstgebackenen Kuchen, dazu öffnet Max eine von seinen Flaschen Wein, der mir jetzt noch kostbarer vorkommt, da ich weiss, dass es den Jahrgang 2015 nicht geben wird.
Wir erzählen einander von unseren Leben, vor allem in Spanisch, da Pablo ja kein Schweizerdeutsch kann, aber es geht uns allen ganz einfach, wir sind es gewohnt.
Sie könnten wahrscheinlich schon ein Buch schreiben darüber, was sie alles schon erlebt haben rund um ihr Weingut und ihr Leben da in dieser Ecke von Spanien.IMG_0642Hier sind zwei Bilder von der Bodega „losAmpelos“, die ich von Ihrer Website kopiert habe, dort findet man auch Details, falls jemand interessiert ist, den Wein zu probieren, er wird nämlich in der Schweiz verkauft!IMG_0643

Nach der dritten Flasche Wein, als es schon dunkel ist, brechen wir wieder auf, Richtung Stadt, diesmal über den offiziellen Weg, nur 1Km über die Holperpiste und dann auf einer normalen Strasse, die neben der Autopista liegt, und deshalb kaum Verkehr hat. Wir fahren gemütlich mit Rückenwind, und versuchen, geradeaus zu fahren,….
In der Stadt geht’s dann noch in einen Supermarkt, etwas zum Abendessen einkaufen,wir brauchen noch etwas, das im Wein schwimmen kann…..

Am nächsten Morgen, nach einem langen Spaziergang durch Almansa, fährt der Zug 13.04 Uhr zurück nach Alicante. Pablo hat noch Wichtiges für seine Zeitung zu erledigen, wir hoffen, dass er uns im Februar einmal besuchen wird!
In Alicante zurück, finden wir, dass wir den besten Ort ausgewählt haben, um zu überwintern, hier ist es wieder T-Shirt Wetter, 20°, einfach schön!

Ausflug in die “Berge”

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An einem Sonntagmorgen haben wir abgemacht um eine kleine Tour in die Hügel hinter Alicante zu machen. Wir treffen Neus und Ale in El Campello, wo die beiden wohnen. Da wir etwa 15 Kilometer fahren müssen, bis wir dort sind, rechnen wir etwas mehr Zeit ein, und sind dementsprechend früh dran. Nach einem Kaffee, den wir auf einem kleinen Sonntagsmarkt im Dorf trinken, läuten wir an Ihrer Türe, immer noch etwa 30Minuten zu früh. Aber es ist immer noch ziemlich frisch und wir denken, wir könnten ein bisschen früher losfahren. Aber wir sind definitiv zu früh, Die beiden sind noch im Pijama, und wirken gerade etwas gestresst. Aber wir versichern ihnen, dass wir unten warten würden, no hay prisa (es eilt nicht!).
Was wir da noch nicht wissen, dass es ein absolutes No-Go ist in Spanien, auch nur eine Minute zu früh zu erscheinen! Lieber doch ein paar Minuten zu spät, das ist nett und angemessen, der Gastgeber ist ja vielleicht auch ein paar Minuten zu spät.
Nach 10 Minuten erscheinen sie und wir fahren gemütlich los. Während der Fahrt entstehen interessante Gespräche, wir fahren zu zweit nebeneinander, es hat fast keinen Verkehr. Langsam windet sich die Strasse in die Höhe, ich muss mich aus meinen „Zwiebelschalen“ befreien, gerade richtig vor einem ziemlichen Anstieg, der aber zu einem kleinen Dorf führt, das da auf einem Hügel thront. Die Runde durchs Dorf zeigt die typischen Gässchen, ein Hotel und ein paar Bars, auf einem Platz findet gerade eine Open-Air Messe statt, es hat recht viele Leute, Kinder wuseln umher, einige sind mit dem Pony-Wägelchen gekommen, die jetzt auch auf dem Platz stehen und es sieht richtig gemütlich aus.

Die TemperatureDSC_1449 IVn sind unterdessen auf 20Grad geschritten und wir fahren weiter ins nächste Dorf, Hügel runter und den nächsten Hügel wieder hinauf. (in meinem Innersten bin ich absolut glücklich, dass wir nur eine Tasche mit dem Notwendigsten dabei haben und nicht all unser Gepäck, das wäre sonst eine ziemliche Plackerei!) So aber geniesse ich diese Auf- und Ab-Fahrt in vollen Zügen, ich spüre, dass das tägliche Fitness-Training seine Wirkung zeigt. Auch Aigües hat seinen eigenen Charme, ein kleines Dorf, die Häuser stehen auf dem Hügelkamm und auf der Plaza wird die Aperitif-Zeit in der Sonne genossen, mit Bier, ein paar Oliven und viel Reden und Lachen.DSC_1453 IV

DSC_1454 IVWir fahren noch ein paar Kilometer weiter, Alejandros Vater hat hier oben eine Parcela, einen Garten mit ein paar Bäumen (Oliven, Feigen, Zitronen und Orangen, und ein Mandelbaum der in voller Blüte steht!).Ein kleines Haus mit Terassen an der Sonne und im Schatten und eine Barbacoa (separates Häuschen mit Grillplatz und Küche) runden Die Parcela ab. Der Wasser-Haupthahn wird angedreht, einige Pflanzen müssen gewässert werden und dann packen wir unser Picknick aus, wir haben nämlich schon vorgängig abgemacht, dass wir etwas mitbringen zum Teilen.
Schnell noch den Tisch an die Sonne und schon stehen da: Tortilla mit Artischocken, Kartoffelsalat, Jamón und Manchego-Käse mit Brot und Bier, wir schlemmen, was das Zeug hält! Alejandro meint, er müsse nur kurz aufs Velo steigen und schon packe ihn den grossen Hunger! Wie Recht er hat!
DSC_1456 IVAber heute waren wir nicht nur kurz auf dem Velo, wir haben gut 500 Höhenmeter in ca. 20km geschafft, der Ausblick von der Parcela ist überwältigend schön, man sieht weit unten sogar das Meer! Das Plätzchen ist ein wahres Paradies! DSC_1451 IVDSC_1466 IV DSC_1461 IV
Die Zeit vergeht im Nu, schon bald steht die Sonne schräg und langsam spüren wir, wie es langsam überzieht und aus der Wärme der Sonne weht uns ein kühles Windchen um den Kopf. Wir räumen also wieder auf, „müssen“ noch die Orangen vom einen Baum pflücken, das füllt uns alle Taschen, das Wasser abgedreht, die Türen verschlossen, und ab geht’s, jetzt auf einem anderen Weg Richtung Meer- fast nur noch hinunter! Alle Kleider haben wir montiert, ich sogar die warmen Handschuhe, zum Glück. In kürzester Zeit sind wir in El Campello angekommen, es war einfach ein wunderschöner Tag! Danke, Ale und Neus, dass wir dieses Plätzchen kennenlernen durften!

DSC_1462 IVWir fahren allein gemütlich den Weg wieder zurück, es ist ein Camino, der hinter den Strassen durchgeht und sehr schön zum Fahren ist, auch wenn es schon recht kühl ist und langsam dunkel wird. Die Stimmung ist wunderbar, perfekt, so in die Abenddämmerung zu fahren.
Und ich freue mich auf die Zeit, wenn wir dann wieder unterwegs sind und wir wieder jeden Abend in der Natur verbringen können!

Alegres Biciclistas!

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Mit der Gruppe „Alegres biciclistas“ machen wir einen zweitägigen Ausflug nach Murcia, 6 muntere VelofahrerInnen unterwegs! Wir haben viele vergnügliche Stunden zusammen, auf dem Weg, in der Stadt mit Hochbetrieb in der Flanierzone und im Hostal CasaVerde, wo wir zusammen Abendessen kochen und übernachten.

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Sorgfältig werden die Velos eingeladen
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Keine Mühen werden gescheut, um Super Aufnahmen zu machen!
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Die Kathedrale von Murcia
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Alegres Biciclistas!
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kleine Pause vor dem Hostal Casa Verde, Die Velos sind schon gut versorgt!

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Am Sonntag fahren wir mit dem Club „Ciclistas de Murcia“ eine Route durch die kleinen Strässchen rund um die Stadt, Sommer- und Ferienhäuser mit ihren Gärten säumen den Weg, wir sind eine Truppe von etwa 80 begeisterten, grossen und kleinen Velofahrern, die trotz der doch empfindlichen Kälte morgens, fröhlich mitfahren. Irgendwo gibt es eine Pause, es wird eine Tasse heisse Suppe mit einer grossen Fleischkugel drin angeboten. Der Ausflug heisst ja auch „Ruta de Pelota“ (Ball). Wir haben sofort wieder viele interessante Menschen kennengelernt, auf dem Velo kommt man sich einfach schnell nahe und das Tempo erlaubt auch Gespräche.

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Martin und Fran tauschen mal die Velos für eine Stunde…
Nach der Ruta geht es noch in ein Nachbardorf, wo eine Fiesta auf der Strasse im Gang ist mit Musikanten und spontanen Tänzern. Es ist ein ziemliches Gedränge, Jung und Alt steht und läuft hier herum, und ab und zu wird wieder gespielt und getanzt, wir stehen mit unseren Velos auch mitten drin und müssen die Spezialität des Ortes kosten, Pastel de carne, ein Blätterteig-Küchlein mit Hackfleisch drin, sehr fein, aber auch ziemlich üppig.

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Die Rückfahrt verlangte dann einigen Teilnehmern doch etwas Kraft ab, da die Mahlzeiten und die diversen Getränke doch eher nach einer Siesta riefen, anstatt nach 30 Kilometer in die Pedale treten. (notabene auf einem topfebenen Fahrradweg einem Flussbett entlang). Aber genau zum Sonnenuntergang erreichten wir unser Ziel!

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Einer unserer Begleiter hat uns etwas über die Flüsse hier in Spanien erklärt: Der grösste und längste Fluss in Spanien heisst Rio Seco. Er ist weit verzweigt und ist fast überall zu finden. ( Trockener Fluss)DSC_1551 IV

Auf den Karten hat es ja öfters Flüsse eingezeichnet, die sicher mal Wasser geführt haben, leider sind die meisten heute ausgetrocknet oder es hat nur noch ein Rinnsal in einem Bett, das oft breiter ist als dasjenige der Aare oder sogar des Rheins. Diese Flüsse haben zwar alle einen Namen, aber Rio Seco trifft meistens zu.

Da sind wir wieder, endlich!

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Der Weihnachtsbaum ist auch am Tag danach noch schön!
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meine liebsten Berge

Die Tage zuhause in der Schweiz sind schon längst vorüber, sie haben uns erfüllt mit vielen tollen Erlebnissen und Begegnungen!

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Skifahren an der Lenk
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es hat wirklich fast keinen Schnee
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Auf dem Sesseli mit Mayra
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Im Gondeli mit Tom
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Gemischte Gefühle beim Abflug
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Die Alpen über dem Regen
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Hallo warmes Alicante!
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Unter der linken Bergspitze, vor den roten Blöcken, im Dachgewirr ist unsere Wohnung

Die Website hatte eine Pause nötig, wir wurden über die Weihnachtstage bombardiert mit über 1000 Kommentaren aus der Cyberwelt, die ich zuerst stoppen musste. Dank meinem hilfsbereiten Website-Kursleiter, der mir per E-Mail sofort die richtigen Massnahmen empfehlen konnte, hat das auch super geklappt. Vielen Dank Christian, noch einmal!
Die ganze Geschichte hat mir die Lust ein Weilchen genommen, wieder etwas zu veröffentlichen. Deshalb auch die Pause.
Nun habe ich aber das Gefühl, dass ich Euch mitteilen möchte, wie gut es uns geht und was wir so alles unternehmen in diesen Tagen in und um Alicante. Die Stadt ist ja nichts Besonderes, aber die Menschen, die wir kennengelernt haben schon. Wir haben immer wieder Begegnungen, die uns berühren. Da herrscht viel Lebensfreude, trotz der Krise, die immer noch an vielen Ecken zu sehen und zu spüren ist, wenn man nur genau hinsieht und hinhört. Freimütig wird uns oft schon nach kurzer Zeit erzählt, wie und was seit 2008 passiert ist. Da sind ganze Welten untergegangen.

Es hat viel DSC_1137 IVzu viel Wohnungen, die stehen leer, wem gehören die wohl? Gerade unter uns ist ein Beispiel: da haben sich die Tauben auf und um den Balkon eingenistet, es sieht dementsprechend aus.
Auch die Wohnung neben unserer ist leer, und in anderen Stockwerken sind nicht alle bewohnt. An vielen Häusern sieht man Plakate: se vende (zu verkaufen) und an den besten Lagen in der Stadt hat es Geschäfte, die geschlossen sind.
Aber, was uns eben verwundert, die Menschen laufen nicht griesgrämig herum, man trifft sich, trinkt vielleicht ein Bier oder einen Kaffee, es wird gelacht und gelebt. Und sicher hart gearbeitet, gerade die Jobs in den Bars und Restaurants sind Knochenjobs, ab 9.00 Uhr bis spät in die Nacht sind immer die gleichen Leute zu sehen, in dem Supermarkt dasselbe, da sind die Frauen meistens den ganzen Tag da, bis 21.30 Uhr sind diese Läden offen, auch am Samstag. 1 Ruhetag ist wahrscheinlich das Übliche. Und auch in der Geschäftswelt wird viel gearbeitet, trotz der Siesta. Was wir so hören, sind die Einzigen, die sich lange Pausen und einen legeren Arbeitsstil leisten können, die Funktionäre, die Beamten, (das sehen wir selber nicht wirklich) denen nicht gekündigt werden kann (Beamtenstatus mit viel Schutz).

So, nun aber zu unserem Lebensstil:
Wir sind sehr beschäftigt mit Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung mit dem Velo. Dabei begleiten uns meist ein paar velobegeisterte Freunde, und deren werden immer mehr!
Dann widmen wir uns natürlich der Erhaltung unserer Fitness und Körpergewichts mittels Training im Fitnesscenter, und variantenreicher Nahrungsaufnahme der spanischer Art.
Wir haben schon so viel Leckeres gegessen, die spanische Küche ist einfach der Hit!

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Schnecken, Tortillas, Mariscos in allen Formen, Fisch und Tintenfisch,….

Die Temperaturen sind zwar etwas kühler geworden, selten bleibt das Thermometer unter der 15° Marke, tagsüber, und nachts war dasKälteste bis heute 6°! Dieser Winter ist aber absolut nicht Winter, das bestätigen uns alle hier die wir fragen. Es sei der mildeste Winter, den sie erlebten.

DSC_1369 IVMit unseren Freunden aus Serra d’Almos haben wir an einem sehr windigen Tag Santa Bárbara, die Burg von Alicante besucht,

IMG_4203 IV IMG_4233 IV DSC_1378 IV DSC_1381 IV
uns dann einen „Aperitif“ (ein Bier und ein paar Tapas) in einer kleinen Bar in der Altstadt genehmigt und uns dann für die Siesta am Strand ein bisschen in den Sand gelegt.IMG_0535 IV

DSC_1385 IV DSC_1384 IV DSC_1383 IV IMG_4254 IV IMG_4264 IVDSC_1386 IV

Abends zaubert Gerardo eine wunderbare Paella, und der Abend sollte einfach nicht aufhören, so gemütlich und lustig haben wir es zusammen! Viel zu schnell geht das Wochenende vorbei und sie müssen wieder los- sie sind über 400 km gefahren, um uns in Alicante zu besuchen!

Feliz Navidad!

 

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Weihnachtlich geschmückte Schaufenster

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Leuchtende Strassendekorationen

 

 

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Samichläuse, die sich in schwindelerregender Höhe den Balkon hochhangeln

DSC_1274 IVdie Eisbahn auf der Paza de Ayuntamiento (ja richtig gelesen, EISBAHN)

Datei 11.12.15, 11 51 12 IV
In den Geschäften Berge von Jamón

Wir aber freuen uns denn:
Wir fliegen für ein paar Tage zu unseren Kindern in die Schweiz!
Ihr werdet nächstes Jahr wieder von uns lesen und Fötelis anschauen können!

DSC_1276 IVWir wünschen Euch allen eine frohe Weihnachten und einen guten Start ins 2016

Sonntags-Ausflug

DSC_1204 IVUnd Picknick mit unseren Freunden:

DSC_1249 IVDSC_1233 IVDSC_1243 IVDSC_1252 IVDa sprechen die Fotos für sich. Wir nennen uns „Alegres Bicicletistas“, aber man könnte auch sagen „aficionadas a la buena comida“! de Verdad!

Die Logik eines spanischen elektrischen Backofens

Das erste Mal hat Martin den Backofen eingeschaltet, nach einigem Drehen und Schalten hat er angefangen zu heizen. Irgendwann nach dem Essen hat noch der Wecker vom Backofen geläutet und wir haben gedacht, das nächste Mal brauchen wir den Wecker nicht.
DSC_1193 IVUnd das zweite Mal wurde der Ofen nicht mehr warm! Ich versuchte alles, aber da ging nichts mehr,
Wie sagen wir das den Besitzern? So langsam haben wir genug von kaputten Geräten, die dann geflickt werden von Tecnicos, auf die man immer warten muss, bis sie irgendwann auftauchen. Und auch Mitleid mit den Besitzern: was haben die da für eine defekte Wohnung gekauft? Trotzdem wollen wir es ihnen sagen, bevor sie nach Thailand fliegen. Sonst denken sie noch, dass wir den Ofen kaputt gemacht haben.
Sie kommen ja noch vorbei, um ihre Sachen, die sie in Thailand nicht brauchen, in der Wohnung zu deponieren. Als sie da sind, schon etwas gestresst von der ganzen Packerei, erwähne ich noch das Problem mit dem Backofen, aber dass wir den ja gar nicht brauchen würden, sie also nichts zu unternehmen hätten. Sie ist zuerst etwas erstaunt, dann plötzlich scheint ihr ein Licht aufzugehen und sie erklärt mir, dass manchmal der Wecker so etwas wie der Hauptschalter für den Ofen sei. Sofort probiert sie es aus und siehe da: der Backofen bekommt Leben, das Licht geht an und das Gebläse fängt an zu drehen. Jetzt noch die Temperatur dazu und es funktioniert!
Hättet ihr den Zusammenhang mit der Kälte im Ofen und dem nicht angeschalteten Wecker geahnt? Oder gemerkt? Wir nicht!
Also nicht vergessen, falls ihr auch mal in einer (spanischen) Wohnung den Backofen nicht heizen könnt, hier die Anleitung:
Man drehe zuerst den Wecker, damit er tickt, da hat man auch schon Licht innenDSC_1194 IV

DSC_1195 IVdann die gewünschte Hitze: Ober- und Unterhitze, oder nur Oberhitze, etc. etc.
dann noch die Temperatur: jetzt beginnt der Ofen langsam, aber sicher zu heizen.
(Und noch eine Anmerkung von Debbie: Falls das Gericht länger als eine Stunde braucht, sollte man unbedingt den Wecker nach dem Läuten wieder andrehen, sonst,…)

Radtour ohne Gepäck

Wir haben uns verabredet mit einem Paar, das wir auf dem Eurocamping in Oliva als Nachbarn hatten, die Engländer Debbie und Steve. Sie haben schon jahrelange Spanien-Erfahrung, und zwar in Miet-Wohnungen und nun seit 18 Monaten mit dem Wohnwagen unterwegs. Sie sind jetzt auf dem Camping in der Nähe von Vilajoyosa, das ist gar nicht so weit von Alicante entfernt. Wir wollen mit den Fahrrädern hinfahren, auf einer Route, die uns Jorge voller Hilfsbereitschaft schickt, sehen wir, dass es ca. 38 km sind. Locker für uns, ohne Gepäck oder?! Zurück nehmen wir dann das Tram, das zwischen Alicante und Benidorm ziemlich regelmässig im Halbstundentakt fährt, bis ziemlich spät am Abend.
Gegen Mittag wollen wir dort sein, deshalb fahren wir schon um 9 Uhr hier ab. Zuerst über die Radwege bis durch Playa San Juan, fast alles der Playa entlang, mal durchs Velofahrverbot hindurch, mal hat es eine Velospur, je nach Gemeinde. In El Campello treffen wir dann das Unglaubliche an: Da gibt es eine Velospur auf der Strasse, aber in der Spur sind alle 50 Meter Velo-Verbotsschilder aufgemalt! Sogar spanische Velofahrer schütteln den Kopf und wir fahren gemeinsam gemütlich hindurch. Jetzt hat es ja nicht so viele Menschen hier, und wenn alle ein bisschen aufpassen, geht das schon. Wie an einem schönen Sonntag der Emme entlang, das geht ja auch oder! Aber das Problem hier ist, dass die Fussgänger überhaupt nicht gewöhnt sind an Velofahrer, wir müssen wirklich doppelt aufpassen.
Danach wird’s wieder ziemlich schwierig, die Route wurde wahrscheinlich gar nicht gefahren, die führt mal quer durchs Feld und überquert die Tramschienen, wo es weit und breit keinen Übergang hat. Das GPS spielt heute auch seine Spielchen, berechnet wieder mal dauernd die Strecke neu und will partout nach Alicante zurück! Dazu kommt das Gelände: die Strässchen durch die Ferienhaussielungen gehen auf und ab, zweigen hier und dort ab, wir müssen dauernd auf dem Handy nachschauen wo wir fahren müssen. Einmal geht es so bergauf, dass es uns das Vorderrad in die Luft hebt und wir ein paar Meter schieben müssen. (zum Glück machen wir das ohne Gepäck!) Mit Debbie bin ich mal schon in Kontakt, es wird ein bisschen später als wir gedacht haben.Datei 15.12.15, 17 13 28 IV
Endlich erreichen wir Vilajoyosa, da können wir alles dem Strand entlang, aber nein, da ist noch so ein Felsen, den wir hintenrum umfahren müssen, und zuerst erwischen wir natürlich einen Weg, der bei einem HaDatei 11.12.15, 11 53 25 IVus vor dem Tor endet.Und zuletzt, wir sehen den Camping schon vom Hügel aus, tragen wir die Räder noch etwa 50 Treppenstufen hinunter, alles auf einer Route, die jemand ins Netz gestellt hat: er sei diese Route gefahren. Wer‘s glaubt!
Die Beiden erwarten uns und zusammen setzen wir uns auf die Terrasse des Camping-Restaurants, und mit Tinto de Verano und Tapas verbringen wir den halben Nachmittag dort, wir haben uns viel zu erzählen. Sie verfolgen unseren Blog, lassen ihn von Google übersetzen, was manchmal sehr lustig ist, sie zeigen uns ein paar Müsterchen und wir lachen uns halbtot. Die zweite Hälfte des Nachmittags sitzen wir diskutierend vor dem Wohnwagen, bis es dunkel wird. Debbie bewirtet uns mit dem englischen Weihnachtsgebäck, „ Mince Pies“ und einigen Tassen Tee.
Datei 11.12.15, 11 56 53 IVDatei 11.12.15, 11 57 06 IVDSC_1192 X2 IVBevor wir uns verbschieden, machen wir ab, dass wir im Januar gemeinsam eine Nachttour nach Benidorm machen wollen, in eine kleine Bar mit Life Rockmusik.
Mit dem Tram, dessen Haltestelle wir nach Steves Hinweisen problemlos finden hinter dem Notfall-Eingang des Spitals, fahren wir gemütlich in einer Stunde zurück nach Alicante. Das war ein toller Tag!

 

Wanderung

DSC_1189 IVUm 9 Uhr morgens werden wir abgeholt von Beatriz, fahren zu Jorge, der auf dem völlig überbauten Hügel bei Playa San Juan lebt. „Der mit Abstand bekannteste und längste Strand und ein sandiger Traum“ laut Marco Polo Reiseführer. Für uns nur ein Stück weitere völlig verbaute Küste. Beatriz erklärt uns, dass hier früher Dünen! waren, durch den Bau von den Hochhäusern (dadurch Abbau von Sand) sich der Wind verändert hat und das Meer dann den Sand fast ganz weggespült hat. Mit Bulldozern mussten sie den Sand aus dem Meer schaufeln und wieder einen neuen Strand anlegen.
Ach die Menschen!!!!!
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Jorge zeigt uns seinen kleinen Garten mit Palme, Feigen- und Orangenbaum und erklärt, dass er früher mal von seinem Haus aus das Meer gesehen hätte. Er war einer der ersten, die hier wohnten. Wir pflücken drei reife Orangen, die sind einfach ganz speziell gut! Es ist schliesslich das erste Mal, dass wir Orangen direkt vom Baum pflücken und essen konnten. Wir machen etwas turismo (frei übersetzt Sightseeing), das heisst, die beiden zeigen uns die beste Aussicht auf die Bucht und die Berge im Hintergrund, dann fahren wir noch an einen felsigen Strand, den im Sommer die Nudisten bevölkern, heute sind aber nur einige, Vögel, Fischer und ein paar Taucher da. Schliesslich ist Winter!
DSC_1148 IVDann geht’s auf die Autobahn, Richtung Cliffs, zuerst kommen wir an der Skyline von Benidorm vorbei, das New York von Spanien, dann Richtung Denia, durch ein paar Dörfer und am Ende dank der Karte auf dem Handy von Jorge durch das Gewirr von Ferienhäusern auf den felsigen Hügeln bis zu einem Strand, von wo aus wir dann zu Fuss weiter können. Die ganze Strasse runter bis zum Strand hat einen Parkierstreifen, für den man im Sommer auch bezahlen muss. Das muss hier extrem viel Volk haben! Datei 11.12.15, 11 55 36DSC_1158 IVDSC_1159 IVAber jetzt wird’s fast nur noch schön und schöner, ein kleiner Wanderweg schlängelt sich den Felsen entlang immer höher hinauf, die Aussicht wird immer besser, einfach wunder- wunderschön! Die Sonne scheint und es sind mindestens 25° warm: Dezember!!! Jorge und Beatriz hatten am Morgen noch beide eine Faserpelzjacke an, die baumeln jetzt am Rucksack, drin hat es keinen Platz.
Datei 11.12.15, 11 54 25Der überaus schöne Weg führt zuletzt ganz steil in eine kleine Bucht hinunter, das Ziel ist erreicht. Beatriz genehmigt sich eine Abkühlung im Meer und nachdem Jorge den ganzen Morgen ein Geheimnis über seine „Droga“ gemacht hat, die ihn soviel Zeit gekostet hat, dass es ihm nicht reichte, sich etwas zu essen einzupacken, lüftet er sein Geheimnis: Zuerst kommt eine eisgekühlte Thermosflasche (mit Weisswein aus seiner Heimat Cadiz) aus dem Rucksack, dann Plastik-Sektgläser und dann noch 2 Plastikdosen, in einer Gambas(grosse Crevetten) und in der anderen Cangrejos (Krebse), deren Zubereitung ihn soviel Zeit gekostet haben! Er amüsiert sich köstlich über unser Erstaunen und erfreut sich an unserer Begeisterung für die kulinarische Überraschung, die ihm so geglückt ist.
DSC_1171 IVDSC_1172 IVDSC_1173 IVWir machen noch ein paar Fotos von den Möwen, die sich wartend in Position gebracht haben, unsere Reste wird ihnen auch noch ein Festmahl abgeben. Als die Sonne hinter dem Felsen verschwindet, brechen wir auf, bevor es kühl wird. (Eigentlich ist gut, dass die Sonne beim Aufstieg nicht mehr so an den Hang brennt, es geht so lockerer aufwärts.)DSC_1179 IV
Datei 11.12.15, 11 55 53Datei 11.12.15, 11 56 05Müde und glücklich machen wir uns auf den Heimweg, wir sind sehr froh, an dieser Küste noch so schöne fast unberührte Stückchen zu sehen, wir sind ja sonst schon ziemlich ernüchtert.
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„Velo-Demo“

Dann kommt dieses lange Wochenende, wir haben herausgefunden, wann die Läden geöffnet haben und wann wir ins Fitness gehen können. Aber am Samstag kommen wieder mal die Fahrräder zum Zug, durch den Lift runter und zur Plaza de Toros, wo sich die „massa critica“ immer am ersten Samstag des Monats trifft, und eine Rundfahrt durch die Stadt unternimmt. Sie wollen so aufmerksam machen auf die Velofahrer.
Wir, typisch schweizerisch, stehen Punkt 12 Uhr also an der Plaza de Toros, aber da ist kein einziger Fahrradfahrer weit und breit. Etwas verunsichert stehen wir abseits an einer Bushaltestelle und warten mal ab. Und wirklich, etwa 12.10 fährt gemütlich eine Frau auf den Platz, ein paar Minuten später noch eine und dann trudeln die Leute langsam ein. Wir gesellen uns jetzt auch dazu, begrüssen die Leute, und da kommt dann auch der Mann vom letzten Sonntag, der uns davon erzählt hat, er gehört irgendwie zum Kopf der Organisation, aber heute nicht wirklich verantwortlich. Die Leute stehen rum, reden und lachen, ab und zu stösst wieder einer dazu und es sieht überhaupt nicht aus, ob da mal losgefahren würde. So um 13 Uhr sind wir um die 50 Leute, und einer übernimmt die Führung, und bei der nächsten Grünphase geht’s dann los. Wir gondeln durch die 2-4 spurigen Avenidas, mitten durch das Zentrum, die Glocken der Velos werden immer wieder benützt, die Leute auf den Trottoirs schauen, einige klatschen sogar, die Autofahrer sind recht rücksichtsvoll und scheinen sich gar nicht wohl zu fühlen, wenn sie mitten im Fahrradtross sind.
Datei 11.12.15, 11 53 45 IVWir fahren auch die grosse Avenida am Hafen und Strand entlang, da müssen wir aber eine Fahrspur den Autos überlassen. Etwa nach einer Stunde landen wir im historischen Zentrum, vor dem Theater, dort wird von einigen ein Bier mit Tapa bestellt, und wir erhalten noch einige Infos zu weiteren solchen Aktionen, in der nächsten Zeit. Danach gehören wir noch zum harten Kern, der sich zum Mercado bewegt um dort noch etwas zu essen. Aber, diesmal hatte es nur wenige Fahrer, wegen dem langen Wochenende, wo viele wegfahren, ins Ferienhaus, zu den Eltern oder Verwandten, oder sonst einen Ausflug machen. Und so besteht der harte Kern nur noch aus Beatriz, Jorge, Martin und Barbara. Und beim Mercado geht gerade die Post ab. Das Volk steht einander fast auf den Füssen, die Beizlis sind alle proppenvoll. Jorge kennt im Markt einen Mann der im Untergeschoss Charcuterie verkauft, und wir stehen an, um dort ein Plättli herrichten zu lassen, das wir dann oben auf dem Platz verspeisen wollen. Dazu gibt’s noch Brot, das er schnell am Stand nebenan besorgt, und weiter drüben ist ein Stand, der verkauft Wein und Spirituosen, neben anderem, da lassen wir uns beraten, welchen Wein wir zum Plättli trinken könnten (einen Santa Barbara! Der muss ja gut sein!), er hat sogar Plastikbecher und dann geht’s hinauf, der Haupteingang ist schon geschlossen (der Mercado hat jeden Tag nur bis 14 Uhr geöffnet),überall wird mit viel Wasser geputzt und aufgeräumt, wir finden den Weg hinaus und beim Geländer der Treppe errichten wir unser Buffet ein und verspeisen unsere eingekauften Delikatessen! Dazu haben wir es ziemlich lustig, wie ihr auf dem Foto sehen könnt.
DSC_1139 IVDie beiden wollen am nächsten Tag einen Wanderung entlang der Cliffs machen und wollen uns mitnehmen, da sagen wir nicht nein! Erst beim Eindunkeln machen wir uns auf den Heimweg, nehmen den Radweg, der wirklich fast an unserer Wohnung vorbeiführt.

Alltag Fortsetzung

Am Montag gehen wir also nach einem schönen Frühstück ins Fitnesscenter, das nur 10 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt ist. Wir erhalten eine Einführung und ein paar Maschinen erklärt und „fitten“ dann, was das Zeug hält. Es ist schön warm hier und der Schweiss trieft, das tut gut! Ihr lacht? Aber wirklich, wir haben das ein wenig vermisst! Martin geht anschliessend noch schwimmen, ich schaue mir den Wellness-Bereich an, der aber im Dezember umgebaut wird und geschlossen bleibt. Macht nichts, das würde nur vom Wichtigeren ablenken. Und ganz wichtig: mal eine warme Dusche nehmen, der Typ von der Gas-Firma hat sich noch nicht gemeldet!
Wir lösen eine Monatskarte in diesem Fitness-Center, das wird ein Teil von unserem Alltag, so wie die langen Spaziergänge oder Fahrten durch die Stadt, dem Hafen oder Strand entlang, oder zu einem der grossen Einkaufszentren mit Kinos im obersten Stock (James Bond, spanisch sprechend!). So lernen wir die Stadt kennen, mal erstehen wir eine Bus und Tramkarte,(es gibt genau 1 kleines Büro in der ganzen Stadt, wo man solche Mehrfahrtenkarten erstehen kann!) mal schlendern wir einfach durch die Gassen oder sitzen am Hafen, schauen und hören die Segelschiffe im Wind schaukeln oder gehen zur Cervecería Estrella del Bulevard unten an der Hausecke und genehmigen uns einen Café oder manchmal ein Menu del día, und so geniessen wir, das Leben.
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Am Mittwoch dann wieder mal eine Aktion Wohnung: SMS an den Besitzer, ob er etwas von der Gas-Firma gehört hat, nächstes Wochenende sind hier 4Tage Festtage, da wird niemand arbeiten, und wir hätten schon gerne mal warmes Wasser in der Wohnung. Der Vermittler wird eingeschaltet, am Donnerstag „wissen“ wir, dass „sicher“ am Freitag einer kommen sollte, um den Gasanschluss und den Zähler zu installieren. Wieder mal ist warten in der Wohnung angesagt, aber es klappt wirklich und um 15 Uhr kommt der Mann mit Zähler und allem was es braucht. Nach einer Stunde haben wir warmes Wasser, ich habe etwa 10 Zettel und Formulare unterschrieben, und das 30 Euro teure Loch braucht es wirklich, damit er einen Abgastest machen kann (den habe ich auch unterschrieben).

Alltag

Jetzt haben wir Zeit, uns in unserem Quartier umzuschauen. Wir wohnen mitten drin, etwas ältere, 6-8 stöckige Häuser, ein Boulevard mit Tram, und vielen Cafés und kleinen Läden, Parks und Spielplätzen, die abends im Dunkeln von den Kindern noch genutzt werden, da Abendessen ja erst um 21 Uhr oder später ist. Die Mütter, Väter, Grossmütter, oder Grossväter nutzen die Zeit für einen Schwatz, warm angezogen im Wintermantel oder der Daunenjacke und einem dicken Schal um den Hals, es sind etwa 16-18°. (abends)
DSC_1124 IVZu Fuss haben wir etwa 15 Minuten bis zum Strand. Den wir mitsamt unseren Stühlen und Büchern besuchen, um einen gemütlichen, warmen Nachmittag zu verbringen. Wenn man nicht zu sehr Richtung Land schaut, ist es einigermassen schön, leider können wir die Ohren nicht verschliessen vor dem Strassenlärm.
DSC_1125 IVWie in vielen Städten, geht genau hinter den Palmen der Küste entlang eine mehrspurige Strasse, die rege benutzt wird, obwohl es eine Autobahn hat, die die Stadt grossräumig umfährt. Die kostet aber und ist länger. Noch Fragen? Wir haben uns schon einige Lösungsvorschläge ausgedacht, aber das interessiert wohl niemanden so richtig, leider.

Bei einem Kaffee findet Martin in einer Zeitung eine Anzeige: Am Sonntag-Morgen ab 10–14 Uhr: Einweihung eines Fahrradweges in einem Quartier, nicht weit von unserem entfernt. Mit Musik, einem Mechaniker, einer kleinen Velostrasse für Kinder, Ständen mit Getränken und einem Bus, der über den ÖV informiert. Ja das ist genau etwas für uns, da gehen wir hin und schauen mal, was da so läuft.
DSC_1113 IVDSC_1123 IVDas ist ganz professionell aufgezogen, mir kommt der Slow-up in seinen Anfängen in den Sinn, als wir auf den Platz kommen, wo alles schön abgesperrt ist. (für alle Nicht-Schweizer: ein Event für Fahrradfahrer, der etwa 12x im Jahr stattfindet und tausenden von Menschen viel Spass macht! ) Eine Ambulanz steht in der Nähe, es hat Polizisten und andere uniformierte Leute, da hat es auch noch ein paar Fahrradfahrer, mit Mountainbikes oder Renner, in voller Montur, und ein paar Kids und einige Familien, die ohne Fahrrad gekommen sind. Und eine Truppe Musiker, die ohrenbetäubende Trommel-Rhythmen spielen.
Wir stehen ein bisschen herum, werden angesprochen, unsere Velos fallen auf, vor allem die Nabenschaltung, die ist hier gar nicht üblich. Wir kommen ins Gespräch mit einem Mann der uns von der Leidensgeschichte der Fahrradfahrer erzählt, die eher rückwärtsgehende Akzeptanz und Hilfe von der Stadt, von der Bevölkerung, welche gar nicht wissen will, was sie mit dem Fahrrad machen könnte, und wie gut ihnen das täte!
DSC_1119 IVDann fährt eine Gruppe von etwa 30 Menschen los, um den neuen Abschnitt des Radweges einzuweihen, Martin und ich bleiben da und beobachten das Ganze, erhalten einen Karte mit allen Buslinien und Fahrplänen, und noch besser: eine Karte mit allen Radwegen drauf. Das ist wichtig, weil es kaum Wegweiser gibt und man die Wege nicht so gut findet. Auf dem Nach-Hause-Weg probieren wir einen Radweg aus, noch ganz lustig, leider sind die Rotlichter hier immer sehr lange rot, es hat viel zu viele Ampeln, was einem so richtig zu „Rotfahrern“ macht. Auf der Karte sind Sportplätze und Schwimmbäder eingezeichnet, da wollen wir uns eines ansehen. Denn:
Der Bewegungsmangel mit gleichzeitiger super guter Ernährung, ist nicht gerade förderlich, um ein ideales Gewicht zu erhalten. Es gibt 2 Möglichkeiten: weniger essen (sehr schwierig) oder Sport treiben (etwas weniger schwierig). Da Martin gerne schwimmt, wäre das die Lösung. Und was für eine: Das Monats Abo ist sehr günstig, (33Euro) und alles ist inbegriffen: die ganze Halle mit den Maschinen, das Schwimmbad, eine Sauna und Warmwasser-Pool, und für mich interessant: Die vielen Kurse, die man besuchen kann, Body-Pump, Body-Combat, Latin-Dance, und Step und Pilates und Yoga, und…..
Wir bekommen 2 Gratis Eintritte, um einen Tag lang mal alles auszuprobieren, am Sonntag wird um 15 Uhr geschlossen. Mittagessen und Siesta-time!

Alicante

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Schon 2 WoDSC_1102 IVchen sind wir in dieser Stadt und haben extrem viel erlebt!
Die ersten 4 Tage verbrachten wir die Nacht in einem Hostel mitten in der Altstadt, sogar mit schmalem Blick zum Meer!
Und vom Gemeinschaftsraum aus auf den Rathaus-Platz, der mich ziemlich an den Bundesplatz erinnert: da hat‘s Löcher im Boden aus denen ab und zu Wasserfontänen sprudeln, abends in den schönsten Farben beleuchtet, und wer‘s glaubt oder nicht: jetzt im Dezember hat es eine Eisbahn auf dem Platz, und mittendrin einen wundervoll geschmückten Weihnachtsbaum! DSC_1109 IV

 

Wir wollen in dieser Stadt den Winter verbringen, das heisst etwa die nächsten 2 Monate, danach fahren wir dann wieder weiter, irgendwo in Spanien. Das Land gefällt uns sehr gut, mal abgesehen von den Ferienstädten am Meer und den Strassen die fast die ganzen Küsten verschandeln. Aber die Menschen hier und die Atmosphäre, das Essen (natürlich!) sind einfach genial!
Schon nach 2 Tagen konnten wir eine kleine Wohnung besichtigen, zu vermieten ab sofort, und zwei Tage später sind wir mit all unserer Habe und den Fahrrädern eingezogen. Da die Wohnung im 6. Stock ist, war das mit den Velos so eine Sache, aber schlussendlich haben wir sie auch in den Lift gebracht, stehend auf dem Hinterrad. Martin muss jedes Mal den Lenker querstellen, dann hat es „tout just“ Platz. Zuerst parkierten wir die Räder auf dem Balkon, aber nach einigen Tagen haben wir gemerkt, dass es ziemlich staubig ist da draussen, deshalb sind sie jetzt im Gästezimmer, solange wir keine Gäste haben.

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Was tut der Martin da? Es hat mit Essen zu tun!

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Diese ganze Wohnungsgeschichte ist ja eine Geschichte für sich, und ich versuche etwas Ordnung hinein zu bringen, was da so alles passieren kann.
Erstens: Der Preis im Internet war 360 Euro pro Monat. Abgemacht wurden dann 450, inklusive Wifi, Wasser, Gas und Elektrizität. (ok, allein für Elektrizität sind 70-100 Euro zu rechnen, sagte uns der Hostel-Betreiber auf unsere Frage) Alles bezahlbar im Voraus, weil wir nur für 2 Monate mieten. Aber: Das Gas (für warmes Wasser), die Heizung und das Wifi funktionieren noch nicht!
Die Besitzer hatten die Wohnung neu gekauft und gerade fertig renoviert, Staub überall, sogar im Bad an den Wänden eine dicke Staubschicht.
Und wir haben brav alles bezahlt, bar in die Hand! Nur mit der mündlichen Zusage, alles werde innert einigen Tagen gemacht! Am ersten Tag haben wir mal ein paar Putzsachen gekauft und angefangen, die Wohnung zu putzen! (das können wir ja, Baureinigungen gehen uns schon leicht von der Hand) Wir haben beim Besitzer noch einen Staubsauger bestellt, er würde den ja nachher auch brauchen.
Zweitens: Die Waschmaschine machte einen etwas ungebrauchten Eindruck, ich befreite sie vom Staub, leerte den Filter und dann beluden wir sie mit ein paar Tüchern aus der Wohnung: und siehe da, sie funktionierte einwandfrei, nur das Wasser konnte sie nicht abpumpen! So füllte sie sich über eine Stunde mit Wasser, das dann beim letzten Auswinden kraftvoll seinen Weg aus der Trommel suchte. Wir waren zum Glück da und konnten Schlimmeres verhindern, indem wir sie einfach abschalteten. Wir versuchen über den Filter der Maschine das Wasser abzulassen, aber da kam nur ein Haufen Kies und Dreck raus, fast kein Wasser. Dem Dreck nach zu urteilen, war die ganze Pumpe und der Schlauch verstopft mit Kies und Sand und Flusen, vom jahrelangen Brauchen und nie Putzen. Also, Telefonanruf, was nun? Der frühere Besitzer würde morgen vorbeikommen und schauen, sonst werde dann ein Tecnico bestellt. Gut, und
Drittens: die Heizung? So ein paar Grad mehr in den Abendstunden könnten wir schon vertragen, aber aus der Klimaanlage kommt kein Hauch von Warm! (das ist die einzige Heizung in der 3-Zimmer-Wohnung, die Winter sind ja mild hier).
Am nächsten Morgen kam also der frühere Besitzer und versicherte uns, dass die Maschine bis vor 2 Monaten einwandfrei gewaschen hat. Er werde einen Tecnico suchen, und ein paar Stunden später wussten wir, dass morgen einer kommen würde.
Aber er konnte uns wenigstens die Heizung erklären und nun wissen wir auch wie sie funktioniert!
Viertens: Wir müssen in der Wohnung warten, weil nächstens einer kommt und das Internet installieren wird. Das klappt dann auch vorzüglich.
Am nächsten Tag wird die Maschine repariert, vom Chef der Firma persönlich, weil schon Freitag ist und wir sonst bis am Montag hätten warten müssen. Wir zeigen uns sehr dankbar, der nicht mehr ganz schlanke Mann hat unter der Maschine fast keine Luft mehr bekommen, so anstrengend war es für ihn, die Maschine, die Pumpe und den Schlauch zu leeren. Sie kamen zu zweit, der Chef und der Gib-häb-zünd und putz-mal! Und es war eine ziemliche Schweinerei, was da aus der Maschine rauskam, den Duft wollt ihr gar nicht riechen! Im Rapport schrieb er dann: Wir haben mehr als ein Kilo Steine aus der Maschine geholt, und zu mir sagte er, das könne nur mutwillig passieren, er habe das noch nie gesehen (und er war nicht nur zwanzig Jahre alt).
Fünftens: Dann kam am Nachmittag noch einer von einer Firma, um zu prüfen, ob der Gas-Durchlauferhitzer in Ordnung ist, damit dann der von der Gas-Firma das Gas anschliessen könne. Aber da fehlte noch ein kleines Loch im Abluft-Rohr, eine neue Vorschrift, aha das könnt ihr nicht selber machen, das kostet aber 30(!)Euro, wenn er es machen muss. In knapp 10Minuten hat er das Loch gebohrt, wir sind uns nicht sicher, ob das Schikane ist oder wirklich eine Vorschrift. Bezahlt wird natürlich sofort, sogar mit der Karte möglich! (falls man nicht genügend Kleingeld in der Wohnung hat)
Ich unterschreibe ein Formular, das Original geht an die Gas – Firma. Ah, ja das dauert halt ein paar Tage, Ah, ihr habt kein warmes Wasser, vielleicht kommt er am Samstagmorgen, und weg ist er!
HAH! Wir sind lange genug in Spanien um zu wissen, dass sicher niemand von einer öffentlichen Firma am Samstagmorgen arbeitet.

Etappenziel erreicht!

Die Fahrt nach Albacete ist auch ganz gemütlich, wir machen noch einen Zwischenhalt in Chinchilla, einem typischen malerischen Städtchen mit Schloss auf dem Hügel, und etwas spanischem Wochenend-Tourismus. Der Markt belebt gerade den Platz vor der Kirche und wir genehmigen uns da ein Café con leche.. Das Tagesgespräch ist neben den Attentaten auch die kommende Kälte, der letzte warme Tag sei morgen, dann wird’s aber kalt!
Für das letzte Stück habe ich gegen unser GPS einen „Kampf“ gewonnen, es wollte während 5 Kilometern immer wenden, obwohl ich am Ende noch einen kleinen Weg gefunden hatte. Erst als wir dann auf dem Traktorpfad fuhren, mit 2 tiefen Schneisen von den Rädern und ziemlich holprig,aber für 500 Meter gut genug, hat es plötzlich den Weg auch „gesehen“. Zwischen Chinchilla und Albacete hat es zwei Autobahnen und drei Schienen, die von verschiedenen Seiten herkommen, und wir mussten über eine Brücke, die einfach nur über diesen Traktorpfad erreichbar war.
Wenn Autobahnen gebaut werden, haben die Planer das Gefühl, die anderen Strassen bräuchte es nicht mehr, und so sind wir manchmal richtiggehend abgeschnitten, wir fahren sicher nicht auf die Autobahn!
DSC_1090 IVIn Albacete werden wir von Angel herzlichst empfangen und gleich zum Essen eingeladen. Er war im Frühling noch bei uns als Couchsurfer, er war auf dem Weg von Deutschland nach Hause mit dem Fahrrad. Da er noch studiert und bei seinen Eltern wohnt, sind wir sehr dankbar, auch von Ihnen aufgenommen zu werden, sie kennen uns ja gar nicht. Aber wir kommen schnell ins Gespräch und abends, nach einem Spaziergang durch die Stadt (die gar nichts hat für Touristen) dafür aber viel Lebensqualität für die Bewohner bietet, laden sie uns sogar zu einem Abendessen ein. Angel musste noch in die Schule, kommt aber um 21 Uhr auch dazu und wir verbringen einen gemütlichen Abend.
DSC_1098 IVAm anderen Morgen zeigt er uns dann, was die Spanier frühstücken: Churros mit Schokolade. Dafür gibt es extra die Churrerias, die nur Churros, heisse Schokolade und Kaffee anbieten und meistens bis 12 Uhr mittags geöffnet haben. Da hat man dann für den ganzen Tag genug gegessen!
DSC_1092 IVDSC_1093 IVWer gut hinkuckt sieht, dass wir die schlankere Version gewählt haben: Kaffee statt Schoggi! (die ist da, um den Churro hinein zu tunken!

Gut genährt (wir haben alles gegessen!) besuchen wir ein Museum für Messer, die Stadt war und ist die Hochburg für gute Messer, da war “auch” ein Messerschmied, der gute Qualität gemacht hat, und die Messer von hier haben dadurch bis heute einen guten Ruf.

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So war der Messerschleifer damals unterwegs

Danach schlendern wir durch die Stadt, besichtigen den Park und gehen noch eine Cana trinken, das ist ein kleines Glas Bier mit einem Tapa dazu. Das macht man bevorzugterweise ab 14 Uhr, oder noch später, draussen, wo viele Leute vorbeispazieren, wechselt ab und zu das Lokal, um noch andere Leute zu treffen, deshalb nur ein kleines Glas und ein kleines Häppchen, damit man oft wechseln und viele verschiedene Tapas essen kann.
Im späteren Nachmittag fahren wir dann noch zu der Parcela, wir können uns nicht so viel darunter vorstellen, ein Familiengarten? Ein Gärtchen mit einen kleinen Häuschen, die es auch in der Schweiz und in Deutschland überall an den Stadträndern gibt? Auf der Fahrt erzählt uns Angel, dass viele Familien so eine Parcela haben, um das Wochenende und vor allem den Sommer hier zu verbringen, da es dann in der Stadt in den Wohnungen viel zu heiss ist zum Leben. Sie haben da zwei Hunde, und einen Swimming Pool, ein Haus mit grosser Veranda, ein Gartenhaus mit Pizzaofen und Cheminee, da werde jeweils gekocht und gegessen, ein schöner Garten und ein Fussballplätzchen, die Hunde haben auch ein eigenes Haus und nach hinten geht’s dann noch zu den Schuppen wo allerlei Gerät gelagert wird. Es kommt uns vor wie ein Paradies, und das ist es ja wohl auch für die ganze Familie! Ich habe keine Fotos gemacht, da es schon dunkel wurde, und wir haben bei heissem Tee und Turron con Chocolate (eine spanische Weihnachts-Süssigkeit) in der Veranda gesessen und die Welt verbessert.
DSC_1099 IVVielen Dank nochmals für die herzliche Gastfreundschaft!

Am nächsten Morgen verlassen wir die Stadt per Zug, Richtung Alicante, ein bissiger Wind wirbelt Staub und Dornenbälle über die leeren Gleise. In der Bahnhofshalle müssen wir all unsere Taschen vom Velo nehmen und sie durch ein Röntgengerät prüfen lassen, (fast wie am Flughafen), der Beamte entschuldigt sich, sie müssten das machen.

von Angel IV

Wir stellen uns vor: Bern, Samstagmorgen 11Uhr und alle Zug-Passagiere müssten ihr Gepäck wie am Flughafen prüfen lassen!…..und nur diese dürfen dann durch den Gate zum Perron, nach dem Vorweisen des Tickets.  Unvorstellbar

Albergue de Peregrinos

Ja genau, wir sind zu Pilgern geworden, nachdem wir einen schönen Tag lang durch die Hügel voller Oliven-, Mandel- und Pfirsichbäume, durch riesige Felder voller Weinstöcke und viel wilder Natur gekurvt sind, über schmale, geteerte Strassen.
DSC_1087 IVHaben einige ganz kleine Dörfer durchquert, wo wir uns schon fragen, wie kann man hier noch leben? Eine Kirche hat es, eine oder vielleicht sogar 2 Bars, wenn‘s hoch kommt noch eine Panaderia (Bäckerei), die nebenbei noch ein kleines Sortiment an anderen Waren hat. Um die Mittagszeit sehen wir einen Schulbus, der im Dorf einige Kinder rauslässt, wir machen einen Halt in der Bar und essen ein Bocadillo.

Und hier erfahren wir durch den Fernseher von den Attentaten in Paris!
Die schlimmen Nachrichten erreichen uns immer.

Als wir in Petrolá ankommen, müssen wir „Damian“ anrufen, die Nummer hat uns Pablo mitgegeben, er ist zuständig für die Herberge, die sich als Anbau an die Kirche entpuppt. Ich kann die Schlüssel abholen, und nach etwas probieren am Schloss, geht die Türe auf. Ich erwarte einen kleinen leeren Raum, wo wir unsere Mätteli in einer Ecke platzieren können, aber völlig falsch: Da stehen zwei grosse schwere Tische mit 12 Stühlen, eine alte Orgel, verschiedene Gasöfeli und eine alte Kommode, und hinter einer Falt-Wand zwei ganz neue rote Etagenbetten, die Matratzen noch im Plastik eigehüllt, daneben noch eine Orgel und diverse Möbel und Gestelle, die man vielleicht mal in der Kirche gebraucht hat. Es riecht etwas müffelig und ist s…kalt da drin! Mit etwas Gewalt öffnen wir den zweiten Türflügel und lassen noch die letzten Sonnenstrahlen und die Restwärme des Tages hinein. Beim Zumachen gibt’s ein Problem, die Türe klemmt und nur mit etwas brachialer Gewalt können wir sie wieder schliessen! Martin hat sich schon drangemacht einen Ofen in Betrieb zu nehmen, das dauert ein wenig, wir wissen nicht so genau wie die funktionieren, aber so nach 10Minuten beginnt das Öfeli zu heizen. (Ventilatoren stehen auch herum, die wären einfacher zu bedienen!) Seit Ende September war niemand mehr hier, das können wir im Gästebuch lesen. Und nach uns wird sehr wahrscheinlich bis nächsten Frühling auch niemand mehr kommen.
Martin versucht, eine Internet-Verbindung zu bekommen und siehe da, Petrolá offeriert 2 Stunden am Tag gratis Wifi. So können wir uns richtig informieren und wissen nun über die grauenvollen Taten, die in Paris verübt wurden.
DSC_1089 IVWir schliessen die Falt-Wand, nachdem wir alle notwendigen Dinge in den hinteren Teil gebracht haben, und mit Gasofen und Kochen auf dem Benzinkocher bringen wir den etwa 3 Meter hohen Raum auf knapp 17 Grad, ohne Wind schon ganz warm! (wir haben ja auch die warmen Unterhosen angezogen, als wir angekommen sind.)
Die Nacht verbringen wir in den oberen Betten, die Wärme steigt ja, und es ist gar nicht übel, nur das viertelstündliche Geläute der Kirche ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das stellt dann aber nach 23Uhr auch ab.

Die letzten “warmen” Tage

Unsere Reise durchs Hinterland beginnt an einem Sonntag, gegen Mittag fahren wir los, Richtung Villalonga, hier wollten wir einkaufen, aber es ist ja Sonntag und in den Dörfern haben die Supermercados geschlossen, so schnell vergisst man das, wenn man ein paar Tage in der Nähe von einer grossen Stadt ist. Mitten im Zentrum ist die Bar, es ist 13 Uhr, viele Leute sitzen da und trinken ein Bier, hier fragen wir, ob man etwas zu essen kaufen könnte? Sofort erhalten wir ein einen Tipp: der Shop der Chinesen wäre immer offen, aber hier in der Bar könnten wir auch etwas bestellen. Der Besitzer wird hergerufen und wir bekommen zwei supermega-grosse, frisch gemachte Jamon- und Käse-Sandwiches, dazu noch zwei Handvoll Erdnüsse (gut beim Velofahren), die Flaschen aufgefüllt mit kaltem Wasser, das ist einfach super, wie für uns gesorgt wird!
Die Fahrt geht weiter, und bald ist fertig lustig: Wir sind zum Glück frisch und können die Räder gerade noch eigenhändig diesen steilen Part hinaufschieben. Etwa 2Kilometer hoch, dann wieder runter, jetzt nicht mehr geteert, durch Pinienwald, immer etwas in der Höhe dem Flüsschen entlang in einer Schlucht. Leider merkt man nicht so viel von dem präparierten Eisenbahn-Trassee, es ist eher ein ausgebauter Bergwanderweg, mit viel groben Kies und immer gröberen Steinen.
DSC_1073 IVDa es Sonntag ist, hat es für diese Gegend ziemlich viele Leute, Wanderer, die von einem Dorf zum nächsten auf diesem Weg wandern, und dabei fast schneller vorankommen als wir.
DSC_1070 IVDie Aussicht ist prächtig, leider nur in den Trink- und Fotopausen geniessbar, da wir konstant auf den Boden schauen müssen wegen den vielen Steinen. Unser Tagesziel wäre etwa 58 Kilometer zu fahren, aber in diesem Tempo wird das zu einer ziemlichen Übung.
DSC_1074 IVNoch 1 Stunde bleibt‘s hell, noch immer fast 20 Kilometer vor uns, was tun wir? Mit einem etwas mulmigem Gefühl im Bauch wenden wir, um in einem kleinen Weg ein Plätzchen unter den Olivenbäumen zu suchen, da kommt uns ein Mountainbiker entgegen, und ganz spontan fragt ihn Martin, ob es im nächsten Dorf eine Übernachtungsmöglichkeit gäbe? Der Mann ist etwas überrumpelt, aber voll hilfsbereit und fährt mit uns ins nächste Dorf, aber wir haben kein Glück, da ist niemand da.Der Mann überzeugt uns, dass es bis Muro d Alcoy (unser Tagesziel) nur noch 12 Kilometer sind, das wir über die Strasse locker erreichen, bevor es dunkel wird. Und dort hat es ein Hotel und ein paar Hostales, das weiss er, er wohnt dort. Na also, dann mal los! Und wirklich, wir erreichen beim Eindunkeln die Stadt, es wird schon ganz schön kühl hier oben, wir sind jetzt 600Meter höher als noch am Morgen.
2-mal stehen wir vor geschlossenen Türen, einmal ruft uns eine Frau von ganz oben herab, dass sie erst morgen wieder aufmacht und ich denke schon, das wird eine teure Nacht im Hotel! Aber da stehen 2 ältere Frauen auf der Strasse, die kennen die Besitzerin, rufen sie an und da geht das Türchen auf und wir dürfen unsere Velos in die Garage stellen. Der Mann hat sich dann von uns verabschiedet, vielen Dank Ximo für deine Hilfe!
Das Restaurant ist geschlossen, macht nichts, wir finden dann schon etwas zu futtern! Eine warme Dusche und ein Zimmer, da ist schon viel besser als eine kalte Nacht unter den Olivenbäumen!
Nach der Dusche schauen wir, wo wir essen gehen könnten, das Städtchen war schon ziemlich ausgestorben, vorhin bei der Durchfahrt. Da klopft es an der Türe, die Frau steht da und fragt uns:“ Soll ich euch etwas zum Essen machen, ganz einfach, eine Tortilla mit Jamon? Ich bin sowieso in der Küche und mache etwas für meine Schwester und mich. Wir hatten eben ein Fest am Samstag und nun sind alle Restaurants geschlossen und die Leute müssen sich ausruhen!“
Das tönt super gut und wir bekommen ein feines Znacht an der Bar im Halbdunkel des Restaurants!

Der nächste Tag ist einer von denen, die man nicht so gern hat: Bereit zur Abfahrt holen wir die Velos aus der Garage, da hat Martins Hinterreifen null Gramm Luft!!! Also mal Handpumpe ausgepackt, etwas pumpen und zu Fuss zum nächsten Fahrradshop. Wenn man in einer Stadt ist, könnte man das ja flicken lassen. Nun, falsch gedacht, der Shop hat zwar Licht aber die Türe ist geschlossen, nach 10 Minuten kommt eine Frau und teilt uns mit, dass der Mechaniker erst am Nachmittag da ist.
Also, dann muss Martin es selber machen, im Park in der Nähe nimmt er das Rad auseinander, währenddessen kaufe ich noch einen Ersatz.
DSC_1077 IVDie Strecke, die wir fahren, könnte nämlich genau gleich sein wie gestern, da wollen wir doch vorbereitet sein. Zuletzt landen wir noch in einer Autogarage, wo Martin sein Rad pumpen kann. Ach ja und nun fehlt noch Wasser, das wir dann in einer Bar kaufen zum dreifachen Preis als im Supermarkt, wir sollten endlich los!
Vor dem Frühstück habe ich in unserem nächsten Etappenziel Villena ein Zimmer gebucht, damit wir keinen Stress haben werden, wenn‘s etwas spät werden würde. Aber mit einem Platten und den ganzen Umständen könnte es schon wieder stressig werden.
Nur etwa 4Kilometern auf absolut schlechtester Piste mit Tempo 3 oder so, entscheiden wir uns, auf der Strasse weiterzufahren, auf dieser kommen wir trotz Steigungen schneller voran. Es wird dann sogar zum Genuss, fast verkehrsfrei schlängeln wir uns durch die Hügel und geniessen die Aussicht! Die letzten 18 Kilometer sind dann wieder auf einer befahrenen, schnurgeraden Strasse, die mit Rückenwind locker vom Hocker geht.
DSC_1076 IVVillena
DSC_1079 IVVerkehrsknotenpunkt der Eisenbahnen, einzige von einer grünen Partei regierte Stadt in Spanien, im Winter das „la Brévine“ von Valencia (la Brévine ist der kälteste Ort in der Schweiz, gerade vor kurzem hatte es dort -24,5°Grad!), mit etwa 30‘000 Einwohnern und nur 2 Übernachtungsmöglichkeiten! Wir haben in der „Casa de los Aromas“ gebucht, ein wunderhübsches Haus mitten im historischen Zentrum, die Fahrräder müssen wir ein paar Treppenstufen hochtragen und sie dürfen im Eingang, zwar etwas im Weg, stehenbleiben. Wir haben ein Zimmer im 2. Stock, mir viel Charme und Geschmack eingerichtet, bis jetzt das schönste Hotelzimmer, in dem wir je waren! Die Besitzerin hat früher Stadtführungen gemacht und kann uns viel über die Stadt und ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten berichten. Besonders imponiert hat uns das Museum mit dem Goldschatz, der 1963 zufällig beim Strassenbau gefunden wurde:
3000 Jahre alte, schön verzierte Schalen und Armschmuck, alles versteckt in einem Gefäss aus Ton, über 9 Kilo pures Gold! Das Filmchen aus 1963 zeigt, wie ein Strassebauer einen Armreif findet, ihn dann dem Polier gibt, der ihn mit einer Schnur an der Baracke aufhängt mit dem Aufruf, der Besitzer solle sich melden, ein anderer Arbeiter bringt den Reif (über ein halbes Kilo schwer) zu einem Juwelier, der endlich den Wert erkennt und einen Archäologen anfragt. Der geht dann zur Baustelle, befragt da die Arbeiter, und die zeigen ihm die Stelle, wo sie das Kies aus einem Bachbett geholt haben und hier finden sie dann das grosse Gefäss aus Ton, in dem die Schalen und Reife fein ineinander gestapelt versorgt waren…
Tesoro Villena
Da haben wir etwas gesehen, was ziemlich einmalig ist, so ein alter und grosser Fund ist einer der grössten in Europa.
Unser nächstes Ziel ist Almansa, auch wieder etwa 50 Kilometer weiter, wieder wissen wir nicht so genau, was für Strassenverhälnisse wir antreffen werden. Wir werden dort bei einem Mitglied von warmshower.org übernachten dürfen, das beruhigt ungemein und lässt uns gemütlich losfahren, zuerst mal wieder auf einer schnurgeraden Strasse, beim nächsten grösseren Ort dann ab auf eine Piste, die halt wieder ein sehr gemässigtes Tempo fordert. Es geht an einer grossen Solaranlage vorbei, ein grosser Steinbruch etwas weiter weg, dann Olivenplantagen soweit das Auge reicht, ab und zu unterbrochen von einem Feld voller Weinstöcke, die da auf diesem steinigen Boden kauern, nur etwa 30cm hoch. Wir kommen an zwei grösseren Bauernhäusern vorbei, ein kleiner Traktor überholt uns, und lässt uns in einer Staubfahne zurück.
DSC_1085 IVDie Piste wird zum schmalen und steinigen Feldweg, zu Fuss wären wir wahrscheinlcih schneller. Wir schauen mal auf der Karte, ob es vielleicht in der Nähe eine bessere Strasse hat, aber durch dieses Hochtal hats 3 Eisenbahnlinien, eine Autobahn, und den Feldweg! Aber der führt uns nach einigen Kilometern auch zur Autobahn und an dieser entlang zur Eisenbahn, und an dieser entlang bis…es nicht mehr weitergeht! Der Weg wurde unterdessen ja wieder zur Strasse, die mal geteert war, und wir merken, das war die alte Strasse, als es noch keine Autobahn gab, danach wurde diese einfach aufgegeben. Später wurde die Eisenbahn gebaut und da war die Strasse dann im Weg und fertig. – Auf meiner Karte und dem GPS geht sie noch weiter! – Zum Glück führt ein kleiner mit Gras überwachsener Weg den Schienen entlang weiter bis zu einer Brücke über die Bahn, da war auch mal eine geteerte Strasse, jetzt sind es mehr tiefe Löcher als Teer, die wir umfahren, so gut es geht.
So kommen wir voran, immer in der Hoffnung, dass es doch bald wieder besser werden könnte, schliesslich hat es auch wieder mehr Häuser, aber bis 4 Kilometer vor Almansa gibt’s keine schöne Strasse.
IMG_0416 IVGerade rechtzeitig treffen wir um 17 Uhr am Stadtrand ein, die Sonne steht wieder tief, wir ziehen die Jacke an und Sonnenbrille aus, schnell wird’s kühl. Bei Pablo können wir duschen (so langsam schätze ich die warme Dusche sehr), und verbringen einen interessanten Abend mit ihm und seinem Sohn. Die Themen Reisen und Fahrrad sind wie immer mit Leuten von Warmshower ganz wichtig und jedesmal lernen wir wieder Neues dazu. Pablo hilft uns sehr bei der Planung unserer Weiterreise, er zeigt uns einen Weg, wie wir nach Albacete kommen und sucht für uns auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit unterwegs, da wir nur durch ganz kleine Dörfer fahren werden. In Petrolá finden wir eine „Albergue de Peregrinos“ (Herberge für Pilger). Er ruft am Morgen extra in der Gemeinde an, um nachzufragen, ob diese Albergue offen ist. Ja immer! Es hat keine Dusche, nur eine Toilette, und kaltesWasser und einen grossen Raum, wo wir schlafen können. Gut, das reicht ja, oder? Guten Mutes verabschieden wir uns von Pablo, er macht noch ein Foto von uns und weg sind wir!Facebook-20151126-062647 bei Pablo IV

An der Küste

Am Montag fahren wir gemütlich in 3 Stunden mit dem Zug nach Valencia. Wir sind froh, haben wir ein paar von diesen Hügeln hinter uns, das Unterland und das Meer wartet auf uns!
Die Veränderung könnte nicht krasser sein, wir sind mitten in der Stadt angekommen, es hat viele Autos, viele Touristen, viel Verkehr, aber wir finden den Weg raus aus der Stadt, es hat sogar einen Fahrradweg bis fast zum Camping im Süden der Stadt, nahe am Meer.
DSC_1020 IVNach einem Tag Sightseeing mit dem Fahrrad durch die Stadt und den Hafen, fahren wir am nächsten Tag weiter, wenn möglich der Küste entlang, die Sonne scheint, es ist warm und wir kommen gut voran.
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Aber was wir da sehen ist eine wahnsinnige Katastrophe, eine tote Stadt nach der anderen, mit Gebäuden bis zu über 25 Stockwerken, riesig und überdimensioniert, und vor allem alles tot! Keine Menschenseele, nur ab und zu ein Auto und am Strand ein Mensch der mit seinem Hund spazieren geht (wohnt der etwa da, im 24. Stock, da wo die Sonnenstore noch nicht ganz eingezogen ist?)
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Es ist irgendwie deprimierend zu sehen, was der Tourismus da angerichtet hat! Und wir können uns fast nicht vorstellen, wie das im Sommer ist, wenn alle Wohnungen bewohnt, alle Bars, Restaurants, Heladerias, Läden und Supermärkte offen und voller Leben sind.
DSC_1048 IVWir werden wohl besser wieder ins Hinterland fahren, da wo wir noch „Spanien“ finden können. Aber zuerst machen wir uns ein paar gemütliche Tage auf einem Camping, der schon vor über 20 Jahren da war.
DSC_1055 IVDSC_1062 IVDSC_1063 IVPs: schon gemerkt, Martin hat wieder etwas Neues mit der Kamera entdeckt!

Teruel

Am 3. Tag fahren wir nur bis nach Teruel, eine Spazierfahrt mit kleinem Umweg: Die Frau von der Casa Rural empfiehlt uns einen Weg dem Flüsschen entlang, viel schöner als die Carretera. Klar, den nehmen wir, sind schon viel zu lange auf geteerten Strassen unterwegs. Aber schon nach 2 Kilometern, auf ziemlich erdigem und schlammigem Weg, die Überraschung: Die Querung des etwa 2 m breiten Flüsschens durch eine Furt, keine Brücke weit und breit. Und das Wasser kommt schnell und undurchsichtig braun daher. Wollen wir da durch? Mit all dem Gepäck? „das habe ich schnell hinübergetragen“ so Martin, und ich: „ja und dann fällst du mitsamt dem Velo rein, du siehst ja nicht, ob es grosse Steine hat oder ein Loch!“ Die Abenteuerlust ist heute nicht so riesig, deshalb fahren wir nach einer kurzen Diskussionsrunde die 2 Kilometer zurück und auf der Strasse die 25 km nach Teruel. Ab und zu werfe ich einen etwas sehnsüchtigen Blick ins Tal, es ist wunderschön mit diesen Bäumen in gelb und braunrot, der Fluss schlängelt sich von der einen Seite auf die andere- Aber wir hätten sicher noch einige Male mehr den Fluss queren müssen, das sehen wir ganz genau von der Strasse aus! Und den Dreck haben wir so oder so schon an den Rädern, die 4 Kilometer haben gereicht, dass alles strotzt vor Dreck!
Schon um 13.30 erreichen wir Teruel, ein Städtchen, das gerade grossen Markt hat, und deshalb richtig lebendig wirkt, was uns sehr gefällt! Wir checken im Hostal ein (Teruel liegt auf 1000 müM, wie die Lenk, und es wird nachts um die 4°), der Betreiber, ein junger lässiger Mann, hat gerade ein Päckchen von „Amazon“ mit Griffen für sein Velo erhalten, die er mit unseren vergleicht und schon haben wir ein Gesprächsthema, das über das geschäftliche hinausgeht!
Für die Fahrräder findet er ein Plätzchen im Restaurant im ersten Stock, das braucht er erst am Sonntag, und er zeigt uns auch ein kleines Zimmer für Samstagnacht, sein Hostal ist dann nämlich ausgebucht. Und wir wollen ja nicht weiter wegen dem Töffrennen, das übers Wochenende 120‘000 Menschen nach Valencia locken wird.
DSC_0998 IVWir wohnen jetzt mitten im historischen Zentrum von Teruel, vom kleinen Balkon aus können wir dem Treiben der Menschen zuschauen, hören die Gespräche der Raucher, die alle vor den Bars sitzen oder stehen, es ist ganz lustig mal mitten drin zu sein.
DSC_1015 IVWir lernen hier auch das richtige spanische Flanieren, hin und zurück, durch die Gassen, die ein paar Läden und Bars haben, dann über die Plaza de Toro (die haben früher hier die Stierkämpfe gemacht?), wo ein paar Restaurants alle Stühle draussen stehen haben und man dasitzen, etwas trinken oder essen kann (hier wird es an der Sonne gerne über 22° warm!), dann über die Plaza vor der Kirche, auch da könnte man sitzen und dem spanischen Touristen zuschauen wie er versucht, die ganze Kirche und seine Frau zusammen zu fotografieren. Andere als spanische Touristen sehen und hören wir hier nicht.

Dieses Flanieren kommt und geht in Wellen, morgens so ab 10 Uhr bis etwa 13 Uhr läufts, dann schliessen die Läden und es wird ruhig, Zeit zum Mittagessen. Ab 17 Uhr fahren die Rolläden der Geschäfte wieder hoch und das Flanieren geht weiter, bis um etwa 20 Uhr, obwohl ab 19 Uhr schon die Zeit gekommen ist, irgendwo ein Bier und ein paar Tapas zu kosten, es geht ja noch 2 Stunden bis man dann endlich richtig Abendessen kann! Und danach kann man ja nochmals in eine Bar und etwas trinken, gerade am Freitag und Samstagabend geht das bis in den frühen Morgen.
Zum Glück haben wir unser Zimmer und können uns zurückziehen und lesen, schreiben, etwas ausruhen, oder auch mal ein Picnic zu uns nehmen, das Leben hier würde unser Budget mit der Zeit schön strapazieren!
Wir geniessen die Zeit aber auch sehr, das Essen ist wirklich sehr gut und erschwinglich, Martin entdeckt den Jamon (getrockneten Rohschinken) und ich den Geisskäse, gerieben im Salat oder halb geschmolzen und warm auf einem Toastbrot mit Heidelbeerkonfitüre, mmmhmm! (Ich habe vor lauter Genuss vergessen, ein Foto davon zu machen!)
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hinauf und hinunter

Bei strahlend sonnigem Wetter starten wir am nächsten Morgen zur nächsten Etappe, deren Höhenunterschiede ich zum Glück nicht mehr so gut im Kopf habe. Wir fahren langsam immer höher hinauf, die Steigungen wechseln sich ab mit Abfahrten, die ich aber nicht so ganz geniessen kann, da ich weiss, dass es dann wieder hinauf geht.
DSC_0981 IVDie Landschaft verändert sich, Kiefernwäldchen wechseln sich ab mit kargen und ungenutzten Flächen. Da gibt es vor allem Grossgrundbesitzer, welche die Landstücke noch bearbeiten, wo sie mit den Maschinen hinkommen. So sehen wir ganze Hänge terrassiert von früher, aber nichts ausser ausgetrocknetes Gestrüpp ist erkennbar.
Uns fällt auf, dass auch die kleinsten Städtchen eine grosse Kirche haben, da war der Einfluss riesig, auch wenn sonst kaum mehr etwas da ist. (kein Laden, keine Bar, vielleicht sehen wir einen alten Mann durch ein Gässchen schlurfen…) Aber wer will schon da leben? Wo gibt es da überhaupt Arbeit? Die Landwirtschaft wirft sicher kaum etwas ab, so billig muss man hier produzieren.
DSC_0985 IVDie gut ausgebaute Carretera hat nur wenig Verkehr, es ist keine Hauptverkehrsachse, so können wir ziemlich ungestört fahren. Man sieht noch die alten Kurven und manchmal hat es eine neue Brücke, wenn‘s zu tief ins Tal runter gehen würde. Genau auf so einer Brücke machen wir Halt, schöne Felsen stehen da links und rechts und wir wollen fotografieren. Da sieht Martin plötzlich eine Bewegung am Felsen und holt schnell den Feldstecher raus: ja da sitzt doch so ein Vogel, Adler? Geier? Schon seit gestern beobachten wir, wie sie am Himmel kreisen, sich vom Wind hochschrauben lassen bis wir sie kaum mehr sehen können. Und jetzt sitzt da einer, nein weiter drüben hat es noch ein Paar und noch einer: eine ganze Familie sitzt da auf dem Felsen! Da müssen wir schon ein Foto machen, auch wenn man die Vögel nun fast nur mit einer Lupe erkennen kann. Solche Momente sind für uns unbezahlbar, machen uns reich!DSC_0987 IVQuizfragen: wo sind die Geier / Adler? (3 verschiedene Plätze) Was für Vögel sind das?

Die Strecke ist nahrhaft und lang (ca. 50km), die letzten Kilometer über den Rio Martin und dann wieder aufwärts, bringen mich wieder fast an meine Grenzen. Die Strasse ist schmal geworden, sie windet sich zwischen zwei Felswänden hoch, Autos und Lastwagen und Busse fahren an uns vorbei, es ist wahrscheinlich der Feierabendverkehr.
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Aber auch hier gibt es mal ein Ende, wir erreichen Utrillas, wo wir wieder ein Zimmer reserviert haben. Die Velos dürfen in den Keller, neben der Wäscherei des Hostals, und wir in den 2.Stock unter die Dusche! Nach einem Spaziergang durchs Dorf und einem Bier machen wir eine Pause im Zimmer, Abendessen gibt’s hier ab 21.00 Uhr.
So langsam gewöhnen wir uns auch an diesen spanischen Essensrhythmus, verhungern nicht mehr fast, bis es endlich Zeit ist. Beim Zelten hatten wir schon um 18.30 Uhr gegessen, wegen dem Tageslicht.

DSC_0993 IVNoch 2Tage stehen uns bevor, der nächste ist der nahrhafteste, meine ich, es geht auf 1400 Meter hinauf. Das nächste Hostal ist auch wieder 50 Kilometer entfernt, es gibt nichts dazwischen, ausser die Strasse und ein paar kleine Dörfer ohne Unterkunft, jedenfalls nicht in dieser Saison.
Die Nächte sind jetzt empfindlich kalt, zelten ginge definitiv nicht mehr mit unserer Ausrüstung. Und die warme Dusche und das gute Essen, das wir durchwegs in diesen Häusern erhalten, möchte ich nicht missen.
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Dieser dritte Tag ist dann zwar steil, mit 7% über einige Kilometer, da braucht es einfach Willen, weiter zu fahren, im 1.Gang, kleiner geht nicht mehr und schieben ist keine Option, es sind 10 Kilometer und nochmals 5km Anstieg zu überwinden. Punkt! So etwa jeden Kilometer machen wir eine Trink-, Ess- und Verschnaufpause, sobald das Herz wieder einigermassen normal schlägt, fahren wir weiter.

DSC_0995 IVUnd jeder Kilometer fühlt sich anders an, mal habe ich fast keine Mühe, mal ist jede Umdrehung des Pedals eine Qual. Was einem da alles durch den Kopf geht wenn man so am Kämpfen ist, kann ich gar nicht aufschreiben, aber es rotiert!

DSC_0996 IVIch bin schon ziemlich glücklich und auch stolz, als wir oben ankommen!

Die nächsten 30 Kilometer sind nicht mehr so anstrengend, aber halt doch lang, es ist kühl hier oben, obschon wir ja wieder auf etwa 1000m ü. M. runterfahren. Die Casa Rural ist das einzige Haus weit und breit, das noch offen hat, wir sind heute Abend aber die einzigen Gäste, nur am Wochenende läuft hier noch ein wenig, Leute die gerne in den  Bergen den Herbst geniessen wollen.
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