hinauf und hinunter

Bei strahlend sonnigem Wetter starten wir am nächsten Morgen zur nächsten Etappe, deren Höhenunterschiede ich zum Glück nicht mehr so gut im Kopf habe. Wir fahren langsam immer höher hinauf, die Steigungen wechseln sich ab mit Abfahrten, die ich aber nicht so ganz geniessen kann, da ich weiss, dass es dann wieder hinauf geht.
DSC_0981 IVDie Landschaft verändert sich, Kiefernwäldchen wechseln sich ab mit kargen und ungenutzten Flächen. Da gibt es vor allem Grossgrundbesitzer, welche die Landstücke noch bearbeiten, wo sie mit den Maschinen hinkommen. So sehen wir ganze Hänge terrassiert von früher, aber nichts ausser ausgetrocknetes Gestrüpp ist erkennbar.
Uns fällt auf, dass auch die kleinsten Städtchen eine grosse Kirche haben, da war der Einfluss riesig, auch wenn sonst kaum mehr etwas da ist. (kein Laden, keine Bar, vielleicht sehen wir einen alten Mann durch ein Gässchen schlurfen…) Aber wer will schon da leben? Wo gibt es da überhaupt Arbeit? Die Landwirtschaft wirft sicher kaum etwas ab, so billig muss man hier produzieren.
DSC_0985 IVDie gut ausgebaute Carretera hat nur wenig Verkehr, es ist keine Hauptverkehrsachse, so können wir ziemlich ungestört fahren. Man sieht noch die alten Kurven und manchmal hat es eine neue Brücke, wenn‘s zu tief ins Tal runter gehen würde. Genau auf so einer Brücke machen wir Halt, schöne Felsen stehen da links und rechts und wir wollen fotografieren. Da sieht Martin plötzlich eine Bewegung am Felsen und holt schnell den Feldstecher raus: ja da sitzt doch so ein Vogel, Adler? Geier? Schon seit gestern beobachten wir, wie sie am Himmel kreisen, sich vom Wind hochschrauben lassen bis wir sie kaum mehr sehen können. Und jetzt sitzt da einer, nein weiter drüben hat es noch ein Paar und noch einer: eine ganze Familie sitzt da auf dem Felsen! Da müssen wir schon ein Foto machen, auch wenn man die Vögel nun fast nur mit einer Lupe erkennen kann. Solche Momente sind für uns unbezahlbar, machen uns reich!DSC_0987 IVQuizfragen: wo sind die Geier / Adler? (3 verschiedene Plätze) Was für Vögel sind das?

Die Strecke ist nahrhaft und lang (ca. 50km), die letzten Kilometer über den Rio Martin und dann wieder aufwärts, bringen mich wieder fast an meine Grenzen. Die Strasse ist schmal geworden, sie windet sich zwischen zwei Felswänden hoch, Autos und Lastwagen und Busse fahren an uns vorbei, es ist wahrscheinlich der Feierabendverkehr.
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Aber auch hier gibt es mal ein Ende, wir erreichen Utrillas, wo wir wieder ein Zimmer reserviert haben. Die Velos dürfen in den Keller, neben der Wäscherei des Hostals, und wir in den 2.Stock unter die Dusche! Nach einem Spaziergang durchs Dorf und einem Bier machen wir eine Pause im Zimmer, Abendessen gibt’s hier ab 21.00 Uhr.
So langsam gewöhnen wir uns auch an diesen spanischen Essensrhythmus, verhungern nicht mehr fast, bis es endlich Zeit ist. Beim Zelten hatten wir schon um 18.30 Uhr gegessen, wegen dem Tageslicht.

DSC_0993 IVNoch 2Tage stehen uns bevor, der nächste ist der nahrhafteste, meine ich, es geht auf 1400 Meter hinauf. Das nächste Hostal ist auch wieder 50 Kilometer entfernt, es gibt nichts dazwischen, ausser die Strasse und ein paar kleine Dörfer ohne Unterkunft, jedenfalls nicht in dieser Saison.
Die Nächte sind jetzt empfindlich kalt, zelten ginge definitiv nicht mehr mit unserer Ausrüstung. Und die warme Dusche und das gute Essen, das wir durchwegs in diesen Häusern erhalten, möchte ich nicht missen.
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Dieser dritte Tag ist dann zwar steil, mit 7% über einige Kilometer, da braucht es einfach Willen, weiter zu fahren, im 1.Gang, kleiner geht nicht mehr und schieben ist keine Option, es sind 10 Kilometer und nochmals 5km Anstieg zu überwinden. Punkt! So etwa jeden Kilometer machen wir eine Trink-, Ess- und Verschnaufpause, sobald das Herz wieder einigermassen normal schlägt, fahren wir weiter.

DSC_0995 IVUnd jeder Kilometer fühlt sich anders an, mal habe ich fast keine Mühe, mal ist jede Umdrehung des Pedals eine Qual. Was einem da alles durch den Kopf geht wenn man so am Kämpfen ist, kann ich gar nicht aufschreiben, aber es rotiert!

DSC_0996 IVIch bin schon ziemlich glücklich und auch stolz, als wir oben ankommen!

Die nächsten 30 Kilometer sind nicht mehr so anstrengend, aber halt doch lang, es ist kühl hier oben, obschon wir ja wieder auf etwa 1000m ü. M. runterfahren. Die Casa Rural ist das einzige Haus weit und breit, das noch offen hat, wir sind heute Abend aber die einzigen Gäste, nur am Wochenende läuft hier noch ein wenig, Leute die gerne in den  Bergen den Herbst geniessen wollen.
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Gewitter

Wir packen unser Zelt und Tarp nass zusammen, es weht ein kühler Wind und nieselt. Der Platz ist ganz trostlos und die Erde hat sich in einen dicken, klebrigen Lehm verwandelt. Wir sind froh, endlich wieder loszufahren. Mir ist zwar auch etwas mulmig, wenn ich an die nächsten Tage und die zu überwindenden Höhenkurven denke.
Der Mann vom Camping schlägt uns vor, noch bis um 14.00 Uhr zu warten, dann werde das Wetter besser. Ich erwidere, es könne ja nur noch besser werden, wir seien Optimisten. Ha wenn wir gewusst hätten,….
Gemütlich geht’s los, anfangs noch ein paar Kilometer auf erdiger Piste, (nur ein bisschen lehmig), wir versuchen, noch ein Foto mit tollem Hintergrund zu machen, es nieselt die ganze Zeit, aber so, dass es zum Aushalten ist. Der Wind weht von schräg hinten, nachdem wir auf die Carretera (breite Landstrasse mit einem schmalen Pannenstreifen, auf dem wir fahren) einbiegen, die grauen Wolken vorne wird er wohl wegblasen, es soll ja besser werden!
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DSC_0977 IVAber es wird immer dunkler, die Wolken schwarz, fast Nacht, schon längst haben wir die Leuchtwesten angezogen, der Verkehr hat ziemlich abgenommen, Mittagessenszeit für die Lastwagenfahrer. Nur wir sind noch unterwegs, als der Wind plötzlich kehrt, von vorne bläst und gleichzeitig der Regen in Strömen zu fliessen beginnt. Es kühlt merklich ab und ich schaue mal hoch: weit und breit nur Strasse, Bäume, nasse, rote Erde, und REGEN! Wahnsinnig, was da runterkommt, es gibt für uns nur eines: Kopf runter und weiterfahren, bis das nächste Dorf kommt – zuerst kommt es aber noch schlimmer, der Regen wird beinahe zu Hagel, eiskalt und mit dem Wind zusammen wie Hiebe, von vorne rechts. Martin fährt voraus, sieht, wie das Wasser auf der Strasse immer mehr zu grossen Seen wird, die wir umfahren müssen. Ich begreife jetzt, warum die Stassengräben so überdimensioniert tief sind, jetzt sind sie voll Wasser, das sich reissend seinen Weg sucht. Irgendeinmal fahren wir an einer grossen Fabrik vorbei, es ist aber nicht ersichtlich, ob da überhaupt jemand arbeitet und uns Unterschlupf bieten könnte. Uns ist klar, dass wir weiterfahren müssen, bis wir irgendwo hinein können, so nass und kalt wie es ist, würden wir sofort anfangen zu frieren. Aber zuerst kommt es noch besser: plötzlich blitzt es gerade vor uns aus dem schwarzen Himmel, der Donner folgt gleich, jetzt packt mich die Angst. Wir zwei, ganz allein auf der Strasse, wir können nirgendwohin weg, einfach nur weiterfahren und hoffen! Noch ein zweites Mal blitzt und donnert es über uns, da endlich sehen wir die Häuser des nächsten Dorfes! Hoffentlich hat eine Bar oder ein Restaurant offen!!!!!
In den folgenden Minuten schwächt sich der Regen ab, wir halten bei „Tonys Bar y Restaurant“, ein Mann macht uns Platz für die Velos unter einem Vordach, und wir können an die Wärme. Wir waren über eine Stunde im Regen unterwegs, und was wir nun im Fernseher sehen, ist genau das, was wir erlebt haben. (in jeder Bar läuft mindestens eine Kiste, und immer sind es Noticias oder Annuncias, die gesendet werden.)
Ein warmer Kaffee und Tostadas helfen, uns wieder aufzuwärmen, trocken werden wir aber nicht. Bei so einem Gewitter nützen auch die besten GoreTex-Kleider nichts mehr.
DSC_0978 IVUnterdessen hat der Himmel aufgehellt, der Regen aufgehört und die Sonne drückt schon durch. Wir fahren weiter, noch etwa 20 Kilometer bis zum nächsten grösseren Dorf, wo wir in einem Hostal ein Zimmer reserviert haben. Die Sonne scheint, es ist warm, unglaublich, alles an einem Tag! Die warme Dusche tut unendlich gut, das nasse Zelt können wir in der Garage ausbreiten, und der Luxus, in einem Zimmer, und nicht dem Wetter ausgesetzt zu sein, schätzen wir heute ausserordentlich!

Via Verde

Einige würden sagen, wie langweilig, auf einem Bahntrassee zu fahren, aber die Landschaft ist so schön, dass es uns gar nichts ausmacht, dass es oft geradeaus geht, die Steigung einfach ist, und kaum Verkehr herrscht. Ein paar ältere Herren auf Mountainbikes, in voller Montur, und ein paar Tage später ein paar Schulklassen (etwa 120 laute, z.T. sehr unsichere Kinder und Jugendliche auf Fahrrädern, die einen Abschnitt runterfahren), die uns entgegenkommen. Da es ziemlich gebirgig ist, hat es natürlich auch Tunnels, einige mit, andere ohne Beleuchtung, das längste ist fast ein Kilometer lang und wir sind froh um unsere guten Lichter am Velo, die Beleuchtung hat einen Wackelkontakt und geht an und ab und an und ab, es ist wie auf der Geisterbahn. Die alten Bahnhöfe sind auch noch da, total verfallen, zum Teil einfach Türen und Fenster zugemauert, das Dach eingefallen, völlig überwuchert. Vorne dran vielleicht eine Infotafel, zum Teil schon so ausgebleicht, dass man nichts mehr lesen kann, ein paar Picknick-Tische, vielleicht ein Kinderspielplatz, wenn es eine Zufahrt für Autos hat. Weekend-Vergnügen im Sommer für spanische Touristen?
Wir geniessen die Szenerie, machen mal Fotos und Filme, und nach einem gemütlichen Tag gönnen wir uns einen Camping mit warmer Dusche und keinem Stress zum Abendessen kochen, da wir Licht machen können.
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DSC_0951 IVDSC_0964 IVAm nächsten Tag besuchen wir ein Städtchen, das wie alle Ortschaften nicht am Bahngleis, sondern irgendwo in der Nähe auf einem Hügel liegt. Wir brauchen Proviant, deshalb strampeln wir uns den Hügel hoch, kaufen ein und überstehen einen Regenguss in einer Bar auf der Plaza! Ha, Glück gehabt!
Die Schwarzen Wolken verfolgen uns noch ein wenig bei der Weiterfahrt, wir haben aber wieder Glück und werden Augenzeugen von einem wunderschönen riesigen Regenbogen.
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Diese Nacht verbringen wir in einem kleinen Kiefern-Wäldchen, diesmal hat uns die Suche etwas mehr Mühe gemacht, das Trasse ist immer etwas erhöht und hat kaum Wege oder Möglichkeiten wegzukommen. Aber wir schaffen es doch noch, haben aber wieder etwas Zeitdruck fürs Kochen, bevor es dunkel wird.
DSC_0974 IVGerade sind wir fertig geworden, die Dämmerung ist schon fast Nacht, wir lauschen den verschiedenen Hunden, die da miteinander kommunizieren über die Distanzen, da hören wir ein Getrappel unten auf dem Trasssee, ich denke zuerst, ein Jogger, aber das Geschnaufe ist absolut nicht von einem Menschen, viel zu laut und ungehörig! Oh, wir haben ein Wildschwein gehört! Ihr könnt euch nun selber vorstellen, was für eine ruhige Nacht ich verbracht habe!!!!! Die ganze Nacht habe ich gewartet, aber kein (Wild)Schwein hat sich bemüht uns zu besuchen! Gott sei Dank!
Vielleicht war Martin schuld, dass sich kein Tier genähert hat, er hustet die ganze Nacht immer wieder.
DSC_0970 IVIch habe Rosmarin, Thymian und Salbei gefunden, neben vielen anderen duftenden Kräutern, die ich leider nicht kenne. Mit dem Rosmarin haben wir zum Znacht unsere Bratkartoffeln geewürzt und mit den anderen Kräutern einen Tee für Martins Husten gebraut.
Am nächsten Tag erreichen wir die vorläufige Endstation der Via Verde, Alcaniz, ein Städtchen mit grosser Kirche, einem Schloss (Parador-Hotel) auf dem Hügel oben, einem Camping und : Motorland! Das ist eine grosse Rennbahn, nein zwei, für Motorräder und Autos. Gerade dieses Wochenende sind einige Rennen angesagt, deshalb ist auch etwas los auf dem Camping. Motorland ist zum Glück nur in Hörweite und nicht gerade neben dem Camping, der Lärm ist auszuhalten, solange sie Rennen fahren. Aber danach kommen sie über die Feldwege zum Schlafen hierher und meinen sie seien immer noch auf der Rennbahn. Die Autos sind alle älter als Jahrgang 1963, und all die Oldtimer-Clubs sind auch hier, da ist neben den Rennen auch ein reger Handel im Gange, wer weiss, wie viele da ein Schnäppchen gemacht hat?
Wir bleiben ein paar Tage hier, Martins Husten ist richtig eine Plage, erst ein Hustensirup aus der Apotheke hat ihn letzte Nacht ein paar Stunden mehr schlafen lassen.
Morgen geht’s nun weiter, über die Berge, nun wirklich gegen Süden, wir haben vor, ein paarmal in Hotels oder B&B zu übernachten, es ist kälter geworden, nachts haben wir noch 8-10° Grad.

Steigungen? Steigungen!

Mein Gespür für schöne Strässchen abseits der grossen, wird immer besser, aber manchmal geht so ein Plan auch in die Hosen: Durch das Städtchen Miravet am Ebro ist zuerst eine Steigung von 20%. Dann geht’s eine breite, dafür aber steinige Treppe hinter den letzten Häusern wieder hinunter, bevor es dann wieder einen Gebirgswanderweg aufwärts geht.

DSC_0929 IVWas nun? Zurück? Sicher nicht, diese Treppe will ich nicht hoch mit der ganzen Ladung, also vorwärts! Wir schieben und schleppen die Fahrräder über den Weg, der nach einer Biegung wieder etwas besser wird, dann aber wieder hoch und runter, alles schieben,…wieviele Kilometer? etwa 18, das geht nicht. Also, Karte hervorgenommen und ja, da gibt’s ja noch so einen braunen Strich, der dann später auch wieder auf unsere Route kommt! Aber Achtung, meine ansonsten Super-Karte auf dem IPad hat keine Höhenkurven eingezeichnet! Wir wissen, und sehen, dass es bergauf gehen wird, aber besser ein geteerter Weg als ein Wanderweg mit riesigen Steinbrocken überall.

DSC_0933 IVNach einer Stärkung nehmen wir den Aufstieg in Angriff, und was für ein Anstieg: oft muss ich stossen, im ersten Gang geht’s nicht mehr, und an etwa drei Stellen müssen wir gemeinsam ein Fahrrad nach dem anderen hochschieben, eine riesige Plackerei.
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DSC_0930 IVWir werden aber entschädigt mit einer Aussicht, die mit jedem Höhenmeter besser wird, der geteerte und manchmal betonierte Feldweg führt durch ein Oliven-Anbau-Gebiet, das ganze Tal ist voll von den Terrassen mit einem Baum neben dem anderen. Weit weg sehen wir ein Auto mitten drin, die Vorbereitungen für die Ernte sind im Gang.
Endlich erreichen wir nach ein paar anstrengenden Stunden den „Pass“, und fangen an, ein Plätzchen fürs Übernachten zu suchen. Es wird auch langsam Zeit, es ist schon halb fünf und um halb sieben wird’s dunkel. Beim wild Campen wollen wir so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf uns ziehen, deshalb muss jetzt schnell gekocht werden, damit wir kein Licht machen müssen, das man von weit her sehen würde. Nach dem Essen können wir es dann ruhig angehen, die Nacht wird ja immer länger. Und heute haben wir sogar das Vergnügen, bei Vollmond einen Spaziergang zu machen, wir sind weitab von aller Zivilisation. Die Nacht ist vollkommen ruhig, am Morgen begrüsst uns ein blauer Himmel, ein weiterer sonniger Tag bricht an.
DSC_0939 IVDSC_0944 IVWir fahren bergab, nicht ganz so weit wie bergauf, und im nächsten Städtchen füllen wir wieder die Wasserflaschen und kaufen ein, neben Lebensmitteln noch Hustenbonbons, Martin hat eine ganz heisere Stimme. Nach einem Cafe con Leche (Milchkaffee) fahren wir weiter, Richtung Via Verde, einem ehemaligen Bahntrassee durch die Berge, seit 1973 stillgelegt und vor etwa 10 Jahren als Fahrradweg wieder hergerichtet.

Wir sind wieder unterwegs

Von den Ferien muss ich Euch ja nicht viel erzählen, das kennt Ihr selber: Ausschlafen, baden im Meer, immer wieder gut essen, etwas Sightseeing in einem Städtchen, ein Spaziergang durch das Naturschutzgebiet neben dem Camping, etc. etc.

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Dann ein wunderbares langes Wochenende mit unseren Nachbarn (und Freunden) aus der Schweiz bei ihren Eltern. Wir freuten uns sehr, sie so schnell wieder zu sehen, es war ja ein Zufall, dass sie auch gerade in Spanien waren.
Und dann ging es wieder los, Richtung Hinterland, Wein-, Oliven- und Kirschen-Anbaugebiet. Und natürlich in die Berge. Die Wadenmuskel wurden nun etwas mehr in Anspruch genommen und die Kondition herausgefordert. Mehr als einmal musste ich mit Zittern anhalten und mal eine Verschnaufpause einlegen, wenn‘s gar zu steil bergauf ging.

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Und etwas anderes haben wir auch geschafft: endlich einmal „wild“ zu übernachten.
Aber es brauchte schon 2 Dörfer, wo alle Hotels schon geschlossen waren, eine Nachfrage in einer Bar nach einem Zimmer erfolglos verlief, die Steigung der Strasse noch einige Kilometer lang weitergehen und der Tacho schon fast 50 Kilometer anzeigte, bis wir ernsthaft anfingen, die kleinen, abbiegenden Feldwege nach einem geeigneten Schlafplatz zu inspizieren. Und dann auch fündig wurden! Ein wunderschönes Plätzchen, siehe Titelbild!
Wir verbrachten eine recht ruhige Nacht, (mit leichtem Schlaf) nur der Wind rüttelte ab und zu am Zelt. Kein Fuchs, kein Bär und auch kein Wildschwein weit und breit :-) und nur frühmorgens ein Auto, das auf dem Feldweg entlang kam, weiss der Kuckuck, wo der herkam! Hat uns aber nicht gesehen, wir waren gut versteckt.

DSC_0853 IVJa, das Hinterland ist einfach irdisch schön, zum Fahren, Schauen, Riechen und Schmecken.

DSC_0860 IVIn Serra d’Almos, einem kleinen Dorf, treffen wir Gerardo, dürfen ein paar Nächte in seinem Haus mitten im Dorf übernachten, lernen seine Partnerin kennen, dürfen teilnehmen an einem Abendessen mit ihren Freunden, jungen Weinbauern aus der Gegend. Wir fahren mit den Velos (ohne Taschen) durch die Gegend und nach Falset, dem Tor zum Priorat, einem Spitzen-Weinbaugebiet. Einen Tag lang kutschiert uns Gerardo mit dem Auto durch dieses hügelige Land, da kann das Emmental gerade einpacken! Da geht es immer entweder hinauf oder hinunter, die Städtchen sind immer zuoberst auf den Hügeln, und um zum nächsten zu kommen, muss man runter und auf der anderen Seite wieder rauf. Wir sind froh, nicht mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, wir hätten Wochen gebraucht, um all das zu befahren, was mit dem Auto in einem Tag geht.
DSC_0851 IVDSC_0856 IVWir testen immer wieder unsere Kamera aus, da wir noch lange nicht alle Tricks kennen, die sie könnte! Aber das Auslösen per Handy haben wir so langsam im Griff: Die Kamera kann ein Wifi aufbauen und mit einer App auf dem Handy können wir dann den Auslöser drücken. Oft Grund für Gelächter oder Ärger, wenn es nicht klappt. Oder die Sepia Einstellungen, die das ganze Bild wie eben zu früheren Zeiten aussehen lässt, wenn die Menschen auch ein bisschen so dreinschauen!
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Wie früher! como los abuelos!

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Die Bäckerei in Serra d’Almos macht täglich sehr gutes Brot in genau diesem Ofen: Das Foto ist nicht in einem Museum aufgenommen. Die Bäckerin wollte aber nicht mit aufs Bild.

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Der Ofen wird mit den Schalen der Mandeln geheizt!

Wir verbringen ruhige Tage und Abende mit unseren Gastgebern (von Warmshowers), wir kochen und schlemmen und lachen und haben viele gute Gespräche zusammen. Fast ein bisschen traurig nehmen wir Abschied, wir haben gute Freunde gewonnen, wer weiss, wo und wann wir uns wiedersehen!

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Bienvenido in España

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Wir machen Ferien!
Der Camping Torre de la Móra ist zu unserem Feriendomizil geworden, wir haben ein wunderschönes Plätzchen direkt mit Meersicht, etwas erhöht auf einem Felsen über einer kleiinen Bucht. Hier ist es schön warm, hat noch genug andere Menschen, die auch Ferien machen, einen kleinen Laden um die nötigsten Bedürfnisse eines kleinen Hungers zu stillen und die Stadt Tarragona ist auch nicht weit mit demFahrrad zu erreichen.
Wir geniessen jetzt die Sonne, das Meer (sogar ich bade noch da drin, und das heisst etwas!) und das Hier sein.
Waren wir doch immer etwas getrieben von der Furcht, dass es zu kalt wird im Norden, machen uns hier die 25° im Schatten nichts aus, und die Nächte werden wohl nicht so schnell unter 10 Grad fallen.
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Ja, und unsere Ankunft in Barcelona? Alles lief wie geschmiert, die China-Taschen kamen nur ein bisschen lädiert an, alles war noch drin, und die Fahrräder in ihren Kisten auch. Um halb sechs konnten wir in einer ruhigen Ecke anfangen, die Räder zusammenzubauen, und als es gerade am Eindunkeln war, fuhren wir aus dem Flughafen raus, und das ist eine Geschichte wert!

Wir fragen uns durch zu einem Ausgang und dann draussen, wie wir nach Casteldefels kommen. „Take the Bus,“ eine Antwort, trotz unserer vollbeladenen Velos, die andere „por la Carretera“, eine mindestens vierspurige Strasse, wo Taxis und Autos wie die Henker drauflosfahren, raus aus dem Flughafen.
Welcome in Spain!!!
Und wir? Etwas gestresst vom Zusammenbauen, Respekt vor der der nahenden Nacht und vor der Fahrt zu unseren Warmshower Gastgebern, fahren da auf dieser Strasse drauflos, ohne einen Blick auf meine Karte zu werfen. Das GPS zeigt den Weg (ja die geladene Route ist drauf und am Laufen). Aber schon nach 100 Metern wird es mir zu viel, ich will da weg! Wir klettern auf ein Inseli, ich nehme mein IPad raus, aber da flucht Martin los: “wo ist der Mücken-Spray, die fressen mich ja auf“, und wirklich, da hat es unzählige Mücken die ausser uns gar niemanden stechen können, alle anderen Menschen sitzen in den Autos oder im Flugzeug! Ich bin nun sooo gestresst, wo ist der Mückenspray? Keine Ahnun, irgendwo in einer Tasche am Velo, wir haben da genau 8 Möglichkeiten! Suchen geht jetzt nicht, wir stecken ja immer noch da auf diesem Inseli fest, und es gibt keine Alternative, wir müssen auf dieser CARRETERA fahren! Zum Glück haben wir unsere Leuchtwesten an und die Lichter an den Velos funktionieren. Das nächste Problem ist aber schon da, wir stehen links, auf der Überhol-holspur, es sind vier! Spuren rüber zum Pannenstreifen, den ich nun als Ausweg erkoren habe. Also, wenn es eine Lücke gibt, fahren wir los, quer über alle Spuren, und genau so machen wir es! Mein Adrenalinspiegel ist so hoch, dass ich wie eine Furie auf dem Pannenstreifen zur nächsten Ausfahrt fahre, zum Glück nur 700 Meter weit, ohne noch in den Rückspiegel zu schauen, einfach nur weg von dieser Autobahn. Gerade erreiche ich das Ende der Ausfahrt, da ruft mir Martin von weit hinten zu, ich solle mal warten, dieses Tempo hältst du nicht durch, wir haben noch etwa 15 km vor uns.
Von da aus findet nun sogar unser GPS den richtigen Weg und führt uns über die normalen Strassen bis nach Casteldefels. Da gibt es dann nochmals etwas Verwirrung, weil die Strässchen hinauf zum Haus etwas gar kurvig und steil sind und ich eigentlich das Gefühl habe, dass wir schon längstens dort sein müssten. Und mein Gefühl täuscht mich sehr selten, vor allem wenns mit dem GPS zusammenhängt. Tropfnass vor Hitze und nach einigen Kurven und Steigungen zuviel, sind wir endlich um 21.30 am Ziel und werden sehr freundlich begrüsst, die beiden sind auch gerade erst von der Arbeit nach Hause gekommen.
Und so endet unsere erste Fahrt doch noch gut, und wir sind wieder mal eine wichtige Erfahrung reicher.

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Der Flug

Da haben wir aber schön gepackt oder?!DSC_0703

 

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Was mache ich denn da? Free WIFI im Flughafen, da probiere ich doch schnell mal mit unserer Tochter Kontakt aufzunehmen! Und es gelingt sogar, oft sind ja diese hotspots gar nicht zu gebrauchen, nicht einmal ein E-Mail kann man herunterladen. Wir schreiben uns ein paar Worte, dann gehts zum Check-in mit all unserem Karsumpel!

Und da stellt sich heraus: Viel zu schwer! Meine Tasche geht ja noch, anstatt erlaubte 23kg habe ich 23,9kg und Martins ist aber 30,4kg!!! Das wird teuer, pro KG zuviel muss man 12 Euro bezahlen, ihr könnt selber rechnen. Aber Halt! der Mann am Schalter hat wohl etwas Bedauern mit uns, er sieht ja unsere Fahrradkisten und die Helme, die an unserem Handgepäck baumeln,… und er sagt uns, er berechne nur 4Kg Übergewicht, wir hätten ja soooviiiel Gepäck!
Oh, Thank you very much Mister! Es gibt immer wieder ganz nette Menschen, überall!

 

Kopenhagen!

Am Sonntagnachmittag, 27. September, fahren wir nach einer wunderbar einfachen Fahrt durch die Vororte von Kopenhagen in die Velo-Stadt ein!
Trotz neuer Führung des Radwegs Berlin-Kopenhagen finden wir unsere Couchsurfing- Bewelcome- Bleibe ohne Probleme. Wir versuchen ja auch immer wieder unser „widerspenstiges“ GPS einzubeziehen, aber ich traue ihm einfach nicht über den Weg, will es uns doch fast immer über einen Umweg zum Ziel führen! Deshalb nehme ich eben oft das iPad hervor, um meine Super Offline-Karte zu konsultieren. Das ist eine App, heisst Pocket Earth, kostet ein paar Franken und ich kann ganz Europa, (für einen kleinen Beitrag auch andere Teile der Welt) oder auch nur einzelne Länder oder sogar Regionen aufs iPad laden und auch wieder löschen, wenn ich sie nicht mehr brauche. Der einzige Nachteil ist, dass die Höhenkurven nicht drauf sind, was bis jetzt noch kein Problem war, in Spanien aber eins werden könnte;-).
DSC_0694Also, wir wohnen sehr zentral, aber doch sehr ruhig. Das Haus ist aus den 20er Jahren, 6 Stöcke ohne Lift. „Unser“ Zimmer hat einen Erker, von da können wir vom ersten Stock dem Treiben auf der Strasse zusehen. Der Gastgeber Allan ist ein gutmütiger, offener Mensch, hat schon viele Gäste gehabt und dementsprechend auch viele Erfahrungen gemacht. Wir dürfen die Küche brauchen und kochen, was uns sehr Freude macht. Er nimmt uns dann auch mal mit auf eine Tour durch die Pubs des Quartiers, wir könnten wahrscheinlich 20 verschiedene Bier probieren, und zu jedem hat Allan eine Geschichte parat, wie es entstanden ist. Aber irgendwann sind unsere Bierreservoirs gefüllt! Zusammen besuchen wir Christiania, ein freier Staat (oder Freistadt) mitten in Kopenhagen seit den späten 70er Jahren, und auch da kann er uns einiges erzählen. So haben wir einen kleinen Einblick, den wir ohne unseren Gastgeber nicht bekommen hätten.

DSC_0680Und wir flitzen natürlich selber einfach mit dem Fahrrad durch die Stadt, oder setzen uns an einem „strategisch“ guten Platz hin und schauen einfach dem Verkehr zu!
Das heisst, den Massen von Menschen auf Fahrrädern, die da unterwegs sind, auf breiten Spuren, die nur für die Fahrräder sind. Da gibt es viele verschiedene Cargo-bikes, mit einem oder zwei Rädern vorne, beladen mit allerlei, vor allem aber mit Kindern, bis zu drei passen mühelos hinein. Alle Varianten von Velos, vom rassigen Rennvelo bis zum alten Klapperrad, das überraschenderweise an der Kreuzung nicht auseinanderfällt. Die Leute auf den Fahrrädern: in schicker Kleidung, mit Stöckelschuhen und Minirock, im Anzug auf dem Weg zur Arbeit, im Renndress oder kurzer Hose und barfuss in Sandalen (bei ca 13°Celsius und eisigem Wind), oder eben schon mit Daunenmantel und Mütze, Handschuhen und dick um den Hals gewickelten Schal,…Sie fahren superschnell, bis ganz gemütlich, am Handy spielend, mit Stöpsel in den Ohren, nebeneinander in ein Gespräch vertieft, und sogar Händchen-haltend, ohne sich um die nachfolgenden Schnellfahrer zu kümmern…

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Ab dem dritten Tag fühlen wir uns doch schon vertraut mit diesem Verkehr und besuchen per Fahrrad andere Quartiere, und Sehenswürdigkeiten. Und da, bei der little Mermaid, wollen wir wie alle anderen Touristen ein Selfie machen, aber die Kamera bleibt schwarz. ??? Oh, wir haben den Akku in der Ladestation vergessen, was sind wir doch für Anfänger! Zum Glück hat Martin sein Handy dabei, und wir machen damit ein paar Fotos. Später in Nyhavn noch ein paar. Was die Schlösser da am Geländer der Brücke machen? Verliebte hängen die dran und werfen dann nach einem Kuss den Schlüssel ins Wasser, mit der Hoffnung auf ewige Liebe!

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Nun müssen wir doch langsam unsere Weiterreise fertig organisieren. Gebucht haben wir am Mittwochabend einen Flug nach Barcelona (war der günstigste nach Spanien, mit Gepäck und Fahrrädern), nachdem wir vergeblich etwas nach Malaga oder Valencia gesucht haben. In einem Indischen Shop am anderen Ende der Stadt finden wir nach mehrmaligen Nachfragen die ganz günstigen chinesischen Plastik-Taschen, um unsere Fahrradtaschen mitsamt Inhalt zu verstauen. Später zurück in unserem Quartier machen mit einem Velomechaniker einen Termin ab zum Auseinandernehmen und Verpacken der Räder in Kartonboxen, und organisieren den Transport mit einem Lieferwagen, dabei hilft uns zum Glück Allan! An dieser Stelle möchten wir noch einmal ganz herzlich Danke sagen für Deine Gastfreundschaft und Deine Hilfe!
Am Samstag gehen wir bummeln durch die Fussgängerzone, das Wetter ist richtig freundlich, blauer Himmel und im späteren Nachmittag können wir sogar die Daunenjacke ausziehen, als wir an einem windstillen Ort und in der Sonne einen Kaffee trinken.
Am Sonntagmorgen die Überraschung: genau vor unserer Haustüre beginnen Leute einen richtigen Flohmarkt aufzustellen, es kommen immer mehr Leute, mit vollen Taschen bepackte Cargobikes und andere Gefährte mit sich führend und innerhalb einer Stunde stehen ganz viele kleine Stände mit allerlei Sachen zum Verkauf bereit. Das sei der letzte dieses Jahr, erfahren wir von Allan, und natürlich müssen wir da hin, auch wenn wir nichts kaufen können, kein Platz! Trotz Nebel ist die Stimmung schön, viele Menschen tummeln sich da und es wird gekauft, alles ist wirklich billig zu haben. Und wir kaufen trotzdem etwas, nicht für uns, aber für unseren Gastgeber.
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Am Nachmittag packen wir unsere China-Taschen, es hat alles Platz, sogar locker, einfach etwas schwer, denke ich (was sich dann am Flughafen auch bestätigen wird)…

 

Noch ein paar Worte zum GPS: Wir bekommen von einem Warmshower-Host in Barcelona eine Route auf Google maps geschickt, die wir als Route auf unser GPS laden möchten, damit wir dann gut und einfach unser Ziel dort erreichen. Aber: sind wir wohl zu dumm oder einfach nicht gut genug???         oder haben andere auch so Mühe so etwas zu machen? Es dauert auf jeden Fall ca. 3 Stunden, bis wir die gewünschte Route auf das GPS geladen haben sie dort auch finden und in etwa so aussieht wie die auf Google maps! Mal sehen, was dann passiert am Montagnachmittag!

Das erste Video

Hier der ungefähre Text zum Video, das wir nach Überqueren der grossen Brücke nach Fehmarn aufgenommen haben:
Leider noch ohne Ton, wir arbeiten daran!!!

Also, wir sind jetzt gerade über diese Brücke gefahren, mit ungefähr 50km/h Rückenwind und wahnsinnig viel Verkehr, fast nur Lastwagen, und jetzt werden wir hier unten noch ein paar Kilometer dem Ufer entlang weiterfahren im Gegenwind, und dann versuchen, an einem etwas ruhigeren Ort das Zelt aufzustellen. Aber es „chutet“ also recht stark. Ok, bis zum nächsten Mal, und tschüss zäme!

Schönste Plätze zum Übernachten gesucht? Gefunden!

Da müssen wir einen 20km langen Umweg fahren, weil eine Fähre nicht mehr fährt, nachdem uns einer am Hafen um 10 vor eins gesagt hat, jaja immer um die halbe Stunde fährt eine. Wir warten und essen unsere ersten dänischen Hotdogs, (die Würstchen sind erschreckend rot, noch bevor sie Ketchup abbekommen),… warten, es wird halb 2, die Fähre macht immer noch keinen Mucks, hmmm? In der Hotdog-Bude erfahren wir, dass dieses Schiff nur im Sommer, bis am 15. September geht. Jetzt müssen wir also diesen Umweg machen um über eine Brücke auf die andere Seite zu kommen.
Aber: dank diesem Umweg sehen wir eben diesen Wegweiser,  den wir schon im Internet gesehen haben, und finden dann diesen “Shelter”, und wirklich, endlich gibts eine Nacht absolute Ruhe vor dem Wind, da das Häuschen am Rand von einer Kiesgrube steht, mit dem Rücken zum Wind. Am Morgen scheint uns die Sonne direkt ins Gesicht, und als die Bagger beginnen, in der Kiesgrube zu lärmen, sind wir schon fast am Frühstücken.

manchmal sehen wir den Wegweiser...
manchmal sehen wir den Wegweiser…
gut geschlafen!!!!
gut geschlafen!!!!
versteckt und windgeschützte Plätzchen
versteckt und windgeschützte Plätzchen
sogar hier muss Martin nicht am Boden sitzen!
sogar hier muss Martin nicht am Boden sitzen!

 

Unser einsames Häuschen am Strand
Unser einsames Häuschen am Strand

Ein paar Tage später, wir halten nun Ausschau nach diesen schönen Plätzchen, haben wir wieder Glück: Direkt am Strand, ganz für uns allein haben wir hier zwei Tage und Nächte verbracht, sogar die Sonne machte mit und erwärmte uns, und wehrte sich tapfer gegen die Wolken, die hier einfach immer wieder auftauchen, und ab und zu auch regnen müssen. Sonst hätten wir ja nichts mehr zu schreiben!

genau 1 Monat unterwegs!

Wir siDSC_0570 IVnd in Dänemark! 
Schon die erste Nacht haben wir auf einem Bauernhof (Öko!) gezeltet: „Overnatning ud i naturen.“ Das war ein Erlebnis der besonderen Art. Schon die Ankunft beim Haus, nach einem Kilometer über einen Feldweg, total abgelegen, und dann keine Klingel, also klopfen wir an der Türe rufen laut : Hello! Und dann sehen wir die Türe aufgehen und eine blonde Frau lacht uns an! Nach unserer Erklärung, was wir möchten, lacht sie: „Oh we closed it, but no problem you can stay!“
Sie zieht die Gummistiefel an und zeigt uns dann, wo wir das Zelt aufstellen können, wo Wasser und Toilette sind. Auf unsere Frage, wieviel das kostet, sagt sie etwas zögernd: 20, each? (1Fr. sind 6,8 Kronen) Oh ja gerne! Vielleicht würden wir über dem See noch den Adler sehen, er jagt da Fische und Vögel.

Aber wir sind jetzt zuerst am Aufstellen des Zeltes interessiert, es sieht wieder ganz nach Regen aus, und der Wind ist auch nicht sehr freundlich mit uns, seit Tagen begleitet sein Rauschen und Toben unsere Reise, meistens von Vorne oder der Seite, ganz selten mal für ein paar hundert Meter von Hinten. Und in der Nacht rüttelt und schüttelt er unser kleines Zelt durch, so dass ich immer wieder erwache vor Schreck .

Unter einem BaumDSC_0581 IV, hinter einem Gebüsch, den Wind im Rücken, kochen wir unser Znacht, heute ein Schlemmermenu: Hamburger, Bratkartoffeln und Broccoli! Wir verputzen Unmengen, fast immer denken wir, dass wir zuviel kochen, aber es geht alles locker weg.
Noch während dem Essen, kommt der Regen, zuerst nur Tröpfchenweise, aber dann immer mehr, bis wir schnell noch abwaschen gehen, Zähne putzen und ab ins Zelt, Es ist 19.30 Uhr. Was tun, wenn man so früh schon liegen „muss“? Wir schwatzen, hören Musik oder überlegen, wie wir es uns noch gemütlicher einrichten könnten, z.B. um einen Film auf dem Laptop anzuschauen. Wir haben noch keine passende Lösung gefunden. Sitzen ohne Rückenlehne ist für eine Filmlänge definitiv zu unbequem. Ein anderes ergiebiges Thema ist unsere Weiterreise, wenn wir dann mal in Kopenhagen angekommen sind, auch da sind noch diverse Varianten offen. Wir sind meistens auch genug müde, um schnell zu schlafen, auch hier die Erkenntnis: ich kann ja sogar von 21 bis 8.00 Uhr morgens schlafen, und das mehrere Nächte hintereinander!

Wir fahren jetzt sDSC_0569 iVo durchschnittlich 50 km pro Tag, gemütlich, meistens mit Einkaufen und irgendwo einem Picknick an einem schönen (sprich windstillen) Ort.
Und gerade bei einem solchen Picknick auf dem Weg an einem Kanal entlang, (noch in Deutschland), passiert uns das: wir sitzen auf unseren grossen Taschen, essen Käse und Brot, Tomaten und Gurken, ab und zu kommt ein „gewöhnlicher“ Radfahrer vorbei, (Tourenfahrer gibt’s eigentlich keine mehr in dieser Jahreszeit), wir grüssen, manchmal wird auch gegrüsst, und da, plötzlich hält eine Frau ganz überraschend an, drückt mir einen Apfel in die Hand mit den Worten: eine Nachspeise aus meinem Garten, sie soll euch schmecken! Und schon ist sie wieder aufgestiegen und davongefahren. Wir sind ganz perplex, so unerwartet kam das. Unser Fazit: Man muss gar nicht so weit weg fahren, um solche Freundlichkeiten zu erleben!

Lübeck September

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Wir sind in Lübeck angekommen und bei sehr lieben und interessanten Menschen in einem wunderschönen Haus mit ebensolchem Garten untergekommen.

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Die Fahrt hierhin hat uns viel Spass gemacht, obschon manchmal die Strassen schon ziemlich altmodisch (vielleicht aus der Römerzeit?) und dementsprechend holprig zu fahren, und das Wetter nicht mehr so sommerlich mitgespielt hat. Wir spürten schon „frische Böen“ (natürlich nicht als Rückenwind) und Morgen- Temperaturen von nur noch 7°C!
Die Daunenjacke kommt schon zum Einsatz in den Morgen- und Abendstunden, und Martins Schlafsack erreicht ab und zu seine Grenzen. Aber auch da hilft die Daunenjacke, er stopft sie nämlich unten in den Schlafsack zu den Füssen und hat so ganz schnell warme Füsse. Zum Schutz von unerwünschten Gerüchen packt er sie noch in den gelben Aufblassack von seinem Schlafmätteli.
So bekommen unsere Dinge meistens mehrere Gebrauchsvarianten. Auch mein Daunenkopfkissen habe ich schon umfunktioniert zu einem Sitzkissen, das ist dann wunderbar, wenn mein Allerwertester schön warm hat in unseren doch eher winddurchlässigen Stühlen.
Wir sind auf wunderschön gelegenen Zeltplätzen untergekommen, idyllisch und einsam haben wir uns dann eingerichtet für eine Nacht, meistens sind wir die einzigen, die noch im Zelt übernachten und draussen kochen und essen.

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Bei einem stand an der Rezeption: bitte telefonisch anmelden, das haben wir dann gemacht, er wies mir einen schönen Platz zu und versicherte mir, er komme dann später noch vorbei. Wir genossen zwischen hohen Hecken die Windstille und die Abendsonne, kochten ein feines Menü, unterhielten uns mit einem Paar, die jedes Jahr hier Urlaub machen, aber niemand erschien, um uns zu registrieren.

Am nächsten Morgen als ich aus dem Zelt kroch, hatte es NEBEL und war ziemlich kalt, obwohl es schon 8.00 Uhr war. Vom Ufer her sah ich drei Ruderboote, in jedem ein Mann der fischte. Vom Schilf her zwitscherte aufgeregt ein Schwarm Schwalben, flog auf und herum, langsam kam die Sonne silbern aus dem Dunst, spiegelte sich kurz, um gleich wieder im Nichts zu verschwinden. Eine unwirkliche, wundersame Stimmung! Der Dunst huschte über das fast windstille Wasser, es war einfach fantastisch.DSC_0502

Erst gegen 10 Uhr hatte die Sonne genug Kraft um den Nebel ganz zu vertreiben und wir den Rest von unserem Zelt trocknen und verpacken konnten. Bis um 11 Uhr war immer noch keiner erschienen, um uns zu begrüssen und zu verabschieden.
Zum Glück sahen wir dann noch einen Mann der etwas Gartenarbeit machte, und fragten Ihn. „Der Besitzer sei sehr beschäftigt, und er mache schon ab und zu seine Stellvertretung, wieviel wir denn bezahlen müssten?“ Wir einigten uns dann auf 15 Euro, was wir auch anderswo schon bezahlten.
Nun, hoffentlich hat er das Geld dann weitergegeben!!

Eine kleine Geschichte zum Schlafen im Zelt: Es wird ja schon ziemlich früh dunkel und je nachdem, wann wir angefangen haben zu kochen, sitzen wir noch im Einnachten beim Essen. Das Zelt ist dann noch offen, da wir erst zuletzt die Taschen hineinräumen, da ja fast überall noch etwas drin ist das wir brauchen. Es sieht dann auch immer sofort sehr unordentlich aus, wenn wir irgendwo ankommen.
Im ganz Dunkeln gehen wir zusammen abwaschen und Zähne putzen dann räumen wir noch alles ins Vorzelt, inklusive Stühle und uns, und schliessen die Reissverschlüsse. Es wird eigentlich schnell kuschelig warm im Innenzelt, wir plaudern noch ein wenig und schlafen schnell ein. Aber nachts erwache ich von einem Geräusch, das ich schon von zuhause kenne, wenn nämlich Artemis (unsere Katze) eine lebendige Maus hineingebracht hat.
Es raschelt in unseren Taschen und ich bin hellwach!!! Was kann die Maus alles fressen? Oder Kaputtmachen? In eine Tasche ein Loch machen? Ich erhebe mich, ziehe die Brille an (sonst sehe ich nur verschwommen), öffne den Reissverschluss, was ein Riesengetöse macht, und höre und sehe natürlich nichts mehr. (Die Brille hat sich augenblicklich beschlagen, als ich geöffnet habe.) Mit der Taschenlampe zünde ich über unsere Habe, die da dicht gedrängt unter den Stühlen im Vorzelt steht und sehe natürlich immer noch nichts. Es ist etwas unangenehm kalt da draussen, ich mag eigentlich nicht warten bis sich die Maus wieder regt, sie hält sich verständlicherweise zurück und bleibt mucksmäuschenstill. Gut, Reissverschluss zu, hinlegen, Taschenlampe aus, weiterschlafen! Hah, aber gerade als ich wieder am eindösen bin, raschelt es wieder: jetzt höre ich es ganz genau, die Maus ist in der Tasche mit dem Müesli, ganz sicher! Was tun? Ich wecke mal Martin, obwohl ich weiss, dass er sicher nicht auf Mausjagd gehen wird, mitten in der Nacht. So ist es, er murmelt etwas von, du kannst ja mal nachschauen und dreht sich um. Echt hilfreich!
Dann, eine Idee zuckt durch meinen Kopf: ich öffne einen Reissverschluss, damit die Maus dann, wenn sie möchte, raus kann. So beruhigt, kann auch ich mich wieder umdrehen und endlich einschlafen.
Der Plasticsack mit dem Müesli ist am nächsten Morgen noch ganz und in keiner Tasche finde ich etwas von einer Maus, obschon ich jede genau untersuche, ich will ja keine mitnehmen, etwa noch lebendig! Es reicht, wenn wir die Ohrengrübler, die sich irgendwo im Zelt verstecken, zwangsumsiedeln zum nächsten Camping.

Ende August

Heute versuche ich nun zum 2.Mal einen Eintrag zu verfassen, nachdem ich vor 2 Tagen fast eine Stunde geschrieben habe, und es dann geschafft habe, das Ganze zu LÖSCHEN!!! Wie eine Anfängerin.

Schon geht der Monat August langsam aber sicher zu Ende und wir sind mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte, auf einem Camping und Wasserstation für Kanuwanderer. Schon der 4. Platz, wo wir kein Internet bekommen und die Telefonverbindung ganz schlecht ist. (da denke ich an unseren Kollegen, der irgendwo im Nowhere auf der Seidenstrasse ist und selten Wifi hat- aber er hat wenigstens! Es ist ja auch wunderschön so draussen in der Natur zu sein, ganz nah an einem dieser vielen Seen, die Nacht aus dem Schlafsack heraus kommen sehen und den Vögeln im Wald und auf dem See zu lauschen.

Die allererste Fahrt vom Hauptbahnhof Berlin zum Haus unserer Freunde gestaltete sich, trotz sorgfältiger Vorbereitung meinerseits als gar nicht so einfach, da sich in der Stadt Baustellen befinden, die es noch nicht gab auf meiner Karte. So fuhren wir in den ersten 2 Kilometern zweimal falsch, einmal völlige Sackgasse (wir landeten direkt auf der Baustelle) was unserer Laune nicht so bekömmlich war. Und alles ohne Kaffee und Frühstück im Bauch! So eine Kombination kann bei uns ziemlich explosiv werden, und in einer Bäckerei entschärften wir dann diese Situation mit Kaffee, Gipfeli und Käsekuchen (Quarkkuchen)!

Als wir also gemütlich da sitzen, springt Martin plötzlich wie von einer Wespe gestochen auf und rennt nach draussen, wo sich ein Mann an seinem Fahrrad zu schaffen macht. Da sind wir noch keine Stunde unterwegs und schon will einer sein Velo klauen (so denke ich). „der Mann ist von der Post und will nur an den Kasten, das muss er jeden Tag, das ist ein Briefdepot für den Briefträger“ erfahren wir von der Bäckersfrau, nachdem wir uns vom ersten Schreck erholt haben. Trotzdem gut, dass Martin so schnell reagiert hat, man weiss ja nie! Und ich muss in Zukunft auch ein bisschen besser auf die Velos aufpassen, ich bin da immer etwas lockerer.

Nachdem wir ein paar ruhige und interessante Tage bei unseren Freunden verbracht haben, und von Birgit kulinarisch verwöhnt werden, fahren wir richtig los. (Vielen Dank, dass wir bei Euch unsere grosse Reise starten durften!)

Die Fahrt aus Berlin raus geht ziemlich einfach, braucht aber viel Aufmerksamkeit für den Verkehr und die Route. Wir sind froh, ein Ziel zu haben und zu wissen, dass wir abends bei jemandem im Garten zelten dürfen. Wie das geht? Es gibt eine Organisation, auch in der Schweiz, mit Namen Velodach oder Dachgeber, und wer da Mitglied ist, bekommt eine ganze Liste mit Menschen, die gerne Besuch haben von Fahrradfahrern. Mehr erfährt ihr übers Internet, obwohl in Deutschland alles noch in Papierform daherkommt.
Eine andere Form von Übernachten, anstatt auf einen Camping zu gehen wäare dann auch warmshower.org (von Fahrradfahrern für Fahrradfahrer, weltweit) oder noch grösser, couchsurfing.com.
Wenn es dann kälter wird, oder die Zeltplätze langsam schliessen, werden wir sicher auf diese Möglichkeiten zurückgreifen.

Vielen Dank Christian und Familie, dass wir bei Euch übernachten durften, und danke für die Brötchen am frühen Morgen!

Über den Fernradweg Berlin-Kopenhagen fahren wir weiter, bis wir müde werden, dann wollen wir auf einen Camping, klein, meistens hinter einer Pension oder einem Gasthof, aber hier ist heute Ruhetag, auch für den Camping, also keine neuen Gäste. Etwas irritiert sind wir schon, und beim Weiterfahren überlegen wir uns was wohl die Beweggründe für eine solche Praxis ist: geht es den Leuten zu gut? Haben sie einfach keinen Geschäftssinn? Schliesst der in der Saison jede Woche einfach den Zeltplatz für einen Tag! Naja, wir finden ein anderes Plätzchen, wo wir unser Zelt aufstellen und gemütlich unser Abendessen brutzeln können.

Das nächste Ziel ist Rheinsberg, da war Tucholsky, der Schriftsteller, und ich möchte das Schloss ansehen. Unterwegs finden wir zufällig ein Café, jaja französisch, wo wir einen Birnenkuchen essen und nette Menschen kennenlernen. Auf der Weiterfahrt fahren wir an den beiden wieder vorbei, es nieselt und die Qual der Wahl ist: ziehe ich die Regenjacke an (und habe sofort eine Sauna drin) oder werde ich nass? Zu viert fahren wir weiter, nachdem wir fast eine halbe Stunde auf dem Weg geredet haben. In Rheinsberg entscheiden wir uns, auf den gleichen Camping zu fahren und gemeinsam zu kochen und essen, da wir sooo viel Gesprächsstoff haben. Noch bis spät in den Abend sitzen wir zusammen und lassen uns durch die Regentropfen erst ins Zelt jagen, als es so richtig anfängt zu schütten. Die ganze Nacht prasselt der Regen aufs Zelt und ich kann wirklich nicht so gut schlafen wie ich befürchtet habe. Eine kleine Geschichte habe ich da auch noch: Nach dem Essen bekommen wir Besuch von einem Fuchs, der so ziemlich keine Scheu hat und ganz nahe ans Zelt kommt, weil ihm irgendetwas in die Nase sticht. Ich scheuche ihn davon, und wir wissen, dass heute alles sauber abgewaschen und gut aufgeräumt werden muss. Es ist schon dunkel und wir sitzen im Halbtrockenen unter einem Baum, scheppert es in der Nähe von den Zelten. Kurt geht rüber und findet seine Fahrradtasche ein paar Meter weiter, als er sie abgestellt hatte. Na, dieser Schlawiner von einem Fuchs, der hat glatt versucht, die volle Fahrrad-Tasche zu stehlen!

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netter Besuch!!!

Und er hat etwas gestohlen, das merken wir aber erst am nächsten Morgen, als Kurt sein Messer sucht und nicht findet, ein bisschen weiter oben dann einen Plastiksack und verstreut die Holzkelle, das Messer und den Beutel dazu. Da hat der Fuchs doch etwas weggetragen letzte Nacht! An der Holzkelle hat er schon herumgebissen, man sieht die Spuren seiner Zähne.
Die Frau vom Camping sagt uns später, dass der Fuchs sich verirrt habe und den Weg nicht mehr rausfinde, weil rund um das Gelände ein Zaun sei. Da hoffen wir aber, dass er wieder rausfindet!

Rheinsberg: Der grosse Schlossgarten ist gesperrt für Fahrräder, das ist nicht gut für uns, wir stellen die vollgepackten Räder sicher nicht einfach an den Gartenzaun und besichtigen dann die Anlage und das Museum – na, dann lassen wir das eben sein mit der Besichtigung. Das wird sicher noch öfter vorkommen, wenn wir halt auf dem Weg sind und dann nicht in das Museum oder Schloss können, weil wir unsere Haushaltung nicht einfach in der Öffentlichkeit stehen lassen wollen. So ich muss unterbrechen, gleich geht ein Gewitter los, schon das Zweite heute!

August

Am 19. gehts los!  Auf nach Berlin, mit dem Nachtzug. Aha, von Burgdorf nach Olten mit einem Doppelstock-Zug und dann S-Bahn nach Basel. Warum so kompliziert? Weil wir die voll beladenen Velos ja nicht in einen Zug hieven , sondern hineinschieben möchten. Beim Nachtzug wirds dann ein bisschen schwieriger, da wir noch nicht wissen in welchem Wagen wir schlafen und in welchem die Velos schlafen. Es könnte sein, dass so drei oder vier Wagen dazwischen sind, das Gepäck (je sechs Taschen!) vom Velowagen zum Liegewagen geschleppt werden muss und in Berlin umgekehrt :-) Also stehen uns einige Überraschungen bevor. Unsere Tickets für den Zug sind nämlich noch am badischen Bahnhof Basel, die wir am Mittwoch Nachmittag dort selber ausdrucken müssen. Ich hoffe einfach, dass alles klappt.

die Fotos im letzten Beitrag (von der Badewanne und der Dusche) liegen von selber immer wieder ab, ich habe noch nicht herausgefunden, was ich da falsch mache,… Egal

 

Juli

Es ist schon der 20. Juli, und wir sind ……. noch immer zuhause!

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beim Zügeln gibts immer viiiiiel zum Entsorgen!

 

Aber es ist schon langsam ein Ende in Sicht von der ganzen Zügelei und Umbauerei.Zum ersten Mal haben wir ein konkretes Datum für die Abreise diskutiert! (noch nicht festgelegt)Das ist doch schon etwas!

Letzte WIMG_6580oche wurde die Dusche eingebaut, d.h. zuerst die alte gusseiserne Badewanne ausgebaut, zur Mulde getragen: zu viert!! Dann die Wände „schön“ gemacht, geplättlet, und alle wichtigen Zu- und Abläufe fürs Wasser ans richtige Ort gerückt, und dann, am Montag kam die Glaswand und –Türe des edlen Teils!
Das Bad kann sich sehen lassen, und ich bin froh, dass ich auf stur geschaltet hatte, und diese Sache einfach wollte.

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de Luxe!

Wenn ich aber in den Blogs der verschiedenen Leute lese die irgendwo auf der Welt unterwegs sind und z.B. mit mehr als 2jährigen Schwämmen das Geschirr spülen, denke ich, ja diese alte unverwüstliche Badewanne wäre dort reiner Luxus, und unser Bad wäre noch supermodern, weil ja alles noch funktioniert hat.

Die alte Badewanne wurde nach nur 2 Nächten in der Mulde abgeholt von 2 sehr starken Männern: Sie wird in Zukunft einer Floristin als Dekoration dienen, und ihr hoffentlich viel Freude bereiten!!

 

DSC_0150Jetzt sind wieder wir am Zug, die Schränke im Gang bekommen einen Neuanstrich, das heisst: alte Farbe wegschleifen, abwaschen, grundieren, ausbessern (90 jährige Holzschränke haben da und dort einige Schrammen) und dann 2mal streichen. Die alte Jute-Tapete haben wir auch weggerissen und dasselbe Prozedere gilt für die alten Wände.

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In einem alten Haus sind die Abflüsse auch mal voll, und müssen geleert werden: das Düftchen vergessen wir nicht so schnell!!!

 

Und das bei durchschnittlich 28-30 Grad und wunderbarem Sommerwetter!

 

Macht nichts, wir gehen dann baden und faulenzen, wenn die anderen alle wieder arbeiten.

Juni

Seit ein paar Tagen ist richtig wunderbares, heisses Sommerwetter, so wie ich es liebe! (So lange ich nicht jeden Tag in der Hitze viele Kilometer abstrampeln „muss“.)
Gestern 30° und abends riesige Wolkentürme, dann ein kleiner Sommerregen mit Regenbogen, ein laues Lüftchen, Vogelgezwitscher und Amselgesang bis zum Eindunkeln, eine wunderbar ruhige Stimmung zum Zuhören, Riechen und Geniessen. Erst in der Nacht dann ein lautes Blitzgewitter mit Regenrauschen, wir liegen schon im Bett, das Fenster sperrangelweit offen, damit das laue Lüftchen auch zu uns hineindringt. Schon fast am Einschlafen geht mir der Gedanke durch den Kopf: schon bald wirst Du in solchen Situationen draussen liegen, mittendrin im Gewitter, ausgeliefert den Naturgewalten, die sich da gerade austoben,….Ich schlafe ganz schnell ein, diese Gedanken können mir (noch) keine schlaflosen Nächte bereiten;-)

14. Mai 2015

Auffahrt – Sonntag – Ruhetag
….
Aufräumetag für mich: nun habe ich die Winterkleider weggeräumt, in eine Kiste. Die wartet jetzt auf den Transport in den Estrich, da wo unsere Sachen, die wir nicht brauchen, lagern (werden). Eigentlich wollten wir uns ein wenig die Beine verstrampeln auf dem Velo, aber nun sind wir zuhause. Ich bin rastlos, möchte etwas tun, aber vor lauter “Allem” was man so tun könnte, weiss ich wieder mal nicht wo anfangen, ich kann noch nicht die Taschen packen, viel zu früh. Renovieren, Farbe abkratzen von der Decke des Zimmers, das wir noch streichen müssen – an einem soo heiligen Tag Lärm machen – Geht doch nicht!
Also: Mails schreiben, etwas für den Blog verfassen und das Kribbeln aushalten, …oder!

27. April 2015

Kein Countdown bitte!
Und trotzdem: noch 3 Monate und wir wollen weg sein,….. puuhh
Gestern habe ich in einem kreativen Schub ein tolles Täschli gemacht, das ich am Lenker befestigen kann, einfach genial Es ist für den Akku und alle die Kabel, die es dann braucht, um ihn während der Fahrt mit dem Nabendynamo zu laden. Wenn mal die Sonne nicht scheint, und das Solarpanel in der Tasche bleibt, können wir trotzdem Strom produzieren.
Ganz stolz kann ich sagen: es ist mir doch gut gelungen, dieses Täschchen, es hat die erste Fahrt, eine kleine Sonntagsspazierfahrt, ohne Probleme wie Verrutschen oder Lösen der Befestigung mitgemacht. Die Feuer-, ehm, Regenprobe steht noch aus, es sollte ja vor allem wasserdicht sein :-)
Ja, und vor kurzem ist Martins Handy ausgestiegen, naja war ja auch ein uraltes Ding, aber nun haben wir wieder ein quälendes Problem: kauft er jetzt einfach einen „Knochen“, oder ein Smartphone, mit allem drum und dran, z.B. einer super Kamera (dann bräuchten wir vielleicht gar keine zu kaufen), und mit all unserer Musik drauf? So könnten wir dann auch E-Mails auf dem Handy lesen und nicht nur auf dem iPad?
Das wäre dann das xte elektronische Gerät, das wir mitnehmen müssten, …(GPS, iPad, Laptop, mein alter Knochen, Kamera, E-Reader, etc.)
Viel zu viel, verglichen mit vor 22 Jahren, da hatten wir keins dabei!
Das sind ja alles keine schwerwiegenden Probleme, aber der Zeitdruck wird immer grösser, das spüre ich!

Übrigens: die Website ist im Entstehen, ich habe während 2 Tagen einen tollen Kurs gemacht, mein Kopf rauchte wie ein Kamin im tiefsten Winter! Entstanden ist ein Gerüst, das ich nun hoffentlich bearbeiten und füllen kann mit den Inhalten, die uns wichtig sind und die Euch vielleicht interessieren.

Aber halt, nur nicht zu früh gefreut:
Die Krankenkasse: wie machen wir das jetzt? Abmelden? Sistieren? Geht das einfach so? Die Gemeinde, was steht da an? Abmelden?
Viel, ja sehr viel Post bin ich dran am Abmelden, damit dann unsere Tochter nicht so viel unnötiges Papier in den Briefkasten bekommen wird.

Zum Glück ist die Frage mit der Katze gelöst: Unsere Tochter will sie hüten, sie wird ja in der einen Wohnung wohnen. (Wir machen aus einer riesigen Wohnung zwei kleinere, deshalb auch immer wieder die Rede von Renovieren und Umbauen!)

14. April 2015

Zweiter Kurstag von Zwei!
Das heisst 2×8 Stunden volle Konzentration, denn die Website muss einigermassen stehen und ich (Barbara) sollte imstand sein, allein, ohne Hilfe, weiter zu fahren,  die Seiten und Fotos und noch viel mehr zu bearbeiten und nach unserem Gutdünken zu gestalten.
Also, das ist ja keine Hexerei und wenn ihr halt mal Fehler findet, dann sind nicht wir sondern der PC oder WordPress oder das Programm schuld dran!!!