Von York nach Stockton-on-Tee

dsc_3922-nach-stocktonEs ist zwar schlechtes Wetter angesagt: Regen und viel Wind, mit Böen bis 80km/h, wir werden trotzdem weiterfahren, es kommt erst am Mittag, sagen die Wettervorhersagen! Naja, so gegen 11Uhr hat es uns dann erreicht und giesst und nieselt. Wir versuchen, in Thirsk, einem kleinen Städtchen, ein B&B zu ergattern. Tropfnass stehen wir in der Tourist-Information und erhalten grosse Hilfe: Die Dame telefoniert herum, bis sie für uns ein Haus gefunden hat! Wir sind sehr froh für ihre Hilfe, da hier ein Meeting einer Kirche stattfindet und über 1000 Besucher erwartet werden, die natürlich alle irgendwo unterkommen müssen, entsprechend ist die Stadt ausgebucht.
Wir fahren also zum Longacre B&B, wo wir freundlich empfangen werden. Die Velos dürfen in die Schreinerei hinter dem Haus ins Trockene und wir haben ein hübsches Zimmer mit Blick auf den Garten. Eine Früchteschale, ein Wasserkocher, Tee, Kaffee und sogar zwei Stück Kuchen warten da auf uns! Wir machen uns einen Tee und wärmen uns auf! Abends lädt uns die Frau ein, sie zu begleiten, da sie ihre Vögel füttern wird. Sie hat ein Waisenhaus für Uhus und Eulen, erzählt uns die Geschichten der Tiere und warum sie bei ihr sind. Daneben hat sie auch noch eine Menge Hühner allerlei Arten, grosse und kleine und in allen Farben. Die etwa 300 Eier  pro Tag verkauft sie vor der Haustüre, und hat nie welche übrig! Es gibt auch welche zum Frühstück, für die Gäste, die das möchten. (Martin verzichtet!)
Abends gehen wir essen, da wir ja nicht so gut im Zimmer kochen können, und ich suche uns ein indisches Restaurant aus, was sich als eine sehr gute Wahl entpuppt! Wir speisen gediegen, und, um nicht in Trübsal zu verfallen wegen der Kosten, erklären wir das Essen zu meinem etwas verspäteten Geburtstagsessen! (wir überschreiten natürlich unser Budget massiv, wenn wir in einem B&B logieren und gediegen essen gehen!)
Das Unwetter am nächsten Tag lassen wir im Zimmer vorüberziehen, wir haben ja Tee und Früchte, und ich kann fast den ganzen Tag am Blog arbeiten, und einen Beitrag aufschalten.
Wenn es regnet haben wir beide wenig Lust Fotos zu machen, deshalb haben wir hier kaum Bildmaterial, ausser den Uhus und Eulen.
dsc_3907-ach-dieser-regen dsc_3913-ach-dieser-regendsc_3910-ach-dieser-regen Und am Tag der Weiterfahrt ist es wieder viel schöner!
dsc_3921-ach-dieser-regenVon Ian, unserem Nachbarn haben wir erfahren, dass seine Schwester ganz in der Nähe wohnt und per Whatsapp können wir zusammen Kontakt aufnehmen. Wir machen ab, uns bei einem Camping zu treffen, aber am Abend vorher finde ich mit Internet und Google-Maps heraus, dass es den gar nicht mehr gibt! Aber es hat einen anderen, und den steuern wir an. Als wir ankommen, sagt die Frau, dass sie eigentlich keine Zelte nehmen, aber da wir mit den Fahrrädern da sind und kein anderer Zeltplatz weit und breit ist, dürften wir da bleiben, sie werde uns etwas verstecken, damit wir nicht gesehen werden. Ob 10Pfund recht seien? Wir verstehen nicht, warum diese Plätze keine Zelte mehr nehmen! Ist es wegen Lizenzen? Oder zu wenig lukrativ? Oder????
Wir stellen unser Zelt hinter dem Springbrunnen und den hohen Gräsern auf, und freuen uns auf das Treffen mit Judith und Eric.
Wir gehen zusammen essen in Yarms, einem Städtchen, das ein wenig aussieht wie Aarberg, und richtig viele Beizlis hat. Es ist schön, die beiden kennen zu lernen, als sie vor ein paar Jahren in der Schweiz waren hatten wir uns nur kurz gesehen.
Sie laden uns ein, den nächsten Tag mit Ihnen zu verbringen, gemeinsam an die Küste zu fahren, „fish and chips“ zu essen, und dann bei Ihnen zu übernachten. Gerne nehmen wir ihre Einladung an. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir dieses typisch englische „Gericht“ noch nie gegessen haben, seit wir in England sind!
Am nächsten Morgen regnet es wieder in Strömen, aber gegen 10 Uhr soll es aufhören. Wir packen alles im Zelt zusammen, und wirklich, kurz vor 10 hört es auf. Wir packen das Zelt zusammen und fahren los, es sind nur 14km bis zu ihrem Haus. Aber dann beginnt es wieder, wir werden nass, die ausgewählte Strecke ist nicht schlecht, aber auch nicht so gut, eine kleine Strasse auf der Karte ist unterdessen zu einem Autobahn-Zubringer geworden, mit entsprechend viel Verkehr. Aber dann geht es durch den Wald, wo wir uns wieder durch nette Hindernisse zwängen müssen. Eine Frau, die mit ihren zwei kleinen Töchtern unterwegs ist, meint nur, ja das verstehe niemand, und dann werde erwartet, dass mehr Leute Fahrrad fahren!
dsc_3925-ach-dieser-regenTropfnass kommen wir  bei Judith und Eric an, breiten die nassen Sachen  in der Garage aus, beim Kaffee führen wir unsere Gespräche weiter. Als es aufhört zu regnen, fahren wir  an die Küste nach Saltburn, als wir ankommen ist es schon sommerlich warm, der Himmel wird immer blauer und die Sonne scheint sommerlich warm!
Die „fish and chips“ schmecken wundervoll!  Wir fahren mit einem uralten Bähnli nach oben, das mit Wassertanks funktioniert. (dem oberen Bähnli wird das Wasser in den Tank gegossen bis es schwerer ist als das untere, und so wieder runter fährt.)
dsc_3935-nach-stockton dsc_3938-blog dsc_3941-nach-stockton dsc_3943-nach-stocktonJudith will uns dann noch die Transporter-Bridge zeigen, eigentlich eine Gondel, die auch schon sehr lange hier steht. Ein Wahrzeichen für die Stahlindustrie, die mal hier war.dsc_3948-besuch-in-stockton
Der Garten von Judith und Eric  gefällt mir sehr gut , er ist ein bisschen wild, hat lauschige Plätzchen und Pergolas, einfach sehr schön! Wir sitzen lange beim Ofen im Garten in dem Eric ein Feuer angezündet hat. Später brätelt er Lammchops, die wir mit Salat und einem Glas Wein geniessen!
dsc_3954-nach-stockton dsc_3958-nach-stocktonHerzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft! Wir freuen uns, wenn wir uns irgendwo wieder einmal treffen! Ich nehme viele Inspirationen mit für ein windstilles Plätzchen im Garten, wo man abends am Feuer sitzen kann, auch wenn  ein kalter Wind bläst!img_1139-nach-stockton

 

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