Wir folgen den Flüssen

Leider habe ich kaum Zeit zum Schreiben! Der Tag ist schon voll mit radeln, plaudern, Essen besorgen, zubereiten und geniessen, Weiterfahrt planen, Zelt aufbauen und morgens wieder abbauen,….da bleibt nur wenig Zeit! Deshalb heute nur ein paar Fotos, und eine Karte mit der Route, die wir schon gefahren sind.

In Bayreuth werden wir krank, eine Woche lang liegen wir flach! Wir dürfen bei unseren Gastgebern bleiben, Antonia und Ernst fahren schon mal ohne uns weiter. Als es mir endlich einigermassen besser geht, nehmen wir den Zug bis Bamberg. Es gibt jetzt das 9€ Ticket, das nützen wir auch. Der Zug ist leider eine mittlere Katastrophe, mit hohen Treppen und kaum Platz für Fahrräder, Ein- und Aussteigen werden zur grösseren Herausforderung.

Im öffentlichen Verkehr gilt in Deutschland immer noch Maskenpflicht
Das Rathaus von Bamberg, von zwei Flüssen umarmt


Dafür ist das Wiedersehen mit Antonia + Ernst in Bamberg eine Freude. Wir haben uns entschieden, dem Main entlang zu fahren, das ist etwas weniger hügelig als direkt nordwärts, wo das Fichtelgebirge auf uns gewartet hätte!
Das Wetter ist kühl und windig, irgendwo beobachten wir eine Schleusendurchfahrt von einem Lastkahn und einem Hotelschiff. Was da an Wassermengen herumgeschoben werden, ist beeindruckend.

Die Übernachtungen sind immer wieder eine Überraschung, mal bei einem Naturfreundehaus direkt am Fluss, oder eine Kanuanlegestelle, tolle Plätze, meistens ohne Infrastruktur (heisst ohne Trinkwasser und ohne Toilette) wo das Zelten für eine Nacht toleriert wird. Trinkwasser organisieren wir meistens an einem Friedhof, oder ganz selten mal bei jemandem Privat. Ernst hat schnell mal jemanden angesprochen und bekommt Wasser.

Es wird wieder warm, an Wochenenden und Feiertagen ist es recht bevölkert auf den Radwegen. Unsere Tagesetappen werden länger, morgens stehen wir manchmal früher auf, damit wir in der kühleren Morgenluft fahren können. Bei Gemünden am Main biegen wir ab, radeln der Sinn entlang nordwärts. Hier hat es weniger Tourismus, es wird ein bisschen hügeliger, aber doch machbar mit unseren beladenen Rädern. Hier übernachten wir an einem Anglersee auf dem Picknickplatz, dann am Rand eines Fussballfeldes an einer Kanuanlegestelle, wo es sogar eine Toilette hat. Im Dorf findet gerade ein Fest statt, mit Bierzelt und lauter Musik bis nachts um 1 Uhr. Nicht wirklich ausgeschlafen, aber macht nichts, die nächste Nacht wird bestimmt ruhiger! Und immer haben die Menschen, die uns hier begegnen nichts dagegen, dass wir da übernachten. Ab und zu geniessen wir dann aber auch die Annehmlichkeiten auf einem Campingplatz, Haare waschen, mit warmem Wasser Geschirr abwaschen und eine Waschmaschine füllen, damit unsere Kleider wieder etwas besser duften.

Ein kühles Bad in der Hitze

Wir überqueren ein paar Hügel und folgen bald der Fulda, die, nachdem sie mit der Werra zusammenfliesst, Weser heisst! Schon ganz kräftig fliesst sie hier in vielen Windungen Richtung Bremen. Die Städte und Dörfer sind sehr schön, Fachwerkhäuser dominieren.

Mit einer handgetriebenen Seilbahn über den Fluss
Süsse gelbe Kirschen am Wegesrand!

In Kassel bleiben wir einen Tag länger, Hitzetage und anschliessende Gewitter lassen uns einen Tag auf dem Camping bleiben. Die Wäsche trocknet innerhalb einer Stunde so heiss und windig ist es! Und wir geniessen das Privileg, direkt am Fluss unseren Platz zu haben.

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